Über Esperanto 

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Esperanto als lebende Sprache

08.05.2017

Immer wieder taucht die Frage auf, ob die internationale Sprache Esperanto eine lebende Sprache ist. Die Ungarische Akademie der Wissenschaften hat das schon 2004 in einem Gutachten bestätigt.

Gutachten der Ungarischen Wissenschaftlichen Akademie 2004

Das Gutachten findet sich (auf Ungarisch) auf den Seiten eszperanto.hu. Eine Esperanto-Übersetzung kann man auf einer anderen Seite lesen ("Hungara Scienca Akademio"). Laut diesem Text hat das Sprachwissenschaftliche Institut der Ungarischen Wissenschaftlichen Akademie am 29. Januar in einer Antwort auf eine ministerielle Anfrage erklärt, dass "nach der gemeinsamen Auffassung führender Fachleute des Instituts Esperanto zur Kategorie der lebenden Sprachen gehört. Wenn man das Thema genauer behandelt und die Geschichte sowie den derzeitigen Stand des Esperanto berücksichtigt, ergibt sich, dass es a) weitgehend normiert ist, b) sehr in die Gesellschaft eingebettet, c) eine nicht-ethnische lebende Sprache ist, die innerhalb einer zweitsprachlichen Gemeinschaft alle möglichen sprachlichen Funktionen erfüllt und gleichzeitig als Brückensprache funktioniert. - Das oben Gesagte gibt den wissenschaftlichen Standpunkt unseres Institutes wieder."

Esperanto-Prüfungen: Punkte für die Studienzulassung

Das Gutachten war eine der Grundlagen dafür, dass staatlich anerkannte Esperanto-Prüfungen weiterhin als Nachweis von Fremdsprachkenntnissen genutzt werden können. In Ungarn müssen Studenten ausreichende Fähigkeiten in einer oder zwei lebenden Fremdsprachen nachweisen - Esperanto ist hier zugelassen. 2016 wurde gemeldet, dass es für bestandene Esperanto-Sprachprüfungen Punkte bei der Aufnahme zum Studium gibt.

Über 35.000 Esperanto-Sprachprüfungen

Seit dem Jahr 2000 wurden in Ungarn über 35.000 staatlich anerkannte Esperanto-Sprachprüfungen abgelegt. Auf den Seiten der Aufsichtsbehörde nyak.hu sind die Zahlen der angemeldeten Prüflinge der letzten zehn Jahre veröffentlicht (auch nicht bestandene Prüfungen); Esperanto liegt mit 44.866 Kandidaten an dritter Stelle nach Englisch und Deutsch. Auf der Wikipedia-Seite "Statistiko de Esperantujo" finden sich die Zahlen für die bestandenen Prüfungen seit 2000.

Von einem Sprachprojekt zu einer lebenden Sprache

Die Tatsache, dass Esperanto im Laufe der Jahrzehnte zu einer lebenden Sprache geworden ist, wurde in wissenschaftlichen Veröffentlichungen bereits früher dargelegt. So veröffentlichte Alicja Sakaguchi 1992 einen Aufsatz " Der Weg von einem Sprachprojekt zu einer lebenden Welthilfssprache. Einige Aspekte des Statuswandels, dargestellt am Beispiel des Esperanto", erschienen in: Ulrich Ammon und Marlis Hellinger (Hrsg.). Status Change of Languages. De Gruyter, Berlin 1992. (Der Ausdruck "Welthilfssprache" ist mittlerweile nur noch selten zu finden, üblicher ist "geplante Sprache" oder "Plansprache".)

Etwa tausend Esperanto-Muttersprachler

Übliches Kriterium für die Frage, ob eine Sprache lebt, ist die Existenz von Muttersprachlern. Heute gibt es etwa tausend Esperanto-Muttersprachler, einige sogar schon in der zweiten oder dritten Generation, wie etwa bei dem Sprachwissenschaftler Harald Haarmann nachzulesen ist.

 

Ludwik Zamenhof, Schöpfer des Esperanto (Artikel)

12.03.2017

en Esperanto

Hundertster Todestag von Ludwik Zamenhof (14. April 2017)


(Autor: Louis v. Wunsch-Rolshoven)

Wenige Dinge sind mit dem menschlichen Leben so eng verbunden wie die Sprache, die wir sprechen. Sie begleitet uns von früh bis spät und sie ist die unerlässliche Basis für das menschliche Zusammenleben. Eine besondere Stellung unter den Erfindern nimmt daher Ludwik Zamenhof ein, der 1887 als 27-jähriger die Grundlagen seiner internationalen Sprache Esperanto veröffentlichte und der am 14. April 1917 starb, vor hundert Jahren. Zamenhof ist der einzige Autor einer geplanten Sprache, dessen Projekt auch zu einer lebenden Sprache mit reichhaltiger Kultur wurde.

Ein "beispielloser internationaler Erfolg"

Zu Recht hat die Nachrichtenagentur AFP vor kurzem Esperanto als „beispiellosen internationalen Erfolg“ bezeichnet. Diesen verdankt Esperanto vor allem der raschen Erlernbarkeit der Sprache – Esperanto kann man laut verschiedenen Schulversuchen in etwa einem Drittel bis einem Fünftel der Zeit lernen, die für andere Sprachen nötig ist.

Esperanto-Muttersprachler

Die internationale Sprache Esperanto hat sich inzwischen weltweit verbreitet. Esperanto-Sprecher gibt es heute in den allermeisten Ländern – man schätzt, dass ein paar Millionen diese Sprache gelernt haben und einige hunderttausend sie regelmäßig sprechen. Es gibt sogar schon etwa tausend Esperanto-Muttersprachler – eine naheliegende Entwicklung, wenn die Eltern regelmäßig zu internationalen Esperanto-Veranstaltungen fahren und oft Esperanto-Freunde zu Besuch haben. Schon 1901 schrieb Zamenhof, dass es für die Zukunft des Esperanto sehr hilfreich sei, wenn eine Gruppe von Menschen sie „als ihre Familiensprache annähme“ – 1904 wurde dann das erste Mädchen geboren, das mit Esperanto als einer ihrer Muttersprachen aufwuchs.

Bekannte Esperanto-Sprecher:
George Soros, J. R. R. Tolkien, Reinhard Selten

Zu den bekanntesten Menschen, die Esperanto sprechen oder sprachen, zählen der Investor George Soros, der Fantasy-Autor J. R. R. Tolkien und der Nobelpreisträger für Wirtschaft Reinhard Selten. Für den früheren deutschen Botschafter in Moskau, Ulrich Brandenburg, ist Esperanto Muttersprache.

Bücher und Esperanto-Lieder

Aus der Sprachgemeinschaft der Esperanto-Sprecher hat sich auch eine Kulturgemeinschaft entwickelt. Etwa zehntausend Esperanto-Bücher sind bisher veröffentlicht worden, jährlich kommen etwa 120 weitere hinzu. Bei youtube und an anderen Stellen finden sich reichlich Lieder in Esperanto. Da gibt es ein vielfältiges Angebot von Rockmusik und Schlagern bis Rap und HipHop.

Tägliche Nachrichten in Esperanto aus China

China veröffentlicht tägliche Nachrichten in Zamenhofs Sprache; dort wird auch eine Netz-Zeitschrift in Esperanto herausgegeben und es gibt Radio-Sendungen in Esperanto. Die Esperanto-Wikipedia hat über 230.000 Artikel und ist damit etwas größer als etwa die dänische oder hebräische Ausgabe. Die gesamte englische Wikipedia liegt in einer regelmäßig aktualisierten automatischen Esperanto-Übersetzung vor, WikiTrans, die für Esperanto-Sprecher vergleichsweise gut zu lesen ist – dank der einfachen Struktur des Esperanto. Übersetzungen in diese internationale Sprache bietet auch Google Translate an.

35.000 Esperanto-Prüfungen in Ungarn

In Ungarn hat sich die Zahl der Esperanto-Sprecher laut Volkszählung seit 1990 vervierfacht – damals wurden 2083 Esperanto-Sprecher gezählt, 2011 waren es 8397. Hintergrund ist neben der Öffnung Richtung Westen nach dem Ende des Kommunismus insbesondere die Tatsache, dass Esperanto in Ungarn offiziell als lebende Sprache anerkannt ist. So kann man bestandene Esperanto-Prüfungen an Hochschulen auch nutzen, um Fremdsprachenkenntnisse nachzuweisen oder um Punkte für die Aufnahme an der Hochschule zu sammeln. Das offiziell anerkannte Zertifizierungsinstitut Nyak hat daher seit 2001 mehr als 35.000 Esperanto-Prüfungen abgenommen – Esperanto liegt auf dem dritten Platz unter den angebotenen Sprachen, etwa gleichauf mit Französisch.

800.000 Esperanto-Lerner bei Duolingo

Mittlerweile wird Esperanto auf Dutzenden von Sprachlernseiten im Netz angeboten – wenn die Seiten zumindest 25 Sprachen im kostenlosen Angebot haben, ist Esperanto in der Regel dabei. Die meisten Lerner hat Duolingo.com sammeln können – dort haben sich bisher über 700.000 Lerner für die Esperanto-Kurse angemeldet. Seit kurzem gibt es neben dem bisherigen englischsprachigen Kurs auch einen spanischsprachigen; zusammen melden sich derzeit monatlich etwa 60.000 Menschen für das Erlernen der Sprache Zamenhofs an.

Unterdrückung und Verfolgung ab den dreißiger Jahren

In der Öffentlichkeit ist die weltweit zunehmende Verbreitung des Esperanto bisher noch wenig bekannt. Manchmal wird sogar geglaubt, niemand spreche mehr Esperanto. Das ist möglicherweise auf die Zeiten der Unterdrückung und Verfolgung der Esperanto-Sprecher zurückzuführen. Ab 1933 wurde Esperanto unter Hitler unterdrückt, fast alle Familienangehörigen von Zamenhof wurden später umgebracht und ab 1937 wurden Esperanto-Sprecher in Russland erschossen oder in Lager verfrachtet. Nach dem Krieg dehnten sich die Esperanto-Verbote zunächst auf praktisch ganz Osteuropa aus; in Rumänien wurden noch in achtziger Jahren Esperanto-Gruppen untersagt. Auch in Spanien und Portugal wurde Esperanto unter Franco und Salazar jahrzehntelang unterdrückt.

Schwieriger Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg

So war die Esperanto-Sprachgemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg arg dezimiert und mancher Außenstehende hat wohl geglaubt, eine weitere Zukunft für Esperanto gebe es nicht. Die meisten Menschen hatten zunächst auch anderes im Sinn, als eine Sprache für Freizeit und Ferien zu lernen. Dazu kam, dass die Bemühungen, Esperanto auf politischem Wege voranzubringen, abgesehen von freundlichen Worten nicht viel erbrachten.

Ziele von Zamenhof …

In seinem ersten Lehrbuch von 1887 schreibt Zamenhof über die Ideen, die er mit seiner Sprache verband. Er nennt drei Hauptaufgaben: Zum einen solle die Sprache leicht erlernbar sein. Zum anderen solle sie nach dem Erlernen sofort für die internationale Kommunikation genutzt werden können, unabhängig davon, ob sie von der Welt anerkannt werde. Zum dritten sei ein Mittel zu finden, um dafür zu sorgen, dass die Sprache von einer großen Anzahl von Menschen gelernt und angewendet werde.

… und ihre Verwirklichung

Offensichtlich ist es Zamenhof geglückt, eine rasch erlernbare Sprache zu schaffen, die auch von einer im Laufe der Jahrzehnte – von Zeiten der Unterdrückung abgesehen – stetig wachsenden internationalen Sprachgemeinschaft gelernt und gesprochen wird. Vermutlich gibt es aber kein solches Zaubermittel, von dem Zamenhof träumte, um zu erreichen, dass eine große Zahl von Menschen Esperanto lernt. Es sieht danach aus, dass sich eine solche neue und zunächst ungewohnte Sache wie eine geplante Sprache nur allmählich mehr und mehr ausbreitet.

Offensichtlich sind auch Politiker nur selten zu dem Risiko bereit, sich mit der Unterstützung von etwas so Neuem die Finger zu verbrennen. Zamenhof meinte 1910 in seiner Rede beim sechsten Esperanto-Weltkongress in Washington, die Regierungen kämen mit ihrer Unterstützung gewöhnlich erst dann, wenn „alles schon ganz fertig“ sei. Das angestrebte Ziel sei daher vermutlich eher mit der Arbeit von Privatleuten zu erreichen.

Sprache des Verstehens

Die Idee, eine internationale und möglichst leicht zu erlernende Sprache zu erschaffen, hatte Zamenhof schon als Jugendlicher. Er wuchs in Bialystok auf, heute im nordöstlichen Polen, das damals zum russischen Zarenreich gehörte. Dort lebten verschiedene Volksgruppen, vor allem Juden, Polen, Russen und Deutsche; sie redeten in unterschiedlichen Sprachen und verstanden sich oft weder sprachlich noch menschlich.

Zamenhof wollte die Grundlagen legen, damit sich Menschen verschiedener Muttersprachen miteinander unterhalten können, um sich kennenzulernen und ihre Probleme friedlich zu regeln. 1906 betont er in seiner Kongressrede in Genf, man sei nicht so naiv, dass man glaube, eine neutrale Grundlage mache aus den Menschen Engel. Verständigung und Kennenlernen auf neutraler Grundlage würden aber zumindest einen großen Teil derjenigen Bestialitäten und Verbrechen beseitigen, die nicht von Böswilligkeit herrührten, sondern davon, dass man sich gegenseitig nicht kenne.

Ein langer Weg

Dass dieses Ziel nicht in kurzer Zeit zu erreichen ist, dessen war sich Zamenhof gut bewusst. In einer Rede 1907 in Cambridge spricht er davon, dass die Esperanto-Sprecher für Esperanto arbeiten, weil sie hoffen, dass früher oder später, „vielleicht nach vielen Jahrhunderten“, die Völker in Übereinstimmung eine große Familienrunde bilden. Mag das Ziel bezüglich der gesamten Menschheit auch utopisch sein – die Esperanto-Sprecher verwirklichen es bereits heute in ihrer internationalen Sprachgemeinschaft.

Viele Sprachen schon in der Kindheit und Jugend

Eine gute Grundlage für Zamenhofs Sprachschaffen waren seine Sprachkenntnisse. Er wuchs mit Jiddisch und Russisch auf, lernte Hebräisch und Polnisch und von seinem Vater, der lange Zeit Sprachlehrer war, Deutsch und Französisch. In der Schule standen auch Griechisch, Latein und Englisch auf dem Programm. So hatte Zamenhof einen breiten Überblick über die Grammatik verschiedener Sprachen und deren Wortschatz. Er wählte gemeinsame Strukturen und in vielen Sprachen verbreitete Wortstämme aus und fügte sie zu seiner eigenen Sprache zusammen – einfach aufgebaut und rasch erlernbar; möglichst viele Menschen sollten Wörter aus ihren Muttersprachen wiederfinden.

Erste Sprachversion mit 19

Zu seinem 19. Geburtstag, 1878, war eine erste Version einer „Lingwe Uniwersala“, einer Universalsprache, fertig, die er feierlich mit Klassenkameraden einweihte, auch mit einem Lied in der neuen Sprache. Nach dem Abitur studierte Zamenhof Medizin und wurde Augenarzt. Nebenher interessierte er sich unter anderem für die Struktur des Jiddischen und erstellte die weltweit erste jiddische Grammatik. Außerdem überarbeitete er seinen Entwurf einer internationalen Sprache und feilte ihn anhand von Übersetzungen aus.

Veröffentlichung 1887

1887 heiratete Zamenhof Klara Zilbernik und konnte dank der Mitgift seines Schwiegervaters seine Sprache veröffentlichen – auf Russisch, Polnisch, Deutsch, Französisch und bald danach auch auf Englisch. Er wählte das Pseudonym D-ro Esperanto, ein Hoffender; es ist denkbar, dass sein Vater, der eine Zeitlang als Zensor arbeitete, ihm aus Vorsicht zu einem Pseudonym geraten hatte. Die erste Version des nur etwa 50 Seiten umfassenden Buchs unter dem Titel „Internationale Sprache“ erhielt am 26. Juli 1887 von der Zensur die Genehmigung zur Verbreitung der gedruckten Exemplare – dieser Tag zählt als Geburtstag des Esperanto.

Drei Gedichte in Esperanto

Neben der Darstellung der neuen Sprache und der Hintergründe waren auch sechs Sprachbeispiele enthalten: Der Beginn der Bibel, das Vaterunser, ein Brief sowie drei Gedichte, zwei von Zamenhof selbst und eine Übersetzung aus dem Buch der Lieder von Heinrich Heine. So machte Zamenhof unmittelbar klar, dass er eine Kultursprache auf den Weg bringen wollte, weit mehr als nur ein einfaches Mittel der Verständigung. Aus dem Autorennamen entwickelte sich rasch der Sprachname – die Sprache des Dr. Esperanto oder kurz: Esperanto.

Erste Esperanto-Gruppe, Zeitschrift, Weltkongress

Das erste Esperanto-Buch, auf Esperanto „Unua Libro“, enthielt auch ein paar Coupons, auf denen sich der Unterzeichner verpflichten konnte, Esperanto zu lernen, wenn zehn Millionen Menschen dieselbe Erklärung unterzeichnet hätten. Zamenhof erhielt nur eine vergleichsweise geringe Anzahl dieser Coupons zurück – bis 1910 etwa 25.000; die Einsender wurden in Adressverzeichnissen veröffentlicht. Viele Leser des „Unua Libro“ lernten allerdings die Sprache gleich und begannen an den Autor der Sprache in Esperanto zu schreiben. Schon nach zwei Jahren gab es eine erste Esperanto-Gruppe, in Nürnberg, wo dann auch die erste Esperanto-Zeitschrift erschien, La Esperantisto. In den Folgejahren bildeten sich mehr und mehr örtliche Esperanto-Gruppen, später nationale Esperanto-Verbände und 1905 wurde in Boulogne-sur-Mer der erste große internationale Esperanto-Kongress veranstaltet, mit knapp 700 Teilnehmern.

Schwierige Jahre des Berufsanfangs

In den Jahren nach der Veröffentlichung der ersten Esperanto-Bücher mühte sich Zamenhof in verschiedenen Städten, sein Brot als Augenarzt zu verdienen. Erst die Praxis in Warschau ab 1897 gab eine bessere finanzielle Grundlage für die Familie. Mit der zunehmenden Verbreitung des Esperanto erhielt er dann auch gelegentlich Honorare für die Herausgabe von Büchern oder die Mitarbeit bei einer Zeitschrift.

Übersetzungen von Hamlet, Die Räuber, Andersens Märchen

Zamenhof nahm an den jährlichen Welt-Esperanto-Kongressen in verschiedenen Ländern teil und wurde dort von der wachsenden Zahl der Esperanto-Sprecher als „majstro“, Meister, gefeiert. 1912, 25 Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Esperanto-Lehrbuchs, zog er sich beim Esperanto-Weltkongress in Krakau von seiner inoffiziellen Position als Leiter der entstehenden Sprachgemeinschaft zurück. Die sprachliche Entwicklung wurde schon seit einigen Jahren von einem Sprach-Komitee, „Lingva Komitato“, begleitet. Neben den nationalen Esperanto-Verbänden bildete sich 1908 auch ein „Universala Esperanto-Asocio“ (Welt-Esperanto-Bund), der ein Jahrbuch mit Adressen von Esperanto-Sprechern, Organisationen und Büros herausgab. Zamenhof selbst kümmerte sich u. a. um Übersetzungen; er übertrug Hamlet, Die Räuber, große Teile des Alten Testaments und Andersens Märchen ins Esperanto.

Kurzzeitige Konkurrenz

Ein gewisser Rückschlag war die Entwicklung eines reformierten Esperanto, Ido, dem sich ab 1907 etwa 10 bis 20 % der bisherigen Esperanto-Sprecher zuwandten. Auch wenn dies mit einiger Auseinandersetzung verbunden war – die weitere Verbreitung des Esperanto wurde dadurch nur wenig verlangsamt; dazu trug u. a. bei, dass das Ido mehrfach reformiert wurde.

Früher Tod

Zamenhof litt an einer Herz- und Lungenschwäche. Er musste seine Arbeit als Augenarzt aufgeben und starb am 14. April 1917 in Warschau, wo er auch begraben ist.

Zamenhofs Lebenswerk:
Eine internationale Sprach- und Kulturgemeinschaft

Auch wenn ein Teil der Träume von Zamenhof sich bisher nicht verwirklicht hat – Ludwik Zamenhof hat die Grundlage für eine neue und relativ schnell erlernbare internationale Sprache geschaffen, zu der sich eine weltweite Sprach- und Kulturgemeinschaft gebildet hat. Zamenhofs Sprache hat ausgehend von einem schmalen Büchlein innerhalb von wenig mehr als einem Jahrhundert einen Platz unter den fünfzig international am meisten verwendeten Sprachen gefunden. Nur wenige Menschen haben eine vergleichbare Wirkung mit ihrem Lebenswerk erreicht.


Als pdf-Datei (inkl. Langversion, mit Quellen)


Mehr Informationen zu Esperanto

Presse-Informationen

Quellen

(teilweise in Esperanto; Google Translate liefert eine ungefähre Übersetzung)

AFP: „unprecedented international success“
z. B. yahoo.com

Zamenhof über Esperanto als Familiensprache
Brief an Abram Kofman (28. Mai 1901),
Familia lingvo
Letero al Kofman

Youtube, Esperanto-Musik (Suche: Esperanto + muziko)
youtube

Tägliche Nachrichten in Esperanto aus China
china.org.cn

Außerdem aus China
Radio
Zeitschrift „El Popola Ĉinio“

Esperanto-Wikipedia
Wikipedia

WikiTrans (englische Wikipedia auf Esperanto)
WikiTrans

Google Translate für Esperanto
Google Translate

Ungarn, Volkszählungen 1990, 2001, 2011
Esperanto nach den Sprachkenntnissen in der Bevölkerung etwa auf Platz 15
Ungarische Volkszählung

Esperanto-Prüfungen in Ungarn, Institut NYAK
NYAK, Prüfungsanmeldungen

Esperanto-Sprachkurse bei Duolingo.com
Duolingo.com, Sprachkurse auf Englisch
Duolingo.com, Sprachkurse auf Spanisch

Erstes Esperanto-Buch, Unua Libro, Hauptaufgaben
Erstes Esperanto-Buch

Zamenhof, 1910
Regierungen kommen mit ihrer Hilfe erst dann, wenn alles schon ganz fertig ist.
(„ la registaroj venas kun sia sankcio kaj helpo ordinare nur tiam, kiam ĉio estas jam tute preta“)
Zamenhof über Regierungen

Zamenhof, 1906, Genf
Nicht so naiv…
(Ni ne estas tiel naivaj, kiel pensas pri ni kelkaj personoj ; ni ne kredas, ke neŭtrala fundamento faros el la homoj anĝelojn … )
Zamenhof über Naivität

Zamenhof, 1907, Cambridge
vielleicht nach vielen Jahrhunderten …
(eble post multaj jarcentoj)
Zamenhof über die zu erwartende Zeitspanne

Erstes Esperanto-Buch, 1887, drei Gedichte
Drei Gedichte im "Unua Libro"


Esperanto im Vergleich zu anderen Sprachen


Es gibt eine Reihe von einzelnen Studien und Hinweisen, dass Esperanto unter den 50 international am meisten verwendeten Sprachen ist:

- Esperanto im Vergleich mit anderen Sprachen mit lateinischer Schrift an Stelle 27 laut Textmenge im Internet. Gregory Grefenstette, Julien Nioche. Estimation of English and non-English Language Use on the WWW (2000).
Esperanto im Internet, Textmenge

- Esperanto wird von Internet-Anbietern in der Regel nach etwa 20 bis 50 anderen Sprachen eingeführt (z. B. früher eine von 42 Suchsprachen bei Google; dort heute mehr Sprachen. Eine von etwa 70 Übersetzungssprachen bei Google Translate.)

- Bei den ungarischen Volkszählungen taucht Esperanto bezüglich der Sprachenkenntnisse im Vergleich mit anderen Sprachen schon 1940 etwa an Stelle 17 auf. Heute etwa Platz 15.
Volkszählung, Ungarn


Mehr Quellen gerne auf Anfrage, s. Kontaktformular.

 

Hundertster Todestag von Ludwik Zamenhof (14. April 2017)

10.03.2017

en Esperanto
(Pressemitteilung und Artikel)

Zunehmende Verbreitung der internationalen Sprache Esperanto


„Mi lernis Esperanton, kiam mi estis infano. Mia patro parolis kun mi en Esperanto.“ (Ich habe Esperanto gelernt, als ich ein Kind war. Mein Vater hat mit mir in Esperanto gesprochen.) Iris ist Anfang zwanzig und wird bald ihr Medizin-Studium abschließen; sie hat Esperanto als Muttersprache gelernt und spricht es bis heute – mit ihrem Vater und mit einigen Freundinnen, die sie schon als Kind bei Esperanto-Veranstaltungen kennengelernt hat. Daneben spricht sie Deutsch und Spanisch, Französisch, Englisch und lernt seit einiger Zeit Portugiesisch.

Erster Entwurf für Esperanto schon als Schüler

Die Grundlagen der internationalen Sprache Esperanto wurden von Ludwik Zamenhof gelegt, dessen Todestag sich am 14. April zum hundertsten Mal jährt. Zamenhof wurde 1859 geboren und wuchs in der damals vielsprachigen Stadt Bialystok auf, heute im nordöstlichen Polen. Er erlebte die Konflikte der Juden und Russen, Polen und Deutschen dort hautnah mit. Schon als Schuljunge beschloss er, eine gemeinsame und leicht erlernbare Sprache zu entwerfen, damit Streitigkeiten möglichst durch Miteinander-reden und ohne Gewalt gelöst werden könnten. Einen ersten Entwurf konnte er schon 1878, zu seinem 19. Geburtstag, mit Schulkameraden feierlich einweihen, auch mit einem gemeinsam gesungenen Lied in der neuen Sprache.

Dr. Esperanto – ein „Hoffender“

Zamenhof studierte Medizin und wurde Augenarzt. Seine internationale Sprache überarbeitete er und konnte sie 1887 veröffentlichen, dank der Mitgift seines Schwiegervaters. Als Pseudonym wählte er „D-ro Esperanto“. Esperanto heißt in der neuen Sprache „ein Hoffender“; er hoffte auf Verbreitung seiner Sprache und auch darauf, dass die Sprache zur Verständigung und zur Verringerung der Konflikte zwischen Angehörigen verschiedener Nationen beitragen möge.

Kurz-Grammatik mit nur 16 Grundregeln

Das erste Buch, in Esperanto als „Unua libro“ bezeichnet, enthielt eine Einführung, eine kurze Grammatik in 16 Grundregeln und ein Wörterverzeichnis; es wurde in fünf Sprachen herausgegeben, Russisch, Polnisch, Deutsch, Französisch und später auch Englisch.

Erster Weltkongress 1905

Die Idee einer internationalen Sprache, die weitaus schneller zu erlernen ist als bestehende Sprachen, verbreitete sich rasch – auch weil es schon vorher eine ähnliche Sprache gab, Volapük, das aber weit schwieriger zu erlernen war. Schon zwei Jahre nach der Herausgabe des ersten Lehrbuchs gab es Esperanto-Vereine, es entstand eine Zeitschrift und es wurden weitere Bücher in der neuen Sprache herausgegeben. 1905 wurde in Boulogne-sur-Mer der erste internationale Esperanto-Kongress veranstaltet, mit über 600 Teilnehmern aus vielen Ländern. Zamenhof wurde als „majstro“, Meister, gefeiert.

Ausbreitung in alle Erdteile

Die Zahl der in Esperanto verfügbaren Bücher stieg rapide an; Zamenhof selbst steuerte einige Übersetzungen bei: Hamlet, Die Räuber, das Alte Testament und Andersens Märchen. Es entstand ein „Lingva Komitato“ (Sprachen-Komitee), das sprachliche Fragen behandelte und es bildete sich eine internationale Esperanto-Vereinigung, Universala Esperanto-Asocio (UEA). 1912, 25 Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Esperanto-Lehrbuchs, zog sich Zamenhof als inoffizieller Leiter der Esperanto-Sprachgemeinschaft zurück; die Sprachgemeinschaft war selbständig geworden. Bei Ausbruch des ersten Weltkriegs war Esperanto auch in allen Erdteilen angekommen.

Früher Tod

Zamenhof litt an einer Herz- und Lungenschwäche, die ihn zur Aufgabe seines Berufs zwang. Er starb am 14. April 1917 in Warschau.

Internationale Sprachgemeinschaft

Sein Werk, die internationale Sprache Esperanto, hat mittlerweile Sprecher in über 130 Ländern weltweit gefunden; in siebzig Ländern hat der Esperanto-Weltbund Landesverbände. Ein paar hunderttausend Menschen sprechen Esperanto regelmäßig, ein paar Millionen haben nach Schätzungen die Grundlagen gelernt. Es gibt etwa tausend Esperanto-Muttersprachler.

Bücher, Musikkultur, tägliche Nachrichten aus China...

Aus dem kleinen Büchlein von 1887 ist eine Literatur mit etwa zehntausend Büchern geworden; über 300 Autoren haben Werke original in Esperanto verfasst. In den letzten Jahrzehnten hat sich außerdem eine Musikkultur entwickelt; Rock und Pop, Hiphop und Rap in Esperanto kann man bei youtube finden. Die chinesische Regierung veröffentlicht täglich Nachrichten in Esperanto. Größere Sprachlernseiten bieten im Internet Esperanto-Kurse an; bei Duolingo.com haben sich bisher über 800.000 Lerner für Esperanto angemeldet.

Esperanto breitet sich stetig weiter aus, weltweit.

Als pdf-Datei (inkl. Langversion, mit Quellen)

 

Stadtrat in Bialystok lehnt Zamenhof-Jahr 2017 ab.
Artikelsturm weltweit

19.12.2016

Der Stadtrat von Bialystok hat die offizielle Ausrufung des Zamenhof-Jahres 2017 anlässlich des 100. Todestages von Ludwik Zamenhof am 14. April 2017 abgelehnt; Zamenhof wurde in Bialystok geboren. Die Ablehnung der Ehrung hat einen weltweiten Artikelsturm ausgelöst, mit Artikeln in Europa und u. a. in Mexiko, Brasilien, Israel, Südafrika, Thailand und Indonesien.

Das hatte sich die Fraktion der Partei PiS (Recht und Gerechtigkeit) im polnischen Bialystok wohl anders vorgestellt. Der Stadtrat lehnte auf ihre Initiative hin letzte Woche den Antrag ab, das Jahr 2017 zum offiziellen Zamenhof-Jahr zu erklären, mit 12 zu 11 Stimmen. Mit der Benennung sollte an den hundertsten Todestag von Ludwik Zamenhof erinnert werden, dem Begründer der internationalen Sprache Esperanto, der in Bialystok geboren ist.

Ehrung durch Unesco

Die Unesco hatte Zamenhofs Todestag auf Initiative Polens und mit Unterstützung von Deutschland und der Slowakei schon vor längerem in die offizielle Liste der Gedenktage 2017 aufgenommen.

Zeitungen berichten weltweit

Erst berichteten ein paar polnische Zeitungen über die Aktion der Partei PiS in Bialystok und dann Ende der Woche auch Zeitungen auf der ganzen Erde - von Mexiko über Brasilien, Südafrika bis Israel, Thailand und Indonesien. Die französische Nachrichtenagentur AFP sowie Yahoo hatten die Meldung weltweit verbreitet.

Esperanto - ein "beispielloser internationaler Erfolg"

Der Artikel stellt die Lebensleistung von Ludwik Zamenhof heraus: Esperanto wurde als "beispielloser internationaler Erfolg" bezeichnet; es hat nach Schätzungen bis zu einer Million Sprechern weltweit.

Im folgenden eine Auswahl von Artikeln im Internet

Polnische Zeitungen

Bialystok online
Wrotapodlasia
portalsamorzadowy.pl

Yahoo

Englisch
Portugiesisch

Englischsprachige Medien

Global Headlines
World News in short
Robins Post

Französisch

Radio RCJ
pressreader (La Presse)

SwissInfo

SwissInfo.ch (Portugiesisch)

Italien

Aska News

Rumänien

stiripesurse.ro

Mexiko

La Jornada en linea

Brasilien

ISTOE
UOL

Israel

The Times of Israel
JP Updates

Südafrika

Midrand Reporter
Joburg East Express

Thailand

Bangkok Post

Asean

Asian Breaking News

Indonesien

Indo Premier

 

Populäre Irrtümer über Esperanto

23.12.2015

Über Esperanto sind leider eine Reihe von populären Irrtümern in Umlauf, die immer wieder auch in Zeitungen und anderen Medien auftauchen. Schon im Lexikon der populären Irrtümer (Walter Krämer, Götz Trenkler; 1996) ist erwähnt, dass viele Menschen fälschlich annehmen, niemand spreche Esperanto. Tatsächlich wird Esperanto von ein paar hunderttausend Menschen weltweit gesprochen, ein paar Millionen haben die Sprache gelernt.

Auch hat Esperanto durchaus schon heute seinen Sinn für die Esperanto-Sprecher - ob Regierungen Esperanto als allgemeine Sprache einführen oder nicht, ist hierfür von geringer Bedeutung. Der Verein EsperantoLand hat ein paar Seiten zu dem Thema zusammengestellt: Populäre Irrtümer über Esperanto

 

"Eine Schulstunde über Esperanto" - Zwischenbericht

20.09.2015

en Esperanto

Esperanto ist noch viel zu wenig bekannt. Um das zu ändern, wäre es gut, wenn Schüler in der Schule etwas über Esperanto hören würden. So ist das Projekt "Eine Schulstunde über Esperanto" entstanden, das Klaus Friese aus Hamburg mit der Hilfe einiger anderer auf den Weg bringt.

In Zusammenarbeit mit Lu Wunsch-Rolshoven vom Verein EsperantoLand hat Klaus Friese nun vor kurzem eine Broschüre für Lehrer herausgegeben. Der deutsche Titel ist „Eine Schulstunde über Esperanto“. (In Esperanto: Unu lerneja leciono pri Esperanto, englisch: A lesson about Esperanto.)

(Ganz unten finden sich Verweise zu weiteren Versionen, um den Text als Broschüre drucken zu können. Natürlich freuen wir uns über Kommentare.)

Unterricht über Esperanto

Die Idee ist es, Schüler zumindest eine Schulstunde lang über Esperanto zu informieren und die Schüler auch ein bisschen selbst lernen zu lassen. Das kann zum Beispiel in Vertretungsstunden, im Fremdsprachunterricht, in Deutsch oder Geschiche stattfinden. Letztlich auch in Mathematik, weil Esperanto erfahrungsgemäß gerade von Mathematikern überdurchschnittlich oft gelernt wird. Es ist halt regelmäßig aufgebaut und erfordert weniger Lernaufwand als andere Sprachen.

Im Fremdsprachenunterricht kann man als Grundlage z.B. Zeitungsartikel über Esperanto nehmen; der Verweis führt zu einer Zusammenstellung für eine Reihe von Sprachen. (Gerne erweitern wir das um geeignete, in den Medien veröffentlichte Texte.)

Das Konzept, das auf acht Seiten dargelegt wird, bietet Entwürfe für zwei verschiedene Unterrichtsstunden; diese sind für die Einführung von Esperanto geeignet, auch wenn der Lehrer selbst kein Esperanto spricht.

Der Esperanto-Verein Hamburg, der dieses Jahr sein 111. Jubiläum feiert, unterstützt dieses Projekt. Der Vorsitzende, Jürgen Wulff, hat einen Begleitbrief mit einer kurzen Erläuterung erstellt. Hier ist der erste Bericht über das Verteilen der Broschüre:

Eine Schulstunde über Esperanto - Zwischenbericht


Klaus Friese, Hamburg

Heute, am 10. Juni, bei strahlendem Sommerwetter, konnte ich das Konzept und den Begleitbrief vom Esperanto-Verein Hamburg an 7 Schulen unterbringen. Insgesamt habe ich damit in Hamburg-Bergedorf schon 22 Exemplare verteilt. Meist schaffe ich es, ein Mitglied der Schulleitung zu kontaktieren. In einigen Fällen war das nicht möglich und ich habe den Sachverhalt der Sekretärin erklärt. In diesen Fällen versuche ich nachträglich die Schulleitung mit einer persönlichen E-Mail zu informieren.

Wohlwollende Aufnahme

In den allermeisten Fällen wird unser kleines Projekt sehr wohlwollend aufgenommen. Zwei Schulleiterinnen haben mich spontan gefragt, ob ich dann auch bereit wäre, z.B. am Nachmittag einen „regulären“ Kurs zu übernehmen. Da habe ich ein bisschen „rumdrucksen“ müssen, denn, wenn die Schule zu weit von meiner Wohnung entfernt ist, wäre für mich natürlich der Aufwand zu groß. Für ein paar Einzelstunden habe ich aber schon mal zugesagt. Doch erstmal müssen die sich ja noch selbst mit den überreichten Informationen beschäftigen...

Ich habe den Eindruck, dass - besonders in Ganztagsgrundschulen - durchaus Potential für Esperanto-Unterricht gegeben ist. In einer Schule wurde mir berichtet, dass sie äußerst dankbar über einen kleinen Türkischkurs sind, der vom Konsulat angeboten wird. Und in der letzten Schule, die ich heute besuchte, bekam ich gleich die Visitenkarte der BGS-Leiterin (Ganztägige Bildung und Betreuung...) in die Hand gedückt. Sie will mich demnächst kontaktieren und mich für eine Doppelstunde innerhalb der Ferien mit Esperanto einsetzen...

So, jetzt werden in den nächsten Tagen die Schulen in den Vier- und Marschlanden in Angriff genommen. Das sind zwar nicht so viele, aber die liegen weit auseinander. Hoffentlich spielen mein Fahrrad und das Wetter mit...

Ausführlichere Version des Berichts

Eine Schulstunde über Esperanto
Bericht über die Verteilung des Konzeptes im Juni 2015

Kurz nach Fertigstellung der Broschüre „Eine Schulstunde über Esperanto“ begann ich mit der Verteilung in meinem Stadtteil Hamburg-Bergedorf. Vom Esperanto-Verein Hamburg bekam ich einen Begleitbrief. Der Vorsitzende Jürgen Wulff erläutert darin, dass die kleine Broschüre "eine einführende Begegnung mit der Sprache Esperanto" erleichtern soll, auch für Lehrkräfte, die diese Sprache noch nicht kennen. Erfahrungen von Lehrerinnen und Lehrern in der Vergangenheit mit diesem Konzept seien durchweg positiv. Es eigne sich für Vertretungsstunden sowie zum Einstieg in Sprachthemen und Sprachprojekte.

Diesen Brief packte ich zusammen mit der im Format DIN A5 ausgedruckten Broschüre in weiße Umschläge, die ich handschriftlich nur mit dem Absender „Esperanto Hamburg“ versah. Mein Ziel war es, möglichst alle Schulen in Hamburg-Bergedorf persönlich zu besuchen und dort jeweils einem Mitglied der Schulleitung einen Umschlag zu überreichen. Dieses Verfahren erschien mir am effektivsten, da sich dann auch gleich die Möglichkeit für ein paar Erläuterungen ergeben würde.

29 Schulen in Hamburg-Bergedorf besucht

In den ersten Juniwochen 2015 konnte ich fast alle Bergedorfer Schulen versorgen. Es waren insgesamt 29. Nur bei einem Gymnasium hatte ich Pech. Die Sekretärin bestand auf einer vorherigen Anmeldung, die ich noch am gleichen Tag per E-Mail auf den Weg brachte. Auch am gleichen Tag kam die Rückmeldung des Schulleiters, der mich dann allerdings auf einen Termin im nächsten Schuljahr vertröstete.

Nun muss man allerdings anmerken, dass es keineswegs üblich ist, bei einem nicht angekündigten Besuch in einer Schule auch gleich die Gelegenheit zu bekommen, ein Mitglied der Schulleitung sprechen zu dürfen. In vielen Fällen merkt man sofort beim Eintritt ins Schulbüro, dass dort wieder mal „der Bär los ist“, wie mir von einer Schulsekretärin durchaus nachvollziehbar eröffnet wurde.

Vorstellung bei der Schul- oder Abteilungsleitung

Immerhin konnte ich bei meinen Besuchen in 20 Fällen ein Mitglied der Schul-oder Abteilungsleitung kontaktieren. In den anderen Fällen gab ich den Brief an die Sekretärin. Bei dieser stellte ich mich kurz vor und erzählte ihr, dass der Esperanto-Verein Hamburg nun ja sein 111. Jubiläum feiert und dass ich zu diesem Anlass der Schule eine kleine Broschüre mit einem Begleitbrief überreichen wolle. In einigen ergab sich sogar, dass ich schon hier im Büro ein bisschen über Esperanto sprechen konnte. In den meisten Fällen waren die Empfänger sehr aufgeschlossen und freundlich. Das wurde immer dann begünstigt, wenn ich gerade das Glück hatte, eine etwas ruhigere Zeit innerhalb des Schulbetriebes zu treffen. Dieses lässt sich aber leider nicht planen.

Lieber am Morgen ...

Manchmal ist es gut, wenn man - z.B. in einer Grundschule - kurz nach 8 Uhr hineinschaut. Dann ist meist noch nicht so viel Betrieb und man wird im günstigsten Fall gleich ins Zimmer der Schulleitung geschickt. In anderen Fällen waren aber auch Zeiten, in denen offensichtich sehr viel Unruhe herrschte, chancenreich. Dann irrte man auf den Korridoren hin und her. Hilfsbereite Kollegen sprachen mich an und stellten mich sogar dem Schulleiter vor, der mit einer Kaffeetasse in der Hand zufällig vorbei kam. Auch gegen Ende des Schulbetriebes fand ich günstige Gelegenheiten.

... oder eher am Nachmittag?

Die meisten Menschen hatten die Schule zwar schon verlassen, aber irgendwo saß noch einer vor seinem PC. Er konnte seinen Arbeitsplatz noch nicht verlassen, weil er das System herunterfahren musste. Das war der Zeitpunkt für mich! Mit einer freundlichen Entschuldigung wagte ich, gerade jetzt zu stören.

In den allermeisten Fällen wurde unser kleines Projekt sehr wohlwollend aufgenommen. Zwei Schulleiterinnen fragten mich spontan, ob ich dann auch bereit wäre, z.B. am Nachmittag einen „regulären“ Kurs zu übernehmen. Ehrlich gesagt habe ich ein bisschen „rumdrucksen“ müssen. Wenn die Schule zu weit von meiner Wohnung entfernt ist, wäre für mich natürlich der Aufwand zu groß. Allerdings konnte ich auf jeden Fall für ein paar Einzelstunden zusagen. In einer Schule erhalte ich in den kommenden Ferien die Möglichkeit, eine Doppelstunde Esperanto am Vormittag zu unterrichten. Dort werden Schüler betreut, deren Eltern keinen Urlaub haben.

Ich habe den Eindruck, dass, besonders in Ganztagsgrundschulen, durchaus Potential für Esperanto-Unterricht gegeben ist. In einer Schule wurde mir berichtet, dass man äußerst dankbar über einen kleinen Türkischkurs ist, der vom Konsulat angeboten wird...

Klaus Friese, friese AT esperanto-hamburg PUNKT de


Versionen zum Ausdruck als Broschüre

[esper-german, Klaus Friese]

 

Wissens-Test: Was wissen Sie über Esperanto heute?

22.05.2014

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GoEuro goes Esperanto

20.02.2014

Die Internetseite GoEuro.de vergleicht Reisekosten von Bahn, Flug und Bus - ein Thema, das natürlich Esperantosprecher mit ihren vielen Reisen besonders betrifft. In ihrem Blog haben sie gerade einen längeren und sehr schönen Artikel über Esperanto veröffentlicht.

Kommentar gerne in unserem Forum.

 

12. Internationales Neujahrstreffen - Presseecho

27.01.2014

Über das 12. Internationale Neujahrstreffen von EsperantoLand haben wieder Fernsehen, Radio, Zeitungen und die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Insgesamt wurden damit mehrere hunderttausend Menschen erreicht und über Esperanto informiert.

Am 28. Dez. 2013 berichtete das regionale Fernsehen SR im "Aktuellen Bericht", gegen 19.45 Uhr (zwei Minuten, am Anfang der Sendung).

Zwei Radiobeiträge gab es diesmal:

SR3 (Region am Nachmittag; ab etwa 11:50 min.), 2. Jan. 2014, Sendung ab 12 und/oder 16 Uhr.

SR2 (Länge Sieben; Autor: Julian Bernstein; 5 Min.), 5. Jan. 2014, nachmittags (ca. 14 - 17 Uhr)

Die Saarbrücker Zeitung veröffentlichte eine Vorankündigung (23.12.2013), die Notiz der dpa (28.12.2013) und einen ausführlichen Artikel, "Elf Nationen und eine gemeinsame Sprache", in der Saarland-Ausgabe (Lisa Schäfer, 30.12.2013).

Die dpa verbreitete erfreulicherweise sogar zwei Meldungen - eine kurze Notiz am Mittag des 28. 12. sowie ein kleines Interview am Nachmittag. Diese Meldungen wurden von verschiedenen Medien übernomen, z.B. vom Focus, Neues Deutschland ("Esperanto-Idyll in Saarbrücken"), Pfälzischer Merkur, Rhein-Zeitung, t-online.de, Saarländischer Rundfunk sowie vom VDS-Infobrief 52/2013 (Verein Deutsche Sprache).

 

Esperanto-Buchtag im ARD-Videotext

17.11.2013

Auch wenn es schon fast zwei Jahre her ist: 2011 hat der ARD-Videotext anlässlich des Esperanto-Buchtags am 15. Dezember eine kurze Meldung auf deutsch und Esperanto veröffentlicht. Immer wieder erfreulich, wie freundlich die Presse in vielen Fällen über Esperanto berichtet.

Der deutsche Text lautet:

Gedenk- und Feiertage: 15. Dezember

Esperanto-Buchtag

Gedacht wird der Kunstsprache, die der jüdische Arzt Ludwig Zamenhof vor mehr als 100 Jahren entwarf. Seine Abhandlung veröffentlichte er 1887 unter dem Pseudonym "Dr. Esperanto".

Zamenhof, geboren am 15. Dezember 1859, wuchs in der heutigen polnischen Stadt Bialystok auf, in der Polen, Weißrussen, Deutsche und Juden lebten. Er wollte den Streit zwischen den Volksgruppen durch eine gemeinsame Sprache überwinden. Wie viele Menschen Esperanto sprechen, ist nicht erfasst."

 

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