Esperanto in Amerika 

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Esperanto-Unterricht an brasilianischen Schulen

23.02.2009

Möglicherweise wird Esperanto an brasilianischen Schulen ordentliches Lehrfach auf freiwilliger Basis. Im brasilianischen Senat läuft derzeit hierfür das Gesetzgebungsverfahren; laut Beschlussvorlage ist die Einführung der Regelung in drei Jahren geplant.

Den Antrag hat im Februar 2008 der Senatsabgeordnete Cristovam Buarque eingebracht, ehemaliger Kulturminister und früherer Rektor der Universität von Brasilia. ( Antrag mit Begründung im Original (pdf))

Eine Sprache für den Frieden

In seiner Begründung betont Senator Buarque die Bedeutung eines schulischen Unterrichts für den Frieden. Er bezeichnet die Esperanto-Sprachgemeinschaft als eine Initiative für den Frieden und für das Zusammenwachsen der Welt mit einer gemeinsamen Sprache. Obwohl das Englische und Computerübersetzungen die Werkzeuge für die linguistische Integration der Welt seien, werde Esperanto von Millionen von Menschen weltweit genutzt, die eine riesige Friedensbewegung darstellen würden. Wenn die Schule sich für den Frieden einsetzen wolle, könne der freiwillige Unterricht von Esperanto hierbei ein wichtiger Faktor sein, nicht nur wegen der Sprache, sondern auch wegen des Friedensgeistes, den sie simbolisiere.

Positiver Bericht im Kulturausschuss

Die Gesetzesvorlage beinhaltet die Einfügung eines kurzen Absatzes im brasilianischen Gesetz über die Leitlinien und Grundlage der Erziehung. Die Vorlage wird derzeit in der Kommission für Erziehung, Kultur und Sport des brasilianischen Senats behandelt. Der Berichterstatter, Senator Marcelo Crivella, hat der Kommission in seiner Stellungnahme die Annahme des Gesetzesprojektes und damit die Weiterleitung an das Plenum des Senats empfohlen.

Die Gesetzesänderung im Wortlaut

Das brasilianische Gesetz über die Leitlinien und Grundlage der Erziehung ( Gesetz Nr. 9.394 vom 20. Dezember 1996) bestimmt in Artikel 26, Absatz 5:

"Im variablen Teil des Unterrichts wird, ab dem fünften Jahr als Pflicht, der Unterricht von zumindest einer modernen Fremdsprache miteingeschlossen, deren Auswahl die Schulgemeinschaft trifft, je nach den Möglichkeiten der Bildungseinrichtung."

Der neue Absatz 6 ergänzt hierzu:

"Esperanto wird freiwilliges Unterrichtsfach im mittleren Schulbereich sein, wobei das Angebot verpflichtend ist, wenn die Nachfrage dies rechtfertigt."

Falls das Gesetz angenommen wird, kann in Brasilien der Unterricht von Esperanto ab etwa der fünften Schulklasse eingefordert werden. Die brasilianischen Esperanto-Verbände untersuchen bereits, wie für eine ausreichende Anzahl von Esperantolehrern gesorgt werden kann.

 

Esperanto in US-Schulen

11.12.2008

Der Vorschlag, Esperanto als Fremdsprache in US-Schulen einzuführen, hat derzeit Platz 2 im Bereich Erziehung der "Ideas for Changing America" des zukünftigen US-Präsidenten Obama erreicht. Damit ist es möglich, dass der Vorschlag in Runde 2 der Ideensammlung für einen Wandel in Amerika gelangt. Bisher sind 385 Stimmen aus aller Welt für den Vorschlag eingegangen.

Der Vorschlagstext unterstreicht, dass ein Erlernen von Esperanto vor anderen Fremdsprachen deren späteres Erlernen erleichtert. Hierbei wird insbesondere die Einfachheit der Grammatik und die kulturelle Flexibilität des Esperanto betont. In vielen Kommentaren werden verschiedene weitere Argumente erwähnt und diskutiert.

Der Vorschlag erläutert nicht, ob Esperanto generell vor anderen Sprachen gelernt werden soll, oder ob dies nur als Möglichkeit angeboten werden soll. Angesichts der Tatsache, dass Fremdsprachenlernen in den USA einen vergleichsweise geringen Stellenwert hat, ist eher von Esperanto als einem freien Angebot auszugehen.

 

Esperanto-Kolloquium auf Kuba

02.12.2007

Vom 16. bis zum 18. November hat auf Kuba das erste Kolloquium des Kubanischen Esperanto-Verbandes unter dem Thema "Esperanto: Sprache, Kultur, Bewegung" stattgefunden. Zu dem Kolloquium sind mehr als 70 Esperantosprecher aus dem ganzen Land in Havanna zusammengekommen.

Geschichte von Esperanto auf Kuba

Das Programm des Kolloquiums umfasste unter anderem Vorträge zur Geschichte der kubanischen Esperanto-Bewegung und zur Gegenwart und Zukunft der internationalen Esperanto-Sprachgemeinschaft. Außerdem wurden kulturelle Themen vorgestellt sowie ein Sprachkurs als interaktives Computer-Programm zur Nutzung in Computer-Clubs.

Pläne für Veranstaltungen

Die kubanische Vereinigung von Esperanto-Lehrern veranstaltete mit großem Erfolg Sprachprüfungen. Die Prüfungen sollen einen Anreiz zur Verbesserung der Kenntnisse sein, auch im Hinblick auf geplante internationale Veranstaltungen: Für November 2008 wird das erste Kultur-Festival des Kubanischen Esperanto-Verbandes geplant. Weiterhin wird überlegt, eventuell im Jahr 2010 den Esperanto-Weltkongress auf die Insel einzuladen.

Forum zum Esperanto-Selbstverständnis

Anhand von verschiedenen Dokumenten und Erklärungen zu Esperanto wurden die unterschiedlichen Tendenzen innerhalb der Esperanto-Sprachgemeinschaft dargestellt und diskutiert.

Ausstellung

In der Provinzbibliothek in der Altstadt von Kuba wurde eine Ausstellung zu Esperanto feierlich eröffnet. Außerdem gab es einen Stadtrundgang mit Halt an dem Zamenhof-Gedenkstein, der anlässlich des 75. Esperanto-Weltkongresses im Jahre 1990 angebracht worden war.

Theater und Konzerte

Die Kulturabende umfassten eine Theatervorstellung, ein Konzert der kubanischen Schauspielerin Georgina Almanza, ein Musikkonzert in Esperanto und das Abschlussfest am Sitz des Verbandes in Havanna.

Presseberichte


Über das Kolloquium und Esperanto erschienen Berichte in verschiedenen regionalen und landesweiten Medien.

[e-ins - Maritza Gutiérrez]

 

Nachrichten aus Chile

02.06.2005

Die esperantosprachige Netz-Zeitschrift "Ĉilia Aero" (chilenische Luft) veröffentlicht Nachrichten aus Chile in Esperanto. Ĉilia Aero berichtete bisher über Aids-Tests für Kreditbewerber bei Banken, tote Schwäne durch Zellulose-Werke bei Valdivia und einen Schulweg mit einem kleinen Boot.

 

Kubanische Nachrichtenagentur nutzt Esperanto

21.03.2005

Die Kubanische Nachrichtenagentur ACN/AIN hat begonnen, auf ihren Internetseiten auch esperantosprachige Nachrichten anzubieten. Außer in Esperanto verbreitet die Agentur ihre Nachrichten auf Spanisch, Portugiesisch, Französisch und Englisch.

Im Esperantoteil der kubanischen Seiten wird z. B. die Auffassung des UN-Berichterstatters für Ernährung, Jean Ziegler, zur US-Blockade gegen Kuba wiedergegeben. Die Nachrichtenagentur berichtet auch über eine Erklärung von Intellektuellen aus verschiedenen Ländern, die sich gegen die "US-Aggression" gegenüber Kuba wendet.

Von den Hauptseiten der "Agencia de Información Nacional" (AIN), www.ain.cu , sind die Esperanto-Seiten durch Klick auf die grüne Esperanto-Fahne rechts oben zu erreichen.

[ret-info]

 

Musik und Spiele beim Esperanto-Unterricht

13.03.2004

Bereits zum 9. Male bietet die brasilianische Vereinigung "Esperanta Kunfratiĝo de Okcidenta Regiono" (EKOR) eine Fortbildung für Esperanto-Lehrer an.

Die Fortbildung findet am 25. Januar 2004 in Rio de Janeiro in Brazilien statt. Während der Veranstaltung stehen Unterrichtstechniken für Jugendliche und Kinder im Mittelpunkt. Besonders behandelt werden Musik und Spiele bei der Vermittlung von Esperanto.

 

Esperanto-Kurs in brasilianischer Zeitschrift

17.09.2003

Die brasilianische Zeitschrift "Curso de Idiomas Learning Especial" über Sprachkurse verbreitet in einer CD-Beilage unter anderem einen Esperanto-Sprachkurs. Es handelt sich um den brasilianischen "Curso de Esperanto", der auch frei aus dem Internet heruntergeladen werden kann; das Programmpaket beinhaltet etwa zwanzig Sprachversionen, darunter auch Deutsch.

esper-inform

 

Buch "Esperanto - das neue Latein der Kirche" jetzt auch in Brasilien

20.05.2003

Vor kurzem ist eine brasilianische Übersetzung des Buchs "Esperanto - das neue Latein der Kirche" herausgekommen. Das Werk von Dr. Ulrich Matthias wird bei der bis zum 25. Mai dauernden Buchmesse in Rio de Janeiro vorgestellt; Titel "Esperanto, o novo latim da Igreja e do Ecumenismo". Das Werk, das sich auch in Deutschland gut verbreitet, ist bisher außer in Deutsch auch in Esperanto und Englisch erschienen;
weitere Ausgaben sind in Vorbereitung. Es ist bereits das dritte Buch zu Esperanto, das der brasilianische Fachverlag für Linguistik "Pontes" herausgebracht hat.

Kirchliche Esperanto-Zeltlager

Dr. Matthias schildert die zunehmende Verwendung des Esperanto im Bereich der Kirchen, insbesondere in der katholischen Kirche, in der das Latein an Bedeutung verliert. Esperanto wird wegen seiner leichten Erlernbarkeit mehr und mehr benutzt - sowohl von Jugendlichen, die sich zu kirchlichen Esperanto-Zeltlagern treffen, als auch vom Papst, der seinen Ostergruß und seinen Weihnachtsgruß seit 1994 jedes Jahr auch in Esperanto spricht. Das Buch beschreibt Esperanto und Argumente zu Esperanto sowie die offiziellen Stellungnahmen der Kirche und die Verwendung unter Laien.

NUN

 

"Väterchen Frost" hat Esperanto gelernt

24.09.2002

Seit diesem Jahr antwortet "Väterchen Frost" in Kanada auch auf esperantosprachige Briefe.

Traditionell sorgt die kanadische Post dafür, dass zu Weihnachten Briefe von Kindern an "Väterchen Frost" auch eine Antwort erhalten, und zwar außer in den Landessprachen Französisch und Englisch noch in etwa zwanzig weiteren Sprachen. Die Esperanto-Gesellschaft Quebec hat nun erreicht, dass auch Briefe in Esperanto beantwortet werden. Das dürfte weltweit in esperantosprachigen Familien etwa 500 Kinder erfreuen, die zu Hause Esperanto als Muttersprache sprechen, sowie weitere Kinder, die in der Schule, in ihrer Freizeit oder in den Ferien Esperanto gelernt haben.

Handschriftliche Briefe

Eingeladen sind Kinder (und Junggebliebene) aus der ganzen Welt. Der Brief soll von Hand geschrieben sein, auch wenn das bei kleinen Kindern noch ungelenk aussehen sollte; er ist in Esperanto an folgende Adresse zu richten:

AVO FROSTO
NORDA POLUSO
HOH OHO
KANADA - CANADA

Ergänzende Informationen sind bei Väterchen Frost zu erhalten, avofrosto@yahoo.ca, wo man auch eine Antwort erbitten kann, falls ein Brief verloren gehen sollte.

[esper-inform]

 

Amerika-Kommission des Esperanto-Weltbundes in Brasília

22.03.2002

Die Amerika-Kommission des Esperanto-Weltbundes wird ab dem 2. Mai ein Büro in Brasília in der Geschäftsstelle des Brasilianischen Esperanto-Bundes beziehen. Durch die Zusammenarbeit mit dem relativ starken Landesverband des Esperanto-Weltbundes soll die Förderung des Esperanto in Amerika weiter vorangetrieben werden.

[BEL]

 

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