22.10.2012
Die bayerischen Esperantosprecher erwägen, ihre Aktivitäten zukünftig in Form einer GbR zu organisieren; die Bayerische Esperanto-Liga (BELO) hat sich hingegen am 13. 10. aufgelöst. Die Aktivitäten der Ortsgruppen geht unverändert weiter.
Ein "Referendum zu einer Neuordnung des Esperanto-Lebens in Bayern" soll als Grundlage für die zukünftige Gestaltung dienen - der Text wird unten wiedergegeben. Auslöser für die Auflösung war wohl die Tatsache, dass sich keine Kandidaten für die Vorstandsposten fanden. Allerdings spielte wohl auch die Überlegung eine große Rolle, dass sich die bisherigen Funktionen des Landesverbands auch mit weniger Aufwand erreichen lassen.
Referendum
zu einer Neuordnung des Esperanto-Lebens in Bayern
Vorliegendes Thesenblatt ist das Ergebnis einer offenen Vorstandssitzung der Bayerischen Esperanto-Liga (BELO), durchgeführt am 2.6.2012 in Nürnberg. Die hier zusammengefasst vorgestellten Feststellungen und Ideen sind das Ergebnis gemeinsamer Überlegungen und beruhen auf der Meinung der Mehrheit aller Teilnehmer der Sitzung, namentlich:
für den kommissarisch amtierenden Vorstand:
Bernd Krause (1. Vorsitzender)
Steffi Tucker (2. Vorsitzende u. Protokollführung)
Pit Hauge (Schatzmeister)
Evi Geist (Beisitzerin)
sowie sieben Mitglieder [Namen hier entfernt]
Es muss jedoch angemerkt werden, dass in einzelnen Punkten abweichende Meinungen seitens eines oder mehrerer Teilnehmer bestehen, die hier jedoch nicht dokumentiert sind.
Ausgangslage:
- Auf der letzten ordentlichen Mitgliederversammlung von BELO in Pfaffenhofen, 21.4.2012, konnten aufgrund von Mangel an Bereitschaft zur Übernahme der neu zu besetzenden Posten im Vorstand keine Vorstandswahlen durchgeführt werden.
- Es ist niemand bereit, Verantwortung im Rahmen einer Tätigkeit im Vorstand von BELO zu übernehmen.
- Es fehlt an Nachwuchs bzw. die Gremien sind (personell) überaltert.
- Das eigentliche Esperanto-Leben spielt sich in den Ortsgruppen (und im Internet) ab.
- Veranstaltungen von BELO, auch die Mitgliederversammlungen, werden stets von Ortsgruppen organisiert.
- Die Arbeit des Vorstands von BELO beeinflusst Esperanto in Bayern wenig und beschränkt sich auf Vereinsangelegenheiten.
- Die Esperanto-Welt ist vielfältig, die Ziele der „esperantistoj“ sind ebenso vielfältig; jeder orientiert sich nach seinen eigenen Vorstellungen. Dem kann BELO in seiner jetzigen Form nicht gerecht werden.
Wünsche:
- Esperanto soll in Bayern weiter gepflegt werden.
- Der Zusammenhalt insgesamt, sowohl zwischen den Ortsgruppen als auch zwischen den einzelnen Anhängern von Esperanto, soll bewahrt bleiben.
- Nachwuchs muss angeworben werden.
- Internationale Kontakte sollen gepflegt werden.
[Weiteres Vorgehen]
Vor diesem Hintergrund soll nach dem Prinzip „bewährte Strukturen werden übernommen, unnütze Strukturen werden eliminiert“ folgendermaßen vorgegangen werden:
- BELO als Verein wird aufgelöst. Die Sicherstellung des vereinsrechtlich korrekten Vorgehens obliegt dem kommissarisch amtierenden Vorstand.
- Die Internetpräsenz von BELO wird beibehalten, jedoch der neuen Situation angepasst.
Nach dem vorzeitigen Ausscheiden des bisherigen dritten Vorsitzenden von BELO Frank Kasper aus seinem Amt ist die BELO-Homepage zwecks Entlastung von Frank Kasper bereits mit Datum 6.7.2012 in den Besitz von Pit Hauge übergegangen, der auch bereit ist, die Seite zukünftig zu betreuen. Des Weiteren erklärte sich Alfred Schubert bereit, an der Gestaltung mitzuwirken.
- Bestandteil der Internetpräsenz wird ein Veranstaltungskalender sein.
- Das Konto von BELO wird aufgelöst. Um zu einer gerechten und sinnvollen Nutzung des Vermögens von BELO zu gelangen, werden die Ortsgruppenvorsitzenden über die Möglichkeit informiert, Gelder für Aktionen und Aktivitäten zu beantragen, die der Sache Esperanto dienen und mit dem Vereinszweck von BELO im Einklang stehen. Eine entsprechende Mail wurde am 18.8.2012 versandt.
- Über die Nutzung des verbleibenden Vermögens entscheidet die Mitgliederversammlung vor Abstimmung über die Auflösung von BELO. Das dann noch verbleibende Restvermögen fällt gemäß Satzung an den Deutschen Esperanto-Bund.
- Zur Durchführung der korrekten Abwicklung ist die Einsetzung eines Liquidators notwendig, hierzu wird Gerald Tucker vorgeschlagen.
- Die Mailadresse lokajgrupestroj
esperanto-bayern.com bleibt erhalten und soll künftig als zentrales Verständigungsorgan zwischen den Ortsgruppen fungieren.
- Die Mailadresse estraro
esperanto-bayern.de wird nach Abwicklung aller notwendigen Maßnahmen gelöscht.
(Anm.: Die Mailingliste bavaresperanto, die weiterhin als Kommunikationsmittel hätte benutzt werden können, wurde inzwischen wegen irreparabler Fehlfunktion durch Frank Kasper gelöscht.)
- Die Tradition des jährlichen Zamenhoffestes soll fortgeführt werden. Die Veranstaltungen werden wie bisher von den Ortsgruppen ausgerichtet. Die Einladungen können zentral verschickt werden; ein Briefpostverwalter wäre erforderlich. Die Festlegung der Ausrichter wird mit Hilfe eines Staffelstabsystems geregelt. Initiator der Weitergabe soll dabei jeweils der Ausrichter des laufenden Jahres sein; dieser spricht in Eigenregie ein oder zwei andere Gruppen an und bittet sie um Übernahme des Staffelstabes. Sinnvoll wäre auch die Einrichtung von zwei parallelen Staffeln, einen für die ungeraden, einen für die geraden Jahre, was die Vorbereitungszeit verlängern würde und damit auch kleineren Gruppen oder Einzelpersonen die Möglichkeit böte, sich zu beteiligen.
- Neben den Zamenhoffesten können auch andere Veranstaltungen durchgeführt werden, um den Zusammenhalt zu stärken. Esperanto soll auf verschiedenen Ebenen präsent sein, um sich der Öffentlichkeit nicht zu entziehen.
- Zwecks Koordinierung überregionaler Aktivitäten und Versendung von Einladungen zu den Zamenhoffesten wird Pit Hauge als Koordinator eingesetzt. Dieser Koordinierungsstelle sind vor Auflösung von BELO entsprechende finanzielle Mittel zuzuweisen.
- Alle Entscheidungen, die den Fortbestand oder die Auflösung von BELO betreffen, haben keinerlei Auswirkungen auf die Ortsgruppen. Diese bleiben weiterhin selbstständige Vereine, Klubs oder lose Gruppierungen wie bisher. Eine Liste aller Ortsgruppen samt Ansprechpartnern muss weiterhin irgendwo im Internet verfügbar sein.
- Die Arbeitsgemeinschaft „Kultusministerium“ (KuMi) bleibt weiter bestehen. Darüber hinaus wird angestrebt, beim DEB die Einsetzung eines Länderbeauftragten zu erwirken, um den Zielen der AG KuMi mehr Nachdruck zu verleihen.
- Die Pflege internationaler Kontakte, insbesondere zu Partnerstädten, bleibt vorrangig Aufgabe der Ortsgruppen.
Der neue Träger des Esperanto-Lebens in Bayern wird damit zukünftig die Eigeninitiative aller am weiteren Zusammenhalt interessierter Esperantisten sein. Es sind daher alle Esperanto-Sprecher in Bayern aufgefordert, Beiträge zu leisten, unabhängig davon, ob sie bisher BELOaner waren oder nicht.
Amike kaj kolege
Bernd Krause
BELO - Prezidanto / 1. Vorsitzender (kommiss.) und Liquidator
[Informo de BELO]