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Anfrage zu Esperanto in der französischen Nationalversammlung
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29.04.2010
en Esperanto
Der französische Bildungsminister Luc Chatel hat in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von Olivier Jardé (Somme) die allgemeine Zulassung des Esperanto im französischen Schulwesen abgelehnt; zum Vergleich: In Frankreich konnten zum Abitur 2009 insgesamt 57 Sprachen gewählt werden (vgl. Le baccalauréat 2009: "22 langues vivantes étrangères" (lebende Fremdsprachen, 24 andere Sprachen, 11 regionale Sprachen). Die Antwort des Bildungsministeriums enthält mehrere positive Informationen zu Esperanto, so werden die Esperanto-Ideale der Brüderlichkeit (fraternité) und Neutralität herausgestellt und es wird auf die eigene Kultur des Esperanto verwiesen. Weiterhin wird erwähnt, dass Esperanto von Millionen von Sprechern auf der ganzen Welt gesprochen wird. Es bestünden keine Einwände dagegen, Esperanto im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften zu unterrichten. AblehnungsgründeDas Ministerium führt eine Reihe von Gründen an, warum Esperanto nach seiner Auffassung nicht die notwendigen Bedingungen erfüllt, um Esperanto-Unterricht an den Schulen zu institutionalisieren:
- Esperanto könne derzeit nicht mit den großen internationalen Sprachen wie Englisch, Arabisch, Spanisch, Russisch und Französisch konkurrieren. Esperanto sei außerdem heute nicht als Arbeitssprache in den großen internationalen Organisationen anerkannt.
- Esperanto sei keine Muttersprache.
- Die eigene Kultur des Esperanto sei noch sehr jung.
ArbeitsspracheDas Bildungsministerium argumentiert hier mit den großen internationalen Sprachen, die auch als Arbeitssprachen benutzt werden, während gleichzeitig insgesamt 57 Sprachen zum französischen Abitur zugelassen sind, die in der Mehrzahl nur eine geringe internationale Rolle spielen. Muttersprache seit hundert JahrenDie Behauptung, Esperanto sei keine Muttersprache, ist unzutreffend - Esperanto ist bereits seit 1904 Muttersprache. In "The Encyclopedia of Language and Linguistics" von 1994 ist nachzulesen, dass es sogar Muttersprachler der zweiten und dritten Generation gibt (d.h. ein Großelternteil sprach schon Esperanto als Muttersprache). Die Zahl der Esperanto-Muttersprachler wird heute auf mehrere tausend geschätzt. Schriftliche Esperanto-Kultur seit 1887Auch der Verweis darauf, die eigene Kultur des Esperanto sei noch sehr jung, ist im Rahmen der Bildungspolitik schwer einzusehen - niemand lehnt den Unterricht von Informatik mit dem Argument ab, dieses Fach sei noch sehr jung. Im übrigen ist festzuhalten, dass Esperanto eine Tradition der schriftlichen Literatur seit 1887 hat - länger als manche der zum französischen Abitur zugelassenen Sprachen. Derzeit erscheinen etwa 120 Esperanto-Bücher jährlich; auch dies übertrifft die Anzahl der Neuerscheinungen in vielen der zum Abitur in Frankreich zugelassenen Sprachen. ZulassungskriterienIn der Antwort sind weiterhin einige Kriterien für die Zulassung als Unterrichtsfach aufgelistet:
- Esperanto müsse ausreichend in der Welt verbreitet sein, um eine effektive und praktische Verwendung zu erlauben.
- Es müsse einen offiziellen Status haben.
- Es müsse Träger einer Kultur und eines reichen und lebendigen kulturellen Erbes sein. Der Schüler müsse seine eigene Kultur mit der der anderen vergleichen können, um zu verstehen, was jede in ihrer Unterschiedlichkeit ausmache.
- Es ginge auch darum, den Schüler für die linguistischen Variationen wie Akzent, Dialekt und Sprachregister zu sensibilisieren, die das Besondere der Sprache ausmachten.
- Es sei der Zugang zur Komplexität einer Kultur und zum inneren Reichtum einer Sprache, die das Lernen besonders motivierend für die Schüler mache.
Diese Kriterien können keine Ablehnung der Zulassung als ordentliches Unterrichtsfach an französischen Schulen - und damit die Verweigerung der Gleichberechtigung mit 57 anderen Sprachen - begründen: - Praktische Verwendung: Das Ministerium führt selbst an, dass mehrere Millionen Menschen auf der Welt Esperanto sprechen; dies alleine zeigt, dass eine praktische Verwendung des Esperanto kein Problem darstellt. Beispiele der Anwendung von Esperanto sind die
Wikipedia mit derzeit 128.000 Artikeln (Platz 22 im Vergleich mit anderen Sprachen), die Informationsseiten der chinesischen Regierung (Esperanto als eine von zehn Sprachen), die Seiten von Google oder Computerprogramme wie Firefox. - Offizieller Status: In Ungarn ist Esperanto seit Jahrzehnten als Schulfach zugelassen; in Brasilien ist derzeit ein Gesetzgebungsverfahren zu Esperanto an öffentlichen Schulen in Gang.
Durch die Aufnahme des Esperanto-PEN-Zentrums in PEN International wurde Esperanto 1993 als Literatursprache anerkannt. Die Unesco hat bereits 1985 ihre Mitgliedsstaaten eingeladen, die "Einführung eines Studienprogramms zum Sprachenproblem und zu Esperanto in den Schulen und höheren Bildungseinrichtungen zu fördern" ( Protokoll der Generalkonferenz in Sofia, 1985). - Vergleich von Kulturen: Es ist überraschend, dass im Zusammenhang mit Esperanto das Vergleichen von Kulturen thematisiert wird. Zum einen hat Esperanto eine Kultur, in der eigene Schöpfungen mit den nationalen Kulturen der Esperantosprecher zusammenkommen. Zum anderen bietet die internationale Gemeinschaft der Esperantosprecher tagtäglich Gelegenheit, die eigene Kultur mit der der anderen in Beziehung zu setzen.
- Akzent, Dialekt und Sprachregister: Auch in Esperanto haben die Sprecher unterschiedlicher Regionen einen mehr oder weniger ausgeprägten Akzent. Ganz sicher bedient sich auch in Esperanto ein Redner eines anderen Sprachstils als ein Musiker, ein Schriftsteller oder ein Jugendlicher. Ausgeprägte Dialekte gibt es in Esperanto heute nicht - es ist allerdings überraschend, dass ein Bildungsministerium Dialekte als wesentlich für die Zulassung als Schulsprache ansieht; gewöhnlich stehen Dialekte nicht im Zentrum des Schulunterrichts...
- Komplexität der Kultur und innerer Reichtum einer Sprache: Es ist nicht leicht, Kriterien für die Komplexität einer Kultur und den inneren Reichtum einer Sprache anzugeben. Allerdings ist festzustellen, dass die vielfältige Esperanto-Kultur mit Literatur, Theater, Musik, internationalen Begegnungen usw. durchaus attraktiv für viele Menschen ist, die Esperanto lernen und z.B. zum weiteren Wachstum der Esperanto-Wikipedia beitragen.
Was - zum Vergleich - das Englische anbetrifft, so ist eher fraglich, ob es in erster Linie der innere Reichtum dieser Sprache ist, der zum Lernen motiviert, oder eher die Befürchtung, von Bildung und vielem anderem ausgeschlossen zu sein und damit einen schlechteren Zugang zu äußerem Reichtum zu haben...
Louis F. v. Wunsch-Rolshoven, EsperantoLand
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Bonner "General-Anzeiger": "Welt-, aber nicht Fremdsprache"
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07.12.2009
Der Bonner "General-Anzeiger" hat auf der Titelseite seiner Wochenendausgabe einen Artikel über die Ablehnung von Esperanto beim "Bundeswettbewerb Fremdsprachen" veröffentlicht, in dem die Entscheidung des Wettbewerbs kritisiert wird. Es wird zitiert, dass Esperanto den Organisatoren zu "künstlich" ist. Der Autor, Wolfgang Pichler, stellt die Esperanto-Kultur vor: "Eigentlich haben sie alles, was eine echte Sprachkultur ausmacht: Bibelübersetzung, Rockbands, Zeitungen, Internetseiten, Nationalhymne. An den Unis in Ungarn ist Esperanto inzwischen als Zweitsprache anerkannt; rund 5000 Studenten pro Jahr legen dort Prüfungen in ihm ab. Von 'künstlich, weil nicht lebendig' kann also nicht die Rede sein - anders als beim Latein zum Beispiel, das beim Fremdsprachenwettbewerb erlaubt ist." Interessant ist eine Idee des Autors zum Fehlen eines bestimmten Esperantolandes. Davon schreibt er in der Einleitung: "'Die Kenntnis der Sprache eines anderen Landes ermöglicht echte Verständigung', schreibt Bundespräsident Horst Köhler (...) Schwierig wird das, wenn eine Sprache in 120 Ländern Sprecher hat, nicht aber die 'Sprache eines anderen Landes' ist." Am Ende heißt es: "Mehr Chancen hätten die Esperantanier vielleicht, wenn sie ihre Sprache zur 'Sprache eines Landes' machten - wenn sie sich also an einem Ort versammelten und den für unabhängig erklärten. Größer als der Vatikan würde er allemal. Komisch, dass man sich immer erst abgrenzen muss, um ernstgenommen zu werden." Wer die Forderung nach Aufnahme von Esperanto unterstützen möchte, kann dies mit einer Facebook-Petition tun: "Für Esperanto beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen". Mittlerweile gibt es dort über 200 Unterstützer aus aller Welt.
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Bundeswettbewerb Fremdsprachen lässt Esperanto nicht zu
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12.11.2009
( en Esperanto) ( bei Demokratie-Spiegel.de) Esperanto ist bei dem "Bundeswettbewerb Fremdsprachen" nicht zugelassen. Dies teilte die in Bonn ansässige Geschäftsstelle des Wettbewerbs mit. Der Ausschluss von Esperanto widerspricht den im Internet veröffentlichten Teilnahmebedingungen, nach denen z.B. am Kurzgeschichtenwettbewerb (EW Kreativ) "Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 - 10 mit einer selbst verfassten Geschichte in einer Fremdsprache ihrer Wahl teilnehmen" können. Die Anmeldefrist für diesen Einzelwettbewerb endet am 6. Dezember 2009. Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen ist ein Projekt von Bildung und Begabung e.V., der "Initiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft zur Begabungs- und Begabtenförderung". Die Projekte des Vereins werden laut Eigenangabe "überwiegend durch Zuwendungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft finanziert". Ablehnungsbeschluss des Wettbewerbs-BeiratsDer Leiter der Wettbewerbsgeschäftsstelle, Bernhard Sicking, erläuterte die Entscheidung am Montag gegenüber dem Vorsitzenden des Berliner Vereins EsperantoLand e.V., Louis v. Wunsch-Rolshoven: Die Ablehnung von Esperanto beruht auf einem Beschluss des Beirats des Wettbewerbs, "Kunstsprachen" nicht zuzulassen. Eine nähere Begründung hierzu wurde nicht gegeben. (In der Literatur zu Esperanto wird von "Plansprachen" gesprochen, da Esperanto eine aus den nationalen Sprachen geplant entwickelte Sprache ist.) "Le Monde Diplomatique" in EsperantoDer Verein EsperantoLand hat der Geschäftsstelle des Wettbewerbs eine Bitte um Änderung des Beschlusses und Zulassung von Esperanto zugesandt. Hierbei wurde darauf verwiesen, dass Esperanto dem internationalen kulturellen Austausch dient, entsprechend den Zielen des Sprachenwettbewerbs. Außerdem wurde die heutige Situation des Esperanto dargestellt - unter Verweis z.B. auf die esperantosprachigen Seiten der Wikipedia, der chinesischen Regierung und der Zeitung Le Monde Diplomatique. Esperanto war in Deutschland zweimal verbotenEs wurde auch nach den Gründen für den Ausschluss von Esperanto gefragt, unter Hinweis darauf, dass Esperanto in Deutschland zweimal unterdrückt und verboten war - zunächst in Nazi-Deutschland von 1933 bis 1945, dann in der DDR von 1949 bis in die sechziger Jahre hinein. Hitler hatte sich schon in den zwanziger Jahren in "Mein Kampf" gegen das Esperanto gewandt, das 1887 von dem polnisch-jüdischen Augenarzt Ludwig Zamenhof vorgestellt wurde. Diskriminierung gegen Schüler, die Esperanto lernen?Weiterhin heißt es in dem Schreiben an den Fremdsprachenwettbewerb: "Ich bitte auch zu prüfen, ob und inwieweit Schüler, die Esperanto gelernt haben und mit dieser Sprache am Wettbewerb teilnehmen möchten, durch eine Ablehnung gegenüber anderen Schülern diskriminiert werden." Von der Kultusministerkonferenz anerkanntSeit den fünfziger Jahren ist Esperanto in der Bundesrepublik Deutschland von der Kultusministerkonferenz als Schulsprache anerkannt; es wird auch an einigen Universitäten gelehrt und erforscht. In Ungarn werden jährlich etwa 5000 offizielle Prüfungen in Esperanto abgelegt. Die Mauer um den Fremdsprachenwettbewerb muss fallen!Das Schreiben endet mit den Worten: "Die Berliner Mauer ist vor zwanzig Jahren gefallen. Es ist an der Zeit, dass nunmehr auch die Mauer fällt, die der Bundeswettbewerb Fremdsprachen vor dreißig Jahren gegen Esperanto errichtet hat."
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FDP-Europawahlprogramm auch in Esperanto
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23.06.2009
Erst jetzt wurde bekannt, dass die FDP eine Kurzfassung ihres Wahlprogramms auch in Esperanto auf ihre Internetseiten zur Europawahl gestellt hat. Auf sieben Seiten werden die Grundzüge der Politik und die Kandidaten der Partei vorgestellt. Die Esperanto-Übersetzung (pdf) stammt von Klaus Leith. Außer auf Esperanto ist das Kurzwahlprogramm der FDP auch auf Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Lettisch, Polnisch und Russisch zu finden.
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Nobelpreisträger auf Wahlzettel ohne Professorentitel
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03.06.2009
Benachteiligung von "Europa - Demokratie - Esperanto" durch Bundeswahlleiter?Der Spitzenkandidat von "Europa - Demokratie - Esperanto" (EDE), Prof. Dr. Reinhard Selten, bisher einziger deutscher Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, ist auf dem Europawahlzettel ohne seinen Professorentitel aufgeführt. Demgegenüber treten laut Wahlzettel in den verschiedenen Bundesländern zumindest sieben weitere Professoren - im Amt oder im Ruhestand - zur Wahl an, deren Professorentitel vor ihrem Namen genannt werden. (Vgl. z.B. den Berliner Wahlzettel und die Landeslisten der CDU beim Bundeswahlleiter) "Verletzung des Grundsatzes der Chancengleichheit"Der Vorsitzende von EDE, Manuel Cebulla, sieht hierin eine "eklatante Ungleichbehandlung und Verletzung des Grundsatzes der Chancengleichheit"; auf dem Wahlbewerberformular war Selten mit seinem Professorentitel eingetragen worden. Erst seit heute auf Internetseiten mit ProfessorentitelWie Cebulla mitteilt, habe er vor längerem einen Anruf aus dem Büro des Bundeswahlleiters erhalten mit der Behauptung, dass auf den Stimmzetteln kein Professorentitel vor dem Namen erscheinen dürfe. Als er später feststellte, dass andere Kandidaten auf dem Stimmzettel mit Professorentitel aufgeführt sind, habe er sich mit seinem Widerspruch am 13. Mai an das Büro des Bundeswahlleiters Roderich Egeler gewandt. Bisher sei keine Reaktion erfolgt; auch auf den Internetseiten des Wahlleiters war trotz entsprechender Zusage der Professorentitel von Reinhard Selten bis zum 3. Juni, 11 Uhr, nicht eingefügt worden; dies ist am 3. Juni bis 14.30 Uhr erfolgt. (Dort sind Verweise zu Wahlbewerbern mit "Prof. Dr." z. B. bei CDU, DKP, ödp und 50Plus zu finden.) EDE fordert stärkere Förderung von EsperantoDie Vereinigung "Europa - Demokratie - Esperanto" setzt sich für eine stärkere Förderung der internationalen Sprache Esperanto in Europa ein. Hierbei wird auf die zunehmende Verbreitung von Esperanto verwiesen. Diese internationale Sprache wird heute von Menschen in etwa 120 Ländern weltweit gesprochen - selbst die chinesische Regierung veröffentlicht täglich Nachrichten in Esperanto auf ihren Internetseiten. Wikipedia in Esperanto: 114.000 ArtikelDie Esperanto-Wikipedia umfasst derzeit 114.000 Artikel und hat damit Platz 22 unter den verschiedensprachigen Wikipedia-Versionen inne. Internationale Esperanto-Veranstaltungen werden zunehmend größer, wie zuletzt über Pfingsten der Europäische Esperanto-Kongress mit 350 Teilnehmern aus über 20 Ländern in der "Esperanto-Stadt" Herzberg am Harz gezeigt hat. Esperanto als Wahlfach an Schulen"Europa - Demokratie - Esperanto" plädiert als ersten Schritt für die Einführung von Esperanto als Wahlfach an Schulen und die gezielte Förderung von Esperanto-Sprachkursen für die Bürger der EU. Da Esperanto leicht erlernbar ist, unterstütze dies den direkten Dialog der europäischen Bürger. Esperanto könne zum Entstehen einer europäischen Öffentlichkeit beitragen und die Demokratie in der EU fördern. Benachteiligung von EsperantosprechernIn der bisherigen Geschichte war Esperanto in mehr als einem Dutzend Ländern das Ziel von Benachteiligung und Verfolgung. In Deutschland wurde Esperanto 1933 aus den Schulen verbannt und war bis zum Kriegsende verboten. Ein erneutes Verbot traf Esperanto in der DDR von 1949 bis 1961. EU-Kommission: Ausschluss von Esperanto aufgehobenDie Kommission der Europäischen Union schloss 2005 in ihrer " Rahmenstrategie für Mehrsprachigkeit", Esperanto als sog. "künstliche Sprache" ausdrücklich von der Förderung aus, da es "keine kulturellen Bezüge" gebe. Angesichts von jährlich etwa 120 Esperanto-Büchern - davon etwa 70 Romanen, Erzählungen und Gedichtbänden - war diese Begründung schwer nachzuvollziehen. Mittlerweile vertritt die Europäische Kommission den Standpunkt, dass Sprachenkenntnisse generell vorteilhaft sind; sie hat daher ihre Förderung auf alle Sprachen ausgedehnt und bereits einzelne Esperanto-Projekte gefördert.
Zusatz 4. 6. 2009, 0.10 Uhr: Ein Antwortschreiben des Bundeswahlleiters findet sich bei EDE. Ein Kommentar dazu steht in unserem Forum.
Zusatz 4. 6. 2009, 12.25 Uhr: Die Bonner Zeitung Express hat über das Thema berichtet.
Kontakt"Europa - Demokratie - Esperanto" (EDE) Bundesvorsitzender Manuel Cebulla Witteringstr. 47, 45130 Essen Tel. 0201/7845-36 Bundeswahlleiter Wiesbaden Tel. 0611 / 75 23 39 (Zentrale 0611 - 75 1)
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Wieviele Menschen sprechen Esperanto?
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16.05.2009
Lange Zeit war diese Frage nur schwierig und mit großen Unsicherheiten zu beantworten. Vor ein paar Jahren gab es jedoch in Litauen und Ungarn Volkszählungen, bei denen auch nach Sprachkenntnissen gefragt wurde. Esperanto-Kenntnisse in der EU und weltweitWenn man die Ergebnisse auf die Europäische Union hochrechnet, kommt man auf etwa 80.000 bis 150.000 Personen in der EU, die Esperanto sprechen. Für die gesamte Welt ergibt sich ungefähr das Doppelte, etwa 160.000 bis 300.000 Esperantosprecher. Für die Hochrechnung wurde die Verteilung der Mitglieder des Esperanto-Weltbunds auf die einzelnen Länder zugrunde gelegt. Die geringere Zahl ergibt sich aus der litauischen Volkszählung, die höhere aus der ungarischen. Die angegebenen Zahlen sind eine Schätzung für diejenigen Personen, die bei einer Volkszählungs-Frage nach ihren Sprachkenntnissen auch Esperanto nennen, das sie "sprechen und/oder schreiben" können (so die Formulierung für Sprachkenntnisse in Litauen). Personen, die Jahrzehnte vorher Esperanto gelernt und gesprochen haben, es aber heute nicht mehr anwenden, werden vermutlich nur selten angeben, das sie Esperanto sprechen und schreiben. 200.000 oder 2 Millionen?Es ist gut denkbar, dass weltweit 100.000 bis 200.000 Menschen Esperanto fließend und regelmäßig sprechen - während es vielleicht zehnmal so viele Menschen gibt, die Esperanto teilweise vor vielen Jahren oder Jahrzehnten zuletzt benutzt haben und die es eher zögerlich sprechen. Sidney S. Culbert hatte um 1988 die Größe dieser zweiten Gruppe auf der Grundlage von regionalen Erhebungen auf zwei Millionen geschätzt; seine Angaben sind u.a. in "The World Almanac" und auf ethnologue.com übernommen worden. 4565 Esperantosprecher in UngarnBei der Volkszählung 2001 haben in Ungarn 4565 Personen Esperanto als Fremdsprache angegeben. Damit lag Esperanto auf Platz 18 aller Fremdsprachen, die in Ungarn beherrscht werden. Vergleicht man nur mit den 23 offiziellen EU-Sprachen, so landet Esperanto auf Platz 12 - hinter Polnisch und Tschechisch (8626 bzw. 4702), aber z.B. vor den skandinavischen Sprachen (insgesamt 4502), Griechisch (3238), Bulgarisch (2214) oder Portugiesisch (1681). Die drei baltischen Sprachen (Estnisch, Lettisch und Litauisch) werden von insgesamt 153 Personen gesprochen. Unter 100.000 Ungarn haben etwa 45 Personen Sprachkenntnisse in Esperanto angegeben. Laut den Ergebnissen der Volkszählung ist Deutsch die am meisten beherrschte Fremdsprache in Ungarn mit 1.007.012 Personen. Englisch liegt mit 997.908 Personen etwa gleich. Es folgen Ungarisch (bei Minderheiten, 630.849), Russisch (194.449) und Französisch (115.881). Insgesamt wurden in Ungarn 10.198.315 Einwohner gezählt. Platz 16 für Esperanto in Litauen2001 haben in Litauen 844 Personen angegeben, Esperanto sprechen und/oder schreiben zu können. Esperanto liegt damit auf Platz 16 der Fremdsprachen; berücksichtigt man nur die 23 offiziellen EU-Sprachen, nimmt Esperanto auch in Litauen Platz 12 ein. Kurz vor Esperanto liegen Tschechisch (947) und Dänisch (858). Dahinter liegen z.B. Norwegisch (662), Estnisch (508), Finnisch (381), Portugiesisch (281), Ungarisch (246) und Rumänisch (166). Unter 100.000 Litauern haben etwa 24 Personen Sprachkenntnisse in Esperanto angegeben. Litauen gehörte bis 1991 zur Sowjetunion. So überrascht es nicht, dass die Hälfte der Bevölkerung Russisch beherrscht, 2.099.928 Personen. Danach folgen Englisch (589.553), Litauisch (bei nationalen Minderheiten, 355.846), Polnisch (307.678), Deutsch (284.896) und Französisch (67.520). Insgesamt wurden in Litauen 3.483.972 Personen gezählt. Kommunikation zwischen Ungarn und LitauenAnhand der Zahlen kann man sich die Frage stellen, wie sich Litauer und Ungarn unterhalten können. 246 Litauer sprechen Ungarisch und können direkt mit Ungarn sprechen. Umgekehrt spricht eine nicht genau bekannte Anzahl von ungarischen Bürgern Litauisch; da für baltische Sprachen insgesamt 153 Sprecher angegeben wurden, dürfte diese Zahl in der Größenordnung von 100 Personen liegen. Wer nicht zu diesen Sprachkundigen gehört - und auch nicht das Glück hat, dass der Gesprächspartner die eigene Sprache gelernt hat - kann vielleicht auf eine der international benutzten Verkehrssprachen vertrauen. So können z.B. 60 % der Litauer mit 2 % der Ungarn auf Russisch sprechen, 17 % der Litauer können sich mit 10 % der Ungarn auf Englisch verständigen und 8 % der Litauer, die Deutsch sprechen, finden in Ungarn bei 10 % der Bevölkerung einen Gesprächspartner. Mit Französisch ist es schon schwieriger - nur 2 % der Litauer sprechen es und nur 1 % der Ungarn; Spanisch wird in beiden Ländern von weniger als einem viertel Prozent der Bevölkerung gesprochen. Es liegt nahe, anzunehmen, dass die Kommunikation der beiden Länder in starkem Maße Englisch benutzt und in etwas geringerem Maße Deutsch. EU-Mehrsprachigkeitskommissar Orban gegen Lingua francaWas dürfte Leonard Orban, Kommissar für Mehrsprachigkeit der Europäischen Union, zu diesen Zahlen sagen? Er propagiert das Lernen fremder Sprachen, spricht sich aber vehement gegen eine EU-Verkehrssprache aus. So ist in seinem Forum zur Mehrsprachigkeit zu lesen, er "halte nicht viel von einer Lingua franca, sei es nun Esperanto, Latein oder … Englisch". Es scheint, dass das Engagement von Herrn Orban gegen eine Lingua franca bei den Bürgern keine rechte Aussicht auf Erfolg hat: Wer fremde Sprachen lernt, der wählt in erster Linie solche, die er international als Verkehrssprache benutzen kann; außerdem werden häufig Nachbarsprachen gelernt, wie die beiden Statistiken zeigen. Auch in den EU-Institutionen wie z.B. der Kommission ist im übrigen das Englische de facto die am meisten genutzte lingua franca - unabhängig von der Meinung von Herrn Orban. Esperantosprecher: Im Schnitt 3,3 FremdsprachenEsperanto wird von den meisten seiner Sprecher als ergänzende Sprache gelernt; es erstaunt sicher nicht, dass nach Statistiken aus mehreren Ländern die Esperantosprecher im Schnitt mehr als drei Fremdsprachen sprechen - also neben Esperanto noch etwa zwei Verkehrssprachen oder Nachbarsprachen. Nach einer Statistik des finnischen Erziehungsministeriums sprachen schon 1983 nur 14 % der befragten Esperantosprecher außer Esperanto keine weitere Fremdsprache. Vermutlich ist seither die Kenntnis von Fremdsprachen eher angestiegen. Häufig interessieren sich für Esperanto Menschen, die schon eine oder zwei Fremdsprachen gut sprechen. Außerdem beflügelt Esperanto durch die vielen internationalen Kontakte das Erlernen weiterer Sprachen. Es ist daher keine wirkliche Überraschung, dass die Esperantosprecher mit durchschnittlich 3,3 Fremdsprachen wohl die einzige Sprachgemeinschaft darstellen, die das erklärte EU-Ziel, jeder solle zwei Fremdsprachen beherrschen, zumindest im Schnitt seit langem deutlich übererfüllt haben. Keine vergleichbaren Zahlen für andere LänderInteressant wäre es, entsprechendes Material auch für andere Länder zu erhalten. Anscheinend taucht Esperanto außer in den genannten Ländern nur noch in der Volkszählung 2006 in Neuseeland auf. Dort wurden 123 Personen als Esperantosprecher gezählt - es ist allerdings zu berücksichtigen, dass die entsprechende Frage nicht nach Muttersprache und Fremdsprache unterschied. Deshalb haben vermutlich viele Befragte neben ihrer Muttersprache kaum Fremdsprachen genannt. Denkbar ist, dass auch in anderen Ländern nach Fremdsprachen gefragt wurde, aber die Antworten zu Esperanto nicht veröffentlicht wurden; auch die Ergebnisse der litauischen Volkszählung zu Sprachenkenntnissen sind nur auszugsweise im Internet veröffentlicht. Dem Statistischen Bundesamt liegen keine entsprechenden Daten für die Sprachkenntnisse der deutschen Bevölkerung vor. Auch eine Anfrage bei Roger Nunn, Pressereferent beim EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit, Leonard Orban, ergab keine weiteren Informationen über die Esperanto-Kenntnisse der EU-Bürger. Andere Statistiken zu SprachenDie Daten der beiden Volkszählungen in EU-Ländern vergleichen Esperanto mit anderen Fremdsprachen, also gelernten Sprachen. Es ergibt sich dadurch eine etwas günstigere Position für Esperanto als bei anderen statistischen Vergleichen, etwa zur Größe der Wikipedia, zu ihrer Nutzung oder zu den Sprachen im Internet insgesamt. Bei diesen wird die Nutzung durch Muttersprachler und Lerner zusammengezählt - und daher liegt Esperanto etwas weiter hinten, weil es nur etwa 200 bis 2000 Esperanto-Muttersprachler gibt, weniger als 1 % der Esperantosprecher. Esperanto-WikipediaDerzeit hat Esperanto mit etwa 110.000 Artikeln Platz 22 im Vergleich mit den anderen Wikipedia-Versionen. Nach der Häufigkeit der Seitenaufrufe liegt Esperanto etwas ungünstiger, auf Platz 35. (Der Überblick zeigt etwa Platz 50, da auch Projekte wie Wikimedia aufgelistet werden.) Esperanto-Texte im InternetLaut einer Untersuchung aus dem Jahr 2000 von Gregory Grefenstette und Julien Nioche lag Esperanto damals im Internet nach der Textmenge auf Platz 27 der Sprachen mit lateinischer Schrift; im Vergleich mit allen Sprachen dürfte das etwa Platz 40 entsprechen. Beeindruckender Aufstieg von EsperantoGelegentlich wird Esperanto als ein erfolgloses Projekt angesehen - es habe sich nicht "durchgesetzt", wird gesagt. Betrachtet man die Position von Esperanto im Vergleich mit anderen Sprachen im Verlauf der 122 Jahre seit der Veröffentlichung des ersten Lehrbuchs 1887, ergibt sich ein etwas anderes Bild. Damals gab es einen einzigen Esperantosprecher, den Autor der Sprache Ludwig Zamenhof, und Esperanto war damit die kleinste unter weltweit zu jener Zeit etwa 8000 Sprachen. Nur ein Jahrhundert später hat sich Esperanto - je nach Statistik - auf einen der vorderen fünfzig Plätze der Sprachen der Welt vorgearbeitet. Einen vergleichbaren Aufstieg einer Sprache hat es in der Weltgeschichte vermutlich noch nicht gegeben. Das Englische besteht beispielsweise seit etwa 1500 Jahren; 1000 Jahre nach seiner Entstehung hatte es die britischen Inseln noch nicht verlassen. Esperanto hat eine Eigenschaft, die es mit keiner anderen Sprache teilen muss: Es wurde und wird schon wegen seiner Idee an sich gelernt und wegen seines überragend einfachen Aufbaus. Die Tatsache, dass es heute in etwa 120 Ländern der Welt Esperantosprecher gibt, und die wachsende Verwendung der Sprache im Internet und in der Musik, bei internationalen Begegnungen und in außereuropäischen Ländern - das alles trägt zu seiner weiteren Verbreitung erheblich bei. Louis F. v. Wunsch-Rolshoven, EsperantoLand
Der Artikel ist in Esperanto auch auf unseren esperantosprachigen Seiten und bei Libera Folio erschienen; dort mit Diskussion.
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Esperanto in Europa-Wahlprogrammen
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17.04.2009
Im Europa-Wahlprogramm von Bündnis90/Die Grünen wird auch Esperanto erwähnt. Im Abschnitt 8. "Kultur, Bildung und Forschung" heißt es: "Basis und Ausdruck der kulturellen Vielfalt sind die Sprachen Europas – nicht nur Sprachen der Mehrheitsgesellschaften, sondern auch der Minderheiten sowie Esperanto als internationale Sprache der Völkerverständigung." Grüne Welt-Charta in EsperantoDie Erwähnung von Esperanto ist für die Grünen offensichtlich etwas mehr als ein reines Lippenbekenntnis - auf der Seite "Dokumente & Publikationen" findet sich ein Verweis auf die Esperanto-Version der "Grüne Welt-Charta"; damit gelangt man zur Seite des Verbands der esperantosprachigen Grünen. Europa - Demokratie - EsperantoBei den diesjährigen Wahlen zum EU-Parlament bewirbt sich auch eine Vereinigung "Europa - Demokratie - Esperanto" (EDE), für die Esperanto - schon im Namen ablesbar - einen großen Stellenwert hat. Laut Kurzprogramm für die Europawahl 2009 will EDE u.a., dass "dem Thema Sprachen in Europa größere Aufmerksamkeit geschenkt wird". EDE schlägt Esperanto als gemeinsame Sprache für Europa vor. Dabei soll Esperanto "die anderen Sprachen nicht verdrängen, sondern im Gegenteil zu ihrer Stärkung und Bewahrung beitragen".
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Vorschlag "Esperanto" bei den Europäischen Bürgerkonferenzen
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05.03.2009
Bei den "Europäischen Bürgerkonferenzen" werden Ende März Vorschläge zur wirtschaftlichen und sozialen Zukunft Europas diskutiert. Derzeit liegt der Vorschlag "Sprachliche Gleichberechtigung, Schutz von Minderheitensprachen, Esperanto" mit 215 Stimmen an der Spitze der in Deutschland eingegangenen Vorschläge. Noch bis zum 27. März kann man abstimmen, um die eigenen Vorstellungen auf die Tagesordnung der Bürgerkonferenzen zu bringen. Die "Europäischen Bürgerkonferenzen" sollen die Teilnahme der Bürger am Entscheidungsprozess der EU verstärken. Seit Dezember können Vorschläge eingebracht und zur Diskussion gestellt werden. In jedem EU-Land werden die zehn Vorschläge mit den meisten Stimmen im März in nationalen Konferenzen diskutiert und es werden Empfehlungen erarbeitet. Nach weiterer Diskussion und Abstimmung wird im Mai in Brüssel ein "Europäischer Bürgergipfel" stattfinden.
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Esperanto-Unterricht an brasilianischen Schulen
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23.02.2009
Möglicherweise wird Esperanto an brasilianischen Schulen ordentliches Lehrfach auf freiwilliger Basis. Im brasilianischen Senat läuft derzeit hierfür das Gesetzgebungsverfahren; laut Beschlussvorlage ist die Einführung der Regelung in drei Jahren geplant. Den Antrag hat im Februar 2008 der Senatsabgeordnete Cristovam Buarque eingebracht, ehemaliger Kulturminister und früherer Rektor der Universität von Brasilia. ( Antrag mit Begründung im Original (pdf)) Eine Sprache für den FriedenIn seiner Begründung betont Senator Buarque die Bedeutung eines schulischen Unterrichts für den Frieden. Er bezeichnet die Esperanto-Sprachgemeinschaft als eine Initiative für den Frieden und für das Zusammenwachsen der Welt mit einer gemeinsamen Sprache. Obwohl das Englische und Computerübersetzungen die Werkzeuge für die linguistische Integration der Welt seien, werde Esperanto von Millionen von Menschen weltweit genutzt, die eine riesige Friedensbewegung darstellen würden. Wenn die Schule sich für den Frieden einsetzen wolle, könne der freiwillige Unterricht von Esperanto hierbei ein wichtiger Faktor sein, nicht nur wegen der Sprache, sondern auch wegen des Friedensgeistes, den sie simbolisiere. Positiver Bericht im KulturausschussDie Gesetzesvorlage beinhaltet die Einfügung eines kurzen Absatzes im brasilianischen Gesetz über die Leitlinien und Grundlage der Erziehung. Die Vorlage wird derzeit in der Kommission für Erziehung, Kultur und Sport des brasilianischen Senats behandelt. Der Berichterstatter, Senator Marcelo Crivella, hat der Kommission in seiner Stellungnahme die Annahme des Gesetzesprojektes und damit die Weiterleitung an das Plenum des Senats empfohlen. Die Gesetzesänderung im WortlautDas brasilianische Gesetz über die Leitlinien und Grundlage der Erziehung ( Gesetz Nr. 9.394 vom 20. Dezember 1996) bestimmt in Artikel 26, Absatz 5: "Im variablen Teil des Unterrichts wird, ab dem fünften Jahr als Pflicht, der Unterricht von zumindest einer modernen Fremdsprache miteingeschlossen, deren Auswahl die Schulgemeinschaft trifft, je nach den Möglichkeiten der Bildungseinrichtung." Der neue Absatz 6 ergänzt hierzu: "Esperanto wird freiwilliges Unterrichtsfach im mittleren Schulbereich sein, wobei das Angebot verpflichtend ist, wenn die Nachfrage dies rechtfertigt." Falls das Gesetz angenommen wird, kann in Brasilien der Unterricht von Esperanto ab etwa der fünften Schulklasse eingefordert werden. Die brasilianischen Esperanto-Verbände untersuchen bereits, wie für eine ausreichende Anzahl von Esperantolehrern gesorgt werden kann.
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Schweizer Kantonsparlament erbittet Unterstützung für Esperanto
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19.02.2009
Das Kantonsparlament von Neuchâtel (Neuenburg) in der Schweiz - der sogenannte Große Rat - hat in einem Beschluss die Kantonsregierung gebeten, Möglichkeiten zu untersuchen, wie die Tätigkeit der Esperantosprecher im Kanton unterstützt werden kann. Die Entschließung erwähnt die internationale Bekanntheit des Esperanto-Zentrums in La-Chaux-de-Fonds und des dortigen Dokumentations- und Studienzentrums der internationalen Sprache. Dies berichtet das regionale Radio RTN in einem Beitrag über die Beschlüsse des Großen Rats von Neuchâtel (französischer Originaltext des Beschlusses). Die Beschlussvorlage von Alain Bringolf (Partei der Arbeit), die von 27 Abgeordneten unterzeichnet wurde, hat der Große Rat mit 60 Stimmen gegen 41 angenommen. Die weitere Behandlung der Initiative liegt nun in den Händen von Sylvie Perrinjaquet von der Freisinnig-Demokratischen Partei (Liberale) und der von ihr geleiteten Abteilung für Erziehung, Kultur und Sport des Staatsrats von Neuchâtel.
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