Weltpolitik 

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Aufruf an den Iran die Religionsfreiheit der Baha′i zu respektieren

26.06.2006

Einige deutsche Politiker und andere prominente Persönlichkeiten haben den iranischen Präsidenten Ahmadineschad aufgerufen, den Baha'i und anderen unterdrückten Menschen im Iran das Recht der Religionsausübung zu gewähren. Zu den Erstunterzeichnern des Offenen Briefs gehören die ehemaligen Bundesminister Gerhart Baum und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, der frühere Bremer Bürgermeister Henning Scherf und der Schriftsteller Günter Wallraff. Den Offenen Brief kann man im Internet unterschreiben. Darüber hat jetzt die Baha'i-Esperanto-Liga in einer Pressemitteilung (pdf, in Esperanto) informiert.

Der offene Brief entstand, als Ahmadineschad die Absicht erklärte, Deutschland anlässlich der Fußballweltmeisterschaft zu besuchen, an der auch der Iran teilnahm. Gemäß dem Brief geschieht die Teilnahme an diesem sportlichen Wettstreit im Rahmen gegenseiter Achtung und der Anerkennung von Regeln. Der Aufruf fordert den iranischen Präsidenten auf, den Baha'i das Recht der Religionsausübung zu gewähren.

Über die Situation der Baha'i im Iran kann man Artikel bei Spiegel-Online und in der taz lesen.

Geheimer Befehl ordnet totale Überwachung an

Im Iran wird das Recht auf Religionsausübung den Baha'i systematisch verwehrt, erläutert der Offene Brief. Am 20. März 2006 hat die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für Religions- und Glaubensfreiheit, Frau Asma Jahangir mitgeteilt, dass ein geheimer Brief des Obersten Kommandorates des iranischen Militärs eine totale Überwachung der Angehörigen der Baha'i-Religion im Iran anordnet.

Serie von diffamierenden Artikeln

In der offiziellen Teheraner Tageszeitung "Kayhan" ist eine Serie von bislang über 30 Artikeln erschienen, die die Baha'i und ihre Religion systematisch diffamieren und verurteilen, berichtet der Offene Brief. In Radio und Fernsehen folgten ähnliche Beiträge.
"Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte zeigen, dass solche öffentlichen Kampagnen in Presse, Rundfunk und Fernsehen stets Gewalt, Mord und Totschlag an Männern, Frauen und Kindern zur Folge gehabt haben."

Verstärkte Verfolgung seit der Gründung der Islamischen Republik

Der Offene Brief erinnert an die lange Geschichte der Verfolgung der Baha'i im Iran seit dem 19. Jahrhundert. "Gemäß der Verfassung der Islamischen Republik Iran aus dem Jahr 1980 werden ihnen sämtliche Bürgerrechte vorenthalten."

Hnrichtungen, Folter, Arbeitsverbote, Studienverbot

In den folgenden Jahren kam es zu einer Welle von Verfolgungen, während der "über 200 iranische Baha'i allein ihrer religiöse Überzeugung wegen hingerichtet" wurden. "Hunderte und Tausende wurden in Gefängnissen gefoltert, die gesamte Gemeinde durch ein Dekret des iranischen Generalstaatsanwaltes verboten, soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser und Schulen geschlossen, Heilige Stätten und Friedhöfe bis in die jüngste Zeit geschändet, zerstört, enteignet oder im Sinne der Revolution verwendet. Bahá’í im Iran ist es verboten, in öffentlichen Verwaltungen zu arbeiten und an Hochschulen zu studieren. Rentenzahlungen an Bahá’í sind im Iran eingestellt, wie ihnen auch Handel und Gewerbe tagtäglich erschwert wird."

Weitere Informationen:
Pressemitteilung der Baha'i-Esperanto-Liga (in Esperanto, pdf)

Bahaa Esperanto-Ligo (BEL), bahaaeligobahai.de

 

Esperantosprecherin ins Europa-Parlament gewählt

17.06.2004

In das neugewählte Parlament der Europäischen Union wird auch eine Abgeordnete einziehen, die seit zwanzig Jahren Esperanto spricht: Malgorzata Handzlik aus Polen.

Frau Handzlik erhielt über 30.000 Stimmen. Damit gelang es ihr, von Platz drei ihrer Liste "Platforma Obywatelska" (Bürgerplattform) in Schlesien aus einen Sitz im Europa-Parlament zu erreichen. Die Internet-Vorstellung von Frau Handzlik ist in polnisch und Esperanto verfasst.

Unternehmerin mit Privatschulen und Radiostationen

Frau Handzlik hat in Kattowitz (Katowice) Geographie studiert und später ein Abendstudium u. a. in Journalismus und Betriebswissenschaft absolviert. Sie ist Unternehmerin und leitet gemeinsam mit ihrem Mann einen Verlag für polnische und Esperanto-Bücher (KLEKS), ein Fortbildungszentrum für Lehrer, eine Sprachenschule und eine Schule für Journalisten und Verlagsmitarbeiter. Weiterhin betreibt das Ehepaar Handzlik zwei Radiostationen, Radio Bielsko und Radio Mega in Schlesien. Insgesamt sind über 100 Mitarbeiter in den Unternehmen beschäftigt.

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit engagiert sich Frau Handzlik auch in der Gesellschaft: Die Radiostationen unterstützen mehrere karitative Einrichtungen und Frau Handzlik ist Vorstandsmitglied der regionalen Industrie- und Handelskammer in Bielsko-Biala und arbeitet in der Vereinigung für die Entwicklung der Humanistisch-Technischen Akademie Bielsko-Biala mit.

Die ganze Familie spricht Esperanto

Ebenso wie Frau Handzlik sprechen auch ihr Mann Georg und die beiden Töchter Monika und Dominika Esperanto. Gemeinsam sind sie bei vielen Esperanto-Veranstaltungen unter anderem in Deutschland und Frankreich zu Gast gewesen; bei einer ihrer Reisen haben sie auch das Esperanto-Kinderdorf "Bona Espero" in Brasilien besucht.

Georg Handzlik: "Bardo sen barbo"

Der Ehemann der neuen Europaparlamentarierin, Georg Handzlik, ist weltweit bei Esperantosprechern bekannt - er singt bekannte und beliebte Lieder in Esperanto. 1999 ist seine CD "Ni tostu la verdan fortunon" erschienen, Rezension (in Esperanto) bei ikso.net. Scherzhaft wird er manchmal als "bardo sen barbo" (Barde ohne Bart) bezeichnet.

Nachtrag 20. 6. 2004

Frau Handzlik wird im Europäischen Parlament in der Fraktion der Europäischen Volkspartei tätig sein.

 

Politische Parteien für Esperanto

13.01.2004

In Frankreich bereiten sich Esperantosprecher und andere auf die Wahlen der Europäischen Union 2004 unter dem Namen "Europa - Demokratie - Esperanto" vor. Nach der Vorstellung des Programms im Internet möchten sie sich für "Europa für Dialog, Esperanto für Verständigung" einsetzen. Das Programm enthält die folgenden Punkte.


  • Für wirkliche Demokratie in Europa

  • Für die Unterstützung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt

  • Für ein Europa ohne Vormachtstellung der USA, seiner Sprache und Kultur

  • Für ein starkes Europa in Forschung, weltweitem Handel und Diplomatie

  • Für ein Europa mit begrenzter Technokratie

  • Für die Nutzung der internationalen Sprache Esperanto, einfach und wirkungsvoll, mit der sich jeder Bürger in internationalen Debatten verständigen kann

  • Damit Europa Vorbild der Solidarität zwischen den Völkern wird

  • Damit Europa Modell der Integration zwischen Kulturerbe und Modernität wird

Außer dieser neuen Partei haben bisher auch die - hauptsächlich italienische - Partei der Radikalen sowie - in einigen Resolutionen europäischer Konferenzen - die Grünen für Esperanto plädiert oder es zumindest als erwägenswert erwähnt.

 

Koreanische Esperanto-Vereinigung gegen den Irak-Krieg

30.03.2003

Die Koreanische Esperanto-Vereinigung hat den Angriff der Vereinigten Staaten gegen den Irak als ungerecht und nicht gerechtfertigt bezeichnet, weil der Angriff "nicht entsprechend der Charta der Vereinten Nationen anerkannt" ist. Es wird darauf hingewiesen, dass die Esperantosprecher seit 116 Jahren dem Weg zum Weltfrieden gefolgt seien. Die Koreanische Esperanto-Vereinigung fordert mit Nachdruck die Beendigung des Angriffs durch die Vereinigten Staaten.

Esperanto-Verbände traditionell politisch neutral

Die Erklärung stellt insofern eine Besonderheit dar, als der Esperanto-Weltbund, dessen Landesverband die Koreanische Esperanto-Vereinigung ist, sich traditionell als politisch neutral versteht. Zu politischen Fragen werden daher keine Stellungnahmen abgegeben. Der koreanische Verband ist bisher die einzige Mitgliedsvereinigung des Esperanto-Weltbundes, die zum Irak-Krieg Stellung genommen hat. Allerdings haben sich zwei vom Esperanto-Weltbund unabhängige Esperanto-Verbände in Erklärungen gegen den Irak-Krieg gewendet: der politisch linksgerichtete "Sennacieca Asocio Tutmonda" (Nationsloser Weltbund) und "Esperanta Civito" (Esperanto-Bürgerschaft).

Protest jugendlicher Esperantosprecher

Wie der Vorsitzende des Koreanischen Esperanto-Bundes, LEE Jung-kee, gegenüber "EsperantoLand" mitteilte, "konnten wir als friedensliebende Esperantosprecher nicht länger schweigen". Weiterhin hätten junge koreanische Esperantosprecher in der letzten Zeit stark gegen die Haltung des Koreanischen Esperanto-Bundes wegen des Schweigens gegenüber sozialen Ungerechtigkeiten innerhalb und außerhalb von Korea protestiert.

Originaltext:

Erklärung der Koreanischen Esperanto-Vereinigung zum Krieg der Vereinigten Staaten

Anlässlich des Angriffs der Vereinigten Staaten gegen den Irak erklären wir, friedensliebende koreanische Esperantosprecher, dass der Angriff weder gerecht noch gerechtfertigt ist, da der Angriff nicht entsprechend der Charta der Vereinten Nationen anerkannt wurde.

Seit 116 Jahren folgen wir Esperantosprecher beständig dem Weg, der zum Welt-Frieden führt.

Auf der Grundlage der Ideale von Dr. Zamenhof und der inneren Idee des Esperanto, fordert die Koreanische Esperanto-Vereinigung mit Nachdruck auf, den Angriff durch die Vereinigten Staaten zu beenden, und hofft, dass die Welt von Frieden und Gleichheit regiert werde.

Im Protest gegen jeglichen Krieg auf der Weltkugel,

21. März 2003

Koreanische Esperanto-Vereinigung

 

"Esperanta Civito" zum Irak-Krieg

25.03.2003

Die Organisation "Esperanta Civito" ("Esperanto-Bürgerschaft", "Esperanto-Stadt"), ein Zusammenschluss von einigen esperantosprachigen Verbänden, Institutionen und Einzelpersonen, hat eine Erklärung zum aktuellen Irak-Krieg verfasst.

Friedliches Zusammenleben und Respekt sprachlicher Minderheiten

In der von Prof. Walter Zelazny, dem "Konsul" der "Esperanta Civito", unterzeichneten Erklärung wird das Regime von Saddam Hussein in seiner Gefährlichkeit für die Freiheit der Völker mit früheren totalitären Regimen verglichen. Zelazny unterstreicht, dass ein solches Regime der Esperanto-Sprachgemeinschaft mit ihren "Werten von freier Kommunikation, friedlichem Zusammenleben und Respekt von sprachlichen Minderheiten" feindlich gegenübersteht. Weiter wird betont, dass Kriege zur Lösung von politischen Problemen veraltet seien.

Missachtung des Völkerbunds vor dem Zweiten Weltkrieg

"Esperanta Civito" stellt fest, dass die Missachtung des Völkerbunds durch mehrere totalitäre Staaten wie Deutschland, Japan, Italien und die Sowjetunion dem Zweiten Weltkrieg vorausging. Ein gleicher Prozess der Missachtung habe nun gegen die Vereinten Nationen begonnen, und zwar durch angloamerikanische Staaten "mit langer demokratischer Tradition".

Für den Dialog der Völker

Die Esperantosprecher werden durch die "Esperanta Civito" aufgerufen, statt eines "falschen Patriotismus" ihre kosmopolitische Identität zu bekräftigen. "Esperanta Civito" regt die Esperantosprecher an, den Dialog der Völker "gegen ethnische und religiöse Intoleranz zu stärken - für die Verbreitung einer Kultur des Friedens".

 

Die chinesische Position zum Irak-Krieg

24.03.2003

Die Position der chinesischen Regierung zum Irak-Krieg ist auf den esperantosprachigen Seiten des Chinesischen Internet-Informations-Zentrums nachzulesen. China warnt, dass ein Krieg eine Katastrophe für das Volk bedeutet und die Sicherheit, Stabilität und Entwicklung der Region und der Welt beeinflusst. China ruft die beteiligten Länder dazu auf, die militärischen Operationen zu beenden und das Problem nach politischen Prinzipien zu lösen.

Offener Brief der Chinesischen Islamischen Vereinigung

Auf den chinesischen Esperanto-Seiten ist auch ein Bericht über einen Offenen Brief der Chinesischen Islamischen Vereinigung gegen den Irak-Krieg der USA zu lesen, der an die moslemischen Gläubigen in China gerichtet ist. Der Offene Brief kritisiert, dass die USA und ihre Verbündeten die Militäraktionen gegen den Irak gegen den Widerstand der Welt und ohne Billigung durch die Vereinten Nationen begonnen haben. Der Brief bekundet große Sympathie mit dem irakischen Volk, das unter dem Krieg zu leiden hat.

 

Nein zum Krieg im Irak!

13.02.2003

Ne al militoj! Der "Anationale Weltbund", eine übernationale politische Vereinigung von Esperantosprechern, hat sich mit einer Erklärung "Ne al militoj!" (Nein zu Kriegen!) gegen den drohenden Krieg im Irak ausgesprochen. Der Anationale Weltbund erklärt "erneut seine Gegnerschaft zu allen Kriegen und zum jetzt gegen den Irak vorbereiteten Krieg".

Unterschriften im Internet

Der Erklärung, die ins Deutsche und bisher sechs weitere Sprachen übersetzt ist, können Einzelpersonen auf einem Formular zustimmen und gleichzeitig eigene Ergänzungen - in beliebiger Sprache - eintragen. Die Zustimmung wird - wenn der Zustimmende dies möchte - auf einer weiteren Internet-Seite veröffentlicht.

Die Antikriegs-Erklärung des Anationalen Weltbunds (Sennacieca Asocio Tutmonda, SAT) wurde in mehreren esperantosprachigen Mailing-Listen veröffentlicht. Bisher haben ihr schon einige bekannte Esperantosprecher als Privatperson zugestimmt, unter anderem Renato Corsetti, der Vorsitzende des Esperanto-Weltbundes. Es ist geplant, die Erklärung mit den Zustimmungen an verschiedene Organisationen zu versenden.

Anti-Kriegs-Tradition der Esperanto-Sprachgemeinschaft

Seit der Veröffentlichung des Esperanto 1887 haben sich viele Esperantosprecher gegen Kriege eingesetzt. Der Begründer der internationalen Sprache, Ludwig Zamenhof, hatte Esperanto vor allem zur Förderung der internationalen Verständigung und des Friedens unter den Völkern geschaffen. Eine Internationale Esperanto-Friedensgesellschaft wurde schon 1905 gegründet. Bis heute lehnen viele Esperantosprecher Krieg als Mittel der internationalen Auseinandersetzung ab.

Die Erklärung im Wortlaut:

Nein zu Kriegen!

Der Vollzugsausschuss des Anationalen Weltbundes (Sennacieca Asocio Tutmonda)

ERKLÄRT erneut seine Gegnerschaft zu allen Kriegen und zum jetzt gegen den Irak vorbereiteten Krieg, der zu einem weltweiten Konflikt führen könnte;

ERINNERT an die Opposition unseres Bundes gegen jede Hegemonie eines Staates, eines Volkes, einer Gruppe oder eines Einzelnen gegenüber anderen, und zwar auf jeder Ebene - der politischen, wirtschaftlichen, finanziellen und kulturellen (auch sprachlichen) - die den Menschenrechten und der schlichten Vernunft zuwiderläuft;

UNTERSTÜTZT die Weltsozialforen in der Überzeugung, dass eine andere Welt möglich ist;

ERSUCHT die Mitgliedsstaaten der UNO, Mitglieder der Parlamente aller Länder, Vertreter von Staaten, Parteien, Gewerkschaften, Verbände, religiöse und philosophische Bewegungen, den selbstzerstörerischen Wahnsinn der Hitzköpfe zu stoppen, die nicht imstande sind, an eine lebenswerte Zukunft und an künftige Generationen zu denken.

SAT-Vollzugsausschuss

[SAT]

 

China informiert in Esperanto über den 16. Kongress der KPCh

12.11.2002

Die Internetseiten zum 16. Kongress der Chinesischen Kommunistischen Partei erscheinen mit umfangreichen Informationen auch in Esperanto. China setzt damit seine Politik der Verwendung dieser internationalen Sprache für die Öffentlichkeitsarbeit fort - schon seit Anfang des Jahres nutzt das staatliche Chinesische Internet-Informations-Zentrum Esperanto für die täglichen Informationen.

[NUN]

 

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