Über Esperanto 

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Esperanto bei Jugendforum

06.03.2013

Beim 15. Jugendforum der UNESCO-Projektschulen in Würzburg gab es auch einen Workshop zu Esperanto; Schwerpunkt des Jugendforums am 26. und 27. Februar war diesmal Sprache.

Milena Propadović aus Gröbenzell stellte ihre Muttersprache vor: "Esperanto - eine lebende Weltsprache"; hier die Kurzbeschreibung im Programm.

Der Workshop weckte große Begeisterung bei den TeilnehmerInnen. Eine 10-jährige will nun versuchen, ihre Englisch-Lehrerin von der Idee zu überzeugen, dass ab jetzt Esperanto in allen Schulen unterrichtet werden soll, zumindest als ergänzendes Fach...

Milena, die übrigens seit ein paar Jahren am Neujahrstreffen bzw. an der Neujahrswoche von EsperantoLand teilnimmt und schon fleißig mitorganisiert, wurde auch von der Radio-Gruppe der Veranstaltung interviewt. Der Podcast erscheint demnächst auf den Internetseiten der Unesco-Projektschulen.

 

EU-Kommission zu Esperanto

07.01.2013

en Esperanto

Immer wieder wird vorgeschlagen, Esperanto in der einen oder anderen Weise in der Europäischen Union zu nutzen. Die EU-Kommission, Bereich Mehrsprachigkeit, hat hierzu Stellung genommen.

Eine einzige Sprache oder Mehrsprachigkeit?

Unter den häufig gestellten Fragen zu Mehrsprachigkeit und Sprachenlernen findet sich die Frage: "Wäre eine einzige Sprache für alle eine Lösung?" Im folgenden werden Latein und Esperanto behandelt.

Die Fragestellung ist verblüffend, da selbst die überzeugtesten Esperanto-Anhänger lediglich vorschlagen, dass jeder in der Schule auch Esperanto lernen soll. Die meisten Esperantosprecher fänden es lediglich gut, wenn Esperanto als Zusatzfach wählbar wäre. Oder wenn darüber im Schulunterricht informiert würde.

Das Lernen weiterer Fremdsprachen wird von Esperanto-Seite in der Regel ausdrücklich begrüßt, so z.B. in den "Sonnenberger Leitsätzen" des Deutschen Esperanto-Bundes von 2012, wo es im Punkt Allgemeine Sprachenpolitik als erstes heißt: "Wir unterstützen die Mehrsprachigkeit." Schon in den 1995 verabschiedeten "Thesen zur EU-Sprachenfrage" heißt es in Punkt 2: "Die Kenntnis mehrerer Fremdsprachen ist wünschenswert."

Auch in dem Text "Esperanto in der Europäischen Union" des Vereins EsperantoLand wird lediglich vorgeschlagen: "Esperanto sollte in stärkerem Maße als Wahlfach an Schulen und Universitäten in der EU angeboten werden."

Eine einzige Sprache wäre zu simpel

In der Antwort heißt es zunächst, die Idee, mit einer einzigen Sprache alle sprachlichen Probleme zu lösen, wäre "zu simpel". Dem stimmen die Esperantosprecher natürlich zu. Es ist in diesem Zusammenhang erwähnenswert, dass Esperantosprecher laut mehreren Studien neben ihrer Muttersprache und Esperanto im Schnitt zwei weitere Fremdsprachen beherrschen.

Laut EU-Kommission werden hin und wieder Latein oder Esperanto als "einzige, europaweite Sprache für die EU" vorgeschlagen. Ein solcher Vorschlag ist in Esperanto-Kreisen nicht bekannt. Die EU-Kommission hat bisher auch nicht offengelegt, auf welchen Vorschlag welcher Organisation sie sich bezieht.

Es müsse, so die EU-Kommission weiter, beinahe jeder diese Sprachen von Grund auf neu lernen. Diese Aussage berücksichtigt nicht den besonderen Aufbau des Esperanto, dessen Wörter zu über 90 % in den europäischen Sprachen zu finden sind; der Lernaufwand für Esperanto ist daher vergleichsweise gering, oft bei einem Drittel oder einem Fünftel des Aufwands für z.B. Englisch oder Italienisch.

Wie viel Zeit für Esperanto?

Im folgenden vermutet die EU-Kommission, die Lehrerausbildung und der Sprachunterricht für die Europäer und Europäerinnen würden "sehr viel Zeit und Geld kosten." Auch dies betrachtet nicht die besonderen Eigenschaften des Esperanto. Sehr viele Esperanto-Lerner beginnen bereits nach zwei bis drei Kurs-Wochenenden (oder z.B. Selbststudium in entsprechender Menge) mit der Anwendung in der Praxis.

Vielfalt mit oder ohne Esperanto?

Zum Abschluss behauptet die Europäische Kommission, mit "ihrem Bekenntnis zur Mehrsprachigkeit" mache sie sich "für Vielfalt statt für Einförmigkeit stark." Leider wird dieses Bekenntnis bezüglich Esperanto nicht in die Praxis umgesetzt: In der Vielfalt wird Esperanto nicht eingeschlossen. Obwohl sicher mehr als hunderttausend Menschen in der EU Esperanto sprechen, wird Esperanto in den Berichten der EU-Kommission über die in der EU gesprochenen Sprachen nicht einmal erwähnt. Hingegen dokumentieren die Statistischen Ämter in Litauen und in Ungarn die Anzahl der Esperantosprecher laut Volkszählung: 2001 waren es etwa 850 in Litauen und 4500 in Ungarn. (Das lässt auf etwa 100.000 aktive Esperantosprecher in der EU schließen.) Mehr als so manche kleine Sprache der EU. Und in der internationalen Kommunikation weitaus mehr gebraucht.

Persönliches Interesse der EU-Mitarbeiter?

Es ist nicht ganz klar, was die EU-Kommission veranlasst, so wenig nachvollziehbar gegen Esperanto zu argumentieren. Böse Stimmen munkeln hierzu, es sei nicht im Interesse der Dolmetscher, Übersetzer und hochbezahlten mehrsprachigen EU-Beamten, wenn Esperanto sich stärker verbreitet. Und vielleicht gar eines Tages den einen oder anderen schönen Posten überflüssig macht...

Louis v. Wunsch-Rolshoven
EsperantoLand

 

Esperanto-Verfolgung im Dritten Reich

19.12.2012

Schon vor ein paar Jahren, etwa 2002, hat Sabina Nedl eine Arbeit über "Die Verfolgung der Esperanto-Anhänger im Dritten Reich" verfasst. Die 39 Seiten enthalten Fotos, Quellen-Angaben, die Darstellung des persönlichen Hintergrunds und ein Interview mit dem Historiker Ulrich Lins.

Die Ausarbeitung ist eine sog. "Facharbeit", ein Bestandteil des bayerischen Abiturs.

 

"Die Plansprache Esperanto lebt"

28.11.2012

Das ist der Titel eines Artikels in einer Reihe von Online-Ausgaben von Tageszeitungen wie "Welt" und Münchener Abendzeitung anlässlich des 125. Jubiläums der Herausgabe des ersten deutschsprachigen Esperanto-Lehrbuchs 1887 (24. November).

Auch die Deutsche Welle hat einen Artikel geschrieben und am 24. November in ihrem Nachrichtendienst auch auf Englisch und Albanisch verbreitet.

Die Nachrichtenagentur dapd hatte den Artikel am 19. November verbreitet, in dem u.a. das Originalbuch von 1887 aus der Münchener Staatsbibliothek vorgestellt wird. Bisher ist der Artikel in den Online-Ausgaben einiger Zeitungen, eines Radiosenders und in einem Internet-Portal erschienen. (Neu gefundene Artikel werden laufend unten angehängt.)

Die Welt

WAZ (Der Westen)

Münchener Abendzeitung

Die Rheinpfalz

Märkische Oderzeitung

Radio Bamberg

Boulevard Baden

Yahoo-Nachrichten

Die Mark Online

Indotco.net

The Epoch Times

Infobriefe 2012 (VDS), 22. November

Kuvi

Freie Presse (Sachsen)

Xity


Außerdem zeigt Google die Worte "Plansprache Esperanto lebt" noch für einige Seiten an, wo die Nachricht aber jetzt (24. November) nicht (mehr) zu finden ist: Greece On Tour, Radio KW, Radio Essen, BWeins.


"Möglichkeit zu fairer Kommunikation"

In einem zweiten Artikel nimmt die Leipziger Anglistin Sabine Fiedler Stellung zu Esperanto: "Expertin sieht in Esperanto Möglichkeit zu fairer Kommunikation"

Die Welt

WAZ (Der Westen)

Die Rheinpfalz

Märkische Oderzeitung

Radio Bamberg

Boulevard Baden

Yahoo-Nachrichten

Die Mark Online

Freie Presse (Sachsen)

Xity


Interview mit Prof. Sabine Fiedler

Donau-Kurier: Vi komprenas Esperanton?


Jetzt auch bei der Deutschen Welle, deutsch und englisch: "Esperanto im Aufschwung"

Die Deutsche Welle hat auch einen Artikel zum Jubiläum veröffentlicht, auch auf Englisch. Die englische Variante (in den "International News" der Deutschen Welle) findet sich auch auf anderen Seiten:

Contacto latino

Metaglossia

Der Anfang des Artikels ist auf folgenden Seiten zu lesen (oder war es zumindest zeitweise laut Google):

Celebrity balla

Sign and Sight

Deutsche Botschaft Kopenhagen/Dänemark

Deutsche Botschaft Addis Abeba
(Ebenso Dt. Botschaft in Ghana, Oslo u.a., die die Nachrichten der Deutschen Welle übernehmen.)

my newsreader

Young Germany

ebookstore soonheng

Scoop.it

en.haberler.com

one news page

totul.md

i4u


Albanische Version

Deutsche Welle, albanisch


Nürnberger Nachrichten

Auch die Nürnberger Nachrichten haben einen Artikel recherchiert, der in der Wochenendausgabe in beiden großen Nürnberger Zeitungen veröffentlicht wurde.


 

125 Jahre Esperanto
Jubiläum der deutschen Ausgabe des ersten Lehrbuchs am 24. November 2012

18.11.2012

Vor 125 Jahren, im Jahre 1887, wurde in Warschau eine kleine Broschüre veröffentlicht, die die Grundlagen der internationalen Sprache Esperanto vorstellte. Die deutsche Ausgabe des von Ludwig Zamenhof geschriebenen Buchs erschien am 24. November 1887. Aus dem Projekt ist eine weltweit verwendete Sprache entstanden, in der mittlerweile sogar von der chinesischen Regierung täglich Nachrichten veröffentlicht werden. Die Esperanto-Ausgabe der Wikipedia hat über 170.000 Artikel und es gibt Internetseiten und Programme wie Facebook, Firefox, Google Translate und Ubuntu in Esperanto.

Kontakte in über hundert Ländern


Wer Esperanto spricht, kann leicht Kontakte zu Menschen in über 100 Ländern der Welt knüpfen - dank Internet wird dies immer einfacher. Die Anzahl der Menschen, die Esperanto gelernt haben, wird auf mehrere Millionen geschätzt, einige Hunderttausend sprechen Esperanto regelmäßig - so viele, dass man genug Kontakte findet.

Schnell zu lernen


Seine Attraktivität verdankt Esperanto zum einen dem einfachen Sprachaufbau. Wer Esperanto lernt, fängt in der Regel nach 20 bis 50 Lernstunden (zwei bis drei Wochenend-Kurse) an, diese internationale Sprache in der Praxis zu verwenden. Das bedeutet nur etwa ein Drittel des Lernaufwands für andere Sprachen, oft sogar weniger. Weiterhin ist in Esperanto dank der geschicken Konstruktion bei gleichem Aufwand ein höheres Sprachniveau erreichbar.

Ein Schritt aufeinander zu


Zum anderen ist Esperanto wegen seiner Neutralität anziehend auf Menschen aus vielen Ländern. Beide Seiten kommen sich einen Schritt entgegen. Die Neutralität des Esperanto zeigt sich auch bei der Wikipedia oder bei der Buchproduktion: Während der Inhalt der englischsprachigen Wikipedia zu über 70 % von Menschen aus den vier englischsprachigen Ländern USA, Großbritannien, Kanada und Australien erstellt wird, schreiben an der Esperanto-Wikipedia gleichberechtigt Menschen aus Dutzenden von Ländern mit.

120 Esperanto-Bücher jährlich


Jährlich erscheinen etwa 120 Esperanto-Bücher, davon etwa 70 belletristische Werke. In den meisten europäischen Sprachen beträgt der Anteil der aus dem Englischen übersetzten Bücher 50 bis 80 % - in Esperanto liegt er unter 25 %. So haben kleinere Nationen einen besseren Zugang zu einer internationalen Öffentlichkeit.

Esperanto als Muttersprache


Das erste Kind mit Esperanto als Muttersprache wurde 1904 geboren. Mittlerweile gibt es einige tausend Menschen auf der Welt, für die Esperanto eine ihrer Muttersprache ist, sogar in der zweiten und dritten Generation.

Von einem einzigen Sprecher auf mehrere Millionen - in nur 125 Jahren


Der Traum des Esperanto-Schöpfers Ludwig Zamenhof, Esperanto weltweit als erste Fremdsprache einzuführen, hat sich bisher nicht verwirklicht. Englisch hatte sich in seiner über tausendjährigen Geschichte eine weit bessere Ausgangsbasis geschaffen - als Esperanto 1887 von nur einem Menschen gesprochen wurde, hatte Englisch bereits etwa 100 Millionen Sprecher in vielen Ländern. Dennoch hat sich Esperanto weltweit verbreiten können und findet sich nun auf einem der ersten fünfzig Plätze im Vergleich mit anderen international verwendeten Sprachen. Eine so rasche Verbreitung einer Sprache hat es in der Geschichte der Sprachen sonst nicht gegeben - schließlich war Esperanto 1887 die kleinste Sprache der Welt (von damals etwa 7000 Sprachen).

Auch in Afrika und Nepal


Esperanto bietet heute viele Möglichkeiten mit Menschen in anderen Ländern Kontakt aufzunehmen und wird deswegen weiterhin weltweit als Ergänzung zu Englisch und anderen Sprachen gelernt - in den letzten Jahrzehnten vermehrt auch in Afrika, China und sogar in Nepal.


Weitere Informationen


heute.de: 125 Jahre Esperanto. Das Linux der Sprachen

Wikipedia über Esperanto

Texte zur internationalen Sprache Esperanto


Wie schnell lernt man Esperanto?


Nach einer Befragung bei Facebook hat mehr als die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer schon nach höchstens 20 Unterrichtsstunden angefangen, Esperanto in der Praxis zu nutzen (bisher 71 Umfrage-Teilnehmer).

Wo wohnen die Wikipedia-Redakteure?


- Englischsprachige Ausgabe: USA (43,6 %), Großbritannien (16,3 %), Kanada (6,2 %), Australien (4,2 %) usw.
- Deutsche Ausgabe: Deutschland (83,0 %), Österreich (6,9 %), Schweiz (3,6 %) usw.
- Esperanto-Ausgabe: Frankreich (17,1 %), Deutschland (13,2 %), Rumänien (11,6 %), Spanien (10,1 %), Tschechien (8,5 %), Schweiz (8,5 %), USA (5,4 %), Ungarn (4,7 %), Polen (3,9 %) usw.
Quelle: Wikimedia-Statistik

Die Mitarbeiter der Esperanto-Ausgabe sind offenbar international am weitesten verteilt.

In den Ländern Tschechien, Schweiz, Ungarn und Rumänien werden übrigens 1,0 bis 4,3 % der dort erstellten Wikipedia-Inhalte in Esperanto erstellt.
Quelle: Wikimedia-Statistik


EsperantoLand
Informationen über Esperanto
Internationale Ferien

 

Cirque du Soleil: Programmtitel in Esperanto

29.06.2012

en Esperanto

Der "Cirque du Soleil" hat seinem kommenden Programm einen Titel in Esperanto gegeben: "Movi - kanti - revo" (bewegen - singen - Traum).

 

Esperanto im Kölner Regionalsender center.tv

30.05.2012

en Esperanto

Der Kölner Regionalsender center.tv hat einen Beitrag zu Esperanto gesendet. Der Fernsehsender war zu Besuch bei der Kölner Esperantogruppe und hatte außerdem Présence Bouvier und Harald Schmitz als Gäste im Studio.

In dem etwa siebenminütigen Bericht in der Nachrichtensendung "Rheinzeit" vom 29. Mai werden der Kölner Esperanto-Klub und die Sprache Esperanto vorgestellt (etwa ab der Mitte der Sendung). Erwähnt wird auch das Sommertreffen 2012 von EsperantoLand in Jünkerath.

center.tv ist in Köln per Kabel in rund zwei Millionen Haushalten zu empfangen; außerdem kann der Sender weltweit per Internet genutzt werden. Er wird nach Eigenangabe täglich von rund 123.000 Menschen eingeschaltet.

 

"Feliĉan naskiĝtagon!" wünscht Mini/BMW

24.05.2012

en Esperanto

Die Automarke "Mini" wünscht Esperanto zum 125. Geburtstag "feliĉan naskiĝtagon!" BMW, die Mini in Deutschland betreuen, hat eine Pressemitteilung dazu herausgegeben.

Der Text ist auch in Esperanto verfügbar; die pdf-Datei kann man auf der angegebenen Seite herunterladen, ganz unten, "Dokumente zum Download", "Feliĉan Naskiĝtagon! MINI gratulas al Esperanto en la 125-a datreveno. (PDF, MULTI , 98,3 KB)".

 

Der Erfolg von Esperanto

25.04.2012

Inwiefern hat Esperanto Erfolg gehabt, was ist nicht gelungen? Während Außenstehende gelegentlich den Erfolg bezweifeln, nutzen Esperantosprecher ihre Sprache mit viel Freude; sie sehen zwar, dass eine bessere Entwicklung wünschenswert gewesen wäre, freuen sich aber vor allem an dem Erreichten.

Betrachtet man Esperanto und die Aktivitäten für Esperanto genauer, kann man (zumindest) drei Projekte unterscheiden:

- Zum einen das Projekt, Esperanto als allgemeine internationale Sprache einzuführen, indem die Regierungen hierüber einen gemeinsamen Beschluss fassen - z.B. im Rahmen der UNO oder der EU (in Esperanto gelegentlich als „desuprismo“ bezeichnet).

- Zum zweiten das Projekt, Esperanto ebenfalls als allgemeine internationale Sprache einzuführen, allerdings als Ergebnis einer immer weiter zunehmenden Verbreitung unter der Bevölkerung (als „desubismo“ bezeichnet).

- Zum dritten das Projekt, Esperanto als Sprache einer internationalen Gemeinschaft von Esperantosprechern zu etablieren; hierbei ist zunächst die Größe der Sprachgemeinschaft nicht das Wesentliche, es ist nur notwendig, dass sie ausreichend groß ist, um eine entsprechende Infrastruktur aufrechtzuerhalten und z.B. Bücher oder Internetseiten anzubieten.

In seiner Kongressrede in Washington 1910 hat der Schöpfer des Esperanto, Ludwig Zamenhof, zu den ersten beiden Projekten ausgeführt:

"Das Ziel, für das wir arbeiten, kann auf zwei Wegen erreicht werden: Entweder durch die Arbeit von Privatpersonen, d.h. der Volksmassen, oder durch Dekret der Regierungen. Vermutlich wird unsere Sache auf dem ersten Wege erreicht werden, da die Regierungen zu einer Sache wie der unsrigen gewöhnlich erst dann mit ihrer Bestätigung und Hilfe kommen, wenn alles bereits fertig ist."

Diese Vermutung von Zamenhof hat sich in den folgenden Jahrzehnten bestätigt: Die Unterstützung von Esperanto durch Regierungen war eher gering - es gab sogar Verbote, z.B. in Nazideutschland, in Spanien unter Franco oder in der DDR, sowie Verfolgungen von Esperantosprechern wie in der Sowjetunion. Auch demokratische Regierungen beteiligen sich bis heute an einer Benachteiligung des Esperanto – so schließt der von der Bundesregierung und den Kultusministerien der Länder unterstützte „Bundeswettbewerb Fremdsprachen“ Esperanto als Wettbewerbssprache aus ("Nicht erlaubt sind Kunst- oder Plansprachen."). Bemerkenswert ist demgegenüber die seit Jahrzehnten anhaltende Unterstützung von Esperanto durch die chinesische Regierung, die Esperanto z.B. als eine von zehn Sprachen ihres Internet-Informationszentrums gewählt hat.

Vor kurzem hat Bernd Ingmar Gutberlet ein Buch über gescheiterte Projekte veröffentlicht ("Grandios gescheitert: Misslungene Projekte der Menschheitsgeschichte"), über das er am 23. 4. in einem Gespräch mit dem Deutschlandradio sprach. Er hält das oben als erstes angeführte Projekt, Esperanto durch Beschluss von Regierungen einzuführen, für gescheitert – eine Auffassung, die der von Zamenhof vor hundert Jahren geäußerten Vermutung entspricht.

Zu den beiden anderen Projekten – Esperanto als Sprache einer internationalen Sprachgemeinschaft zu etablieren und diese dann solange zu vergrößern, bis Esperanto die international am meisten verwendete Sprache ist – nimmt der Autor zumindest in dem Radiogespräch nicht Stellung. Es ist wohl unstrittig, dass die Etablierung einer internationalen Sprachgemeinschaft gelungen ist, zumal Esperanto heute in praktisch jeder Liste der fünfzig international am meisten verwendeten Sprachen auftaucht und z.B. in Projekten wie Wikipedia, Facebook, Google oder TED genutzt wird.

Ob die Verwendung von Esperanto in der Zukunft soweit zunehmen wird, dass Esperanto die wichtigste internationale Sprache wird, ist vermutlich eine heute nicht entscheidbare Frage. Sprachen verbreiten sich in der Regel relativ langsam, weil ihr Erlernen großen zeitlichen Aufwand erfordert und weil sie im wesentlichen nur zwischen dem zehnten und dreißigsten Lebensjahr gelernt werden. So ist auch zu erklären, dass z.B. das Englische seit seiner Entstehung etwa 1500 Jahre gebraucht hat, bis es im Verlaufe des zwanzigsten Jahrhunderts zur wichtigsten internationalen Sprache wurde.

Bezüglich Esperanto ist festzustellen, dass seine Verwendung zumindest in den vergangenen vier Jahrzehnten erheblich zugenommen hat - etwa im Bereich der Musik, der internationalen Esperanto-Veranstaltungen sowie außerhalb von Europa. Die ungarische Volkszählung, die bei der Erfassung von Fremdsprachenkenntnissen auch Esperanto berücksichtigt, verzeichnet eine Verdoppelung der Anzahl der Esperantosprecher von 1990 bis 2001.

Als Hinweis auf die angeblich geringe Bedeutung von Esperanto führt die Interviewerin an, dass Esperanto hauptsächlich als Hobby verwendet wird, nicht aber im Beruf. Dies unterscheidet Esperanto allerdings kaum von anderen Sprachen: Nach einer Untersuchung der Europäischen Kommission ("Europäer und Sprachen") verwenden die Europäer ihre Fremdsprachen in erster Linie "beim Urlaub im Ausland" (45 %). "Die erste Fremdsprache wird ferner bei folgenden Gelegenheiten verwendet (alle von ungefähr 20 % der Befragten genannt)":
• Filme/Fernsehen;
• Gespräche am Arbeitsplatz;
• Bücher/Zeitungen und
• Gespräche mit Freunden.
Die berufliche Verwendung macht also auch bei anderen Sprachen nur einen eher kleinen Teil der Sprachnutzung aus.

Louis v. Wunsch-Rolshoven, EsperantoLand

 

Esperanto im Fernsehen und Radio

05.01.2011

en Esperanto

Auch in diesem Jahr hat der Saarländische Rundfunk über das Neujahrstreffen von EsperantoLand berichtet - im Fernsehen und im Radio. Außerdem sendete der SWR eine Reportage und Artikel erschienen in der Saarbrücker Zeitung, im Républicain Lorrain sowie in kleineren Zeitungen wie La Semaine und Wochenspiegel.

Die Reportage des SR-Fernsehens wurde am 28. 12. 2010 gesendet, etwa 19.35 h; Moderatorin Sonja Marx wünschte den Zuschauern in Esperanto ein glückliches Neues Jahr ("Feliĉan Novan Jaron"), Bettina Rau berichtete ("Aktueller Bericht", ca. 3 Min.). Schon am Vortag um 7.40 h strahlte der Radio-Kanal SR2 einen Bericht aus. Am 29. 12. sendete der SWR2 im Journal am Morgen (ab 8.10 Uhr) einen Beitrag zu der internationalen Esperanto-Veranstaltung, zu der über 190 Teilnehmer aus 13 Ländern gekommen waren.

Die Saarbrücker Zeitung berichtete am 20. und am 29. Dezember. In Saarbrücken veröffentlichte auch der Wochenspiegel eine Vorankündigung.

Die Zeitung "Républicain Lorrain" brachte mehrere Berichte in verschiedenen Ausgaben, so am 28. 12., am 31. 12. und am 5. Januar 2011.

 

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