Sprachpolitik 

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"Wer nicht Esperanto lernen will, der wird Chinesisch lernen müssen"

12.12.2007

Dies war der Kommentar von Renato Corsetti, dem früheren Vorsitzenden des Esperanto-Weltbundes, auf eine BBC-Meldung aus Panama: In der dortigen Nationalversammlung wird die Einführung von Chinesisch als Pflichtsprache an allen Schulen des Landes diskutiert. Die erste Lesung der Gesetzesvorlage hat eine bedingte Zustimmung erhalten.

Aus der VR China kommen mittlerweile mehr Schiffe im Panamakanal als aus jedem anderen Land. Verbreitete chinesische Sprachkenntnisse in der eigenen Bevölkerung würden daher die Wettbewerbsfähigkeit von Panama verbessern.

Die Rolle des Englischen als internationale Sprache der Wirtschaft wird von den Gesetzesbefürwortern anerkannt. Sie halten aber Chinesisch (Mandarin) für eine nicht zu umgehende Sprache angesichts der steigenden wirtschaftlichen Bedeutung von China. Der Handel zwischen Panama und China umfasst derzeit eine Milliarde Dollar.

[Landa Agado]

 

Esperanto wäre "wirtschaftlich ein Vorteil"

06.07.2007

Nach Auffassung des Genfer Professors und Experten für Sprachökonomie François Grin wäre es für die Mehrheit der EU-Bevölkerung "wirtschaftlich ein Vorteil, wenn Esperanto zusätzliche Amtssprache würde". Dies äußerte Grin in einem Interview mit der schweizerischen Coopzeitung anlässlich der Veröffentlichung des Werks "Schweizer Plansprachen-Lexikon" von Andreas Künzli. Der Titel des Interviews zitiert Grin: "Welche Sprache ist schon natürlich?"

Studie "Fremdsprachenunterricht als Politik"

Professor Grin hat vor zwei Jahren für den französischen "Hohen Rat zur Einschätzung des Unterrichtssystems" eine umfangreiche Studie über die Zukunft des Sprachunterrichts in Europa vorgelegt. Der Bericht "Fremdsprachenunterricht als Politik" (französisches Original) behandelt drei mögliche Szenarien:

1. Englisch als einzige Sprache
2. Mehrsprachigkeit
3. Wahl von Esperanto als interner Arbeitssprache der EU-Organe

25 Milliarden Euro jährlich einsparen

Laut der Studie hat Großbritannien einen jährlichen Gewinn von etwa 17 Milliarden Euro aus der bevorzugten Stellung des Englischen; dieser Betrag wird von den Einwohnern der anderen Länder gezahlt. Die Einführung von Esperanto könnte für Europa insgesamt (einschließlich Großbritannien und Irland) einen Betrag von 25 Milliarden Euro jährlich einsparen.

Vorurteile gegen Esperanto: "Schlichte Unkenntnis"

Die Vorurteile, die vor einer weiteren Verbreitung von Esperanto zu überwinden wären, beruhen laut der Studie von Professor Grin im allgemeinen auf "schlichter Unkenntnis" ("simple ignorance").

 

Esperanto als erste Fremdsprache an allen Grundschulen?

22.03.2006

Dieser Vorschlag ist eine der Ideen, die eine Gruppe von Schülern der Fritz-Erler-Schule in Pforzheim zum Europäischen Jugendparlament in Madeira mitbringt. Dort wird über insgesamt etwa sechzig Resolutionen von Schülern aus 23 Ländern abgestimmt.

Neben vielen weiteren Resolutionen findet sich außerdem der Vorschlag, an europäischen Schulen ein Pflichtfach einzurichten, in dem speziell ausgebildete Lehrer über fremde Kulturen unterrichten und so zum Abbau von Vorurteilen beitragen, berichtet die Pforzheimer Zeitung.

 

Esperanto-Verbot vor 70 Jahren

13.05.2005

Am 17. Mai 1935 hat der damalige Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Bernhard Rust, den Unterricht von Esperanto in den deutschen Schulen untersagt. Als Grund wurde in dem Erlass angegeben, die Verwendung der Sprache führe dazu, „wesentliche Werte völkischer Eigenart zu schwächen“. Damit wurde die Verdrängung und Unterdrückung des Esperanto offiziell bestätigt, die mit Beginn der Nazizeit eingesetzt hatte.

Ein Großteil der Esperanto-Kurse in den Schulen hatte schon vor dem Erlass aufgehört und auch die Kurse im Rundfunk endeten gleich nach der Machtergreifung. Die Beendigung des schulischen Unterrichts, der seit den zwanziger Jahren an über hundert Schulen in Deutschland stattgefunden hatte, und die Unterdrückung der Organisationen traf die Esperanto-Bewegung mit Jahrzehnte lang andauernden Folgen.

Beseitigung der Esperanto-Verbände

Die Organisationen der Arbeiter-Esperantisten waren bereits zwischen März und Dezember 1933 unterdrückt worden - sie wurden verboten, ihr Besitz wurde beschlagnahmt oder sie lösten sich selbst auf. Viele der Arbeiter-Esperantisten wurden verhaftet. Dem Deutschen Esperanto-Bund (DEB) wurde am 20. Juni 1936 in einem Erlass von Heinrich Himmler, Chef der Deutschen Polizei und Reichsführer SS, aufgegeben, sich bis zum 15. Juli selbst aufzulösen, wenn die zwangsweise Auflösung vermieden werden sollte. Damit endete im Dritten Reich die organisierte Tätigkeit für Esperanto.

Neugründung nach dem Kriege

Nach dem Krieg wurden die Esperantogruppen in der sowjetischen Zone am 12. Januar 1949 erneut verboten; ein Esperanto-Arbeitskreis konnte in der DDR erst 1965 gegründet werden. In Westdeutschland entstanden ab 1946 wieder Esperanto-Organisationen, die dann auch von den Alliierten genehmigt wurden.

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Erlass des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Bernhard Rust, vom 17. Mai 1935:

Die Pflege künstlich geschaffener Welthilfssprachen wie der Esperantosprache hat im nationalsozialistischen Staate keinen Raum. Ihr Gebrauch führt dazu, wesentliche Werte völkischer Eigenart zu schwächen. Es ist daher von jeder Förderung eines Unterrichts in solchen Sprachen abzusehen, Unterrichtsräume sind für diesen Zweck nicht zur Verfügung zu stellen.

(Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Bd. 1, 1935, Nr. 10, amtl. Teil, S. 228. Zitiert nach: Ulrich Lins, Die gefährliche Sprache. Die Verfolgung der Esperantisten unter Hitler und Stalin, Gerlingen (Bleicher), 1988, S. 104)


Adolf Hitler schrieb in „Mein Kampf“ über Esperanto:

Solange der Jude nicht der Herr der anderen Völker geworden ist, muß er wohl oder übel deren Sprache sprechen, sobald diese jedoch seine Knechte wären, hätten sie alle eine Universalsprache (z. B. Esperanto!) zu lernen, so daß auch durch dieses Mittel das Judentum sie leichter beherrschen könnte!

(Adolf Hitler, Mein Kampf, München, 1941 (603. - 607. Aufl.), S. 337. Zit. n. Lins, a.a.O., S. 92)

[Ulrich Lins, Die gefährliche Sprache]

 

25 000 Stimmen für "Esperanto"

23.06.2004

Die Wahlliste "Europa-Demokratie-Esperanto" (EDE) hat in Frankreich bei den Wahlen zum Europa-Parlament etwa 25.000 Stimmen erhalten - ungefähr 0,15 Prozent der Wähler entschieden sich für diese neue Vereinigung.

60 Prozent im korsischen Valle-d'Orezza

Das beste Ergebnis in den sieben französischen Wahlgebieten erzielte Bruno Schmitt in der Region "Ost" mit 0,24 Prozent der Stimmen (5336 Stimmen). Sehr überzeugend war EDE in dem nordkorsischen Dörfchen Valle-d'Orezza, in dem die Liste 60 Prozent der Stimmen erhielt.

Ein Teil der Esperantosprecher war skeptisch gegenüber der Gründung einer politischen Gruppe für Esperanto; die französische Esperanto-Vereinigung hat sich gegen die Aufstellung einer eigenen Esperanto-Liste ausgesprochen.

Zu wenig Unterschriften in Deutschland trotz Nobelpreisträger Reinhard Selten

Die deutsche Gruppe von EDE hat etwa 2000 Unterschriften für die Teilnahme der Liste sammeln können - nur die Hälfte der benötigten 4000 Unterschriften für die Zulassung zur Wahl. Die Wahlkampagne hatte relativ spät begonnen und es hat offensichtlich nicht mehr geholfen, dass der Esperanto sprechende Nobepreisträger Reinhard Selten der Spitzenkandidat für Deutschland war.

Selten war 1994 der erste Deutsche, der den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt; er hat eine Arbeit zur Anwendung der Spieltheorie auf die Wahl einer Fremdsprache in Esperanto veröffentlicht und ist Mitglied der esperantosprachigen "Internationalen Akademie der Wissenschaften.

 

Antrag zu Esperanto im Europa-Parlament

02.04.2004

Am Donnerstag, 1. April 2004, wurde im Plenum des Europa-Parlaments in Straßburg zum ersten Mal über eine mögliche Rolle der internationalen Sprache Esperanto als zusätzliche Mittlersprache im Parlament abgestimmt - der Änderungsantrag mit der Erwähnung einer Rolle für Esperanto wurde jedoch abgelehnt. Allerdings wurde Esperanto unter den Zukunftsperspektiven erwähnt.

Der Antrag war vorläufiger Höhepunkt der Bemühungen zu Esperanto auf europäischer Ebene mit bisher etwa zwei Dutzend schriftlichen Anfragen und einzelnen Anträgen.

Erhalt der Sprachen

Der Antrag regte eine Untersuchung an, ob die parallele Einführung einer neutralen Mittlersprache wie Esperanto "zum Erhalt der bestehenden Sprachen beitragen" könnte. Gleichzeitig soll mit einer Verwendung von Esperanto vermieden werden, dass eine der EU-Sprachen "die anderen Sprachen voll und ganz beherrscht".

Bonino unterstützt Untersuchung von Esperanto

Der Antrag zu Esperanto ist ein Änderungsantrag zu einem Bericht des Italieners Dell'Alba zur Mehrsprachigkeit im Europa-Parlament anlässlich der EU-Erweiterung. Der Esperanto-Antrag wird von Dell'Alba selbst und 37 weiteren Europaparlamentariern unterstützt, unter anderem von der früheren EU-Kommissarin Emma Bonino (Änderungsantrag 7 zum Bericht Dell'Alba A5 0153/2004). Die nun erneut vorgelegte Passage war in einer Ausschuss-Sitzung mit knapper Mehrheit aus dem Bericht Dell'Alba gestrichen worden.

Esperanto als "Zukunftsperspektive"

Im Bericht von Dell'Alba an das Europa-Parlament wird Esperanto bereits jetzt im Abschnitt "Zukunftsperspektiven" erwähnt. Eine neutrale Mittlersprache könne eine "Alternative zu dem drohenden Übergewicht einiger der derzeitigen Sprachen bieten, ohne dadurch das sprachliche Erbe, das den Reichtum Europas ausmacht, zu gefährden". Dell'Alba regt an, die Förderung einer solchen Sprache zu erwägen.

Kultur in Esperanto seit über hundert Jahren

Anlässlich des Antrags im Europa-Parlament wurde auch die Frage der Kultur des Esperanto diskutiert. Esperanto-Befürworter verweisen darauf, dass es Esperanto-Literatur und -Theater seit mehr als hundert Jahren gibt und dass die Musik-Produktionen in Esperanto stetig zunehmen.

Zu den gelegentlich geäußerten Zweifeln an der Kultur des Esperanto trug unter anderem die Europäische Kommission in Brüssel durch einen im Internet erhältlichen Text mit Erwähnung von Esperanto bei (Translators’ Confrontations with False Ideas about Language;
Eugene A Nida). Dort wird behauptet, dass Esperanto als eine der EU-Sprachen nicht in Frage komme, da dem Esperanto eine Kultur fehle. Die wiederholten Hinweise der Esperantosprecher haben nicht zu einer Korrektur des Textes geführt, den die Abteilung Dolmetschen und Übersetzen ins Netz gestellt hatte. So wird in Esperanto-Kreisen gelegentlich der Vorwurf laut, dass die EU-Kommission sich auf recht merkwürdige Weise gegen die internationale Sprache Esperanto wende.

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Der Bericht zur Mehrsprachigkeit (A5 0153/2004) enthält in der Einleitung derzeit den Absatz

D. in der Erwägung, dass die Überlegungen über die besten Mittel und Wege zur Wahrung der Vielfalt und des Reichtums Europas im kulturellen und sprachlichen Bereich fortgeführt werden müssen

(Im Internet ist Änderungsantrag 7 noch nicht angefügt.)

Nach dem Änderungsantrag 7 wäre dies zu ergänzen gewesen durch:

(...) wobei insbesondere zu prüfen ist, ob die parallele Einführung einer neutralen Relais-Sprache, wie beispielsweise Esperanto, nicht dazu angetan wäre, zur Beibehaltung der bestehenden Sprachen beizutragen, und gleichzeitig zu vermeiden, dass die eine oder andere dieser Sprachen nicht nur eine überragende Rolle spielt, sondern die anderen Sprachen voll und ganz beherrscht,

Der letzte Abschnitt im Bericht Dell'Alba lautet:

Zukunftsperspektiven

Im Rahmen der Überlegungen über die Problematik der Mehrsprachigkeit, denen der Wille zur Wahrung der Vielfalt und des Reichtums der Europäischen Union im kulturellen und sprachlichen Bereich zugrunde liegt, möchte der Berichterstatter abschließend anregen, dass der Denkprozess über die Förderung einer neutralen Relais-Sprache, wie beispielsweise Esperanto, fortgeführt werden sollte. Eine solche Sprache könnte die transkulturelle Kommunikation fördern und eine Alternative zu dem drohenden Übergewicht einiger der derzeitigen Sprachen bieten, ohne dadurch das sprachliche Erbe, das den Reichtum Europas ausmacht, zu gefährden.

 

In Ungarn: "Esperanto lebt"

28.03.2004

Die Fachleute des ungarischen Ministeriums für Unterricht haben festgehalten, dass Esperanto zu den lebenden Sprachen gehört. Außer der moralischen Unterstützung hat die Feststellung auch praktische Konsequenzen für Esperanto.

In Ungarn brauchen Studenten an Hochschulen eine, an Universitäten zwei Sprachprüfungen aus "lebenden" Sprachen, um ihr Diplom zu erhalten. Derzeit wird Esperanto hierbei von etwa 5 Prozent der Studenten gewählt - die Sprache hat den dritten Platz nach Englisch und Deutsch.

Wegen der Veränderungen im Schulsystem haben die Studenten, die derzeit ihr Studium beginnen oder beenden, oft gar keinen Sprachennachweis. Für sie ist Esperanto wegen seiner raschen Erlernbarkeit eine große Hilfe.

Das Ministerium hat seine Auffassung als Rundbrief an alle Universitäten und Hochschulen gesendet, was praktisch eine Verpflichtung bedeutet, auch Esperanto für die Sprachprüfung anzuerkennen.

 

Esperanto als Mittlersprache im Europa-Parlament

16.03.2004

Der Europa-Abgeordnete Gianfranco Dell'Alba hat die Prüfung einer möglichen Rolle des Esperanto als Mittlersprache im Europäischen Parlament in einem Bericht zur Mehrsprachigkeit angeregt (A5-0153/2004). Unter "Zukunftsperspektiven" meinte er, "dass der Denkprozess über die Förderung einer neutralen Relais-Sprache, wie beispielsweise Esperanto, fortgeführt werden sollte".

Förderung der europäischen Kommunikation durch Esperanto

Dell'Alba schreibt weiter, "eine solche Sprache könnte die transkulturelle Kommunikation fördern und eine Alternative zu dem drohenden Übergewicht einiger der derzeitigen Sprachen bieten, ohne dadurch das sprachliche Erbe, das den Reichtum Europas ausmacht, zu gefährden." ( Bericht als pdf-Dokument)

Kann Esperanto zum Schutz der Sprachen beitragen?

An anderer Stelle wurde die Anregung, die mögliche Einführung einer neutralen Relais-Sprache wie Esperanto zu prüfen, auf Antrag von Michael Gahler, Ingo Friedrich und Georges Berthu in einer Ausschuss-Sitzung am 16. März aus dem Entwurf gestrichen - die Abstimmung war mit 14 zu 12 Stimmen vergleichsweise knapp. In ihrem Änderungs-Antrag äußern die CDU-Mitglieder Gahler und Friedrich, Sprache untermauere die Kultur und Esperanto könne dies nicht leisten.

Hundert Jahre Esperanto-Kultur

Angesichts von mehr als hundert Jahren Esperanto-Kultur, etwa 200 Esperanto-Büchern jährlich und einer lebendigen Musik-Kultur in Esperanto hat diese Aussage zur Kultur ihrer Sprache unter Esperantosprechenden für erhebliche Verwirrung gesorgt.

Grußwort von Dr. Friedrich zu Esperanto-Kongress

Zum 80. Deutschen Esperanto-Kongress im Juni 2003 hatte Dr. Ingo Friedrich als Vizepräsident des Europa-Parlaments ein Grußwort geschickt, in dem er bedauerte, nicht persönlich teilnehmen zu können. Mit Bezug auf die anstehende Ost-Erweiterung der Europäischen Union wies er daraufhin, dass kulturelle Vielfalt eine Vorbedingung für Frieden sei. Esperanto bezeichnete Dr. Ingo Friedrich als Wegweiser auf dem langen Weg zu Verständigung und Integration in der kleiner gewordenen Welt.

[reago]

 

Anfrage zu Esperanto im Europa-Parlament

27.02.2004

"Beabsichtigt die Europäische Kommission die Mitgliedsstaaten aufzufordern oder selbst aktiv zu werden," um entsprechend der UNESCO-Empfehlung 23 C/114 "Studienprogramme zum Sprachenproblem und zu Esperanto in die Schulen und Hochschulen einzuführen?" heißt es in einer schriftlichen Anfrage des Europa-Parlamentariers Marco Cappato. Er verweist auf die mehr als hundertjährige Geschichte des Esperanto, das weltweit gesprochen werde. Cappato unterstreicht, dass es sich bei Esperanto nicht darum handele, eine neue Sprache zu schaffen - offensichtlich in Bezug auf eine entsprechende Äußerung des EU-Kommissionsmitglied Viviane Reding vom 13. Januar 2004, die gerade dies behauptet hatte.

Anlass für die Anfrage ist die Diskussion um die Gleichberechtigung der Sprachen und Kulturen in Europa - Cappato verweist auf die Übermacht des Englischen im Bereich der Kulturproduktion und der Wirtschaft. Die bisherige Sprachpolitik der Europäischen Kommission bezeichnet er als ineffektiv. Cappato stellt weiter die Frage, auf welche Weise die Kommission die sprachliche und kulturelle Gleichheit in Europa zu gewährleisten beabsichtigt.

[lingvo]

 

Politische Parteien für Esperanto

13.01.2004

In Frankreich bereiten sich Esperantosprecher und andere auf die Wahlen der Europäischen Union 2004 unter dem Namen "Europa - Demokratie - Esperanto" vor. Nach der Vorstellung des Programms im Internet möchten sie sich für "Europa für Dialog, Esperanto für Verständigung" einsetzen. Das Programm enthält die folgenden Punkte.


  • Für wirkliche Demokratie in Europa

  • Für die Unterstützung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt

  • Für ein Europa ohne Vormachtstellung der USA, seiner Sprache und Kultur

  • Für ein starkes Europa in Forschung, weltweitem Handel und Diplomatie

  • Für ein Europa mit begrenzter Technokratie

  • Für die Nutzung der internationalen Sprache Esperanto, einfach und wirkungsvoll, mit der sich jeder Bürger in internationalen Debatten verständigen kann

  • Damit Europa Vorbild der Solidarität zwischen den Völkern wird

  • Damit Europa Modell der Integration zwischen Kulturerbe und Modernität wird

Außer dieser neuen Partei haben bisher auch die - hauptsächlich italienische - Partei der Radikalen sowie - in einigen Resolutionen europäischer Konferenzen - die Grünen für Esperanto plädiert oder es zumindest als erwägenswert erwähnt.

 

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