Über Esperanto
Der Erfolg von Esperanto

25.04.2012

Inwiefern hat Esperanto Erfolg gehabt, was ist nicht gelungen? Während Außenstehende gelegentlich den Erfolg bezweifeln, nutzen Esperantosprecher ihre Sprache mit viel Freude; sie sehen zwar, dass eine bessere Entwicklung wünschenswert gewesen wäre, freuen sich aber vor allem an dem Erreichten.

Betrachtet man Esperanto und die Aktivitäten für Esperanto genauer, kann man (zumindest) drei Projekte unterscheiden:

- Zum einen das Projekt, Esperanto als allgemeine internationale Sprache einzuführen, indem die Regierungen hierüber einen gemeinsamen Beschluss fassen - z.B. im Rahmen der UNO oder der EU (in Esperanto gelegentlich als „desuprismo“ bezeichnet).

- Zum zweiten das Projekt, Esperanto ebenfalls als allgemeine internationale Sprache einzuführen, allerdings als Ergebnis einer immer weiter zunehmenden Verbreitung unter der Bevölkerung (als „desubismo“ bezeichnet).

- Zum dritten das Projekt, Esperanto als Sprache einer internationalen Gemeinschaft von Esperantosprechern zu etablieren; hierbei ist zunächst die Größe der Sprachgemeinschaft nicht das Wesentliche, es ist nur notwendig, dass sie ausreichend groß ist, um eine entsprechende Infrastruktur aufrechtzuerhalten und z.B. Bücher oder Internetseiten anzubieten.

In seiner Kongressrede in Washington 1910 hat der Schöpfer des Esperanto, Ludwig Zamenhof, zu den ersten beiden Projekten ausgeführt:

"Das Ziel, für das wir arbeiten, kann auf zwei Wegen erreicht werden: Entweder durch die Arbeit von Privatpersonen, d.h. der Volksmassen, oder durch Dekret der Regierungen. Vermutlich wird unsere Sache auf dem ersten Wege erreicht werden, da die Regierungen zu einer Sache wie der unsrigen gewöhnlich erst dann mit ihrer Bestätigung und Hilfe kommen, wenn alles bereits fertig ist."

Diese Vermutung von Zamenhof hat sich in den folgenden Jahrzehnten bestätigt: Die Unterstützung von Esperanto durch Regierungen war eher gering - es gab sogar Verbote, z.B. in Nazideutschland, in Spanien unter Franco oder in der DDR, sowie Verfolgungen von Esperantosprechern wie in der Sowjetunion. Auch demokratische Regierungen beteiligen sich bis heute an einer Benachteiligung des Esperanto – so schließt der von der Bundesregierung und den Kultusministerien der Länder unterstützte „Bundeswettbewerb Fremdsprachen“ Esperanto als Wettbewerbssprache aus ("Nicht erlaubt sind Kunst- oder Plansprachen."). Bemerkenswert ist demgegenüber die seit Jahrzehnten anhaltende Unterstützung von Esperanto durch die chinesische Regierung, die Esperanto z.B. als eine von zehn Sprachen ihres Internet-Informationszentrums gewählt hat.

Vor kurzem hat Bernd Ingmar Gutberlet ein Buch über gescheiterte Projekte veröffentlicht ("Grandios gescheitert: Misslungene Projekte der Menschheitsgeschichte"), über das er am 23. 4. in einem Gespräch mit dem Deutschlandradio sprach. Er hält das oben als erstes angeführte Projekt, Esperanto durch Beschluss von Regierungen einzuführen, für gescheitert – eine Auffassung, die der von Zamenhof vor hundert Jahren geäußerten Vermutung entspricht.

Zu den beiden anderen Projekten – Esperanto als Sprache einer internationalen Sprachgemeinschaft zu etablieren und diese dann solange zu vergrößern, bis Esperanto die international am meisten verwendete Sprache ist – nimmt der Autor zumindest in dem Radiogespräch nicht Stellung. Es ist wohl unstrittig, dass die Etablierung einer internationalen Sprachgemeinschaft gelungen ist, zumal Esperanto heute in praktisch jeder Liste der fünfzig international am meisten verwendeten Sprachen auftaucht und z.B. in Projekten wie Wikipedia, Facebook, Google oder TED genutzt wird.

Ob die Verwendung von Esperanto in der Zukunft soweit zunehmen wird, dass Esperanto die wichtigste internationale Sprache wird, ist vermutlich eine heute nicht entscheidbare Frage. Sprachen verbreiten sich in der Regel relativ langsam, weil ihr Erlernen großen zeitlichen Aufwand erfordert und weil sie im wesentlichen nur zwischen dem zehnten und dreißigsten Lebensjahr gelernt werden. So ist auch zu erklären, dass z.B. das Englische seit seiner Entstehung etwa 1500 Jahre gebraucht hat, bis es im Verlaufe des zwanzigsten Jahrhunderts zur wichtigsten internationalen Sprache wurde.

Bezüglich Esperanto ist festzustellen, dass seine Verwendung zumindest in den vergangenen vier Jahrzehnten erheblich zugenommen hat - etwa im Bereich der Musik, der internationalen Esperanto-Veranstaltungen sowie außerhalb von Europa. Die ungarische Volkszählung, die bei der Erfassung von Fremdsprachenkenntnissen auch Esperanto berücksichtigt, verzeichnet eine Verdoppelung der Anzahl der Esperantosprecher von 1990 bis 2001.

Als Hinweis auf die angeblich geringe Bedeutung von Esperanto führt die Interviewerin an, dass Esperanto hauptsächlich als Hobby verwendet wird, nicht aber im Beruf. Dies unterscheidet Esperanto allerdings kaum von anderen Sprachen: Nach einer Untersuchung der Europäischen Kommission ("Europäer und Sprachen") verwenden die Europäer ihre Fremdsprachen in erster Linie "beim Urlaub im Ausland" (45 %). "Die erste Fremdsprache wird ferner bei folgenden Gelegenheiten verwendet (alle von ungefähr 20 % der Befragten genannt)":
• Filme/Fernsehen;
• Gespräche am Arbeitsplatz;
• Bücher/Zeitungen und
• Gespräche mit Freunden.
Die berufliche Verwendung macht also auch bei anderen Sprachen nur einen eher kleinen Teil der Sprachnutzung aus.

Louis v. Wunsch-Rolshoven, EsperantoLand

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