zum Thema "parlament" 

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Antrag zu Esperanto im Europa-Parlament

02.04.2004

Am Donnerstag, 1. April 2004, wurde im Plenum des Europa-Parlaments in Straßburg zum ersten Mal über eine mögliche Rolle der internationalen Sprache Esperanto als zusätzliche Mittlersprache im Parlament abgestimmt - der Änderungsantrag mit der Erwähnung einer Rolle für Esperanto wurde jedoch abgelehnt. Allerdings wurde Esperanto unter den Zukunftsperspektiven erwähnt.

Der Antrag war vorläufiger Höhepunkt der Bemühungen zu Esperanto auf europäischer Ebene mit bisher etwa zwei Dutzend schriftlichen Anfragen und einzelnen Anträgen.

Erhalt der Sprachen

Der Antrag regte eine Untersuchung an, ob die parallele Einführung einer neutralen Mittlersprache wie Esperanto "zum Erhalt der bestehenden Sprachen beitragen" könnte. Gleichzeitig soll mit einer Verwendung von Esperanto vermieden werden, dass eine der EU-Sprachen "die anderen Sprachen voll und ganz beherrscht".

Bonino unterstützt Untersuchung von Esperanto

Der Antrag zu Esperanto ist ein Änderungsantrag zu einem Bericht des Italieners Dell'Alba zur Mehrsprachigkeit im Europa-Parlament anlässlich der EU-Erweiterung. Der Esperanto-Antrag wird von Dell'Alba selbst und 37 weiteren Europaparlamentariern unterstützt, unter anderem von der früheren EU-Kommissarin Emma Bonino (Änderungsantrag 7 zum Bericht Dell'Alba A5 0153/2004). Die nun erneut vorgelegte Passage war in einer Ausschuss-Sitzung mit knapper Mehrheit aus dem Bericht Dell'Alba gestrichen worden.

Esperanto als "Zukunftsperspektive"

Im Bericht von Dell'Alba an das Europa-Parlament wird Esperanto bereits jetzt im Abschnitt "Zukunftsperspektiven" erwähnt. Eine neutrale Mittlersprache könne eine "Alternative zu dem drohenden Übergewicht einiger der derzeitigen Sprachen bieten, ohne dadurch das sprachliche Erbe, das den Reichtum Europas ausmacht, zu gefährden". Dell'Alba regt an, die Förderung einer solchen Sprache zu erwägen.

Kultur in Esperanto seit über hundert Jahren

Anlässlich des Antrags im Europa-Parlament wurde auch die Frage der Kultur des Esperanto diskutiert. Esperanto-Befürworter verweisen darauf, dass es Esperanto-Literatur und -Theater seit mehr als hundert Jahren gibt und dass die Musik-Produktionen in Esperanto stetig zunehmen.

Zu den gelegentlich geäußerten Zweifeln an der Kultur des Esperanto trug unter anderem die Europäische Kommission in Brüssel durch einen im Internet erhältlichen Text mit Erwähnung von Esperanto bei (Translators’ Confrontations with False Ideas about Language;
Eugene A Nida). Dort wird behauptet, dass Esperanto als eine der EU-Sprachen nicht in Frage komme, da dem Esperanto eine Kultur fehle. Die wiederholten Hinweise der Esperantosprecher haben nicht zu einer Korrektur des Textes geführt, den die Abteilung Dolmetschen und Übersetzen ins Netz gestellt hatte. So wird in Esperanto-Kreisen gelegentlich der Vorwurf laut, dass die EU-Kommission sich auf recht merkwürdige Weise gegen die internationale Sprache Esperanto wende.

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Der Bericht zur Mehrsprachigkeit (A5 0153/2004) enthält in der Einleitung derzeit den Absatz

D. in der Erwägung, dass die Überlegungen über die besten Mittel und Wege zur Wahrung der Vielfalt und des Reichtums Europas im kulturellen und sprachlichen Bereich fortgeführt werden müssen

(Im Internet ist Änderungsantrag 7 noch nicht angefügt.)

Nach dem Änderungsantrag 7 wäre dies zu ergänzen gewesen durch:

(...) wobei insbesondere zu prüfen ist, ob die parallele Einführung einer neutralen Relais-Sprache, wie beispielsweise Esperanto, nicht dazu angetan wäre, zur Beibehaltung der bestehenden Sprachen beizutragen, und gleichzeitig zu vermeiden, dass die eine oder andere dieser Sprachen nicht nur eine überragende Rolle spielt, sondern die anderen Sprachen voll und ganz beherrscht,

Der letzte Abschnitt im Bericht Dell'Alba lautet:

Zukunftsperspektiven

Im Rahmen der Überlegungen über die Problematik der Mehrsprachigkeit, denen der Wille zur Wahrung der Vielfalt und des Reichtums der Europäischen Union im kulturellen und sprachlichen Bereich zugrunde liegt, möchte der Berichterstatter abschließend anregen, dass der Denkprozess über die Förderung einer neutralen Relais-Sprache, wie beispielsweise Esperanto, fortgeführt werden sollte. Eine solche Sprache könnte die transkulturelle Kommunikation fördern und eine Alternative zu dem drohenden Übergewicht einiger der derzeitigen Sprachen bieten, ohne dadurch das sprachliche Erbe, das den Reichtum Europas ausmacht, zu gefährden.

 

Esperanto als Mittlersprache im Europa-Parlament

16.03.2004

Der Europa-Abgeordnete Gianfranco Dell'Alba hat die Prüfung einer möglichen Rolle des Esperanto als Mittlersprache im Europäischen Parlament in einem Bericht zur Mehrsprachigkeit angeregt (A5-0153/2004). Unter "Zukunftsperspektiven" meinte er, "dass der Denkprozess über die Förderung einer neutralen Relais-Sprache, wie beispielsweise Esperanto, fortgeführt werden sollte".

Förderung der europäischen Kommunikation durch Esperanto

Dell'Alba schreibt weiter, "eine solche Sprache könnte die transkulturelle Kommunikation fördern und eine Alternative zu dem drohenden Übergewicht einiger der derzeitigen Sprachen bieten, ohne dadurch das sprachliche Erbe, das den Reichtum Europas ausmacht, zu gefährden." ( Bericht als pdf-Dokument)

Kann Esperanto zum Schutz der Sprachen beitragen?

An anderer Stelle wurde die Anregung, die mögliche Einführung einer neutralen Relais-Sprache wie Esperanto zu prüfen, auf Antrag von Michael Gahler, Ingo Friedrich und Georges Berthu in einer Ausschuss-Sitzung am 16. März aus dem Entwurf gestrichen - die Abstimmung war mit 14 zu 12 Stimmen vergleichsweise knapp. In ihrem Änderungs-Antrag äußern die CDU-Mitglieder Gahler und Friedrich, Sprache untermauere die Kultur und Esperanto könne dies nicht leisten.

Hundert Jahre Esperanto-Kultur

Angesichts von mehr als hundert Jahren Esperanto-Kultur, etwa 200 Esperanto-Büchern jährlich und einer lebendigen Musik-Kultur in Esperanto hat diese Aussage zur Kultur ihrer Sprache unter Esperantosprechenden für erhebliche Verwirrung gesorgt.

Grußwort von Dr. Friedrich zu Esperanto-Kongress

Zum 80. Deutschen Esperanto-Kongress im Juni 2003 hatte Dr. Ingo Friedrich als Vizepräsident des Europa-Parlaments ein Grußwort geschickt, in dem er bedauerte, nicht persönlich teilnehmen zu können. Mit Bezug auf die anstehende Ost-Erweiterung der Europäischen Union wies er daraufhin, dass kulturelle Vielfalt eine Vorbedingung für Frieden sei. Esperanto bezeichnete Dr. Ingo Friedrich als Wegweiser auf dem langen Weg zu Verständigung und Integration in der kleiner gewordenen Welt.

[reago]

 

Anfrage zu Esperanto im Europa-Parlament

27.02.2004

"Beabsichtigt die Europäische Kommission die Mitgliedsstaaten aufzufordern oder selbst aktiv zu werden," um entsprechend der UNESCO-Empfehlung 23 C/114 "Studienprogramme zum Sprachenproblem und zu Esperanto in die Schulen und Hochschulen einzuführen?" heißt es in einer schriftlichen Anfrage des Europa-Parlamentariers Marco Cappato. Er verweist auf die mehr als hundertjährige Geschichte des Esperanto, das weltweit gesprochen werde. Cappato unterstreicht, dass es sich bei Esperanto nicht darum handele, eine neue Sprache zu schaffen - offensichtlich in Bezug auf eine entsprechende Äußerung des EU-Kommissionsmitglied Viviane Reding vom 13. Januar 2004, die gerade dies behauptet hatte.

Anlass für die Anfrage ist die Diskussion um die Gleichberechtigung der Sprachen und Kulturen in Europa - Cappato verweist auf die Übermacht des Englischen im Bereich der Kulturproduktion und der Wirtschaft. Die bisherige Sprachpolitik der Europäischen Kommission bezeichnet er als ineffektiv. Cappato stellt weiter die Frage, auf welche Weise die Kommission die sprachliche und kulturelle Gleichheit in Europa zu gewährleisten beabsichtigt.

[lingvo]

 

"Übergang zu Esperanto wäre nicht möglich"

29.10.2003

"Der enorme Wandel in den Bereichen Kultur, Erziehung und Sprache, den die Einführung von Esperanto als Hauptsprache erfordern würde, wäre einfach nicht möglich", heißt es in einer internen Argumentationshilfe aus Brüssel für Neil Kinnock, Mitglied der EU-Kommission und zuständig für Übersetzen und Dolmetschen. Kinnock soll durch den Text auf Fragen von Journalisten zur zukünftigen Sprachpolitik der Europäischen Union vorbereitet werden.

Englisch als nichtoffizielle EU-Arbeitssprache

Die derzeitigen Überlegungen in der EU-Kommission scheinen darauf hinauszulaufen, das Englische als nichtoffizielle Arbeitssprache zu etablieren - und so die Vielsprachigkeit der Europäischen Union mit möglichst geringem Aufwand zu erhalten. Das Englische ist mittlerweile schon die einzige Brückensprache für die Dolmetscher bei Debatten im Europäischen Parlament und die am häufigsten verwendete Sprache für wichtige Dokumente. Die Bürger Europas bekunden zunehmend ihre Unruhe bezüglich der Zukunft ihrer Sprachen auch für Film, Musik, Universität oder als Arbeitssprache in großen Unternehmen.

Neue Argumentationslinie

Mit der Feststellung, der Wandel zu Esperanto wäre "einfach nicht möglich", würde die EU-Kommission eine neue Argumentationslinie einschlagen - bisher wurden in der Regel vorhandene oder nicht vorhandene Eigenschaften des Esperanto als Argument dagegen angeführt. Nach der Behauptung, der Übergang zu Esperanto wäre zu aufwendig, wird vermutlich die Frage auftauchen, auf welche Studien sich diese Aussage denn stütze und welche Mittel ein möglicher Wandel zu Esperanto erfordere. Es bleibt abzuwarten, welche Antworten hierauf gegeben werden.

Esperanto im täglichen Leben

Neil Kinnock, der vor zwei Jahrzehnten Mitglied der Esperanto-Parlaments-Gruppe in Großbritannien war, äußert sich heute in offiziellen Stellungnahmen skeptisch zu Esperanto. Er schrieb im vergangenen Jahr zu dieser internationalen Sprache: "Die Benutzung einer Sprache, die nicht im täglichen Leben benutzt wird, würde das Risiko mit sich bringen, dass man nicht die breite Vielfalt der Mitteilungen und Ideen übermitteln könnte, die bei Sitzungen ausgedrückt werden." Dieses Argument wird im Laufe der Jahre weiter an Bedeutung verlieren, wenn die praktische Verwendung des Esperanto bei internationalen Veranstaltungen und im Internet weiter wie in den vergangenen Jahrzehnten zunimmt. Jedenfalls ist das Argument durch die Esperantosprecher kaum mit Worten aus der Welt zu schaffen, sondern nur mit einer weiteren Ausweitung der Esperanto-Anwendung.

[Ondo de Esperanto]

 

Nein zum Krieg im Irak!

13.02.2003

Ne al militoj! Der "Anationale Weltbund", eine übernationale politische Vereinigung von Esperantosprechern, hat sich mit einer Erklärung "Ne al militoj!" (Nein zu Kriegen!) gegen den drohenden Krieg im Irak ausgesprochen. Der Anationale Weltbund erklärt "erneut seine Gegnerschaft zu allen Kriegen und zum jetzt gegen den Irak vorbereiteten Krieg".

Unterschriften im Internet

Der Erklärung, die ins Deutsche und bisher sechs weitere Sprachen übersetzt ist, können Einzelpersonen auf einem Formular zustimmen und gleichzeitig eigene Ergänzungen - in beliebiger Sprache - eintragen. Die Zustimmung wird - wenn der Zustimmende dies möchte - auf einer weiteren Internet-Seite veröffentlicht.

Die Antikriegs-Erklärung des Anationalen Weltbunds (Sennacieca Asocio Tutmonda, SAT) wurde in mehreren esperantosprachigen Mailing-Listen veröffentlicht. Bisher haben ihr schon einige bekannte Esperantosprecher als Privatperson zugestimmt, unter anderem Renato Corsetti, der Vorsitzende des Esperanto-Weltbundes. Es ist geplant, die Erklärung mit den Zustimmungen an verschiedene Organisationen zu versenden.

Anti-Kriegs-Tradition der Esperanto-Sprachgemeinschaft

Seit der Veröffentlichung des Esperanto 1887 haben sich viele Esperantosprecher gegen Kriege eingesetzt. Der Begründer der internationalen Sprache, Ludwig Zamenhof, hatte Esperanto vor allem zur Förderung der internationalen Verständigung und des Friedens unter den Völkern geschaffen. Eine Internationale Esperanto-Friedensgesellschaft wurde schon 1905 gegründet. Bis heute lehnen viele Esperantosprecher Krieg als Mittel der internationalen Auseinandersetzung ab.

Die Erklärung im Wortlaut:

Nein zu Kriegen!

Der Vollzugsausschuss des Anationalen Weltbundes (Sennacieca Asocio Tutmonda)

ERKLÄRT erneut seine Gegnerschaft zu allen Kriegen und zum jetzt gegen den Irak vorbereiteten Krieg, der zu einem weltweiten Konflikt führen könnte;

ERINNERT an die Opposition unseres Bundes gegen jede Hegemonie eines Staates, eines Volkes, einer Gruppe oder eines Einzelnen gegenüber anderen, und zwar auf jeder Ebene - der politischen, wirtschaftlichen, finanziellen und kulturellen (auch sprachlichen) - die den Menschenrechten und der schlichten Vernunft zuwiderläuft;

UNTERSTÜTZT die Weltsozialforen in der Überzeugung, dass eine andere Welt möglich ist;

ERSUCHT die Mitgliedsstaaten der UNO, Mitglieder der Parlamente aller Länder, Vertreter von Staaten, Parteien, Gewerkschaften, Verbände, religiöse und philosophische Bewegungen, den selbstzerstörerischen Wahnsinn der Hitzköpfe zu stoppen, die nicht imstande sind, an eine lebenswerte Zukunft und an künftige Generationen zu denken.

SAT-Vollzugsausschuss

[SAT]

 

Grünen-Dachverband erwähnt erneut Esperanto

30.05.2002

Beim 3. Kongress der Europäischen Grünen in Berlin wurde Esperanto in zwei Resolutionen als mögliche Lösung des EU-Sprachenproblems erwähnt. In der Resolution zu "Sprachenrechten von Minderheiten und Sprachregelung in den EU-Institutionen" wird der EU-Kommission vorgeschlagen, "die neutrale internationale Sprache Esperanto als gemeinsame Sprache" einzuführen, zunächst intern bei den Dolmetschern und Übersetzern. In der Resolution "Gefährdete Sprachen" wird Bezug genommen auf einen Beschluss aus dem Jahre 1999, nach dem Esperanto als mögliche europäische Sprache berücksichtigt werden soll. Bei dem Grünen-Kongress vom 17. bis 19. Mai in Berlin wurde auch ein Workshop zum Thema "Esperanto/Sprachenfrage" angeboten.

Esperanto als offizielle EU-Sprache?

In der Resolution der Europäischen Grünen aus dem Jahre 1999 wird gefordert, dass die internationale Sprache Esperanto eine der offiziellen Sprachen im Europa-Parlament und in den EU-Institutionen werden soll, wenn das Prinzip der Gleichberechtigung der EU-Sprachen aufgegeben wird. Es ist zu fragen, ob dieser Zustand bereits eingetreten ist, da es innerhalb der EU-Institutionen mehr und mehr üblich ist, Dokumente zunächst nur in Englisch und Französisch vorzulegen. Auch Ausschreibungen für Firmen erfolgen mehr und mehr nur in diesen Sprachen. Wird also demnächst die Einführung von Esperanto als offizieller EU-Sprache gefordert werden?

Esperanto-Verwendung wächst mit zehn Prozent jährlich

Die gelegentliche Zurückhaltung gegenüber Esperanto als möglicher Sprache für die europäische Verständigung ist teilweise darauf zurückzuführen, dass der Fortschritt der praktischen Verwendung des Esperanto in der Öffentlichkeit noch nicht wahrgenommen wird. Die Teilnehmerzahlen regionaler internationaler Esperanto-Veranstaltungen aus den letzten dreißig Jahren belegen jedoch eine jährliche Steigerung von etwa 10 Prozent in diesem Zeitraum. Parallel dazu nimmt der Gebrauch des Esperanto im Internet, bei Computerprogrammen und im Bereich der Musik spürbar und stetig zu.

[e-inf; eig. Bericht]

 

Schüler aus ganz Europa in Straßburg

28.03.2002

Unter den 400 Schülern, die sich Mitte März in Straßburg zu "Euroscola 2" trafen, befand sich auch eine 35-köpfige Esperanto-Delegation. Bei dem Treffen wurde den Schülern die Arbeit des EuropäischenParlaments durch eigenes Erleben vermittelt: So durften die Schüler am 19. März im Parlamentsgebäude zusammensitzen und im Plenum und in Arbeitsgruppen diskutieren. Das Spiel "Eurogame" mit international gemischten Teams veranschaulichte Probleme und Chancen europäischer Zusammenarbeit.

[NUN]

 

Baltisches Esperanto-Forum in Königsberg/Kaliningrad

28.03.2002

Im Rahmen des Baltischen Esperanto-Forums vom 14. bis zum 18. Juli werden mehrere Vorträge und eine Podiumsdiskussion zur Geschichte, zur Gegenwart und zur weiteren Entwicklung von Königsberg/Kaliningrad angeboten. Besondere Beachtung wird dabei der Rolle von Königsberg in seiner Position zwischen Mitteleuropa, Rußland und den baltischen Ländern geschenkt.

Seminar über Literaturkritik

Im Kulturprogramm des "Balta Esperanto-Forumo" finden sich ein Überblick über die esperantosprachigen Kultur-Zeitschriften, ein Seminar über Literaturkritik sowie Vorträge zu einzelnen Esperanto-Autoren wie Vladimir Varankin, der mit "Metropoliteno" (U-Bahn) bekannt wurde. An dem baltischen Esperanto-Forum werden mehrere Redakteure und Mitarbeiter der Zeitschrift "Ondo de Esperanto" und des Verlags "Sezonoj" teilnehmen sowie Stasys Kruz'inauskas, Mitglied des litauischen Parlaments.

Stadtführungen und Ausflüge zu den Badestädtchen an der Ostsee - Cranz/Zelenogradsk feiert in diesem Jahr seinen 750. Geburtstag - erlauben ein wenig Entspannung und das Kennenlernen dieser ehemals deutschen Region. Nähere Informationen zum Baltischen Esperanto-Forum in Esperanto beim Verlag "Sezonoj", sezonoj@gazinter.net.

 

Der Euro - ein Esperanto-Vorschlag aus dem Jahr 1934

04.01.2002

Die Vereinigung Promeuro hat auf einer in Rumänien herausgegebenen Esperanto-Postkarte den ersten bekannten Aufruf für eine gemeinsame europäische Währung ausfindig gemacht. Die Postkarte wurde in Spanien am 13. September 1934 abgestempelt und an einen französischen Esperantosprecher in Fontenay-sous-Bois gesandt. Promeuro wurde 1990 gegründet, um die Bürger mit einer gemeinsamen europäischen Währung vertraut zu machen. Die Vereinigung wurde laut Selbstdarstellung von führenden Mitarbeitern der Europäischen Investitionsbank (EIB),der Europäischen Kommission und Europäischer Banken ins Leben gerufen.

Im rumänischen Timisoara von einer Europa-orientierten Esperanto-Gruppe USE-EHO herausgegeben, trägt die Postkarte in Esperanto die folgende Aufschrift; eine europäische Währung wird in Punkt 4 gefordert.

"Europäer!

  1. Trotz allem: Habt Vertrauen in die Europäische Vereinigung.
  2. Wählt bei nationalen Wahlen nur eine Partei, die für die Schaffung einer einheitlichen europäischen Wirtschaftszone kämpft.
  3. Verbreitet die Idee der Schaffung eines Gemeinsamen Parlaments der europäischen nationalen Parlamente.
  4. Fordert die Schaffung einer gemeinsamen Europäischen Armee und die Einführung einer gemeinsamen Europäischen Währung.
  5. Fordert Autonomie für die Staaten, die Provinzen und die Städte in den Vereinigten Staaten von Europa.
  6. Lernt "europäisch".
  7. Achtet auch die Nationalität der anderen.
  8. Kämpft für die Entbürokratisierung der Wirtschaft (Privatisierung und Beseitigung der Monopole).
  9. Kämpft für Gesetze und Institutionen, die eine freie gesellschaftliche Entwicklung erlauben, d. h. einen natürlichen Übergang von einer Klasse zur anderen.
  10. Wer für die Europäische Vereinigung kämpft, fördert den Weltfrieden."

(Übersetzung aus dem Esperanto-Text. Original mit französischer oder englischer Übersetzung - jeweils "Illustration 1")

Gemeinsame Währung aus dem Jahr 1907: Spesmilo

Schon im Jahr 1907 wurde die internationale Währung "Spesmilo" in Esperanto-Kreisen vorgeschlagen. Sie wurde vor allem bis zum Ersten Weltkrieg unter Esperantosprechern verwendet. Herbert F. Höveler gründete hierfür in London die "Chekbanko Esperantista". Ein Spesmilo war etwa 2,50 Schweizer Franken wert.

Als fiktive internationale Währung, die das Umrechnen zwischen Einzelwährungen im internationalen Handel erspart, ist der Spesmilo bis heute bei einigen Esperantosprechern und -Institutionen in Gebrauch. Der Spesmilo kennt keine Inflation und benötigt daher keine jährlichen Anpassungen der Preise, da sich sein Wert gegenüber den staatlichen Währungen entsprechend der Inflation verändert.

[esper-inform; SAT-Amikaro]

 

Esperanto-Gruppe im Gefängnis in Minsk

28.12.2001

Im Gefängnis von Minsk in Weissrussland hat sich eine Esperanto-Gruppe um V. Bujak gebildet. V. Bujak, Mitglied des Esperanto-Weltbundes und seit vielen Jahren aktiver Esperantosprecher, wurde im Juni 1996 zu Zeiten des Regimes von Lukaschenko in Weissrussland (Bjelorussland) verhaftet. Er sass danach drei Jahre in Untersuchungshaft ohne Korrespondenz führen zu dürfen, wie er berichtet - ein ähnliches Schicksal hatten einige Parlamentsmitglieder, ein ehemaliger Minister und viele Geschäftsleute.

V. Bujak hatte nach dem Zerfall der Sowjetunion in Weissrussland eine Sportschule für östliche Kampfsportarten gegründet. Später gab er zwei Zeitschriften sowie Bücher heraus, wie er schreibt. Im Jahre 1995 und bis zu seiner Verhaftung im Juni 1996 organisierte Herr Bujak laut seinem Brief auch Musik-Konzerte, eine Konzert-Reise und Sportveranstaltungen.

Ein politisches Urteil?

Im Juni 1999 wurde V. Bujak zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die tatsächlichen Gründe der Verurteilung sind noch unklar - die Bestrafung wird von der Gruppe OBCE als politisches Urteil angesehen. V. Bujak bittet um Unterstützung, um seinen Fall international bekannt zu machen. Herr Bujak sucht ausserdem Korrespondenzpartner für sich und die Mitglieder seiner Esperanto-Gruppe im Minsker Gefängnis und würde sich über Zeitschriften und Literatur in Esperanto sehr freuen. Seine Gefängnisadresse ist V. Bujak, a/k 35-25, str. Kalvarijskaja 36, MINSK, BY-220600, Belarus; die Post dorthin wird zensiert. Post kann auch an die Adresse V. Bujak, Box 27, Postamto, Minsk, BY-22005O Belarus gesendet werden.

[esper-inform]

 

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