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Bundeswettbewerb Fremdsprachen
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kuckividas
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BeitragVerfasst am: Sa Okt 17, 2009 3:37 pm    Titel: Bundeswettbewerb Fremdsprachen Antworten mit Zitat

Egal ob Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch oder Latein- alle Sprachen sind erlaubt.
So steht es in einem Zeitungsartikel.
Leider ist die Anmeldefrist bereits verstrichen (6.Okt.)
Weiß jemand etwas darüber?

[Titel leicht geändert. Lu als Moderator]


Geändert am Mi Nov 04, 2009 12:56 pm von Lu Wunsch-Rolshoven
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Sa Okt 24, 2009 5:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Martin Haase (jetzt Professor für Romanistik in Bamberg) hat als Schüler mit Esperanto an dem Wettbewerb teilgenommen.
Vor Jahren hat man Esperanto und andere Plansprachen vom Wettbewerb ausgeschlossen, was allerdings im ersten Anlauf nicht geklappt hat.
Wenn ich jetzt die Netzseiten des Wettbewerbs anschaue, sehe ich nirgends einen Hinweise, welche Sprachen nicht zugelassen sind.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Nov 02, 2009 1:21 pm    Titel: Bundeswettbewerb Fremdsprachen ohne Esperanto Antworten mit Zitat

Helmut hat Folgendes geschrieben:
Martin Haase (jetzt Professor für Romanistik in Bamberg) hat als Schüler mit Esperanto an dem Wettbewerb teilgenommen.
Vor Jahren hat man Esperanto und andere Plansprachen vom Wettbewerb ausgeschlossen, was allerdings im ersten Anlauf nicht geklappt hat.
Wenn ich jetzt die Netzseiten des Wettbewerbs anschaue, sehe ich nirgends einen Hinweise, welche Sprachen nicht zugelassen sind.


Nach meiner Erinnerung hat sich Martin Haase damals mit Esperanto angemeldet - das wurde aber nicht zugelassen. Leiter des Wettbewerbs war damals ein Prof. Thomas Finkenstaedt aus Augsburg, der über Englisch als internationale Sprache lehrte... Die Ablehnung von Esperanto stand in klarem Widerspruch zum Wettbewerbstext.

Später wurde Esperanto dann explizit vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Für Einzelwettbewerb 1 sind die 11 zugelassenen Sprachen diesmal explizit aufgelistet.

Auf den Seiten des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen Einzelwettbewerb 3 steht: "Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wählen zwei Wettbewerbssprachen. Das können alle Modernen Staats- und Verkehrssprachen (außer Deutsch) und Latein sein." Ich habe gerade eben mit Frau Marion Enders vom Wettbewerb telefoniert: Esperanto ist auch diesmal ausgeschlossen, weil es keine Staatssprache ist; für Latein gilt eine Sonderregelung. Die Damen und Herren vom Sprachwettbewerb wollen Esperanto ganz einfach ausschließen.
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Verschoben: Mi Nov 04, 2009 12:55 pm Uhr von Lu Wunsch-Rolshoven
Von In den Medien und im Internet nach Hauptforum
Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mi Nov 04, 2009 2:54 pm    Titel: Anfrage zu Esperanto im Forum Sprachenwettbewerb Antworten mit Zitat

Ich habe beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen mal im Forum nachgefragt, warum Esperanto ausgeschlossen ist.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Do Nov 12, 2009 10:43 am    Titel: Nachricht bei EsperantoLand. Forum des Wettbewerbs Antworten mit Zitat

Nach der Nachfrage im Forum habe ich auch mit der Wettbewerbsgeschäftsstelle telefoniert und gemailt. Dazu gibt es jetzt eine Nachricht. Im Forum des Wettbewerbs habe ich noch an anderer Stelle was geschrieben und auch eine Antwort bekommen.
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Mo Nov 16, 2009 12:07 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Mi aldonis komenton en la forumo.
Rigardu
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Nov 16, 2009 9:42 pm    Titel: Aus der Sicht eines Regionalbeauftragten des Wettbewerbs Antworten mit Zitat

Harald Schmitz schrieb mir, mit dem Nachsatz "P.S. Wenn Du möchtest, kannst Du diese E-Mail gern als Diskussionsbeitrag bzw. Leserbrief verwenden." Was ich hiermit tue.

Lieber Lu,

danke für die interessante Mail zu Esperanto und dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen (BWF). Zunächst einmal hast Du natürlich Recht, wenn Du eine gewisse Diskriminierung beklagst, weil ein Leitungsgremium des BWF Plansprachen von der Teilnahme am BWF ausgeschlossen hat. Es gibt aber noch weitere Aspekte:

Ich arbeite selbst seit vielen Jahren in einer Jury des BWF mit, und seit zwei Jahren bin ich sogenannter Regionalbeauftragter des BWF für den Regierungsbezirk Köln (moderne Fremdsprachen) und betreue dabei den sogenannten Einzelwettbewerb und den Gruppenwettbewerb; beide Sparten richten sich an ca. 14 - 16-jährige Jugendliche, wobei die Einzelwettbewerbe explizit für leistungsbereite und -fähige Schüler/innen gedacht sind. (Infos)

Die Idee, beim BWF für die Einführung von Esperanto zu plädieren, ist mir als langjähriger Kursleiter und Verfechter dieser Sprache natürlich auch schon vor Jahren gekommen. Ich glaubte und glaube aber, dass ein unüberlegtes Vorpreschen in dieser Frage unserer geliebten internationalen Sprache langfristig mehr schaden als helfen könnte.

Meines Erachtens müsste sichergestellt werden, dass sich genügend Teilnehmer für die Wettbewerbssprache Esperanto finden, und dass diese nicht nur ein, zwar Jahre auftauchen oder alle nur von ein oder zwei Schulen bzw. deren AGs stammen. Darin, dass dies nicht gewährleistet werden kann, sehe ich die größte Gefahr für das Ansehen von Esperanto und seiner Sprecherschaft. Die vermeintlichen oder wirklichen Gegner der lingvo internacia dürfte es mit großer Genugtuung erfüllen, ein solches Scheitern zu beobachten und Spott und Häme über uns auszugießen.

Als Vorstandsmitglied von AGEI bezweifle ich, dass es bundesweit mehr als fünf Schulen mit stabilen Lerngruppen in der oben genannten Altersgruppe gibt, die das geforderte Niveau erreichen. Daran ändern auch die Erfolge einiger sehr lobenswerten „Esperanto-Inseln“ wie Herzberg wenig. Wenn es nur darum geht, sich mal eben zum Spaß mit ein paar „Komencintoj“ oder „Fruaj Progresantoj“ in den Einzelwettbewerb zu wagen, wird man m. E. nach auch leistungsmäßig dort Schiffbruch erleiden. (Beim Gruppenwettbewerb könnte dies anders aussehen, er hat eher Motivationscharakter.)

Das Streben nach der offiziellen Anerkennung von Esperanto durch einen renommierten Wettbewerb wie den BWF ist verständlich, ebenso wie die wahrscheinlich vergebliche Hoffnung, dass das öffentliche Schulwesen doch endlich mal etwas für eine wirklich relativ leicht erlernbare und „gerechte“ Fremdsprache tun möge.

Ich selbst erfreue mich mehr am Zuspruch, den Esperanto in letzter Zeit durch die vielen aufblühenden Treffen und Kongresse erfährt, z.B. die von Dir so hervorragend organisierten Novjara Renkontiĝo und SOMERE, den Aufwind durch das Internet und seine Nutzer, die VHS-Kurse in vielen Orten und die Projektwochen an Schulen etc. Diese Aktivitäten erscheinen mir erfolgversprechender, als irgendwelchen Instanzen hinterherzulaufen und Esperanto wie schales Bier anzubieten.

Samideane kaj sincere,

Harald Schmitz
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Di Nov 17, 2009 12:27 am    Titel: Re: Aus der Sicht eines Regionalbeauftragten des Wettbewerbs Antworten mit Zitat

Harald Schmitz hat Folgendes geschrieben:
Zunächst einmal hast Du natürlich Recht, wenn Du eine gewisse Diskriminierung beklagst, weil ein Leitungsgremium des BWF Plansprachen von der Teilnahme am BWF ausgeschlossen hat.

Wird das von deinen Kollegen, die Fremdsprachen unterrichten oder beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen (BWF) mitarbeiten, eigentlich auch so gesehen? Oder ist denen gar nicht bewusst, dass Esperanto ausgeschlossen ist? Ich würde es ja begrüßen, wenn die was dazu sagen würden...

Harald Schmitz hat Folgendes geschrieben:
Meines Erachtens müsste sichergestellt werden, dass sich genügend Teilnehmer für die Wettbewerbssprache Esperanto finden, und dass diese nicht nur ein, zwar Jahre auftauchen oder alle nur von ein oder zwei Schulen bzw. deren AGs stammen. Darin, dass dies nicht gewährleistet werden kann, sehe ich die größte Gefahr für das Ansehen von Esperanto und seiner Sprecherschaft.

Dann nehmen wir mal ein anderes Beispiel:

Das Gymnasium X in der Kleinstadt Musteringen hat in seinen Aufnahmebedingungen stehen, dass jüdische Schüler nicht aufgenommen werden. Soll man das vorsichtshalber drinstehen lassen, weil es ja ohnehin keine Juden in Musteringen gibt? Macht sich derjenige lächerlich, der das gestrichen haben will, wenn sich dann anschließend keine jüdischen Kinder anmelden?

(Ich weiß, das ist nicht dasselbe. Aber das ist ja bei allen Vergleichen so...)

Harald Schmitz hat Folgendes geschrieben:
Die vermeintlichen oder wirklichen Gegner der lingvo internacia dürfte es mit großer Genugtuung erfüllen, ein solches Scheitern zu beobachten und Spott und Häme über uns auszugießen.

Viel Freude beim Gießen! Sie sollten sich lieber schämen, dass Esperanto bei dem Wettbewerb dreißig Jahre lang diskriminiert war (und sie nichts dazu gesagt haben). (Liegt vielleicht auch an uns, wir haben jahrelang nicht protestiert und es nicht in die Öffentlichkeit und in die Gruppe der Wettbewerbsorganisatoren getragen.)

Wir können nicht unbedingt erwarten, dass nach der Diskriminierung sofort die Esperanto-Schüler aus dem Boden sprießen, das ist klar. Aber ich ertrage lieber ein wenig Spott und Häme, wenn Esperanto zugelassen ist und es jeder bei der Anmeldung in der Sprachenliste sehen kann - als spottfrei zu leben und es ist ausgeschlossen.

Im übrigen denke ich, dass es durchaus den einen oder anderen Schüler gibt, der Esperanto ganz vernünftig beherrscht - aus einer AG oder sonstwo gelernt.

Harald Schmitz hat Folgendes geschrieben:
Als Vorstandsmitglied von AGEI bezweifle ich, dass es bundesweit mehr als fünf Schulen mit stabilen Lerngruppen in der oben genannten Altersgruppe gibt, die das geforderte Niveau erreichen. Daran ändern auch die Erfolge einiger sehr lobenswerten „Esperanto-Inseln“ wie Herzberg wenig. Wenn es nur darum geht, sich mal eben zum Spaß mit ein paar „Komencintoj“ oder „Fruaj Progresantoj“ in den Einzelwettbewerb zu wagen, wird man m. E. nach auch leistungsmäßig dort Schiffbruch erleiden. (Beim Gruppenwettbewerb könnte dies anders aussehen, er hat eher Motivationscharakter.)

Ich halte die Schulen nicht für die wesentliche Stelle, an der Jugendliche Esperanto lernen. AGs ja, das ist was für motivierte Schüler, ganze Klassen unterrichten bringt sehr wenig. Ich kenne kaum Esperantosprecher, die es in der Schule im Unterricht für die ganze Klasse gelernt haben. (Gibt es eigentlich dazu Statistiken? Kurs an Schule/Uni/VHS/Esperanto-Klub/Selbstlerner/...?)

Für Esperanto interessieren sich oft Leute, die hochmotiviert sind und schon ein paar Sprachen sprechen. Ich hab mal Ulrich Görtz geprüft, als der noch auf der Schule war - wir haben die Ohren angelegt und ihm spontan einen Sonderpreis gegeben. (Du kannst davon ausgehen, dass es kein Zufall ist, dass der Nobelpreis bisher fünf Mal an Leute gegangen ist, die Esperanto sprachen oder sprechen. Deutschland hat etwa 80 Nobelpreise kassiert. Das Verhältnis 1:16 ist nicht das, was man nach der reinen Anzahl an Menschen erwarten würde, oder? Ich kenne auch keine Gruppe, wo es von Professoren so wimmelt wie in Esperanto-Kreisen.)

Ergänzend ist Esperanto in höchstens einem Drittel der Zeit zu lernen, die man für andere Sprachen braucht (hast du schon mal von gehört, oder? Wink ) Vergleichen wir also mal: Bis Klasse 10 haben zwei Beispielschüler z.B. 1000 Stunden Englisch intus. Wenn der eine in den Klassen 9 und 10 zusammen 300 Stunden Esperanto lernt, hat der ein besseres Niveau in Esperanto als (er selbst und) der andere in Englisch, es ist ja seine (zumindest) zweite Sprache (eher dritte oder vierte). 300 Stunden sind 30 Tage zu 10 Stunden, also vier Wochen bei Esperanto-Treffen. Oder ein paar Stunden davon selbst lernen, etwas Unterricht, etwas per Internet, Skype...

Jetzt wollen sie beide gut werden für den Wettbewerb. Wenn die Annahme des Faktors drei gilt, dann erreicht der eine mit 30 Extrastunden Esperanto das, was der andere mit 100 Extrastunden Englisch erreicht; und mit 100 Stunden das, wofür der andere 300 Stunden braucht... Sodass ich mir in der Summe nicht so sicher bin, dass ein gut motivierter Schüler mit Esperanto schlechter darsteht als ein anderer gut motivierter Schüler mit Englisch. Oder?

Das Problem ist die Motivation. Wenn man wie in Herzberg klassenweise Esperanto unterrichtet, dann ist natürlich die allgemeine Motivation eher gering. Ich habe Esperanto vor allem am Wochenende gegen eine gewisse Kursgebühr unterrichtet, die Motivation der Teilnehmer war entsprechend hoch, nach drei Wochenenden hatten sie m.o.w. ausgelernt.

Harald Schmitz hat Folgendes geschrieben:
Das Streben nach der offiziellen Anerkennung von Esperanto durch einen renommierten Wettbewerb wie den BWF ist verständlich, ebenso wie die wahrscheinlich vergebliche Hoffnung, dass das öffentliche Schulwesen doch endlich mal etwas für eine wirklich relativ leicht erlernbare und „gerechte“ Fremdsprache tun möge.

a) Ich will keine "offizielle Anerkennung" - ich will nur, dass Esperanto nach denselben Kriterien behandelt wird wie die anderen Sprachen. Eine Beendigung der Diskriminierung - und ich bin erstmal zufrieden.

b) Auch ich habe keine große Hoffnung, dass das öffentliche Schulwesen im allgemeinen wesentliche Dinge für Esperanto tut - ich habe in meinem Leben schon zu viele Politiker, Beamte und öffentliche Angestellte kennengelernt... Aber einzelne Lehrer sind immer hochmotiviert. Die kann man vielleicht dazu überreden, dass sie zwei Stunden dafür verwenden, das Thema Esperanto den Schülern vorzustellen, vielleicht mit ein paar Schülerreferaten.

c) Weiterhin finde ich Esperanto-AGs (am liebsten in der angerechneten Stundenzahl) eine gute Sache. Mehr will ich derzeit nicht.

Harald Schmitz hat Folgendes geschrieben:
Ich selbst erfreue mich mehr am Zuspruch, den Esperanto in letzter Zeit durch die vielen aufblühenden Treffen und Kongresse erfährt, z.B. die von Dir so hervorragend organisierten Novjara Renkontiĝo und SOMERE, den Aufwind durch das Internet und seine Nutzer, die VHS-Kurse in vielen Orten und die Projektwochen an Schulen etc.

Danke sehr für das Lob! Und ich stimme dir natürlich zu, dass Treffen, Internet usw. der Kern sind.

Harald Schmitz hat Folgendes geschrieben:
Diese Aktivitäten erscheinen mir erfolgversprechender, als irgendwelchen Instanzen hinterherzulaufen und Esperanto wie schales Bier anzubieten.

Auch ich möchte niemandem Esperanto wie schales Bier anbieten. Aber mir eine Diskriminierung und einen Bruch der vom Wettbewerb selbst aufgestellten Regeln auf Dauer gefallen lassen - nein, das möchte ich auch nicht!
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Di Nov 17, 2009 9:26 am    Titel: Fremdsprachinteressierte sind Kern-Zielgruppe Antworten mit Zitat

Mehrere Untersuchungen (in Finnland, Belgien, Deutschland und international) zeigen, dass die befragten Esperantosprecher im Schnitt 3,3 Fremdsprachen (laut Eigenangaben) beherrschen. Also Esperanto und etwas mehr als zwei nationale Fremdsprachen. Das bedeutet umgekehrt, dass gerade diejenigen unsere Kern-Zielgruppe sind, die sich allgemein für Fremdsprachen interessen und denen die Lösung über die allgemein propagierte Welt-Einheitssprache Englisch nicht ausreicht.

Sie lernen schon in der Schule zwei oder drei Fremdsprachen und stellen fest, dass das ein großer Aufwand ist, wenn man es vernünftig machen will. Aber sie tun es. Dann merken sie, dass man mit Englisch, Französisch und Spanisch usw. zwar in den entsprechenden Ländern gut durchkommt und auch sonstwo nicht verhungert, dass man aber die fließenden Gespräche über alle möglichen Themen, die man mit Engländern, Franzosen und Spaniern führen kann, weit schlechter auf Englisch mit Italienern oder Polen führen kann. Daher bietet sich Esperanto an - geringer Aufwand und ein gewisser Nutzen in so ziemlich allen Ländern der Welt. (Man kann auch anfangen andere Sprachen Stück für Stück zu lernen, aber das hilft ja jeweils meist nur in einem Land weiter. Also erstmal Esperanto und dann weitersehen.)

Beim Fremdsprachenwettbewerb machen genau diese sprachinteressierten Schüler mit. Daher müssen wir dort präsent sein. Das generelle Verhältnis zwischen Esperanto und Englisch liegt irgendwo zwischen vielleicht 1:500 und 1:4000, je nach Bereich. Bei Leuten, die zwei Fremdsprachen sprechen, dürfte es eher in der Größenordnung von 1:100 liegen, vielleicht sogar günstiger.

Zur Illustration ein paar Zahlen über die Mitglieder von Mensa in Deutschland, einer Vereinigung für intelligente Menschen, laut Mitgliederverzeichnis 1992: Von etwa 1300 in der Liste gaben 13 Esperanto als Fremdsprache an (also 1:100). Durchschnitt bei den Esperanto Sprechenden: 3,8 Fremdsprachen. Von 15 (sorry, hier stand erst 11) Mitgliedern mit mindestens fünf Fremdsprachen (ohne Latein und Altgriechisch) haben 4 Esperanto als eine davon angegeben; das heißt jeder Vierte (hier stand erst: Dritte).

Vermutlich heißt das in etwa das Folgende: "Wenn man sich bei der Werbung (unter einigermaßen intelligenten Menschen) auf diejenigen konzentriert, die zumindest vier Fremdsprachen sprechen, hat man gute Chancen, jeden vierten für Esperanto zu werben. Wirbt man bei allen, wird man voraussichtlich nur jeden hundertsten werben können." Gilt natürlich nur sehr ungefähr, weil es zum einen eine besondere Grundgesamtheit ist und zum anderen die Frage der Reihenfolge des Lernens nicht berücksichtigt wurde.

Und du, Harald, meinst, möglicherweise würde sich niemand von den Wettbewerbsteilnehmern mit Esperanto anmelden? Im Forum des Wettbewerbs hat in den letzten Tagen schon mal eine frühere Teilnehmerin gesagt, dass sie auch mit Esperanto mitgemacht hätte, wenn das gegangen wäre...


Geändert am Di Nov 17, 2009 1:02 pm von Lu Wunsch-Rolshoven
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Di Nov 17, 2009 11:04 am    Titel: Teilnehmerin des Wettbewerbs wollte mit E teilnehmen Antworten mit Zitat

Und hier, bei Facebook ist noch jemand, der mal mit Esperanto teilnehmen wollte. Ach ja, das ist die Facebook-Petition: Für Esperanto beim "Bundeswettbewerb Fremdsprachen"! Wäre natürlich schön, wenn ihr euch dort eintragt...

Am Bundeswettbewerb nehmen jährlich etwa 15.000 Schülerinnen und Schüler teil. Da müsste sich dort der eine oder die andere mit Esperanto finden lassen, auch wenn natürlich unter Schülern der Anteil geringer ist als unter dreißigjährigen, weil viele Esperanto erst in den Zwanzigern lernen.
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Steffen
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BeitragVerfasst am: Do Nov 19, 2009 9:43 am    Titel: Kunstsprache - was ist das? Antworten mit Zitat

Kunst - das Wort für menschliche Größe! Wie stolz sind wir doch, daß wir den Geist haben. Eigentlich steht das Wort Kunst für viele positive Eigenschaften. In schlechten Zeiten, die ja immer mal wieder auftauchen, werden dann Ersatzprodukte erstellt. Statt Butter gibts dann Margarine, statt Kaffe muß Geröstetes vom heimischen Feld getrunken werden. Kunsthonig ist auch nur Ersatz. Selbst eigentlich recht brauchbare Produkte werden in diesen Zeiten zu ungeliebten Notlösungen. Aus solchen Erfahrungen heraus wird jedes Ungewohnte als Gefahr für den Wohlstand verstanden und als Notlösung, als etwas unnatürliches, als künstlich bewertet. Nicht umsonst wird von Esperantofreunden der vorbelastete Begriff Kunstsprache für die Plansprache Esperanto gemieden.

Das Wort Kunst ist gewissermaßen ausgeleiert. Doch es gibt tatsächlich eine Form von Sprache, die auch Esperantisten recht fremd und künstlich vorkommt. So eine menschenfremde (fiktionale) Sprache wurde bewußt für eine amerikanische Serie erdacht und wird von von den MassenMedien liebevoll gepflegt und benannt.
Wenn Verantwortliche dann aber Esperanto mit solchen Utopiefilmprodukten gleichsetzen, dann zeugt das von Unwissen. Warum gleich Boshaftigkeit wider besseres Wissen unterstellen? Die Abneigung kann ja auch unbewußt entstehen, weil vielleicht irgendwelche Privilegien in Frage gestellt werden könnten. Irgendein persönlicher Vorteil gegenüber Personen, die eben nicht viele Jahre eine vorherrschende Nationalsprache gelernt haben.

Definitionen zu den Begriffen Kunstsprache oder Plansprache (als eine Form einer konstruierten Sprache) gibt es sicher je nach Denkrichtung unterschiedliche. Für mich ist eine Plansprache ein von einem Teil einer Gesellschaft geschaffene Sprache, damit territorial verbreitete Bevölkerungsteile überhaupt miteinander kommunizieren können.
Dies Beispiele liefert die Geschichte immer wieder neu. Wir kennen das von der deutschen Sprache. Noch vor Generationen war eine Verständigung nur mit einer besonderen Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten möglich. Händler brauchten dieses Spezialwissen. Aus den praktischen Erfordernissen heraus bildete sich eine Hochsprache heraus, nicht zufällig, sondern mit einer bewußten Ausformung durch einige Verantwortungsvolle Sprachnutzer. Ein weiteres Beispiel einer so geschaffenen Sprache ist Indonesisch.

Aus meiner Definition ergibt sich, daß nach den Vorgaben des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen die Sprache Hochdeutsch eigentlich eine Kunstsprache ist und damit nicht am Wettbewerb teilnehmen kann.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Do Nov 19, 2009 10:16 am    Titel: Re: Kunstsprache - was ist das? Antworten mit Zitat

Steffen hat Folgendes geschrieben:
Wenn Verantwortliche dann aber Esperanto mit solchen Utopiefilmprodukten gleichsetzen, dann zeugt das von Unwissen.


Ich sehe nicht, dass irgendein Verantwortlicher des Wettbewerbs Esperanto mit Klingonisch o.ä. gleichgesetzt hätte. Beide werden abgelehnt - aber das heißt ja noch nicht gleichsetzen.

Steffen hat Folgendes geschrieben:
Aus meiner Definition ergibt sich, daß nach den Vorgaben des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen die Sprache Hochdeutsch eigentlich eine Kunstsprache ist und damit nicht am Wettbewerb teilnehmen kann.


Ich denke, Hochdeutsch kann ohnehin nicht gewählt werden, weil es ein Fremdsprachenwettbewerb ist.
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Steffen
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BeitragVerfasst am: Do Nov 19, 2009 12:10 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, stimmt. Aber sicher haben sich auch andere Nationalsprachen aus ähnlichen Bedingungen heraus gebildet.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Do Feb 11, 2010 1:11 pm    Titel: Aufwand für Esperanto beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen Antworten mit Zitat

Wie aus vermutlich insofern gut informierten Kreisen verlautet, wird die Frage der Zulassung von Esperanto im Beirat des Wettbewerbs "kontrovers diskutiert". Die Position gegen Esperanto hat natürlich rein sachliche Argumente Smile - in diesem Fall wird der Aufwand für eine weitere Sprache ins Feld geführt. Wie kann man dafür sorgen, dass der Aufwand für die Wettbewerbsorganisation möglichst gering bleibt?
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kuckividas
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 17, 2010 6:21 pm    Titel: Antworten mit Zitat

...wenn das Honorar der Wettbewerbsorganisation nicht ausreicht,
könnte sie vielleicht eine Aufwandsentschädigung beantragen...
Gemeinnützigkeit als Argument.
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