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Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK)

 
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Rudolf Fischer
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BeitragVerfasst am: Mo Okt 17, 2011 10:55 am    Titel: KMK-Beschluss war entscheidend Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Ein paar Bemerkungen:
Ich halte die KMK-Beschlüsse für unerheblich. Man hätte in Arbeitsgemeinschaften Esperanto fleißig unterrichten können. In Bayern darf man Esperanto sogar als Grundkursfach in der gymnasialen Oberstufe unterrichten (Information des Ministeriums von vor etwa 30 Jahren). Nur: Keiner unternimmt die Initiative, das auch zu organisieren. Auch die Organisation der Werbung für Esperanto-Unterricht hat noch nicht ganz die Höhe dessen erreicht, was man mit den vorhandenen Mitteln und dem aktuellen Fachwissen der Werbeleute machen könnte.


Der KMK-Beschluss war durchaus entscheidend. Wenn Esperanto Lehrfach geworden wäre, hätte der Staat die Lehrerausbildung übernehmen müssen und in den Universitäten wären entsprechende Philologien eingerichtet worden.

Esperanto als Wahlfach in der Oberstufe zu "organisieren" hört sich so einfach an, aber was ist dazu nicht alles notwendig:

- Es müssen Gymnasiallehrer da sein, die noch nicht überlastet sind, selbst erst einmal Esperanto lernen und bereit sind, Esperanto-Unterricht zu geben.

- Die Ausbildung von Esperanto-Lehrern muss privat organisiert werden, wobei eine staatliche Anerkennung in den Sternen steht. Wer soll diese Ausbildung machen, d.h. wer hat neben seinem Broterwerb dazu Zeit und Kraft?

- Es muss ein Lehrbuch (Curriculum) entwickelt werden, das von dem zuständigen Kultusministerium genehmigt werden muss. (Das ist machbar, wurde auch schon gemacht, ist aber trotzdem erheblicher Aufwand.)

- Nicht zuletzt muss im Stundenplan der gymnasialen Oberstufe Platz sein für ein weiteres wählbares Grundkursfach. In einer Zeit, wo in der Bildung eine Reform die andere jagt, kann man das nur schwer gewährleisten.

Was für ein Grundkursfach gilt, gilt abgeschwächt auch für AGs. Selbst wenn jemand sich in Poznan oder Herzberg als Esperanto-Lehrer qualifiziert (und dieses Geld, diese Zeit und Mühe aufbringt), hat er mit den übrigen Einschränkungen zu kämpfen.

Christof Krick ist Vorstandsmitglied des Deutschen Esperanto-Bundes und Lehrer mit Esperanto-Lehrbefähigung. Er ist zumindest soweit gekommen, dass seine Schule bereit wäre, Esperanto-Untericht zuzulassen, wenn es einen 2. Esperanto-Lehrer als Ersatz gäbe. Den gibt es aber nicht.

Wer ansonsten wissen möchte, warum die Lehrer unter uns nicht alle Esperanto-AGs in ihren Schulen anbieten, möge Christof oder einen der anderen (ich habe weitere Adressen) fragen. Da wird man hören, wie der Schulalltag aussieht.
_________________
Rudolf
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Mo Okt 17, 2011 11:40 am    Titel: Antworten mit Zitat

Es muss auch gewährleistet sein, dass das Angebot, Esperanto zu unterrichten, auch über einen längeren Zeitraum gewährleistet sein muss.
Das ist ürbigens nicht einmal für die traditionellen Schulfächer gewährleistet. Das örtliche Gymnasium in Burgsteinfurt konnte in den Klassen 12 und 13 nicht einmal Informatik als Grundkurs anbieten, weswegen Nils die Schule wechselt musste.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Okt 17, 2011 1:53 pm    Titel: Re: KMK-Beschluss war entscheidend Antworten mit Zitat

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Der KMK-Beschluss war durchaus entscheidend. Wenn Esperanto Lehrfach geworden wäre, hätte der Staat die Lehrerausbildung übernehmen müssen und in den Universitäten wären entsprechende Philologien eingerichtet worden.

Wenn... So ist die Welt leider - man kriegt nicht immer, was man will. Das kann man bedauern - und dann kommt in Frage, nach einem anderen Weg zu suchen.

Ich halte im übrigen auch für die nahe Zukunft einen entsprechenden KMK-Beschluss für nicht sehr wahrscheinlich, weil er - wie beschrieben - den Interessen der Fremdsprachen-Fachleute und ihrer Chefs zuwider läuft. Die Ungarn haben ja auch längere Zeit kämpfen müssen, bis sie eine Gleichberechtigung im Hochschulbereich erlangt haben. (Auch eine Esperanto-Prüfung kann zum Nachweis von Fremdsprachenkenntnissen dienen.) Und die Hochschulausbildung in Budapest ist wieder aufgegeben worden. (Mal verliert man selbst, mal gewinnen die anderen...)

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Esperanto als Wahlfach in der Oberstufe zu "organisieren" hört sich so einfach an, aber was ist dazu nicht alles notwendig:

Stimmt, man müsste wirklich so manches tun.

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Was für ein Grundkursfach gilt, gilt abgeschwächt auch für AGs. Selbst wenn jemand sich in Poznan oder Herzberg als Esperanto-Lehrer qualifiziert (und dieses Geld, diese Zeit und Mühe aufbringt), hat er mit den übrigen Einschränkungen zu kämpfen.

Es wird einem nicht viel geschenkt auf der Welt, ja.

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Christof Krick ist Vorstandsmitglied des Deutschen Esperanto-Bundes und Lehrer mit Esperanto-Lehrbefähigung. Er ist zumindest soweit gekommen, dass seine Schule bereit wäre, Esperanto-Untericht zuzulassen, wenn es einen 2. Esperanto-Lehrer als Ersatz gäbe. Den gibt es aber nicht.

Und jetzt? Wieviele Personen gibt es prinzipiell, die in Frage kämen, um Esperanto ersatzweise zu unterrichten?

Ansonsten gibt es natürlich immer wieder solche Fälle, wo die andere Seite eine Hürde nach der anderen aufbaut, in der Hoffnung, dass man selbst allmählich ermüdet. Wenn es sich letztlich um etwas handelt, was man nicht auf Gesetzesgrundlage einfordern kann, und wenn der Vorteil auch nicht so riesig ist, kommt in Betracht, seine Energie woanders einzusetzen. Es kommt ja auch in Betracht, dass ein esperantosprechender Lehrer zusieht, alle Schüler, denen er irgendwann mal begegnet, zumindest mal eine Schulstunde lang mit soliden Informationen zu Esperanto zu versorgen. Oder ein Referat zu vergeben.

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Wer ansonsten wissen möchte, warum die Lehrer unter uns nicht alle Esperanto-AGs in ihren Schulen anbieten, möge Christof oder einen der anderen (ich habe weitere Adressen) fragen. Da wird man hören, wie der Schulalltag aussieht.

Könnte man jetzt systematisch machen - aber ein gewisses Gefühl, warum sie keine AGs anbieten, hat man ja auch so schon. Ein Punkt ist ja: Man braucht auch Schüler, die dran teilnehmen. Solange die Schüler nur wenig von Esperanto wissen, werden sie auch kaum Interesse zeigen.

Ich kenne eine Frau, die eine Esperanto-AG anbietet an ihrer Schule. Der Kurs ist so zustande gekommen, dass sie von Esperanto nebenher erzählt hat. Das hat ein Schüler mitgekriegt und um eine AG gebeten. Er hat dann Werbung gemacht bei anderen Schülern. Und irgendwann den Kurs auch bei einer Lehrerkonferenz vorgestellt und für die Fortführung plädiert.

Und in Herzberg geht es ja auch. Das ist doch schon mal was.
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Rudolf Fischer
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BeitragVerfasst am: Mo Okt 17, 2011 5:13 pm    Titel: Re: Was kann man ohne KMK-Beschluss machen Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Und in Herzberg geht es ja auch. Das ist doch schon mal was.


Richtig. Dazu trägt der Deutsche Esperanto-Bund entscheidend bei, denn Frau Kóródy ist ja eine der (leider nur gering) bezahlten Angestellten des D.E.B.

Hätten wir mehr zahlende Mitglieder und damit mehr Geld, könnten wir mehr solcher Stellen einrichten, um Esperanto in den Schulen vorwärtszubringen. Pro Zuwachs von 100 ordentlichen Mitgliedern lässt sich eine weitere Stelle finanzieren.
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Rudolf
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