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Esperanto in Bayern: Bald als GbR?
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esocom
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 8:53 am    Titel: Nicht planlos flashmobben Antworten mit Zitat

Die Form der Esperantozusammenarbeit, ob nun als eingetragener Verein, Gesellschaft bürgerlichen Rechts, oder als flashmob ergibt sich aus der Bereitschaft der TeilnehmerInnen, wie nachhaltig sie wirken wollen. Wenn sie nur ein bisschen "Bock haben", es sie nicht stört, dass die Wirkung schnell verpufft, dann kann ein flashmob richtig sein. Auch ich finde, er sollte positive Eindrücke von Esperantos hinterlassen.

Wer nachhaltiger Esperanto bekannt machen möchte, dem ist Lus Anregung anzuraten (vgl. auch Bekanntmachung über dieses Forum hinaus: http://per.esocom.de/index.html#land).
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esocom
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 9:34 am    Titel: GbR Auslaufmodell? Antworten mit Zitat

Nicht vergessen sollten wir, dass diejenigen, die Esperanto gelernt haben, ähnlich schwer für nachhaltige Esperanto-Werbearbeit zu gewinnen sind, wie der Rest der Welt für Esperanto. Gerne wüsste ich, wie Lus diesbezügliche Bemühungen außerhalb dieses Forums fruchten. Sind evtl. noch weitere Motivationsaktionen nötig? Gerne möchte ich auf ein Beispiel in der Promesobanko hinweisen. Wäre das nicht auch eine Option? Oder in PER Leute suchen, die auch Lus Beispiel folgen möchten?
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Sunjo
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 10:25 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, der flashmob sollte natürlich in erster Linie Spaß für die Teilnehmer bringen. Wenn es etwas relativ Einfaches ist, was zum Mitmachen anregt, machen vielleicht auch ein paar ursprünglich nicht informierte mit. Wenn man den Flashmob filmt und ins Netz stellt, kann man das Filmchen bei guter Qualität (minutenlange flashmobs bei denen man nicht erkennt, was eigentlich passiert, gibt es schon mehr als reichlich zu sehen) noch lange als positives Beispiel verwenden, was dann auch einen gewissen Wiederholungseffekt hat bzw. haben kann.

Diese wiederholte Information zu Esperanto muss man ja nicht zwangsläufig immer an der gleichen Stelle erzeugen. Hier mal ein Filmchen bei youtube, da mal die Information, dass es irgendwo einen Kurs gibt, dann ein kleiner Zeitungsartikel oder Radiobeitrag und dann ein Link zu einem kostenlosen Onlinekurs...


Geändert am So Okt 21, 2012 10:31 am von Sunjo
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Erik
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 12:13 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:

b) Esperanto ist ein etwas kompliziertes Thema, das man nur selten mit der ersten Information ausreichend rüberbringen kann. Es lohnt sich, Aktivitäten so zu planen, dass man die Zielgruppe mehrfach, auch ein zweites, drittes, viertes Mal auf Esperanto aufmerksam machen kann. Wenn also der Flashmob vor einer Schule oder Uni (oder Schüler-/Studentenfete) stattfindet, haben wir eine Chance, die gleiche Gruppe Leute noch weitere Male zu informieren.

Ja, gut. Wenn man will dass etwas von der Zielgruppe angenommen wird. Dann geht es aber heutzutage auch darum den Informationswust mit dem man zugeworfen wird zu filtern. Klar, Facebook hat es jetzt so weit geschafft, daß jede doofe Pizzabude der Meinung ist eine Facebook-Seite anlegen zu müssen und in seine Räumlichkeiten diesen Link zu bewerben. Aber wen interessiert das denn wirklich. Beim Durchstöbern einer Webseite geht es mir doch darum was für Mehrwert bringt mir das "Zeitaufwenden zum Durchstöbern der Webseite". Beispiel [1] . Und wenn ich dann vor meiner Nase bei Facebook ein Anmeldefenster aufpoppt dann hat sich die Sache für mich erledigt. Ich mag "Faselbuch" einfach nicht. Die halten sich nicht an europäische Datenschutzbedingungen. Und das kanns nicht sein, oder? Es muß andere Wege geben irgendeine Zielgruppe für Esperanto geeignet anzusprechen.

[1] Also mal ein Beipiel wie jemand Wink als Zielgruppe für Interslavic/Slovianski "angebissen hat". Hey, Tschechien liegt mehr oder weniger für einen Wochenendausflug um die Ecke (von München). Im Detail: Der Nationalpark Šumava liegt um die Ecke. Esperanto Kontakt gibt es gerade mal lt. TEJO einen (in Železná Ruda). Da erscheint das Antesten bzw. Suche nach einem Lehrbuch für den slawischen Plandialekt Interslavic/Slovianski dann doch verlockend. Wie das mit Esperanto gehen soll ist mir allerdings schleicherhaft. Deshalb auch mein Vorschlag für einen Sprachenbund von Plansprachen. Siehe auch. Wir können alle etwas voneinander lernen. Wenn wir es auch wirklich wollen.


Geändert am So Okt 21, 2012 12:37 pm von Erik

Geändert am So Okt 21, 2012 12:25 pm von Erik

Geändert am So Okt 21, 2012 12:16 pm von Erik

Geändert am So Okt 21, 2012 12:15 pm von Erik
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Erik
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 12:20 pm    Titel: Re: Flashmob mit internationalem Bezug Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Erik hat Folgendes geschrieben:
Für mich ist ein unmittelbarer Esperanto-Bezug gegeben wenn die Kommunikation in Esperanto passiert.
Die Idee von Sujno mit Tanz oder Liedtext war doch ganz interessant (wenn es denn einigermaßen aussieht und sich anhört). Dann kann man noch irgendwie rüberbringen, dass das Lied oder der Tanz aus ... kommt und man das über Esperanto kennengelernt hat.

Ja, warum wurden dann noch nie Esperanto Musikgruppen z.B. zur Fête de la Musique eingeladen?

Etwas anderes Thema: Ich gehe davon aus, dass die Funktionalitäten von Pasporta Servo professionell in der neuen Version von Lernu.net eingebaut werden. Der Vorteil dabei wird sein, dass um die Pasporta Servo-Funktionalität auch gleich ein "viraler Diskussionsforum-Korpus drumherumhängt".

Thema: Flashmob. Nachdem in letzter Zeit sogenannte "Facebook Parties" etwas ausgeartet sind scheint die Polizei etwas übersensibel auf Aktionen im öffentlichen Raum zu reagieren. Siehe Youtube. Bei einer Kissenschlacht wird z.B. ein öffentlicher Platz verunreinigt. Unter Umständen wird später versucht für die Reinigungskosten den "Veranstalter" zu belangen. In München sind z.B. auch bei solchen "Facebook-Parties" (also Flashmob) die Einrichtungen mehrere S-Bahnzüge kurz- und kleingeschlagen worden. Betrifft natürlich nicht Carrotmob-Veranstaltungen.


Geändert am So Okt 21, 2012 2:02 pm von Erik

Geändert am So Okt 21, 2012 2:02 pm von Erik

Geändert am So Okt 21, 2012 12:38 pm von Erik

Geändert am So Okt 21, 2012 12:36 pm von Erik
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Rudolf Fischer
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 6:27 pm    Titel: Re: Alter beim Erlernen Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Etwa drei Viertel der Esperantosprecher fangen mit dem Lernen zwischen 14 und 25 an

Lu, woher hast du diese Zahl?

Eine Auswertung von 589 Mitgliedern des Deutschen Esperanto-Bundes bzw. der Deutschen Esperanto-Jugend ergab folgende Prozentzahlen:

6 % erlernten Esperanto im Alter von unter 14 Jahren

31 % im Alter von 14 bis 25 Jahren

63 % im Alter ab 26 Jahren

Also ein völlig anderes Ergebnis.
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Rudolf Fischer
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 6:53 pm    Titel: Überalterung? Vereinsstatus? Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Die bayerischen Esperantosprecher erwägen, ihre Aktivitäten zukünftig in Form einer GbR zu organisieren; die Bayerische Esperanto-Liga (BELO) hat sich hingegen am 13. 10. aufgelöst. Ein "Referendum zu einer Neuordnung des Esperanto-Lebens in Bayern" soll als Grundlage für die zukünftige Gestaltung dienen - der Text ist bisher nicht öffentlich bekannt. Auslöser für die Auflösung war wohl die Tatsache, dass sich keine Kandidaten für die Vorstandsposten fanden.

Überalterung. Was für Werbung gab es?

In den Texten der Mailingliste ist von Überalterung die Rede.


Die Behauptung einer "Überalterung" habe ich für den Deutschen Esperanto-Bund in "Esperanto aktuell" bereits mit aktuellen Zahlen widerlegt. Meine heutige Auszählung für BELO-Mitglieder, die gleichzeitig ordentliche Mitglieder im Deutschen Esperanto-Bund sind, ergab:

1,9 % bis 12 Jahre
10,6 % zwischen 13 und 27 Jahren (Deutsche Esperanto-Jugend)
10,6 % zwischen 28 und 42 Jahren
31,7 % zwischen 43 und 57 Jahren
25,0 % zwischen 58 und 72 Jahren
14,4 % zwischen 73 und 87 Jahren
5,8 % älter als 87 Jahre

Von Überalterung kann also keine Rede sein.

Wenn sich keine Vorstandsmitglieder mehr finden, so zeigt das nur den allgemeinen Trend, dass sich kaum jemand mehr engagieren will (oder kann). Was nützen die schönsten Theorien, wie man weitere Espis werben will, wenn niemand die Werbung, geschweige denn die Betreuung der Geworbenen übernehmen will?

Es ist völlig kurzsichtig zu sagen, die Organisation eines Vereins verschlinge zu viel Zeit, die der Arbeit für Esperanto abgehe. Ohne den Aufwand einer Vereinsmitgliederverwaltung samt dem zugehörigen Beiträgeeinsammeln wäre eine Arbeit für Esperanto gar nicht möglich. (Eine Finanzierungsalternative ist nur eine Stiftung wie ESF.)

Nur aus einer Datenbank wie der des D.E.B. lassen sich verlässliche Zahlen ablesen, aus denen man Informationen für künftige Strategien usw. gewinnt. Jeder, der auf längere Sicht Esperantotreffen organisiert, kommt um eine Verwaltung der Interessenten/Teilnehmer und der Finanzen nicht herum. Selbstverständlich ist deshalb auch EsperantoLand ein e.V.

Der Status eines e.V.s bzw. eines gemeinnützigen Vereins ist ebenfalls oft für die Esperantoarbeit unverzichtbar, nicht nur wegen des "Ausgewiesenseins", sondern auch weil man nur dann bestimmte Erlaubnisse und Möglichkeiten erhält.

Die bürokratischen Schritte zur Führung eines e.V.s sind in den letzten Jahren beim Deutscen Esperanto-Bund so durchorganisiert worden, dass sich die Arbeit in Grenzen hält und jederzeit auch ein Neuer übernehmen kann, wenn der alte Stelleninhaber ausscheidet. Ein Problem ist nur, überhaupt Leute für irgendwas zu bekommen.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 6:55 pm    Titel: Re: Alter beim Erlernen Antworten mit Zitat

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Etwa drei Viertel der Esperantosprecher fangen mit dem Lernen zwischen 14 und 25 an

Lu, woher hast du diese Zahl?

Vorab: Ich meinte diejenigen, die außerhalb der Familie lernen, also nicht die Muttersprachler.

Zum einen habe ich die Mitglieder der Esperanto-Akademie untersucht. Zum anderen habe ich bei Facebook eine Umfrage gestartet, bisher 391 Teilnehmer.

Facebook ist möglicherweise eine etwas junge Stichprobe, die Mitglieder des DEB evtl. eine ältere; die Altersverteilung in der Stichprobe wäre ergänzend wichtig. Evtl. sind die Menschen besonders in den ersten 15 Jahren nach dem Erlernen von Esperanto Mitglied in einer Esperanto-Vereinigung.

Interessant wäre beim DEB der Zusammenhang zwischen Sprachkompetenz und Erlernalter: Sprechen die, die mit 14 bis 25 mit Esperanto angefangen haben, schlecht/mittel/gut/sehr gut? Wie sieht es mit denen aus, die mit 60+ gelernt haben? (Jeweils z.B. 5 oder 10 Jahre nach Beginn)

Letztlich ist die Frage aber auch nicht so wesentlich. Man kann sich die Alternative stellen: Soll ich lieber 16-jährige oder 60-jährige Leute informieren? Man kann aber auch fragen: Soll ich die Leute lieber informieren, wenn sie 16 sind oder wenn sie 60 sind? Dann wird klar, dass unsere Zielgruppe im Zweifel eher die Leute bis 25 oder 30 sind - alle können wir mit unseren beschränkten Mitteln ohnehin nicht mit Information versorgen.
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esocom
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 7:03 pm    Titel: Vereine daseinsberechtigt Antworten mit Zitat

Vielleicht bin ich missverstanden worden.

Ein (nicht eingetragener) Verein muss sich keinen Verwaltungsapparat antun, wenn er lediglich Geselligkeit pflegen und Gelegenheit zum Esperantosprechen bieten möchte.

Ambitioniertere Vereine, die eine Rolle mit Außenwirksamkeit in der Öffentlichkeit spielen wollen, sind wahrscheinlich mit einer Koordination der Aktivitäten, sprich: Vorstand, besser beraten.

Meine Meinungsäußerungen wollte ich nicht auf BELO bezogen wissen. Über die Vorgänge dort kann ich überhaupt nicht mitreden.
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Sunjo
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 7:41 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Wurde denn bezüglich der fehlenden Bereitschaft zur Mitarbeit schon Ursachenforschung betrieben? (nicht nur für BELO sondern allgemein)

Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich zur Zeit meines Vorsitzes bei der Esperantojugend Sachsen von der DEJ völlig im Regen stehengelassen wurde (da ging es unter anderem auch um die Frage, ob der Verein nicht besser aufgelöst werden sollte), und auch auf meine Anmeldung zur Betreuung beim "Kurso de Esperanto" kam nie eine Rückmeldung (wenn die Hilfe nicht gebraucht wird, kann man das ja auch mitteilen). Das erhöht jetzt meinerseits auch für die Zukunft nicht die Motivation, mich stärker im Verein (DEB o.ä.) einzubringen (davon abgesehen, dass das momentan grundsätzlich nicht in Frage kommt). Und wer weiß, ob nicht noch mehr Freiwillige auf diese Weise vergrault wurden.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 7:51 pm    Titel: Re: Überalterung? Vereinsstatus? Antworten mit Zitat

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Die bayerischen Esperantosprecher erwägen, ihre Aktivitäten zukünftig in Form einer GbR zu organisieren; die Bayerische Esperanto-Liga (BELO) hat sich hingegen am 13. 10. aufgelöst. Ein "Referendum zu einer Neuordnung des Esperanto-Lebens in Bayern" soll als Grundlage für die zukünftige Gestaltung dienen - der Text ist bisher nicht öffentlich bekannt. Auslöser für die Auflösung war wohl die Tatsache, dass sich keine Kandidaten für die Vorstandsposten fanden.

Überalterung. Was für Werbung gab es?

In den Texten der Mailingliste ist von Überalterung die Rede.

Die Behauptung einer "Überalterung" habe ich für den Deutschen Esperanto-Bund in "Esperanto aktuell" bereits mit aktuellen Zahlen widerlegt.

Ich erinnere mich an den Artikel. Und auch daran, dass ich die Argumentation leider nicht nachvollziehen konnte.

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Meine heutige Auszählung für BELO-Mitglieder, die gleichzeitig ordentliche Mitglieder im Deutschen Esperanto-Bund sind, ergab:

1,9 % bis 12 Jahre
10,6 % zwischen 13 und 27 Jahren (Deutsche Esperanto-Jugend)
10,6 % zwischen 28 und 42 Jahren
31,7 % zwischen 43 und 57 Jahren
25,0 % zwischen 58 und 72 Jahren
14,4 % zwischen 73 und 87 Jahren
5,8 % älter als 87 Jahre

Von Überalterung kann also keine Rede sein.

Wieso? Den Zahlen entnehme ich, dass in BELO insgesamt 45,2 % nun 58 Jahre und älter sind. Da auf die Jahrgänge von 43 bis 57 Jahren etwa je 2,1 % der Mitglieder entfallen, dürfte der Median bei etwa 56 Jahren liegen; die Hälfte der Mitglieder ist 56 Jahre oder älter. Demgegenüber liegt der Median der deutschen Bevölkerung per Ende 2010 bei etwa 36,5 Jahren, die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist 37 Jahre und älter. Das ist ein Unterschied von etwa 19 Jahren - eine Menge, auch wenn natürlich eine Mitgliedschaft in den ersten Lebensjahren nicht oft zu erwarten ist.

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Wenn sich keine Vorstandsmitglieder mehr finden, so zeigt das nur den allgemeinen Trend, dass sich kaum jemand mehr engagieren will (oder kann). Was nützen die schönsten Theorien, wie man weitere Espis werben will, wenn niemand die Werbung, geschweige denn die Betreuung der Geworbenen übernehmen will?

Die Werbung kann durch Vorstandsmitglieder erfolgen - aber auch durch einfache Mitglieder und Nichtmitglieder. Dafür gibt es Beispiele.

Die Bayern haben nach meinem Wissen nur den Landesverband aufgelöst, nicht etwa die Ortsgruppen. Sodass weiterhin Werbung und Betreuung vor Ort erfolgen kann. Da ist sie nach meiner Erfahrung auch am effektivsten.

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Es ist völlig kurzsichtig zu sagen, die Organisation eines Vereins verschlinge zu viel Zeit, die der Arbeit für Esperanto abgehe. Ohne den Aufwand einer Vereinsmitgliederverwaltung samt dem zugehörigen Beiträgeeinsammeln wäre eine Arbeit für Esperanto gar nicht möglich. (Eine Finanzierungsalternative ist nur eine Stiftung wie ESF.)

Man kann auch Spenden einsammeln. Oder Werbung aus Kursgebühren finanzieren - evtl. kombiniert mit einem Verzicht der Kursleiter auf angemessene Honorare, also einer Spende von Arbeitsleistung. So haben wir das vor vielen Jahren in der Villa Kreuzberg gemacht.

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Der Status eines e.V.s bzw. eines gemeinnützigen Vereins ist ebenfalls oft für die Esperantoarbeit unverzichtbar, nicht nur wegen des "Ausgewiesenseins", sondern auch weil man nur dann bestimmte Erlaubnisse und Möglichkeiten erhält.

Falls es wirklich nötig ist, gibt es immer noch ein paar e.V.s, die formal als Organisator auftreten können.
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esocom
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 7:54 pm    Titel: Motivationsstörung Antworten mit Zitat

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Das erhöht jetzt meinerseits auch für die Zukunft nicht die Motivation, mich stärker im Verein (DEB o.ä.) einzubringen (davon abgesehen, dass das momentan grundsätzlich nicht in Frage kommt). Und wer weiß, ob nicht noch mehr Freiwillige auf diese Weise vergrault wurden.


Mir ging es es ähnlich. Ich habe ohne Unterstützung durch den Vereinsvorstand nicht nur Kursusteilnehmer akquiriert, sondern sie auch noch ausgebildet und zu Mitgliedern gemacht. Noch bevor der Kursus zu Ende war, habe ich die Aktiven im Verein gebeten, sich um die neuen Mitglieder zu kümmern. Das ist unterblieben. Nun sind sie abgesprungen und all meine Arbeit war zunichte. Für solches Verhalten brauche ich keine Vereinsmitgliedschaft. Darum habe ich sie auch aufgegeben. Nun konzentriere ich mich auf mein Einzelkämpferprojekt PER.
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Erik
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 7:54 pm    Titel: Re: Vereine daseinsberechtigt Antworten mit Zitat

esocom hat Folgendes geschrieben:
Ambitioniertere Vereine, die eine Rolle mit Außenwirksamkeit in der Öffentlichkeit spielen wollen, sind wahrscheinlich mit einer Koordination der Aktivitäten, sprich: Vorstand, besser beraten.
Sehr diplomatisch ausgedrückt. Es geht um Politik und Lobbyarbeit um Esperanto-Unterricht als Wahlfach in die Schulen zu bekommen. Vielleicht klappts ja jetzt im Zuge mit dem geplanten deutschen Einheitsabitur?

Eigentlich müßte eine Befragung ähnlich wie der Befragung von 1946 mal wiederholt werden.
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Erik
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 8:00 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Und wer weiß, ob nicht noch mehr Freiwillige auf diese Weise vergrault wurden.
Das ist ja auch das total Nervige. Sobald man sich irgendwie mit Esperanto-Vereinen beschäftigt wird es extrem schwierig zwischen funktionsfähigen Netzwerk und "vorgetäuschter Funktionsfähigkeit" zu unterscheiden. Das nervt einfach. Wenn alles so verbogen ist. Löst es einfach auf und baut es von unten her wieder auf. Und zwar nach Sub­si­di­a­ri­tätsprinzipien. Genauso wie man in der EU das "Problem" Nationalstaat innerhalb des Verbundes Europäische Union angehen wird.

Ich finde die Entscheidung in der BELO übrigens sehr mutig. Der Überbau BELO über den Ortsvereinen hat einfach keinerlei Nutzen mehr gebracht. Also in geordneter Art und Weise weg damit.


Geändert am Mo Okt 22, 2012 4:45 am von Erik

Geändert am Mo Okt 22, 2012 4:44 am von Erik

Geändert am So Okt 21, 2012 8:03 pm von Erik
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Okt 21, 2012 8:32 pm    Titel: Überalterung oder nicht? Antworten mit Zitat

Vielleicht wäre es am sinnvollsten, die Mitgliederzahlen von BELO (oder Prozentzahlen der Mitgliederschaft) in denselben Altersgruppen zu ermitteln wie bei der Bevölkerung nach Statistischem Bundesamt, also 25-39, 40-59 usw. Und dann jeweils ermitteln, welcher Anteil der Altersgruppen Mitglied ist. Dann könnte man genauer sehen, wo die BELO-Mitglieder überproportional vertreten sind.
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