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Esperanto lebt

 
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Mo Nov 19, 2012 4:46 pm    Titel: Esperanto lebt Antworten mit Zitat

http://www.welt.de/newsticker/news3/article111273893/Die-Plansprache-Esperanto-lebt.html

Die Plansprache Esperanto lebt

125 Jahre altes deutschsprachiges Lehrwerk der Bayerischen Staatsbibliothek enthält die Grundregeln

München (dapd). Klein, vergilbt und insgesamt ziemlich unscheinbar ist das Buch, das die Bibliothekarin Andrea Pia Kölbl nur in einer schützenden Mappe herumträgt. An dem Büchlein nagt der Zahn der Zeit, die säurehaltigen Seiten drohen zu zerbröseln. Nur im Lesesaal der Bayerischen Staatsbibliothek darf das Buch eingesehen werden. Der Inhalt des 40 Seiten umfassenden Werkes, das die 16 Grundregeln der Plansprache Esperanto enthält, hat sich mittlerweile jedoch über die ganze Welt verbreitet. 125 Jahre nach ihrer Erfindung sprechen nach Schätzungen der Gesellschaft für Interlinguistik, die sich mit Plansprachen beschäftigt, zwischen 500.000 und mehrere Millionen Menschen diese Sprache.

Die Königliche Hof- und Staatsbibliothek zu München, wie Kölbls Wirkungsstätte damals noch hieß, kaufte die Ausgabe der deutschsprachigen Version des Esperanto-Lehrwerks im Februar 1888 - nur drei Monate, nachdem sie in Warschau vor genau 125 Jahren am 24. November 1887 erschienen war. Ihre Vorgänger waren damit ganz schön "auf Zack", wie Kölbl berichtet: "Zu diesem Zeitpunkt konnte niemand wissen, dass Esperanto als eine der damals zahlreich entworfenen sogenannten Welthilfssprachen erfolgreich sein würde."

In Schwung kam die internationale Esperanto-Bewegung erst etwa 20 Jahre nach Veröffentlichung des Lehrwerks, wie der Vorsitzende des Münchner Esperanto-Klubs, Fritz Hilpert, berichtet. Die deutsche Version veröffentlichte der Erfinder der Plansprache, der Warschauer Arzt Lazarus Zamenhof, unter dem Titel "Internationale Sprache. Vorrede und vollständiges Lehrbuch" zeitgleich mit einer französischen und wenige Monate nach einer russischen und einer polnischen Version.

16 Regeln bilden das Fundament für die Sprache

Die 16 simplen Regeln bilden das grammatikalische Fundament der Sprache: Beispielsweise, dass alle Substantive auf "o" enden und es keine Artikel gibt. Sie lassen keine Unregelmäßigkeiten zu und sorgen dafür, dass die Sprache ungeachtet der Muttersprache für alle Menschen leicht erlernbar ist. Nach Angaben des Münchner Esperanto-Klubs sind oft bereits nach einem Tag Intensivkurs einfache Gespräche auf Esperanto möglich.

Hilpert selbst hat der Plansprache sogar seine große Liebe zu verdanken: Auf einem Weltkongress der Esperantisten in Brasilia lernte er seine spätere Frau, eine Brasilianerin, kennen. Dass er kein Portugiesisch und sie kein Deutsch sprach, war für die beiden kein Problem: Das erste Jahr verständigten sie sich eben auf Esperanto.

Obwohl der Esperanto-Unterricht heute auf neuen pädagogischen Erkenntnissen fußt und die aktuellen Lehrbücher völlig anders aussehen als das kleine Büchlein der Staatsbibliothek, bilden dessen 16 Regeln laut Hilpert noch immer die Grundlage. Umso mehr freut es ihn, dass die Bayerische Staatsbibliothek sich mittlerweile dazu entschlossen hat, ihr Exemplar komplett zu digitalisieren, damit der Inhalt nicht mit den Seiten zerbröselt. Zunächst war das nur mit ein paar Seiten geschehen. Doch der Weitblick, den Kölbls Vorgänger vor 125 Jahren mit dem Ankauf des Büchleins bewiesen, soll nicht vergebens gewesen sein.
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Sunjo
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BeitragVerfasst am: Mo Nov 19, 2012 6:50 pm    Titel: Esperantotag bei der Welt? Antworten mit Zitat

siehe auch: http://www.welt.de/newsticker/news3/article111263576/Expertin-sieht-in-Esperanto-Moeglichkeit-zu-fairer-Kommunikation.html
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Mo Nov 19, 2012 7:19 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zum 125-jährigen Jubiläum hat es viele Artikel gegeben. Wenn so ein Artikel über eine Agentur verbreitet wurde, ist er fast immer in zahlreichen Publikationen erschienen.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Nov 19, 2012 8:30 pm    Titel: Re: Esperantotag bei der Welt? Antworten mit Zitat

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Esperantotag bei der Welt?

Nicht nur bei der Welt - Esperantotag in Deutschland Very Happy

Am 24. November vor 125 Jahren ist halt die erste deutsche Ausgabe des Esperanto-Lehrbuchs erschienen. Bisher habe ich für den einen Artikel acht Online-Ausgaben von Tageszeitungen und einem Radio sowie ein Internetportal gefunden; sieben haben auch den zweiten Artikel übernommen. Das war mir doch noch einen weiteren Artikel zu dem Thema wert.

Ich weiß ja nicht so ganz genau, wie die Medien drauf gekommen sind - aber nach ein wenig Recherche, wann das Datum denn nun genau war, habe ich am 4. Oktober eine Pressemitteilung an etwa 100 Mailadressen geschickt. Vielleicht hat das ja die dapd auf die Fährte gelockt. Die Idee, auch das Erscheinen der deutschen Ausgabe an die Presse zu geben, stammt übrigens von Roland Schnell.

Das sind so die Tage, an denen ich die Journalisten liebe Smile
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Nov 19, 2012 9:03 pm    Titel: Übernahme von Agentur-Artikeln Antworten mit Zitat

Helmut hat Folgendes geschrieben:
Wenn so ein Artikel über eine Agentur verbreitet wurde, ist er fast immer in zahlreichen Publikationen erschienen.

Ja, erfreulicherweise meistens. Obwohl ich bei dem dpa-Artikel über die Münchener Ausstellung den Eindruck hatte, dass sich da nicht so viele Redaktionen für erwärmen konnten. War allerdings auch kein typisch bundesweites Thema, auch wenn die Internet-Ausstellung ja wirklich schick ist. Und mehrere Artikel aus dem Begleitband sind dort zu lesen.

Fand ich ja echt scharf, dass die dapd gleich zwei Artikel aus dem Thema gebacken hat Smile
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Di Nov 20, 2012 10:01 am    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.donaukurier.de/nachrichten/kultur/Leipzig-Vi-komprenas-Esperanton;art598,2683620

Vi komprenas Esperanton?

Leipzig (dapd) Vor 125 Jahren erfand Ludwik Zamenhof (1859–1917) eine Sprache, mit der er die Welt verändern wollte: Esperanto sollte es allen Menschen ermöglichen, ohne Sprachbarrieren miteinander zu kommunizieren. Ganz geschafft hat Zamenhof das nicht. Inzwischen hat sich Esperanto aber tatsächlich von einem theoretischen Konstrukt zu einer lebendigen Sprache entwickelt. Hanna Hauck sprach darüber mit der Vorsitzenden der Gesellschaft für Interlinguistik (GIL), der Anglistin Sabine Fiedler von der Universität Leipzig. Die GIL beschäftigt sich mit Plansprachen wie dem Esperanto.

Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt auch eine Ausgabe des Buchs „Internationale Sprache“ aus dem Jahr 1887 - Foto: Barth/dapd

Was genau ist denn eine Plansprache?

Sabine Fiedler: 1931 hat Eugen Wüster eine Plansprache als eine von einer Personengruppe oder einer Einzelperson nach bestimmten Kriterien bewusst geschaffene Sprache definiert, die die Aufgabe hat, die internationale Kommunikation zu vereinfachen.

Wie unterscheidet sie sich von anderen Sprachen?

Fiedler: Die anderen Sprachen sind entstanden mit einer Ethnie, also als Volkssprache, während eine Plansprache am Schreibtisch geschaffen wird. Sie wird bewusst kreiert. Das bedeutet, dass sie eigentlich erstmal nur als Projekt entsteht. Ich bin der Überzeugung, dass man eine Sprache nicht wirklich schaffen oder erfinden kann. Sie muss sich dann in der Realität als Sprache erweisen. Das Esperanto hat als einzige Plansprache diesen Weg vom Projekt zur voll funktionierenden Sprache geschafft.

Ohne Sprecher also keine Sprache. Aber warum hat sich ausgerechnet Esperanto als einzige Plansprache zur vollwertigen Sprache entwickelt?

Fiedler: Es ist sicherlich eine Kombination von mehreren Aspekten. Einmal hat es sprachstrukturelle Gründe. Wir haben lateinische Buchstaben und eine einfache Laut- und Morphemstruktur. Man spricht im Esperanto so wie man es schreibt. Das ist im Französischen und Englischen nicht so. Außerdem wird beim Esperanto die Bedeutung der einzelnen Wörter zusammengesetzt aus Morphemen – also Vor- und Nachsilben.

Das klingt so ein bisschen nach einem Baukastenprinzip.

Fiedler: Ja, das kann man durchaus sagen. Nur darf man sich das nicht zu technisch vorstellen. Also wenn ich jetzt das Wort Schule nehme, lernejo, das kommt von dem Wort lerni – und ejo ist der Ort. Das heißt also wirklich Lernort. Das ist dem Sprecher aber nicht mehr so bewusst. Das Wort bedeutet für ihn einfach: Schule.

Aus welcher Motivation heraus ist Esperanto entstanden? Der Erfinder Zamenhof war ja eigentlich Augenarzt.

Fiedler: Das hängt mit seiner Kindheit zusammen. Zamenhof ist in Bialystok aufgewachsen, das liegt heute in Polen und war damals zaristisches Russland. Dort gab es eine sehr breit gefächerte Bevölkerung, was die Ethnien und Sprachen anbelangt. Zamenhof selbst ist auch Zeuge von Pogromen gegen Juden geworden. Schon als junger Mensch hat ihn der Gedanke beschäftigt: Man müsste die Menschen einigen, durch eine einigende Sprache.

Wie viele Menschen sprechen derzeit weltweit Esperanto?

Fiedler: Das ist schwer zu sagen, weil man nur die Menschen zählen könnte, die sich irgendwo organisieren. Aber das ist auch problematisch, weil es ja immer Anfänger und sehr gute Sprecher gibt. Wahrscheinlich liegt die Zahl zwischen 500 000 und mehreren Millionen Sprechern.

Gibt es inzwischen auch Muttersprachler?

Fiedler: Es gibt eine Organisation der Muttersprachler des Esperanto, die hat an die 350 Mitglieder. Das sind einerseits internationale Familien, bei denen sich die Partner über das Esperanto kennengelernt haben. Da sprechen dann etwa ein Litauer und eine Französin in den ersten Jahren ihres Familienlebens weiter Esperanto und bringen ihrem Kind die Sprache bei. Anders als bei ethnischen Sprachen bestimmen die Muttersprachler im Esperanto aber nicht die Norm.

Das Esperanto hat es also geschafft, von einem Projekt zur „richtigen“ Sprache zu werden. Trotzdem hat sich Englisch als internationale Zweitsprache durchgesetzt. Woran liegt das?

Fiedler: Eine Sprache wird ja nicht zur Weltsprache, weil sie angeblich leicht ist oder schön klingt. Eine Sprache wird bedeutsam, weil eine Nation, die die Sprache spricht, bedeutsam ist. Das lässt sich bei allen Herrschaftssprachen der Vergangenheit nachweisen. Sprachfragen haben immer mit Machtfragen zu tun. Heute ist es das Englische, als Sprache der Kolonialmacht Großbritannien, und es ist die Sprache, hinter der heute die wirtschaftliche Macht der USA steht. Das Esperanto hat diesbezüglich natürlich keine Trägergemeinschaft, die so stark ist, dass es da eine Rolle spielen könnte.
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