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Esperanto als alleinige europaweite EU-Sprache?
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Sa Feb 13, 2010 11:48 am    Titel: Welche Position für Esperanto bei der EU? Antworten mit Zitat

Wenn ich es recht verstehe, hat sich die Sache so entwickelt:

1) Detlev Blanke trägt bei dem Symposium "WHAT LANGUAGE POLICIES FOR A MULTILINGUAL EUROPEAN UNION?" vor. In seinem veröffentlichten Text (Titel:"Internationale Plansprachen - Möglichkeiten und Grenzen") spricht er von der "Vorstellung, eine Plansprache könne in der EU als Hauptarbeitssprache, als Leitsprache funktionieren" und davon, dass das "sprachpolitische Modell 'Plansprache-only' Vorteile bieten" könnte. (2003) (Übersicht der Dokumente)

2) Ähnliche Vorschläge oder Denkmodelle mit Esperanto als alleiniger Sprache für die EU veröffentlichen z.B. Dan Van Herpe und François Grin (2005 u.a.).

3a) Der EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit Leonard Orban schreibt davon, er "halte nicht viel von einer Lingua franca, sei es nun Esperanto, Latein oder … Englisch." (2008)

3b) Das EU-Übersetzungsdirektorat schreibt ""Latin, or Esperanto, is often suggested as the single, pan-European language that the EU should adopt, because almost everybody would have to learn it from scratch."

4) In Esperanto-Kreisen ist die Rede davon, Orban wende sich gegen Esperanto.

Ich habe den Eindruck, es kommt darauf an, was genau man in Sachen Esperanto vorschlägt oder in die Diskussion einbringt. Blanke hat von Esperanto als einer "Leitsprache" gesprochen. Ich vermute, bei dem Gedanken fühlen sich sehr viele Menschen in der EU und in den Mitgliedsländern sehr unwohl. Das hieße nämlich, dass sie in Zukunft Esperanto lernen und sprechen müssten - und dass sie vielleicht sogar ihre Landessprache nicht mehr nutzen können. Selbst wenn Esperanto nur die EU-Organe selbst beträfe, würde sich das tägliche Leben dort so radikal revolutionieren, dass man kaum auf Gegenliebe hoffen kann. Die Menschen wollen in der Regel keine radikalen Veränderungen, insbesondere, wenn diese für sie sehr großen Aufwand und große Unsicherheit bedeuten.

Alle bisherige Erfahrung lehrt nach meinem Eindruck, dass die Vorstellung einer so weitgehenden Einführung von Esperanto - es findet sich in dem Text von Blanke ja nicht mal der Hinweis, das alles sei für einen Zeitraum von 30 Jahren gedacht - keine Aussicht hat, Esperanto zu befördern. Man vergrößert eher die Ablehnung von Esperanto und ist in Gefahr, als weltfremd zu gelten. Das trifft dann leider alle, die sich für Esperanto einsetzen - unabhängig von ihren Auffassungen über einen gangbaren Weg.

Ich habe mir die Dokumente des genannten Symposiums, bei dem Blanke vorgetragen hat, etwas eingehender angesehen und stelle fest, dass in dem Abschlussdokument eine "Unterscheidung zwischen der äußeren 'Bürger'-Kommunikation und der inneren 'professionellen' Kommunikation" gemacht wird (Punkt 6; Abschlussdokument auf englisch, auf französisch). Punkt 7 betrachtet das Problem der Gleichheit und Nichtdiskriminierung und erwähnt auch Plansprachen.

Allerdings ist bei aller Liebe zu Esperanto die Tatsache nicht zu übersehen, dass das Englische heute etwa tausendfach mehr genutzt wird (und das Deutsche ein paar hundert Mal so viel wie Esperanto)... Da ist auch das Vertrauen, dass man mit einer so dünnen Basis an Sprachpraxis vernünftig in Schwung kommen könnte im Rahmen der EU, eher gering.

Man sollte sich vielleicht an das Experiment mit einem Frosch und heißem Wasser erinnern: Wirft man einen Frosch in kochendes Wasser, so springt er sofort wieder heraus. Lässt man ihn im Wasser schwimmen und heizt das Wasser langsam auf, so bleibt er im Wasser und stirbt. Weshalb ich in Sachen Esperanto (und auch sonst) sehr für eine Politik der kleinen und kleinsten Schritte plädiere. (Es tut mir leid, dass ich kein sanfteres Beispiel für dieses Phänomen kenne.)

Für mich selbst und für EsperantoLand komme ich zu folgenden Schlüssen:

- Esperanto als EU-Leitsprache vorzuschlagen, befördert Esperanto nicht.

- Selbst die Diskussion eines irgendwie gearteten EU-internen Gebrauchs von Esperanto ist derzeit nicht sinnvoll. Zuvor muss Esperanto bekannter werden, nicht als theoretisches Modell, sondern als praktisch angewendete Sprache. Und, vor allem: Der Umfang der Sprachanwendung muss erheblich anwachsen, ehe an irgendeine Art von Esperanto-Verwendung in der EU gedacht werden kann. Das - vor allem Anwendung bei Treffen und Pressearbeit - sind die wesentlichen Aktivitäten für uns.

- Im Rahmen der EU halte ich vor allem folgendes für eine realistische Forderung: Die gleichberechtigte Behandlung mit Sprachen, die ähnlich oft gebraucht werden. Daher sollte die EU z.B. die Nutzung von Esperanto erwähnen, wenn sie die Sprachensituation in Europa inkl. kleinerer Sprachen beschreibt. Es kommt weiterhin in Betracht, dass sie offenlegt, wieviele EU-Mitarbeiter Esperanto heute sprechen. Für den Rest der Tätigkeit für Esperanto gibt es vermutlich eine traurige Botschaft: Wir Esperantosprecher müssen es alleine machen. Sad Und dürfen maximal auf gelegentliche Förderung für internationale Kommunikation hoffen.

Zu dem Thema vgl. übrigens das Positionspapier von EsperantoLand "Esperanto in der EU", das noch in der Diskussion ist.

Ich würde mich hierzu über einen Kommentar seitens des Deutschen Esperanto-Bundes freuen. Möglicherweise ist es aber im Rahmen des Deutschen Esperanto-Bundes nicht möglich, eine klare und detaillierte Position zu Esperanto in der EU einzunehmen. Rudolf Fischer schrieb als Vorsitzender des DEB vor kurzem zu diesem Thema, dass er verschiedene Texte mit einigermaßen unterschiedlichen Meinungen gesammelt hat. Eventuell kann man keine gemeinsame und in Einzelheiten gehende Stellungnahme erarbeiten, einfach deshalb, weil der Deutsche Esperanto-Bund den Anspruch hat, alle Esperantosprecher als Mitglied aufzunehmen. Da gibt es naturgemäß recht unterschiedliche Auffassungen, die sich nicht vereinbaren lassen. Das wäre so, als ob alle Deutschen gemeinsam ein Positionspapier etwa zur Sozialpolitik erarbeiten wollten... Man muss also entweder eine pflaumenweiche Variante wählen oder akzeptieren, dass eine Mehrheit die Minderheit überstimmt. Wobei dann noch die Frage bleibt, ob es zulässig sein soll, dass die Minderheit auch nach einer solchen Abstimmung ihre Position gegenüber der EU-Kommission darlegt (und gleichzeitig Mitglied im DEB ist). Es ist schön, wenn alle mit einer Stimme sprechen - aber die Auffassungen sind nun mal unterschiedlich.
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rano
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BeitragVerfasst am: Sa Feb 13, 2010 12:48 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin der selben Meinung, die Frage ist nur wie. Klar die Esperantisten selbst können mehr in der Öffentlichkeit auftreten. Das grundsätzliche Problem ist eher, dass das nur in der jeweiligen Landessprache geht und damit nicht mehr so offensichtlich mit Esperanto zu tun hat. (ich hoffe das war verständlich)

Es gab glaub ich mal irgendwann ein Projekt auf Esperanto in irgendweinen Problembezirk , wo viele verschiedene Sprachen aufeinander treffen. Das finde ich ein sinnvolles Projekt, da da ja sozusagen die Uridee von Zamenhof 1:1 aufgreift.
Allgemein macht Sozialarbeit viel Sinn, so sind z.B. die frühen Christen groß geworden.


Auch mal Flyer auslegen, Dolchamar im Radio unterstützen: http://my.sputnik.de/Piechjo usw macht Sinn. Präsenz zeigen halt. Nur nicht missionarisch werden, sondern Interesse wecken.

Wo kann man eigendlich Flyer bestellen? Ich habe mal bei der DEJ angefragt und keine Antwort erhalten... finde diesen Flyer sehr gut :http://www.esperanto.de/dej/dateien/baukasten-sprache.pdf


Ich persönlich finde es eigendlich viel schöner wenn man mit sympatischen Leuten auf Esperantotreffen Esperanto spricht, als wenn irgendwann mal die WTO auf Esperanto irgendwelche ungerechten Handelsgesetze beschließt. Damit will ich sagen: wenn Esperanto sich wirklich mal durchsetzt wird sich viel verändern, dem Charme der "frühen Jahre des Esperantos" wird dann bestimmt nachgeweint werden.
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Geändert am Sa Feb 13, 2010 12:51 pm von rano

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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Sa Feb 13, 2010 4:51 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Problem mit der Landessprache sehe ich nicht so sehr. Man kann z.B. einen Stand machen und da auf Deutsch informieren. Wenn man zu zweit ist und jemand Interesse zeigt, kann man sich auch mal kurz auf Esperanto unterhalten.

Das mit den Problembezirken ist so eine Sache. Letztlich zeigt die Erfahrung, dass Esperanto nachhaltig vor allem die lernen, die ein oder zwei Fremdsprachen sprechen. Die kommen weniger aus Problembezirken.

Wenn man dafür sorgt, dass an einer bestimmten Stelle Flyer über längere Zeit immer vorhanden sind, kann man sicher einen gewissen Effekt erreichen. Insgesamt ist zu bedenken, was die Werbeleute sagen: a) Werbemix bringt mehr als einzelne Aktionen (z.B. Flyer + Plakat + Stand + Pressemitteilung/Artikel + Kleinanzeige...). b) So ab etwa 30 Anzeigen o.ä. ist ein Erfolg messbar - wer vorher aufgibt, hätte sich die ganze Aktion sparen können. Oder auch: Wer seinen möglichen Kunden weniger als 7 Mal kontaktiert, verschenkt Möglichkeiten. (Von den 30 Anzeigen in einer Zeitung kriegt der mögliche Kunde nur etwa 7 mit.)

In Sachen Bezug von Esperanto-Flyern oder Antwort auf eine Informationsbitte heißt es geduldig und ausdauernd sein. Zwei oder drei Mal muss man bei Esperanto-Verbänden gelegentlich schon nachfragen; neben Mail und Brief empfiehlt sich manchmal auch ein Anruf. Wenn man sich fest vornimmt, nicht locker zu lassen und wöchentlich nachzufragen, gelingt es in der Regel; das ist sozusagen ein Training auf den Umgang mit deutschen Behörden. Smile

Das mit den sympatischen Leuten bei Esperantotreffen kann ich gut nachvollziehen. Ich bin auch nicht so wild darauf, dass nun gerade wenig geschätzte Politiker sich des Esperanto bedienen. (Das gilt natürlich bei allen Neuerungen - auch Zentralheizungen werden von Leuten genutzt, denen man das in keiner Weise gönnt. Smile )

Was den Charme der frühen Jahre anbetrifft, so vermute ich, dass wir längst über die Phase hinweg sind, wo jeder jeden kennt. Wenn man zu einem neuen Treffen fährt, gibt es da vor allem neue Leute. Der Charme wird sich bei den einzelnen kleinen Runden erhalten. So wie es auch in Deutschland doch so manche nette kleine Runde gibt, obwohl es wohl etwa 100 Millionen Menschen gibt, die Deutsch sprechen.
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Erik
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BeitragVerfasst am: Sa Feb 13, 2010 6:17 pm    Titel: Antworten mit Zitat

rano hat Folgendes geschrieben:

Auch mal Flyer auslegen, Dolchamar im Radio unterstützen: http://my.sputnik.de/Piechjo usw macht Sinn. Präsenz zeigen halt. Nur nicht missionarisch werden, sondern Interesse wecken.

Zweisprachige Poezia Ŝlemo/Poetry Slam Texte sollen wohl auch gerade schwer im Kommen sein. Also eine Zeile auf deutsch und die gleiche auf Esperanto. Ping und Pong. Klatschen und Flyer zum nächsten Anfängerkurs mitnehmen und danach gleich zum nächsten großen Treffen fahren. Wink
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rano
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BeitragVerfasst am: Sa Feb 13, 2010 6:39 pm    Titel: Antworten mit Zitat

gute Idee ich fände auch mal einen Poetry Slam auf einen Esperantotreffen sehr cool...
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Gary
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BeitragVerfasst am: So Feb 14, 2010 10:03 am    Titel: Re: Welche Position für Esperanto bei der EU? Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Alle bisherige Erfahrung lehrt nach meinem Eindruck, dass die Vorstellung einer so weitgehenden Einführung von Esperanto - es findet sich in dem Text von Blanke ja nicht mal der Hinweis, das alles sei für einen Zeitraum von 30 Jahren gedacht - keine Aussicht hat, Esperanto zu befördern. Man vergrößert eher die Ablehnung von Esperanto und ist in Gefahr, als weltfremd zu gelten. Das trifft dann leider alle, die sich für Esperanto einsetzen - unabhängig von ihren Auffassungen über einen gangbaren Weg.


Die Chancen für Esperanto in der EU sehe ich ziemlich so wie Lu. Wohlwollende Beachtung als alternative lingua franca, die mit einer egalitären Kommunikationsethik einhergeht, Anerkennung als Kultursprache, die in jeder Bestandsaufnahme der in Europa gebrächlichen Sprachen erwähnt zu werden verdient - das sind Ziele, die in der heutigen Wirklichkeit schon ehrgeizig genug sind. Im Übrigen würde es den Esperanto-Sprechern leichter fallen, Esperanto als Kulturträger darzustellen, wenn sie die oft anzutreffende Gleichung entkräften könnten: Kultur = ethnische Kultur. Diese Idee schwingt oft mit, wenn Skeptiker meinen, Esperanto habe "keine Kultur". Sie glauben, dass hinter jeder "richtigen" Sprache eine im ethnischen Sinn verstandene Kultur stecke. Vielen Esperanto-Befürwortern dürfte es aber schwer fallen, solchen Vorstellungen entgegenzutreten, da sie selbst unter dem Einfluß von Ethnismus und ähnlichen Doktrinen stehen.
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Rudolf Fischer
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BeitragVerfasst am: So Feb 14, 2010 12:07 pm    Titel: Re: Esperanto als Indikator einer internationalen Kultur Antworten mit Zitat

Gary hat Folgendes geschrieben:
Wohlwollende Beachtung als alternative lingua franca, die mit einer egalitären Kommunikationsethik einhergeht, Anerkennung als Kultursprache, die in jeder Bestandsaufnahme der in Europa gebrächlichen Sprachen erwähnt zu werden verdient - das sind Ziele, die in der heutigen Wirklichkeit schon ehrgeizig genug sind.
Richtig, aber die sollte man auch verfolgen.
Gary hat Folgendes geschrieben:
Im Übrigen würde es den Esperanto-Sprechern leichter fallen, Esperanto als Kulturträger darzustellen, wenn sie die oft anzutreffende Gleichung entkräften könnten: Kultur = ethnische Kultur. Diese Idee schwingt oft mit, wenn Skeptiker meinen, Esperanto habe "keine Kultur". Sie glauben, dass hinter jeder "richtigen" Sprache eine im ethnischen Sinn verstandene Kultur stecke.
Auch das sehe ich genauso. Ich werde nicht müde, darauf hinzuweisen, dass Kultur sich eher in einer Sitten- und Brauchgemeinschaft äußert, die durchaus sprachgrenzüberschreitend sein kann. In diesem Sinne ist Esperanto ein Indikator für eine internationale Kultur, denn natürlich gehört zu den Bräuchen auch, wie man sich ausdrückt, also vor allem, welche Sprache man verwendet. Auch auf diesen Sachverhalt weise ich unermüdlich hin.
Gary hat Folgendes geschrieben:
Vielen Esperanto-Befürwortern dürfte es aber schwer fallen, solchen Vorstellungen entgegenzutreten, da sie selbst unter dem Einfluß von Ethnismus und ähnlichen Doktrinen stehen.
Solche gibt es sicher, es gibt aber auch jede Menge anderer.
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Rudolf
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Erik
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BeitragVerfasst am: Sa Feb 20, 2010 11:37 am    Titel: Antworten mit Zitat

Saluton,

unter den Junge Europäische Föderalisten wird das Lied "Europe United" sehr oft auf Treffen gesungen.

Beispiel: JEFers singing 'Europe United' at the XX European Congress in Florence

Es gibt jetzt auch ein in Esperanto untertiteltes Karaoke dazu:

Europe United
Englische Lyrik mit Esperanto Untertitel.

Unuiĝonta Eŭropo
Sinngemäße Esperanto Übersetzung im Vordergrund, englische Original Audio im Hintergrund hörbar.

Als Gegenstück könnte Nova Kanto von Tone (Antonio aus São Paulo) gelten:

Nova Kanto (untertitelt)
Esperanto mit englischen Untertitel

Nova Kanto
Sinngemäße englische Übersetzung im Vordergrund, Esperanto Original Audio im Hintergrund hörbar.

Die Karafun Dateien (kostenlos) dazu können hier heruntergeladen werden.

Grüße,
_


Geändert am Sa Feb 20, 2010 11:45 am von Erik

Geändert am Sa Feb 20, 2010 11:40 am von Erik
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Erik
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BeitragVerfasst am: Fr März 05, 2010 5:02 pm    Titel: Waliser MEP hält Vortrag im EP auf Walisisch Antworten mit Zitat

Saluton,

ein Waliser MEP hat sich gewagt in einer inoffiziellen EU Sprache (auf walisisch) einen Vortrag im Europäischen Parlament zu halten. Mal sehen vielleicht finde ich den passendenen Mitschnitt dazu beim EC audiovisual service.

Walisische Sprache

Demnach ist also schon möglich einen lokalen Dialekt als EU Sprache zu etablieren. Auch wenn es bei Walisisch noch nicht (ganz) soweit ist.

ĝp,

===

The Welsh language takes another step to becoming an official language of the EU today (Thursday) with Welsh translation being used for the first time at the European Parliament. Plaid MEP, Jill Evans will be speaking in Welsh, with translation, in a seminar on language policy. The event, called Language diversity: A Challenge for Europe, is organised by the European Free Alliance Group in the European Parliament, of which Jill Evans MEP is President. Mrs Evans believes that this historic step for the Welsh language could be a springboard for Welsh to be recognised as an official EU language. She said: "I am delighted to be the first MEP to speak the Welsh language with interpretation in the European Parliament. This is a historic day. We have campaigned long and hard for recognition of our languages in the parliament and this is another step forward. "Currently Welsh enjoys a semi-official status after a long hard campaign. It is now my goal to use this historic day to push for Welsh to be a fully recognised EU language." Mrs Evans added that the EU could develop a better relationship with its citizens by using the languages people actually speak. "The discrimination against some languages has to end so that there is equality for all people in the EU," she said. "Our event will set this issue firmly on the agenda of Parliament."


Geändert am Fr März 05, 2010 5:14 pm von Erik

Geändert am Fr März 05, 2010 5:13 pm von Erik

Geändert am Fr März 05, 2010 5:12 pm von Erik
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So März 17, 2013 8:35 pm    Titel: EU-Kommission: Esperanto als einzige EU-Sprache Antworten mit Zitat

Das Thema, "ihr schlagt 'Esperanto als einzige Sprache' vor", können wir jetzt offensichtlich dauerhaft von der EU-Kommission lesen, siehe Häufig gestellte Fragen: Mehrsprachigkeit und Sprachenlernen

EU-Kommission hat Folgendes geschrieben:
Wäre eine einzige Sprache für alle eine Lösung?

Die Idee, dass eine einzige Sprache die Lösung für alle sprachlichen Probleme wäre, ist zu simpel. Hin und wieder werden Latein oder Esperanto als einzige, europaweite Sprache für die EU vorgeschlagen. Da allerdings beinahe jeder diese Sprachen von Grund auf neu lernen müsste, wäre diese Lösung sowohl unpraktisch als auch für die Beziehungen zum Rest der Welt nicht sonderlich hilfreich. Die Lehrerausbildung und der Sprachunterricht für 500 Millionen Europäerinnen und Europäer würden außerdem sehr viel Zeit und Geld kosten. Mit ihrem Bekenntnis zur Mehrsprachigkeit macht sich die Europäische Kommission daher für Vielfalt statt für Einförmigkeit stark.

Dieser Vorschlag von Esperanto als "einziger Sprache" ist weder in den Beschlüssen des Deutschen Esperanto-Bundes noch in dem Text zu "Esperanto in der EU" von EsperantoLand zu finden noch in den Anfragen im EU-Parlament, die ich gesehen habe. Aber nach dem Vortrag von Blanke und dem Text von Grin (oben erwähnt) wird er dennoch von der EU-Kommission zitiert, wohl weil es der weitgehendste Vorschlag ist und damit derjenige, gegen den man am besten Stimmung machen kann...

Merke: Wer (zu) viel fordert (oder auch nur erörtert), dient seinen Interessen damit nicht immer.
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Rudolf Fischer
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BeitragVerfasst am: So März 17, 2013 9:55 pm    Titel: Immer wieder korrigieren Antworten mit Zitat

Ja, wenn man nicht verstehen will (hier die Kommission), versteht man hartnäckig falsch.

Ein Anlass, zu reagieren und zu korrigieren, freundlich, aber hartnäckig.
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Rudolf
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So März 17, 2013 11:19 pm    Titel: Re: Immer wieder korrigieren Antworten mit Zitat

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Ja, wenn man nicht verstehen will (hier die Kommission), versteht man hartnäckig falsch.

Ja.

Erwägenswert wäre aber wohl auch, wenn in Zukunft Bemerkungen über Esperanto als einzige Sprache unterblieben. (Allerdings ist dies illusorisch, da man anderen Menschen - selbst anderen Esperantosprechern - in der Regel nicht vorschreiben kann, was sie sagen...)

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Ein Anlass, zu reagieren und zu korrigieren, freundlich, aber hartnäckig.

Habe ich bereits - mit dem Ergebnis, dass mir mitgeteilt wurde, der Text sei gerade erst erstellt und bleibe jetzt erstmal so. Sad

Wirst du oder wird der DEB sich an die EU-Kommission wenden?
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Rudolf Fischer
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BeitragVerfasst am: Mo März 18, 2013 10:00 am    Titel: Antwort an die Kommission Antworten mit Zitat

Ja, auf jeden Fall, das ist ja ein Klassiker.

Bitte teile mir per Privatpost die Adresse und evtl. Links mit, dann schreibe ich im Namen des Deutschen Esperanto-Bundes.

Danke für den Hinweis!
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Rudolf
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