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Unu Mondo - Projekt einer weltweiten Esperanto-Partei
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gasto
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BeitragVerfasst am: So Sep 20, 2009 6:42 pm    Titel: Unu Mondo - Projekt einer weltweiten Esperanto-Partei Antworten mit Zitat

Nach der Teilnahme an der Europawahl 2009 möchten einige deutsche Mitglieder von Europa - Demokratie - Esperanto (EDE) den Verein zu einer weltweiten Esperanto-Partei weiterentwickeln. Denn gerade über die Grenzen Europas hinaus ist es wichtig, sich für gleichberechtigte Zusammenarbeit, Nachhaltigkeit, Demokratie und Menschenrechte zu engagieren. So könnten wir uns mit neuer Begeisterung der Europawahl 2014 zuwenden - doch auch überall in der Welt könnte die Partei an Wahlen teilnehmen.

Die grundegenden Ideen zum Projekt sowie Links zu einem Diskussionsforum findet man auf Deutsch unter http://www.eineweltpartei.de sowie auf Esperanto unter http://www.unu-mondo.org

Ulrich Matthias


Geändert am So Sep 20, 2009 6:59 pm von gasto
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Valodnieks
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BeitragVerfasst am: So Dez 06, 2009 11:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Nach dem Artikel von La Ondo de Esperanto 12/2009 handelt es sich um eine Abspaltung von EDE. Wenn sich eine 0,04 % Partei mit nicht einmal 50 Mitgliedern dann auch noch spaltet ist der Schritt zur absoluten Lächerlichkeit erreicht.

EDE war ein totaler Mißerfolg und wenn sich die Partei auch noch spaltet, dann wird man nächstes Mal nicht einmal die 4000 Unterschriften zusammenkriegen,
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Steffen
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BeitragVerfasst am: Di Dez 15, 2009 10:20 am    Titel: Wo beginnt und endet ein Mißerfolg? Antworten mit Zitat

Mangels Alternative ist Europa-Demokratie-Esperanto in jedem Fall eine notwendige und zeitgemäße Sache! Jetzt und hier existiert eine Europäische Union. Dieses Europa steht erst am Anfang, es fehlen noch die Europäer. Die Menschen stimmen noch für ihre Nationalparteien ab, als ginge es um das Nationalparlament. Den Sinn einer "Anstrengung" an der Anzahl der Anhänger zu beurteilen ist mir fremd.
Jetzt ist das Zeitfenster offen, jetzt müssen wir uns für ein wahrhaft demokratisches gemeinschaftliches Europa einsetzen. Es muß versucht werden, solange es möglich ist. Hier gibt es ein politisches Gebilde Europa, Institutionen, ein Parlament, in das -eigentlich- Europa-Demokratie-Esperanto gehört. Ich bitte alle, diese realpolitische historisch begründbare Entwicklung auch künftig zu unterstützen.
Freuen würde ich mich, wenn auch andere Erdteile Strukturen finden, die der EU nahekommen. Eine weltweite Zusammenarbeit ist natürlich im Sinn der Sache.
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rano
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BeitragVerfasst am: Di Dez 15, 2009 7:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

fast alle Jungen Parteien wie die Grünen und die Piraten organisieren sich auf europäischer Ebene und sind auch europäische Parteien (die Grünen unterstützen sogar Esperanto)

bringt Esperanto in die etablierten Parteien, wir haben eh schon viel zu viele Parteien...
_________________
Se ni komprenas ke ni ĉiuj estas frenezaj, tiam la vivo fariĝas klarigebla. (Mark Twain)

komiksoj en Esperanto:
www.komiksoj.net.tf

http://komiksoj.wordpress.com/
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Steffen
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BeitragVerfasst am: Mi Dez 23, 2009 6:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

ja, wir haben zu viele parteien, warum treten eigentlich mehrere rentnerparteien an? aber esperanto ist nunmal an der zeit. auch andere politische vereinigungen kommen mit aktuellen themen dazu, mit fragen die die etablierten parteien nicht mehr in vollem maß beantworten können.
sicher, auch grüne unterstützen esperanto, aber das ist dort nicht das hauptthema und längst nicht alle mitglieder unterstützen automatisch das anliegen. ede steht unmittelbar für esperanto, mit allen seinen mitgliedern. wir brauchen viel mehr echte meinungsvielfalt in den parlamenten, darum sollte auch deutschland die 5%-klausel zur europawahl abschaffen, damit sich die wähler nicht mehr so genötigt fühlen müssen und gegen ihre überzeugung das geringere übel wählen.
wenn einflußreiche leute unseren jugendlichen erzählen, sie sollen nur aussichtsreiche parteien wählen, dann ist das sehr beschämend für die demokratie in deutschland.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Mai 18, 2014 11:29 am    Titel: Keine 4000 Unterstützer - weder EDE noch Unu Mondo... Antworten mit Zitat

Valodnieks hat Folgendes geschrieben:
(...) EDE (...) wenn sich die Partei auch noch spaltet, dann wird man nächstes Mal nicht einmal die 4000 Unterschriften zusammenkriegen,

Genau so ist es jetzt auch gekommen... Siehe die Seite von EDE.
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Steffen
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BeitragVerfasst am: So Mai 18, 2014 12:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Uns kann man die kleine Zahl der Aktiven ja nicht vorwerfen. Wir sind einfach drangeblieben, weil das Thema hochaktuell ist! Es gibt noch Visionen für Europa. Ich empfinde die Mitarbeit bei E-D-E in gewisser Weise als Verpflichtung.
In Frankreich treten wir jedenfalls an. Dort wüsste ich, wen ich wählen würde. In Deutschland kann man in den Programmen Esperanto suchen, obwohl es sich eigentlich um eine Europawahl handelt. Mir bleibt in jedem Fall ein gutes Gewissen, ich habe es versucht!
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 19, 2014 11:29 am    Titel: Antworten mit Zitat

Steffen hat Folgendes geschrieben:
Uns kann man die kleine Zahl der Aktiven ja nicht vorwerfen. Wir sind einfach drangeblieben, weil das Thema hochaktuell ist! Es gibt noch Visionen für Europa. Ich empfinde die Mitarbeit bei E-D-E in gewisser Weise als Verpflichtung.
In Frankreich treten wir jedenfalls an. Dort wüsste ich, wen ich wählen würde. In Deutschland kann man in den Programmen Esperanto suchen, obwohl es sich eigentlich um eine Europawahl handelt. Mir bleibt in jedem Fall ein gutes Gewissen, ich habe es versucht!

Ich will nichts vorwerfen. Es ist nur so, dass 4000 Unterstützer zu finden hartes Brot ist - und da die UnuMondo-Truppe sich nun selbständig gemacht hat, war es halt für beide Truppenteile offensichtlich je zu schwer...
So ist das Leben, ohne Vorwurf, reine Realität.
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Steffen
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 19, 2014 12:37 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Da ich aber um die Wichtigkeit der Sache weiß, handle ich vielleicht wie ein Franzose(?), auf jeden Fall sicher als Europäer und Deutscher! Die Unterschriftensammlung mag ein hartes Brot sein, wir hätten aber jetzt keine Wahlhürde mehr gehabt. Aufrechte Europäer hätten ihr Kreuz nach ihrem Gewissen machen können.

Wer andere Ziele als Europa-Demokratie-Esperanto hat, der hat sie nun mal. Wir wissen, dass es in Europa um die Wurst geht. Wer meint, nicht für einen gleichberechtigten neutralen Umgang der europäischen Völker eintreten zu brauchen, der tut es eben nicht.

Geschichte wiederholt sich nicht genau gleich. Die Esperantisten sollten sie aber eigentlich kennen. Zur Zeit werden wieder Sündenböcke gesucht und Feindbilder weitergereicht. Natürlich kann es zum Moment kommen, an dem es keinen Sinn mehr hat, sich einzusetzen. Er ist aber noch nicht eingetreten.
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mlennartz
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BeitragVerfasst am: So Mai 25, 2014 7:39 am    Titel: Re: Wo beginnt und endet ein Mißerfolg? Antworten mit Zitat

Steffen hat Folgendes geschrieben:
Dieses Europa steht erst am Anfang, es fehlen noch die Europäer.


Noch deutlicher kann man nicht ausdrücken, dass hier wieder mal eine Idee am Menschen vorbei läuft. Ich bin ausgesprochener Europagegner, weil mir das Europa der Vielfalt besser gefällt als das Europa der Brüsseler Einfalt.

Da es in meiner Vorstellungswelt Meinungs- und Versammlungsfreiheit gibt, sollen die EDE- und die Unumondo-Leute machen, was sie wollen.

Nur wird es eben immer schwieriger, als Esperantist in der Öffentlichkeit zu agieren, wenn man als Teil einer Gruppe von Politspinnern angesehen wird, und genau als das wurde EDE ja schon nach den letzten Wahlen in den Medien kolportiert. Das wäre belanglos, aber Esperanto kommt eben kaum mit seriösen Themen in die Presse.

In meinen Augen haben die Esperantisten einen selbst gestellten Kultur- und Bildungsauftrag. Dafür arbeite ich. Niemand hat die Esperantisten berufen, die Welt zu verbessern.
_________________
http://www.esperanto-sh.de
http://www.der-esperantist.de
http://esperanto-sh.blogspot.com


Geändert am So Mai 25, 2014 7:56 am von mlennartz
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Steffen
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BeitragVerfasst am: So Mai 25, 2014 11:15 am    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Noch deutlicher kann man nicht ausdrücken, dass hier wieder mal eine Idee am Menschen vorbei läuft. Ich bin ausgesprochener Europagegner, weil mir das Europa der Vielfalt besser gefällt als das Europa der Brüsseler Einfalt.

Die Realität läuft an vielen Menschen vorbei. Ich bin nicht nur natürlich Europäer sondern auch bewusster Europäer! Weil mir das Europa der Vielfalt wichtig ist, setze ich mich dafür ein. Denn ich bin genauso auch Deutscher und Sachse! Da gibt es schon wieder Vorurteile, aber ich bin was ich bin. Wer in diesen Fragen schon Probleme hat, spaltet sich letztlich. Komplexe Dinge müssen komplex bewältigt werden. Eine eindimensionale Sichtweise hilft nicht weiter.
Subsidiarität bedeutet, die Probleme dort zu lösen wo sie auftreten. Wenn es über eine Kommune hinausgeht, bilden sich größere Bereiche, in denen eine Lösung gefunden werden muss. Selbst europaweite Lösungen sind manchmal nötig! Um solche Lösungen muss gemeinschaftlich, nicht zentralistisch, aber doch auf europäischer Ebene gestritten werden. Ich mag den Brüsseler Zentralismus ebensowenig wie den Berliner Zentralismus! Es ist ein großer Unterschied, ob von einem Punkt und einem kleinen Personenkreis aus der Ferne entschieden wird, oder ob dies gemeinschaftlich durch die Betroffenen geschieht. Gern können wir über das europäische Parlament reden, aber auch über die nicht vollständig legitimierte Kommission.
Zitat:
Nur wird es eben immer schwieriger, als Esperantist in der Öffentlichkeit zu agieren, wenn man als Teil einer Gruppe von Politspinnern angesehen wird, und genau als das wurde EDE ja schon nach den letzten Wahlen in den Medien kolportiert. Das wäre belanglos, aber Esperanto kommt eben kaum mit seriösen Themen in die Presse.

Wie die Medien Esperanto und E-D-E behandeln, liegt zuerst an der vorauseilenden Sicht der Gesellschaft auf Esperanto wie auch auf die Politik mit den Machenschaften privilegierter Karrieristen.
Plötzlich zu behaupten, Esperantisten würde wegen E-D-E komisch angesehen werden, geht voll an der Lebensrealität vorbei. Viele Menschen können weder mit Esperanto noch mit den politischen Forderungen von E-D-E etwas anfangen! E-D-E ist viel zu unbekannt, als dass wir etwas zu einer Diffamierung der Sprache ausrichten könnten.
In Wahrheit wird in vielen europäischen Gesellschaften seit einigen Jahren verstärkt nach Sündenböcken gesucht. Die Vorwürfe sind so diffus, dass daraus höchstens Wut aber kaum Inhalt zu erkennen ist. So kann jeder jeden für alles verantwortlich machen was passiert ist, passiert und passieren wird. Esperanto hat eine politische Dimension, so dass die Gesellschaft nur bestimmte Esperantisten toleriert. Dies sind die unpolitischen Esperantonutzer, sie werden ähnlich wie Freizeitkegler eingestuft. Es steht jedem Menschen frei, seine Vorlieben auszuleben. So geht es ja auch den politisch denkenden Esperantisten. Ich kam zu Esperanto, weil mir ein geeintes vielfältiges und friedliches Europa wichtig ist. Genauso wichtig ist mir auch meine Heimatregion, deren eigenständige Existenz nicht gesichert ist.
Wer sich nicht als Europäer sieht, macht damit eine politische Aussage. Übrigens ist die Auswahl für Antieuropäer bei der Europawahl sehr groß! Rein nationales Denken ist der Normalfall.

http://ede.pytalhost.de/index.php/geschichte-e-d-e/e-d-e-vorlaeufer#eopolit
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Mai 25, 2014 12:13 pm    Titel: Re: Wo beginnt und endet ein Mißerfolg? Antworten mit Zitat

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Ich bin ausgesprochener Europagegner, weil mir das Europa der Vielfalt besser gefällt als das Europa der Brüsseler Einfalt.

Ich würde eher vermuten, du bist EU-Gegner oder Kommissionsgegner.
Man kann sehr wohl für Europa sein, aber gegen Brüsseler Unsinn.

Ich habe den Eindruck, viele politische Veränderungen in Europa seit 1950 waren schon sehr sinnvoll. Ich bin in Saarbrücken einen km von der französischen Grenze aufgewachsen - ich fand es schon sehr angenehm, dass wir ohne Probleme in Frankreich spazieren gehen konnten. Ich finde es schön und praktisch, dass Saarbrücken Metropole (und teilweise Arbeitsplatz) auch für die Lothringer aus Forbach u.a. sein kann - Metz ist recht weit. Usw.

Werfen wir nicht alles auf einen Haufen!
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Mai 25, 2014 12:37 pm    Titel: Esperanto unbeliebt? Ein Grund: Übertriebene Forderungen! Antworten mit Zitat

Steffen hat Folgendes geschrieben:
Plötzlich zu behaupten, Esperantisten würde wegen E-D-E komisch angesehen werden, geht voll an der Lebensrealität vorbei.

Ohne dass ich untersuchen will, ob das jemand behauptet hat: Ja, Esperantosprecher wurden schon vorher von vielen komisch angesehen. Es gibt viele Gründe dafür.

Wolf Schneider schrieb mal:
Zitat:
in den fünfziger Jahren gab es keinen grösseren Kongress, bei dem nicht mindestens ein Teilnehmer forderte, die Diskussion in Esperanto fortzusetzen.

In einem Artikel in NZZ-Folio, 1994. Das dürfte nicht sehr weit von der Wahrheit liegen.

Die immer noch völlig überzogene Forderung, "Esperanto als erste Fremdsprache für alle", hat sehr viel Porzellan zerschlagen. Während Esperanto heute von der Sprachbenutzung her bei 0,1 % des Englischen liegt, fordern manche Leute einen Status wie für das Englische. Das ist so, wie wenn ein Mitarbeiter von seinem Unternehmen eine Vertausendfachung seines Gehalts fordern würde. Wie wenn ein Abiturient als Berufswunsch Bundeskanzler angeben würde. Wie wenn der neue Mitarbeiter als Zielposition im Unternehmen Vorstandsvorsitzender angibt. Alles eher ungeschickt - wenn es nicht klappt, sitzt man da mit dem Spott. Und genau so geht es den "Esperantisten" (die sich lieber schlicht als "Esperantosprecher" bezeichnen sollten).

Bis heute gibt es solche Ideen.
Da wird die Idee unterstützt, "die Europa-Hymne auf Esperanto zu singen." Welcher Nicht-Esperanto-Sprecher unterstützt das?
"Die Erprobung von Esperanto als Arbeitssprache in bestimmten Organen und Einrichtungen der EU" ist nach Auffassung einiger Esperantosprecher wünschenswert. Wer in der EU findet das noch wünschenswert?
"Esperanto als Relaissprache im Europäischen Parlament" wäre angeblich von Vorteil. Da werden alle Parlamentsdolmetscher jubeln - sie dürfen eine weitere Sprache lernen, sehr gut lernen und dann noch lernen, sie zu dolmetschen...

Das sind alles Ideen, die eine Unterstützung von weniger als 10 % der Betroffenen haben und Widerstand bei mindestens 90 % finden. Es ist völlig klar, dass man mit Ideen dieser Art in den nächsten fünf, zehn, vielleicht sogar zwanzig Jahren keinen Zentimeter vorankommt. Und dass man sich freiwillig den Stempel aufdrückt: "Wir sind Versager, unsere Vorschläge kommen nicht voran!" Warum sollte man sich aus eigenen Stücken durch übertriebene Forderungen in die Versager-Ecke begeben? Das ist doch völlig überflüssig.
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esocom
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BeitragVerfasst am: So Mai 25, 2014 3:23 pm    Titel: Dargebotene Hand ergreifen Antworten mit Zitat

In einer von Machtverhältnissen geprägten globalen (und auch europäischen) Gesellschaft erzeugt man Misstrauen, wenn man ohne eine Gegenleistung zu fordern ein Angebot macht, von dem der andere nicht weiß, ob er die Katze im Sack kauft. Jede(r) versucht sein Schäfchen ins Trockene zu bekommen und beargwöhnt Menschen, die ein friedliches Miteinander anbieten.

Nach meiner Beobachtung hebt sich das Miteinander der Esperantosprecher davon nicht sehr ab. Über Sprachgrenzen hinweg auf gleicher Augenhöhe miteinander kommunizieren zu können, diesen Luxus gönnen sich schon wenige Esperantosprecher_innen, bzw. wird nicht als mitmenschliche neue soziale Qualität wahrgenommen; wie dann von denen, die Esperanto negieren, verlachen und bekämpfen. Esperantosprecher, die über ein Radebrechen nicht hinaus kommen, geben kein einladendes Bild für die Öffentlichkeit ab.

Ich habe es mir daher zur Aufgabe gemacht ein esperantistisches Angebot zu machen: eine Internetplattform, auf der Esperantosprecher_innen Angebote zum Mitmachen unterbreiten können. Zusätzlich versuche ich ihnen die Angst zu nehmen, die dargebotenen Hände zu ergreifen. Ein hartes Brot. Deshalb auch dieser Beitrag hier.
_________________
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mlennartz
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 26, 2014 7:34 am    Titel: Re: Wo beginnt und endet ein Mißerfolg? Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Ich bin ausgesprochener Europagegner, weil mir das Europa der Vielfalt besser gefällt als das Europa der Brüsseler Einfalt.

Ich würde eher vermuten, du bist EU-Gegner oder Kommissionsgegner.
Man kann sehr wohl für Europa sein, aber gegen Brüsseler Unsinn.

Ich habe den Eindruck, viele politische Veränderungen in Europa seit 1950 waren schon sehr sinnvoll. Ich bin in Saarbrücken einen km von der französischen Grenze aufgewachsen - ich fand es schon sehr angenehm, dass wir ohne Probleme in Frankreich spazieren gehen konnten. Ich finde es schön und praktisch, dass Saarbrücken Metropole (und teilweise Arbeitsplatz) auch für die Lothringer aus Forbach u.a. sein kann - Metz ist recht weit. Usw.

Werfen wir nicht alles auf einen Haufen!


Da hast du völlig recht. Ich benutze den Europa-Begriff so wie diejenigen, die für die politische Einheit Europas sind - als Synonym. Das ist nicht korrekt, weder von der einen noch von der anderen Seite.

Politische Veränderungen sind doch aber nicht davon abhängig, ob ich eine europäische Zentralregierung habe. Menschen haben schon immer auch im Ausland gearbeitet und gewohnt, und Ausweise sind eine recht späte Erfindung. In den 1920er/30er Jahren sollen in Berlin 300 000 Exil-Russen gelebt haben - 10% der Berliner Bevölkerung. Freizügigkeit des Reisens und Wohnens ist überhaupt nichts Neues, ebenso wenig wie gegenseitige kulturelle Beeinflussung.
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