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Esperanto: Warum nicht mehr verbreitet/nicht durchgesetzt?
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esocom
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BeitragVerfasst am: So März 09, 2014 1:18 pm    Titel: Wo sind die 2 Millionen EsperantosprecherInnen? Antworten mit Zitat

Machen wir uns Gedanken, wie wir auf die Außenwelt wirken? Wenn ich versuche, die Esperantowelt mit anderen Augen zu sehen, dann kommt mir das meiste sehr amateurhaft und hausbacken vor. Was im Internet so zu finden ist, lässt zweifeln, ob die Menschen Esperanto gelernt haben, um mit anderen Esperantosprechern im Ausland Kontakt zu pflegen. Haben wir unser Kerngeschäft Völkerverständigung aus den Augen verloren?

Esperanto - Eine Sprache für die ganze Welt?

gxis la venontan
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maklerejo.de
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Erik
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BeitragVerfasst am: Sa Okt 11, 2014 10:14 am    Titel: Re: Vorteile von Esperanto passen teils gut in die Welt Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Man kann aber Esperanto auch als ein individuelles Mittel darstellen, um andere Länder zu bereisen und dort Kontakt zu bekommen.
Grundsätzlich ja. Der regelmäßige Kontakt vor Ort (Hauptwohnsitz) ist aber wichtiger.

Welcher Benutzergruppe ich nun genau zu zuordnen bin, kann ich jetzt leider nicht sagen. Ich denke mal, die Esperantotreffen in fremden Orten motivieren mich dazu später online mein Esperanto zu trainieren. Zugegebenermaßen nicht sehr intensiv, aber immerhin hält die Motivation bis zum nächsten Treffen an. Mit Motivation meine ich auch die Bereitschaft Fahrt- und Teilnahmekosten aus eigener Tasche aufzubringen. Sicher knabber ich nicht am Hungertuch. Trotzdem finanziere ich durch meine Teilnahme in der teuersten JES/FESTO-Kategorie C auch zu einem nicht gerade unbedeutenden Teil diverse Treffen mit. Und solange diese Treffen auch politisch neutral bleiben empfinde ich diese indirekten Spenden auch nicht als Last.

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Die Frage ist jetzt, wie man diejenigen motiviert, die die möglichen Lerner informieren und unterrichten.
Sympathie ist nicht immer provozierbar. Warum sollte man sich z.B. von jemanden motivieren lassen den man nicht sympathisch findet bzw. dessen Mitgliedschaft in politischen Esperanto Organisationen man schlicht und einfach suspekt findet? Warum sollte man sich vor den Karren dieser politischen Esperanto Organisationen spannen lassen? Meiner Meinung nach sollte eine gewollte Trennung zwischen politischen Aktivitäten im Namen von Esperanto und politisch freigeistige Aktivitäten im Namen von Esperanto akzeptiert werden. Stattdessen wird man als unpolitisch an Esperanto Interessierter permanent in den Dunstkreis irgendeiner politischen Aktivisten hineingezogen. Wenn einem an der Sprache Esperanto Interessierter gleichzeitig eine mit Esperanto unzertrennliche politische Absicht suggeriert wird, dann braucht man sich als Kursleiter nicht wundern, wenn ein Großteil der Teilnehmer wieder abspringen.

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Der Appell an das Gute im Menschen, dass es sich lohne, sich für das große Ziel einzusetzen, ist vielleicht heute nicht mehr so erfolgversprechend.
Sprich, Idealismus ist derzeit nicht hoch angesehen. Und Ehrenamtlichkeit wird oft auch mit Vorteilen belohnt.

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Evtl. bleibt schlicht die Bezahlung übrig - eine große Gruppe von Spendern gibt jeweils ein wenig Geld, um zu ermöglichen, dass eine kleine Gruppe bezahlt wird, um zu informieren und zu unterrichten.
Eine gewisse Spendenbereitschaft für klar definierten Nahziele (= eine DVD) scheint jedenfalls vorhanden zu sein. Beispiel. Für Fernziele könnte leicht das Gefühl eines "Faß ohne Boden" aufkommen.

Geändert am Sa Okt 11, 2014 10:51 am von Erik

Geändert am Sa Okt 11, 2014 10:43 am von Erik

Geändert am Sa Okt 11, 2014 10:37 am von Erik
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Di März 15, 2016 3:27 pm    Titel: Gründe: Grammatik (Zeitformen, Zirkumflex...), Chauvinismus Antworten mit Zitat

Bei Telepolis findet sich ein Artikel von 1997
Die Lingua Franca des Netzes
John Horvath 24.03.1997
Das Schicksal von Englisch als Weltsprache

Horvath sieht die Gründe in starkem Maße in der Sprachstruktur.
Zunächst allerdings müsse Esperanto eine offizielle Sprache werden - das ist wohl richtig: Bevor das Thema weiter in offiziellen Gremien behandelt werden soll, sollte die Sprachgemeinschaft stark angewachsen sein.

Zitat:
Obgleich man sie kennt, muß sie noch einen Status erlangen, der sie zu einer offiziellen Sprache macht.

Es gibt viele Gründe, warum Esperanto sich auf der Welt nicht ausbreiten konnte. Mit den latinisierten Zeitformen und Präpositionen (...) Als künstliche Sprache ist sie auch nicht auf den permanenten Wandel angeleg (...) Die Verwendung von Worten mit einem Zirkumflex (...)
Chauvinismus. Der Antrag bei der UNO vor über 30 Jahren (...) teilweise aus politischen Gründen abgelehnt.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Di März 15, 2016 4:35 pm    Titel: "... konnten sich nicht durchsetzen, da Sprache lebt." Antworten mit Zitat

Zitat:
"Künstliche Sprachen werden nur am Rande untersucht. Sie konnten sich nicht durchsetzen, da Sprache lebt."


Aus der Definition "Sprache" im Abschnitt "Was ist Sprachwissenschaft?", Skriptum "Einführung in die Linguistik", erstellt und bearbeitet von Dora Warth (nach einer Vorlesung von Prof. Dr. Huber, Mainz/Germersheim)

Soso, Sprache lebt - und Esperanto lebt nicht, oder?
Naja, in Ungarn hat die Akademie erfreulicherweise ja festgestellt, dass Esperanto eine lebende Sprache ist.
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Mi März 16, 2016 10:04 am    Titel: Antworten mit Zitat

Dass Esperanto eine lebende Sprache ist, wird von den meisten Sprachwissenschaftlern inzwischen akzeptiert.

Leider ist es aber so, dass viele Sprachwissenschaftler, die sich zu Esperanto äußern, keine wirklichen Kentnisse von Esperanto haben. Man fragt einen Romanisten auch nicht nach Dingen, die zweckmäßigerweise beispielsweise ein Anglist kompetenter beantworten würde. Wirklich fundiert kann sich eigentlich nur ein Interlinguist zu Plansprachen äußern.

Die Sprachkritik "Mit den latinisierten Zeitformen und Präpositionen..." und "Die Verwendung von Worten mit einem Zirkumflex...." ist oberflächlich und irrelevant.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mi Jun 15, 2016 7:58 am    Titel: Antworten mit Zitat

Helmut hat Folgendes geschrieben:
Das Esperanto eine lebende Sprache ist, wird von den meisten Sprachwissenschaftlern inzwischen akzeptiert.

Hast du da evtl. eine Quelle zu? Oder ist das eher dein Eindruck? - In der Zeit konnte man noch 2008 lesen "Kunstsprachen leben nicht" Sad (Der Original-Text ist verschwunden, weil irgendwelche Bildrechte abgelaufen sind - aber ein Kommentar ist noch übrig mit dem Zitat.)

Helmut hat Folgendes geschrieben:
Leider ist es aber so, dass viele Sprachwissenschaftler, die sich zu Esperanto äußern, keine wirklichen Kentnisse von Esperanto haben. Man fragt einen Romanisten auch nicht nach Dingen, die zweckmäßigerweise beispielsweise ein Anglist kompetenter beantworten würde. Wirklich fundiert kann sich eigentlich nur ein Interlinguist zu Plansprachen äußern.

Das Problem hat mehrere Seiten: Erst sagt ein Esperanto-Fanatiker, man solle unbedingt Esperanto einführen. Dann fühlt sich der Journalist genötigt, eine Gegenstimme zu suchen und ruft bei einem linguistischen Institut an - vielleicht schon gleich mit dem Hinweis, er brauche was gegen Esperanto. Und dann lässt sich der Journalist darauf ein, mit jemandem zu reden, der seine Kenntnisse zu Esperanto nicht nachweist, z. B. durch eigene Artikel. Das passiert dem Journalisten leicht - er ahnt nicht, dass in der Linguistik viel Quark zu Esperanto weitergetragen wird.

Ich würde sagen, ein Sprachwissenschaftler sollte (zum Nachweis seiner Kenntnisse) wenigstens mal einen etwas längeren wissenschaftlichen Artikel zu Esperanto veröffentlicht haben - dann hat er sich mit dem Thema etwas gründlicher auseinandersetzen müssen, hat Quellen suchen müssen und dann lösen sich praktisch alle Irrtümer in Luft auf. Von mir aus kann er auch eine spezielle Vorlesung angeboten haben.

Die Sprachwissenschaftler, die sich mit Irrtümern zu Esperanto geäußert haben, hatten nach meinem Wissen allesamt keinerlei Artikel zu Esperanto geschrieben, sondern Esperanto höchstens mal so in zehn Zeilen behandelt. Da landet dann kein Wissen, sondern nur Hörensagen...
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Do Jun 16, 2016 6:57 am    Titel: Grund: Natur von Sprache - Entwicklung von unten nach oben Antworten mit Zitat

Die Autoren Stella Fearnley und Shyam Sunder meinen
Zitat:
Esperanto failed because its promoters ignored the fundamental nature of language in their search for uniformity.
(Esperanto scheiterte, weil seine Befürworter in ihrer Suche nach Einheitlichkeit die grundlegende Natur von Sprache ignorierten.)

Die Bemerkung findet sich in einem Artikel von Mai 2006, der sich gegen weltweite Standards für Buchhaltung wendet:

Global reporting standards: the Esperanto of accounting
Like the failed language Esperanto, standard-setters are wrong to try to impose uniform standards on the world.
(Weltweite Berichts-Standards: Das Esperanto der Buchhaltung
Wie bei der gescheiterten Sprache Esperanto ist es falsch, wenn versucht wird, der Welt einheitliche Standards aufzudrücken.)

Eingeleitet wird diese Aussage mit
Zitat:
Accounting being the language of business, consider the failed utopian vision of Esperanto. It was proposed in 1887 as an artificially constructed global language to eliminate the difficulties of communicating across the world. Languages are alive with words with their meanings continually entering, evolving and becoming obsolete. Development is bottom-up, driven by users of language, not top-down, controlled by lexicographers.
(Da Buchhaltung die Sprache des Geschäftslebens ist, wollen wir die gescheiterte utopische Vision des Esperanto betrachten. Es wurde 1887 als künstliche geplante Weltsprache vorgeschlagen, um die weltweiten Kommunikationsschwierigkeiten zu beseitigen. Sprachen leben mit Wörtern, deren Bedeutungen beständig auftauchen, sich entwickeln und altertümlich werden. Die Entwicklung geht von unten nach oben, vorangetrieben von den Nutzern einer Sprache, nicht von oben nach unten, gesteuert durch Lexikographen.)


In einem weiteren Artikel, "Not by Will: Baxter and the Rise of Authoritative Accounting Standards", schreibt einer der Autoren, Shyam Sunder, kurz danach, im Juli 2006
Zitat:
When we strip the language of ambiguity and variation in meaning, we get something like Esperanto — dead on arrival.
(Wenn wir der Sprache ihre Mehrdeutigkeit und Bedeutungsvariation nehmen, erhalten wir etwas wie Esperanto -- tot (schon) bei der Ankunft.)

In der Fußnote wird behauptet:
Zitat:
Esperanto was a late nineteenth-century attempt to create an artificial universal language that might replaced the natural languages of the world.
See Stella Fearnley and Shyam Sunder, “Global Reporting Standards: The Esperanto of Accounting,” Accountancy. May 2006, p.26.
(Esperanto war ein Versuch aus dem späten 19. Jahrhundert, eine künstliche universelle Sprache zu schaffen, die die natürlichen Sprachen der Welt ersetzen könnte.)

replaced -> replace
Es ist schon bemerkenswert, was für Dinge weit entfernt von der Wirklichkeit manche Leute glauben.

(Wenn man sieht, mit was für Vorstellungen bezüglich Esperanto diese hoch gebildeten Leute wohl leben, ist es auch nicht weiter verwunderlich, in was für einer Parallelwelt Leute von der IS, manche Palästinenser und vielleicht auch manche Kontrahenten der Palästinenser leben...)
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