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Esperanto: ein erster Eindruck

 
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Jürgen B.
Gast





Íå âûáðàíà

BeitragVerfasst am: So Jan 12, 2003 11:05 pm    Titel: Esperanto: ein erster Eindruck Antworten mit Zitat

Hallo Forum,

auf die Gefahr hin, mich hier unbeliebt zu machen, habe ich auf einen Beitrag im Forum des Auswärtigen Amtes zum Thema Esperanto geantwortet. Hier der Link:

http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/eu_politik/forum/frage_1020083484/?flag=1&open_id=1042382233&root=1042382233

Dazu meine Fragen:
1. Werde ich jetzt hier verbannt?
2. Kann man an Esperanto noch irgend etwas verändern, oder ist da gar nichts mehr zu machen?

Schöne Grüße,
Jürgen B.
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Gast






Íå âûáðàíà

BeitragVerfasst am: Mo Jan 13, 2003 7:13 pm    Titel: Esperanto - mein Eindruck nach 25 Jahren Esperanto sprechen Antworten mit Zitat

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Hallo Forum,

auf die Gefahr hin, mich hier unbeliebt zu machen, habe ich auf einen Beitrag im Forum des Auswärtigen Amtes zum Thema Esperanto geantwortet. Hier der Link:

http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/eu_politik/forum/frage_1020083484/?flag=1&open_id=1042382233&root=1042382233



Ich habe dort darauf geantwortet.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:

Dazu meine Fragen:
1. Werde ich jetzt hier verbannt?


Nein. Dieses Forum dient u. a. gerade dazu, den Dialog zwischen Esperantosprechern und Nicht-Esperantosprechern zu führen. Hier darf jeder sagen, was er an Esperanto auszusetzen hat - und die Esperantosprecher können dann aus ihrer Sicht Stellung beziehen.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:

2. Kann man an Esperanto noch irgend etwas verändern, oder ist da gar nichts mehr zu machen?


Wenn es denn nötig wäre, was zu ändern, könnte man sich damit beschäftigen. (Nach einer Vereinbarung aus dem Jahre 1905 werden Veränderungen an der Struktur aber erst nach einem eventuellen offiziellen Beschluss über die Einführung des Esperanto durchgeführt.) Allerdings zeigt die Erfahrung des Ido - Diskussionen von 1907 bis in die zwanziger Jahre hinein - dass die Veränderei nicht so wahnsinnig ergiebig ist: Obwohl die Struktur des Ido (und anderer Plansprachen-Entwürfe) vielleicht tatsächlich in Einzelpunkten besser ist als die des Esperanto, wird Esperanto deutlich mehr gelernt als Ido und die Anzahl der Teilnehmer an internationalen Esperanto-Treffen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Warum soll ich mich nun mit der möglichen Veränderung der Struktur des Esperanto beschäftigen? Da sehe ich dringendere Aufgaben.

Esperanto ist nicht ideal - aber doch ziemlich gelungen. Und wird ja auch laufend verwendet ohne dass ich nun von wesentlichen Problemen mit seiner Struktur gehört hätte, die die Kommunikation behindern würden.

Lu Wunsch-Rolshoven
EsperantoLand
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BeitragVerfasst am: Di Jan 14, 2003 3:51 am    Titel: Re: Esperanto: ein erster Eindruck Antworten mit Zitat

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Hallo Forum,

auf die Gefahr hin, mich hier unbeliebt zu machen

1. Werde ich jetzt hier verbannt?
2. Kann man an Esperanto noch irgend etwas verändern, oder ist da gar nichts mehr zu machen?


Zu 1.: Warum sollten wir jemanden verbannen, wenn keine böse Absicht erkennbar ist? Kritik und Fragen sind erlaubt.
Zu 2.: Die Phase des "Unbedingt etwas ändern wollen" durchläuft fast jeder Esperantosprecher. Irgendwann sehen dann die meisten ein, daß es keine Verbesserung an der Sprache gibt, die nicht mit entsprechend hohen Kosten ( = Nachteilen) verbunden wäre. Die Lösung, erst einmal alles so zu belassen, scheint mir daher ein fairer Kompromiß zu sein.

"Unbeliebt" macht man sich bei mir persönlich eher durch andere Dinge - allerdings hat mich die Antwort doch, gelinde gesagt, etwas geärgert, weil sie die üblichen Fehler und Mißverständnisse enthält, die ich seit etwa zehn Jahren lese. Lus Antwort auf genannten Beitrag kann ich nur als vorbildlich bezeichnen - ich habe bald keine Lust mehr, auf so etwas zu reagieren. Ich bin deshalb dazu übergegangen, Internetseiten zu den gängigen Fragen zu machen, damit ich nicht mehr ständig alles wiederholen muß. Ich hoffe, auf diese Weise zumindest minimal die interessierten Leute etwas aufklären zu können.

Zu den Esperantozeichen gibt es z.B. die Seite
http://asta.upb.de/~esperanto/zeichen.htm
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Gunnar R. Fischer
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BeitragVerfasst am: Di Jan 14, 2003 3:53 am    Titel: Die Nachricht aus dem Forum als Zitat Antworten mit Zitat

Hallo!

Damit nicht jeder lange suchen muß, zitiere ich mal Jürgen B.s Diskussionsbeitrag:

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
"Sehr geehrter Herr Lehmann,

Sie sind wahrscheinlich Esperanto-Sprecher, und ich interessiere mich sehr für "Plansprachen". Die Idee einer neutralen Sprache für die EU befürworte ich sehr, aber ich hege Zweifel, ob es Esperanto sein muss. Da es um Details von Esperanto geht, wollte ich Ihnen meine ersten Eindrücke von der Sprache in einer Email mitteilen, aber die kam leider als unzustellbar zurück.

Als ich im Internet zum ersten Mal auf einen Esperanto-Text stieß, dachte ich: Das sieht aus wie Polnisch, oder jedenfalls wie eine slawische Sprache. Die vielen Sonderzeichen, die je nach Zeichensatz und verwendeter Technik ein Problem darstellen, hätte man gerade bei einer Plansprache vermeiden müssen.

Nach kurzer "Buchstabenkunde" fragte ich mich: Was sprach wohl dagegen, anstelle von J das Y zu benutzen, und anstelle von J^ das J? Warum benutzt man nicht das X, wo es hingehört? Das ks mutet wie Türkisch an, z.B. in Taksi.

Weiter geht es mit dem Vokabular: Das Gegenteil mit der Vorsilbe "mal-" auszudrücken, um Vokabeln einzusparen, ist eine gutgemeinte Idee. Allerdings wirkt es bei Allerweltswörtern reichlich konstruiert, und die Vorsilbe "mal" suggeriert "schlecht". Aber was ist an links schlechter als an rechts, an dünn schlechter als an dick, usw.?

Die Sprache verliert dadurch an Ausdruckskraft. Zum Vergleich: ich arbeite in der Flugsicherung, wo ein sehr spezielles und fest definiertes Englisch für Standardsituationen anzuwenden ist. Zwei Beispiele:

1. Seit dem Unglück von Teneriffa (KLM startete ohne Startfreigabe) darf das Wort "take-off" nur noch im Zusammenhang mit der tatsächlich erteilten Startfreigabe benutzt werden. Also "Expect departure in about 5 Minutes", aber "cleared for take-off". Absichtlich werden zwei Worte für die selbe Sache benutzt.
2. Steigen heißt "to climb" und sinken "to descend", obwohl es die Wörter "ascend" und "sink" auch gibt, letzteres aber mehr in der Seefahrt Smile. Man nimmt absichtlich Wörter, die völlig unterschiedlich klingen. Stellen Sie sich mal folgenden Satz, hektisch gesprochen, bei schlechter Funkverbindung und mit griechischem Akzent vor: "Air Cyprus 872, unclimb immediately to flight level 250, and turn unleft to heading 120." Worauf ich hinaus will: Gegenteile müssen völlig anders klingen, und an das, was gerade nicht gemeint ist, darf kein Gedanke verschwendet werden. Woran man denkt, das tut man im Stress auch.

Ich hatte früher Französisch-, Latein und Spanischunterricht. Mit einer größeren Anlehnung des Esperanto an Latein käme ich klar, aber Wortschöpfungen wie "hundo" oder "knabo" finde ich erheiternd. Eine rein romanische Kunstsprache wäre mir lieber, in der der lateinische Wortschatz, sofern er in Fremdworte eingeflossen ist, mehr zum Tragen käme. Ländernamen müssen auf a oder ia enden, dann begreift jeder intuitiv, was gemeint ist. Und an jeden Städtenamen ein o anzuhängen, naja. Stellen Sie sich mal vor, Esperanto wäre wirklich in 100 Jahren die anerkannte Weltsprache. Wie sähen denn dann die Landkarten aus? Gelsenkircheno, Bochumo, Wanneo-Eickelo?, Castropo-Rauxelo, Dortmundo (Dortmundo klingt wenigstens noch gut, mediterran und weltoffen). Also neee.

Die Idee des Esperanto ist gut, aber letzlich scheitert die Sprache an sich selbst. Hätte Dr. Zamenhof die späteren Verbesserungsversuche an Esperanto (z.B. Ido) von vorn herein überflüssig gemacht, stünde Esperanto heute konkurrenzlos da und wäre 100 mal verbreiteter. Eine Plansprache kann sich keine Konkurrenz leisten, denn der idealistische Laie steht vor der Auswahl wie der Ochse vorm Uhrwerk.

Um es kurz zu machen: Ich wäre sehr für eine ausdrucksstarke und leicht zu lernende Kunstsprache in der EU, und wäre sofort bereit, sie zu lernen und mich für ihre Verbreitung einzusetzen. Aber Esperanto überzeugt mich einfach nicht, und neue Projekte scheinen keine Chance zu haben. Vielleicht sind Sie ja an einem Dialog interessiert und können Sie mich vom Gegenteil überzeugen?

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen B. "

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BeitragVerfasst am: Di Jan 14, 2003 4:40 am    Titel: Etwas Vertiefung für die ersten Eindrücke Antworten mit Zitat

So, jetzt antworte ich mal. Zu meiner Person: Ich spreche seit über 25 Jahren Esperanto (bin Muttersprachler) und bin seit ca. 1996 aktiv.

Eine Warnung vorweg: Ich stufe mich selbst als harten, aber fairen Diskussionteilnehmer ein. D.h. ich hacke auf jedem Anfängerfehler gnadenlos rum, bin aber umgekehrt gerne bereit, Nichtstandardfragen zu beantworten. (Antworten auf Standardfragen gibt's hier bei esperantoland und unter http://asta.upb.de/~esperanto/ .) - Das ist m.E. die typische Haltung eines Experten.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Da es um Details von Esperanto geht, wollte ich Ihnen meine ersten Eindrücke von der Sprache in einer Email mitteilen


Problematisch an diesem Ansatz ist, daß der erste Eindruck meist täuscht. Persönlich hätte mich gefreut, wenn mehr Fragen gekommen wären, denn das halte ich für die richtige Form von Kommunikation zwischen Neulingen und Experten. Ich halte es nicht für angemessen, direkte Wertungen abzugeben, bevor man sich nicht in eine Sache richtig eingearbeitet hat.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Als ich im Internet zum ersten Mal auf einen Esperanto-Text stieß, dachte ich: Das sieht aus wie Polnisch, oder jedenfalls wie eine slawische Sprache. Die vielen Sonderzeichen, die je nach Zeichensatz und verwendeter Technik ein Problem darstellen, hätte man gerade bei einer Plansprache vermeiden müssen.


Tatsächlich ist die Aussprache an slawische Sprachen angelehnt. Die insgesamt sechs Sonderzeichen (gerade mal zwei mehr als beim Deutschen) sind notwendig, damit Esperanto sowohl phonetisch bleibt als auch genügend Laute aufweist. Sie sind damit kaum vermeidbar.

Was die Technik betrifft: Die gab zur Geburtsstunde des Esperanto (1887) noch gar nicht und konnte deswegen auch nicht berücksichtigt werden. Ich habe meine Diplomarbeit über Internationalisierung von Software geschrieben. Gängige Meinung in der Fachliteratur (auch von Experten aus Industrie und Kommerz): Nicht die Sprachen müssen sich an die Technik anpassen, sondern die Technik an die Sprachen!

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Nach kurzer "Buchstabenkunde" fragte ich mich: Was sprach wohl dagegen, anstelle von J das Y zu benutzen, und anstelle von J^ das J? Warum benutzt man nicht das X, wo es hingehört? Das ks mutet wie Türkisch an, z.B. in Taksi.


Über die Zuweisung von Lauten und Buchstaben kann man lange diskutieren. "x" würde die eindeutige Aussprache kaputtmachen, es ist überflüssig, weil es wie "ks" klingt. Übrigens: Ist so etwas als schlecht zu bewerten, weil es im Türkischen vorkommt?

Selbst wenn man die vorgeschlagene Ersetzung vornehmen würde, könnte man die Sonderzeichen nicht vermeiden.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Weiter geht es mit dem Vokabular: Das Gegenteil mit der Vorsilbe "mal-" auszudrücken, um Vokabeln einzusparen, ist eine gutgemeinte Idee. Allerdings wirkt es bei Allerweltswörtern reichlich konstruiert, und die Vorsilbe "mal" suggeriert "schlecht". Aber was ist an links schlechter als an rechts, an dünn schlechter als an dick, usw.?


"mal" im Esperanto hat nicht die gleiche Bedeutung wie "mal" im Französischen. So einfach ist das. Wer die Bedeutung eines Wortes in einer Sprache 1:1 in eine andere überträgt, darf sich nicht über seltsame Ergebnisse wundern. Wieso bekommt man z.B. im englischen Sprachraum stets Gift ("gift") geschenkt?

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Die Sprache verliert dadurch an Ausdruckskraft. Zum Vergleich: ich arbeite in der Flugsicherung, wo ein sehr spezielles und fest definiertes Englisch für Standardsituationen anzuwenden ist.


Standardisiertes Englisch kenne ich auch aus meiner Diplomarbeit. Übrigens zeigt dessen Existenz, das selbst unterschiedliche Wörter für Gegensätze offenbar nicht ausreichen.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Worauf ich hinaus will: Gegenteile müssen völlig anders klingen, und an das, was gerade nicht gemeint ist, darf kein Gedanke verschwendet werden. Woran man denkt, das tut man im Stress auch.


Das gilt für diesen speziellen Bereich, wo eindeutige Kommunikation über Leben und Tod entscheidet. Die Alltagskommunikation sieht dann doch anders aus. Übrigens habe ich noch nie ein Mißverständnis durch "mal-" gehabt - die beiden Wortpaare unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Länge nämlich immer um eine Silbe, und das reicht aus.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Ich hatte früher Französisch-, Latein und Spanischunterricht. Mit einer größeren Anlehnung des Esperanto an Latein käme ich klar, aber Wortschöpfungen wie "hundo" oder "knabo" finde ich erheiternd. Eine rein romanische Kunstsprache wäre mir lieber, in der der lateinische Wortschatz, sofern er in Fremdworte eingeflossen ist, mehr zum Tragen käme.


Das ist eine rein subjektive Meinung, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Gleichzeitig erheben andere Leute den Vorwurf, Esperanto sei "zu romanisch" und damit nicht neutral genug. Die Wörter germanischen Ursprungs hat man übrigens immer da genommen, wo sich sonst Doppeldeutigkeiten ergeben hätten. (Tataa - das hatten wir doch weiter oben schon!)

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Ländernamen müssen auf a oder ia enden, dann begreift jeder intuitiv, was gemeint ist.


Das ist der m.E. am ehesten vertretbare Kritikpunkt, der sich aber auch am leichtesten beheben lassen würde. Es gibt im Esperanto zwei verschiedene Systeme für Ländernamen, die beide ihre Vor- und Nachteile besitzen. Von der Regel "Substantive enden auf -o" wird auf keinen Fall abgewichen.

Die sog. "-io"-Schreibweise kommt der hier gemachten Forderung zumindest recht nahe.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Und an jeden Städtenamen ein o anzuhängen, naja. Stellen Sie sich mal vor, Esperanto wäre wirklich in 100 Jahren die anerkannte Weltsprache. Wie sähen denn dann die Landkarten aus? Gelsenkircheno, Bochumo, Wanneo-Eickelo?, Castropo-Rauxelo, Dortmundo (Dortmundo klingt wenigstens noch gut, mediterran und weltoffen). Also neee.


Auch das ist Geschmackssache. Ich persönlich bevorzuge die Originalversionen, wenn sie auf Esperanto ohne Probleme einigermaßen aussprechbar sind. Von großen Veranstaltungen weiß ich, daß man bei der Wegbeschreibung neben den offiziellen Namen der Stadt auch die Aussprache schreibt. Es ist übrigens nicht so, daß alle Städtenamen ein "-o" verpaßt bekommen.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Die Idee des Esperanto ist gut, aber letzlich scheitert die Sprache an sich selbst. Hätte Dr. Zamenhof die späteren Verbesserungsversuche an Esperanto (z.B. Ido) von vorn herein überflüssig gemacht, stünde Esperanto heute konkurrenzlos da und wäre 100 mal verbreiteter. Eine Plansprache kann sich keine Konkurrenz leisten, denn der idealistische Laie steht vor der Auswahl wie der Ochse vorm Uhrwerk.


Das ist die irrige Annahme, daß der Erfolg einer Sprache in erster Linie von ihrer leichten Erlernbarkeit abhängt. In Wirklichkeit sind es vor allem sog. außersprachliche Gründe (Prestige, Macht, Geld, Geburtenrate), die über ihre Verbreitung entscheiden. Und hier hat Esperanto natürlich sehr schlechte Karten. Umso erstaunlicher, daß Esperanto keineswegs gescheitert ist, sondern sich im Gegenteil zu einer vollständigen Sprache mit einer eigenen Kultur entwickelt hat. Damit steht es sämtlichen anderen Projekten gegenüber konkurrenzlos dar. Die Auswahl fällt in Wirklichkeit also relativ leicht, wenn es um die konkreten Möglichkeiten und die Ausdrucksfähigkeit geht.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht sind Sie ja an einem Dialog interessiert und können Sie mich vom Gegenteil überzeugen?


Ich hoffe, zumindest einen leichten Einblick zum Thema "Sprachplanung im Falle des Esperanto" gegeben zu haben. Wer wie Lu seit über 20 Jahren Esperanto spricht, der kennt auf jedes Argument eine Antwort. Ich empfehle nochmals, sich unter esperantoland.de und der von mir erwähnte Adresse schlau zu machen - viele Fragen sind damit schon beantwortet.
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Gunnar R. Fischer
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BeitragVerfasst am: Di Jan 14, 2003 5:15 am    Titel: Nachschlag... Antworten mit Zitat

Ein kleiner Nachtrag zu der Frage "Warum ersetzt man die Sonderzeichen nicht?" (stammt von www.dol2day.de aus einer Diskussion um "Mondezo")

Babelfisch hat Folgendes geschrieben:

Von: Babelfisch 08.04.2002 16:47 Uhr
Ich habe mir die Seite von "Mondezo" noch einmal genauer angeschaut. Es handelt sich gar nicht um eine Sprache, sondern nur um eine Aufzählung von Sprachreformparagrafen des Esperanto. Solche Aufzählungen hat es seit 1887 tausende gegeben. Einen neuen Vorschlag findet man sehr selten. - Ja, zu den "Häubchen" (6 Buchstaben mit diakritischem Zeichen): Ohne diese 6 Buchstaben hätte Esperanto 6 Phoneme weniger und wäre zu arm... Alternativ muss man die entsprechenden Laute durch Buchstabenkombinationen wiedergeben (auch dafür gibt's tausende von Vorschlägen bisher), aber immer läuft es auf dassselbe hinaus: Auf die Abschaffung des grundlegenden Gesetzes "Jeder Laut wird durch genau 1 Zeichen dargestellt". Und der Preis ist zu hoch. (Es gäbe sogar eine Lösungsmöglichkeit, ohne dieses Gesetz zu verletzen. Darüber habe ich mal einen Aufsatz verfasst. Aber: Ein Nachteil wäre dann immer noch, dass internationale Wörter vom Schriftbild weniger erkennbar wären. Das würde zu noch weniger Akzeptanz führen. Sonst wäre man mir nach diesem Artikel ja auch gleich um den Hals gefallen...) Wink


Cyril hat Folgendes geschrieben:

Von: Cyril 01.05.2002 23:02 Uhr
Babelfisch,

kannst du deinen Vorschlag hier in Kürze erläutern oder kann ich ihn anderswie nachlesen?


Babelfisch hat Folgendes geschrieben:

Von: Babelfisch 02.05.2002 13:40 Uhr
Ja, unter "Aktoj de la Akademio", 1983... Wink
Nein, ich erläutere ihn hier gern:
Prinzipien einer geänderten Rechtschreibung sollten sein (der Wichtigkeit nach absteigend geordnet):
1) Das Gesetzt: 1 Laut - 1 Buchstabe (und umgekehrt) darf nicht verletzt werden.
2) Bisherige Zeichen müssen ihren Lautwert unverändert beibehalten. (Das erleichtert die Kontinuität der Schriften.)
3) Die neuen Zuordnungen von Zeichen und Lauten sollten aus anderen Sprachen motiviert sein (also nicht willkürlich, arbiträr). -
Natürlich wird vorausgesetzt, dass außerdem die normale Tastatur mit Lateinbuchstaben (so g. "lateinisches Alphabet") ausreichen soll; sonst brauchte man ja gar keinen Änderungsvorschlag.
Da das lat. Alphabet 26 Buchstaben hat, Esperanto aber 28 Phoneme, kann es eigentlich keinen Vorschlag geben, der alle obigen Prinzipien erfüllt. Eigentlich!
Der Witz ist, dass schon das bisherige Esperanto-Alphabet das Prinzip 1 (1 Laut - 1 Buchstabe, und umgekehrt) nach Ansicht vieler Phonetiker (z.B. Prof. John Wells) nicht sauber füllt. Folgende Buchstaben entsprechen nämlich eigentlich ZWEI Lauten:
a) c => 'ts' (In Hochkommas gebe ich die Aussprache an. Achtung: x-Schreibweise ersetzt die Hütchen)
b) gx => 'djx'
c) cx => 'tsx'
Schreibe ich "gx" und "cx" als je 2 Zeichen wie unter b und c angegeben, spare ich zwei Buchstaben, und jetzt reichen auf einmal die 26 des lat. Alphabets!
Und so gehe ich bei der neuen Rechtschreibung vor:
- "c" lasse ich nach Prinzip 2 unverändert. (Ich nehme also weiterhin eine leichte Verletzung des Prinzips 1 in Kauf)
- Ich ordne die freien Buchstaben "q", "w", "x" und "y" wie folgt zu:
1) ux => w (Motivation: z.B. Englisch)
2) jx => y (und damit: "gx" => "dy")
(Motivation: Das "y" ist dem "j" graphisch ähnlich.)
3) sx => x (und damit: "cx" => "tx")
(Motivation: deutsches "sch" wird in einigen Sprachen als "x" geschrieben, z.B. Aztekisch)
4) hx => q
("q" wird in mehreren Sprachen wie "k" ausgesprochen, und "hh" und "k" sind auch im Esperanto weitgehend austauschbar.) -
Das war's. Ist doch eigentlich überzeugend, nicht wahr? Weniger begeistert ist man, wenn man die alte Schreibweise gewöhnt ist und sich jetzt Beispiele in der neuen anschaut:
yawdo, xandyidyi, lawdatxo, eqo, xuldoj, txielo, ...
Jedenfalls ergäben ernsthafte Versuche, diese neue Schreibweise durchzusetzen, ähnliche Proteststürme in Esperantujo wie im Deutschen bei der Rechtschreibreform. Auch, wenn's sprachlich nicht gerechtfertigt wäre!

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BeitragVerfasst am: Di Jan 14, 2003 5:40 am    Titel: Nachschlag, Teil 2 Antworten mit Zitat

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:

Die Sprache verliert dadurch an Ausdruckskraft. Zum Vergleich: ich arbeite in der Flugsicherung, wo ein sehr spezielles und fest definiertes Englisch für Standardsituationen anzuwenden ist. (...)

Man nimmt absichtlich Wörter, die völlig unterschiedlich klingen.


Ich hatte mal von einem Esperanto-Bekannten, der selbst mal Hobbyflieger war, ein entsprechendes Blatt bekommen, auf dem Kommandos auf Flug-Englisch, Deutsch und (meiner Erinnerung nach) entsprechendem Flug-Esperanto waren. Leider habe ich diesen Zettel weggeworfen in der Annahme, daß dies nun wirklich ein zu exotisches Thema wäre, um irgendwann mal in einer Anfängerdiskussion über Esperanto erwähnt zu werden. Dazu muß man wissen, daß ich so ziemlich jeden Esperanto-Kram aufhebe, der mir unter die Finger kommt, egal, wie ausgefallen oder selten verwendbar er auch sein mag.

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch an Jürgen B., es ist ihm gelungen, mich aus der Reserve zu locken! Wink Das ist das erste Mal seit langer Zeit, daß ich etwas für Esperanto hätte verwenden können, es aber schon weggeworfen habe.
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BeitragVerfasst am: Di Jan 14, 2003 6:55 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Herr Fischer, Hallo Herr von Wunsch-Rolshoven,

vielen Dank für Ihre sehr ausführlichen Antworten.

Zitat:

Zitat:
Jürgen B. hat folgendes geschrieben:
Da es um Details von Esperanto geht, wollte ich Ihnen meine ersten Eindrücke von der Sprache in einer Email mitteilen


Problematisch an diesem Ansatz ist, daß der erste Eindruck meist täuscht. Persönlich hätte mich gefreut, wenn mehr Fragen gekommen wären, denn das halte ich für die richtige Form von Kommunikation zwischen Neulingen und Experten. Ich halte es nicht für angemessen, direkte Wertungen abzugeben, bevor man sich nicht in eine Sache richtig eingearbeitet hat


Moment. Eine Diskussion mit Experten hatte ich ursprünglich gar nicht beabsichtigt, es ging ja um eine von oben verordnete Einführung einer internationalen Sprache für die EU. Und als Bürger eines EU-Mitgliedslandes darf ich dazu schon meine Meinung äußern. Ursprünglich wollte ich meine Antwort nicht einmal ins Internet stellen. Es tut mir leid, dass es nun darüber zum Disput gekommen ist, zumal ich der Idee sehr aufgeschlossen gegenüberstehe. Übrigens habe ich mich zuvor informiert, und ich lerne zur Zeit Esperanto. Tätääää!

Der Ansatz des Herrn Lehmann wäre ja dem Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz ziemlich abträglich. Wir alle haben die Vorbehalte eines Großteils der Bevölkerung gegen die Euro-Einführung erlebt. An eine verordnete Pflicht für den öffentlichen Dienst, auf Kosten des Steuerzahlers Esperanto (oder was auch immer) zu lernen, möchte ich gar nicht denken. Der Weg, Esperanto als ein freiwilliges Angebot zu präsentieren, ohne sich zu Werbezwecken irgendwo anzuketten, ist schon richtig.

Zitat:
Über die Zuweisung von Lauten und Buchstaben kann man lange diskutieren. "x" würde die eindeutige Aussprache kaputtmachen, es ist überflüssig, weil es wie "ks" klingt. Übrigens: Ist so etwas als schlecht zu bewerten, weil es im Türkischen vorkommt?


Nein. Das habe ich auch nicht gemeint. Mir geht es darum, dass es überhaupt eine breite Akzeptanz für eine Plansprache wie Esperanto gibt. Und diese Akzeptanz hängt auch vom Schriftbild und Klang einer Sprache ab, und von der Wahrscheinlichkeit, bekannte Worte auf Anhieb wiederzuerkennen, also Erfolgserlebnisse beim Lernenden zu erleichtern. Die reine Lehre des großen Meisters strikt einzuhalten ist ein Luxus, den man sich in der Naturwissenschaft leisten muss, aber nicht in einer lebendigen Sprache.

Würde Esperanto es verkraften, wenn man statt "kvadrato" auch "quadrato" schreiben dürfte, oder statt "ekskurso" "exkurso"?

Zitat:
Das ist eine rein subjektive Meinung, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Natürlich. Ich bin ja kein Linguist und bin nicht auf der Suche nach vollkommener Logik. Als weltoffener Europäer fände ich es nur schön, eine internationale Sprache zu haben, in der möglichst viele Leute sich auf Anhieb zurechtfinden. Interlingua habe ich auf Anhieb verstanden. Esperanto mag noch so logisch sein, mit seinen Sonderzeichen und "oj" am Ende mutet es an wie ein sorbischer Text über ukrainische Kernkraftwerke. Würde man das "s" zur Pluralbildung benutzen, käme man dem Sprachempfinden von mehreren Hundert Millionen Menschen entgegen.

Zugegeben, mit 3 Millionen Sprechern ist Esperanto "Marktführer" unter den Plansprachen. Mit jährlichen Zuwachsraten in Nähe des Zinssatzes für Spareinlagen bleibt Esperanto aber weit hinter den selbst gesetzten Zielen zurück. Da muss doch die Frage erlaubt sein: Wenn man die Gewöhnung der bisherigen Esperanto-Sprecher mal außer acht läßt, kann man denn um der Sache willen die Akzeptanz der Sprache wesentlich steigern?

Man kann sich natürlich auch auf den Standpunkt stellen: Wir kommen damit klar, wir sind soundso viele Sprecher und sind uns selbst genug, sämtliche Argumente kennen wir schon, aber
Zitat:
(Nach einer Vereinbarung aus dem Jahre 1905 werden Veränderungen an der Struktur aber erst nach einem eventuellen offiziellen Beschluss über die Einführung des Esperanto durchgeführt.)

während sich Englisch Jahr für Jahr weiter verbreitet. Die genannte Vereinbarung ist doch fatal, denn auf den offiziellen Beschluss können wir noch lange warten, und das kann man nicht nur dem Machtwillen der Politiker in die Schuhe schieben. Esperanto ist ja schließlich nicht verboten, und die Bewegung ist selbst ihres Glückes Schmied.

Teil 2 kommt später (Kind quakt).
Schönen Abend erstmal, und seien Sie nicht sauer. Trotz allem bin ich sehr am Thema interessiert.

Mit freundlichen Grüßen,
Jürgen B.
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Jürgen B.
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Íå âûáðàíà

BeitragVerfasst am: Di Jan 14, 2003 10:42 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Teil 2:

Es ist natürlich vollkommen klar, das man eine Sprache nicht wie bei "Wünsch dir was" mal eben umkrempeln kann.

Wenn ich der Academie francaise (wie bekomme ich denn hier jetzt ne Cedille rein?) einen Brief schreiben würde mit dem Vorschlag "Führt doch einfach das Wort 'octante' für 80 ein, das ist doch viel logischer", dann bekäme ich nicht zur Antwort "Das ist ja eine geniale Idee! Da ist bisher noch niemand drauf gekommen, wir werden das sofort umsetzen." Genausogut könnte ich mit einem Pfarrer über den Inhalt der Bibel verhandeln.

Bei einer Plansprache mit hohem Anspruch an sich selbst sieht es ein wenig anders aus. Da die Sprache ohnehin künstlich ist, und da das oberste Ziel der Bewegung doch ist, überhaupt eine weltweit akzeptierte "Hilfssprache" zu etablieren, sollte man doch über die Akzeptanz des bisherigen Esperanto nachdenken dürfen, denn das Ziel wird weder mit 3 Millionen noch mit 10 Millionen Sprechern erreicht.

Allerdings habe ich eingesehen, dass es wenig Sinn hat, Ido oder Interlingua zu lernen, da diese Sprachen wohl keine Aussicht haben, sich durchzusetzen. Einen deutschen Interlingua-Verband habe ich im Netz gar nicht gefunden, und der Ido-Verband hatte in Polen einen Weltkongress, dessen sämtliche Teilnehmer man an den Fingern abzählen kann. Eine Plansprache kann offenbar so genial und logisch sein wie sie will, an Esperanto kommt wohl keine mehr heran.

Aber konstuktive Kritik muss erlaubt sein, und "Den Vorschlag hatten wir schon" ist kein Argument. Dass der Esperanto-Weltverband auf Grund seiner eigenen Regeln gar keine Möglichkeit hat, die Sprache zu modifizieren, das ist ein Argument. Ich nehme es mal so hin.

Mit freundlichen Grüßen,
Jürgen B.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mi Jan 15, 2003 3:43 am    Titel: Esperanto-Zuwachsraten u.a. Antworten mit Zitat

Hallo Herr B.,

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:

Moment. Eine Diskussion mit Experten hatte ich ursprünglich gar nicht beabsichtigt, es ging ja um eine von oben verordnete Einführung einer internationalen Sprache für die EU.


Ich selbst stehe einer von oben verordneten Einführung eher skeptisch gegenüber. Ich finde, Politik soll in der Regel realisieren, was die Bürger möchten - und deshalb sollten vor einer Einführung die Bürger mehr von Esperanto wissen und es vielleicht erstmal mögen. Und was die Information der Bürger angeht: Das ist eine Riesenaufgabe, die nicht so leicht mit der derzeitigen Menge an Esperantosprechern zu realisieren ist - auch deshalb sehe ich die erste Aufgabe in der Vergrößerung der Zahl der regelmäßigen Nutzer von Esperanto.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:

Übrigens habe ich mich zuvor informiert, und ich lerne zur Zeit Esperanto.


Toll. Viel Spaß beim Lernen und bei der Anwendung!

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:

Würde man das "s" zur Pluralbildung benutzen, käme man dem Sprachempfinden von mehreren Hundert Millionen Menschen entgegen.


Vielleicht. Aber lernen würden sie Esperanto deshalb noch lange nicht - und deshalb habe ich keine Neigung, etwas zu ändern.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:

Zugegeben, mit 3 Millionen Sprechern ist Esperanto "Marktführer" unter den Plansprachen. Mit jährlichen Zuwachsraten in Nähe des Zinssatzes für Spareinlagen bleibt Esperanto aber weit hinter den selbst gesetzten Zielen zurück.


Also, was unsere Zuwachsraten angeht, da habe ich einen Vorschlag: Ich leihe Ihnen eine größere Summe Euro, Sie sichern das über eine Bankbürgschaft ab (also gleiche Sicherheit für mich wie bei Spareinlagen) und zahlen mir Zinsen in Höhe unserer jährlichen Zuwachsraten. Ich stelle da mal drei Größen zur Wahl: Die durchschnittliche Zuwachsrate der Teilnehmer an einwöchigen internationalen Esperanto-Treffen in Deutschland seit 1970, die Gesamt-Zuwachsrate der deutschen Silvestertreffen 2001/2 auf 2002/3 oder die Zuwachsrate der ungarischen Studenten, die Esperanto lernen, in den letzten zwei Jahren. Was hätten Sie gerne?

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:

[...]während sich Englisch Jahr für Jahr weiter verbreitet.


Mit welchen Zuwachsraten übrigens in welchen Bereichen?

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:

[...]und seien Sie nicht sauer.


Keinesfalls! Mir machen solche Diskussionen Freude und ich freue mich, wenn ich dabei etwas lernen kann. Ich bedauere es geradezu, dass wir in der Regel nicht die Möglichkeit haben, unsere Argumente vorzutragen - man hält Esperanto für ein erledigtes Thema. Aber damit kann ich mittlerweile auch ganz gut leben; es gibt genug zu tun, um die Sprachgemeinschaft größer zu machen - auch ohne allgemeine Öffentlichkeit.

Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mi Jan 15, 2003 5:17 am    Titel: Antworten mit Zitat

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:

Eine Diskussion mit Experten hatte ich ursprünglich gar nicht beabsichtigt, es ging ja um eine von oben verordnete Einführung einer internationalen Sprache für die EU. Und als Bürger eines EU-Mitgliedslandes darf ich dazu schon meine Meinung äußern.


Ok, das ist ein ganz anderes Thema. Ich wollte nur auf den "ersten Eindruck" reagieren und die dabei geäußerte Kritik. Von einer von oben verordneten Pflichtsprache für alle halte ich ebenfalls nichts - egal, wie schnell erlernbar sie auch sein mag.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
diese Akzeptanz hängt auch vom Schriftbild und Klang einer Sprache ab, und von der Wahrscheinlichkeit, bekannte Worte auf Anhieb wiederzuerkennen, also Erfolgserlebnisse beim Lernenden zu erleichtern.


"Lernerfolg" und "bekannte Dinge auf Anhieb wiedererkennen" sind zwei verschiedene Dinge. Sog. naturalistische Projekte sind mehr auf die zweite Sache angelegt, während bei Esperanto (dank der Regelmäßigkeit) ersteres Vorrang hat - und man trotzdem recht viel wiedererkennt.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Die reine Lehre des großen Meisters strikt einzuhalten ist ein Luxus, den man sich in der Naturwissenschaft leisten muss, aber nicht in einer lebendigen Sprache.


Esperanto-Initiator Zamenhof hat von Anfang an auf jegliche Urheberrechte verzichtet und sogar explizit Weiterentwicklung durch andere gewünscht. Insofern kann keine Rede davon sein, daß man sich an "die Lehre des Meisters" klammert.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Als weltoffener Europäer fände ich es nur schön, eine internationale Sprache zu haben, in der möglichst viele Leute sich auf Anhieb zurechtfinden. Interlingua habe ich auf Anhieb verstanden. Esperanto mag noch so logisch sein, mit seinen Sonderzeichen und "oj" am Ende mutet es an wie ein sorbischer Text über ukrainische Kernkraftwerke. Würde man das "s" zur Pluralbildung benutzen, käme man dem Sprachempfinden von mehreren Hundert Millionen Menschen entgegen..


So argumentieren Leute, die auf romanische Sprachen fixiert sind. Die Endung "oj" stammt aus dem Griechischen - ist das etwa nicht europäisch, weil nicht romanisch? Ich finde es nicht sehr weltoffen, Sprachstrukturen abzulehnen, nur weil sie an Sorbisch (immerhin eine europäische Sprache) erinnern. Das Plural-"s" entspricht zumindest nicht meinem Sprachempfinden - "osn" und "asn" wären dann die Akkusativendungen!

Die meisten Leute, die Esperanto ablehnen, haben sich noch nicht einmal ansatzweise mit der Sprache beschäftigt. Deswegen halte ich es für unwahrscheinlich, daß eine fundamentale Änderung der Sprache auf einen Schlag zig neue Sprecher bringen würde.
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Jürgen B.
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BeitragVerfasst am: Mi Jan 15, 2003 8:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

@ Herrn von Wunsch-Rolshoven
Zitat:
Also, was unsere Zuwachsraten angeht, da habe ich einen Vorschlag: Ich leihe Ihnen eine größere Summe Euro, Sie sichern das über eine Bankbürgschaft ab (also gleiche Sicherheit für mich wie bei Spareinlagen) und zahlen mir Zinsen in Höhe unserer jährlichen Zuwachsraten. Ich stelle da mal drei Größen zur Wahl: Die durchschnittliche Zuwachsrate der Teilnehmer an einwöchigen internationalen Esperanto-Treffen in Deutschland seit 1970, die Gesamt-Zuwachsrate der deutschen Silvestertreffen 2001/2 auf 2002/3 oder die Zuwachsrate der ungarischen Studenten, die Esperanto lernen, in den letzten zwei Jahren. Was hätten Sie gerne?


Ach, lassen wir das lieber. Das ist mir denn doch zu heikel. Very Happy
Wie sind denn die Zuwachsraten?

Zitat:
Zitat:
Jürgen B. hat folgendes geschrieben:

[...]während sich Englisch Jahr für Jahr weiter verbreitet.



Mit welchen Zuwachsraten übrigens in welchen Bereichen?


Das kann ich Ihnen auch nicht sagen. Jedenfalls kommt z.B. im internationalen Geschäftsverkehr, im Tourismus, in der Seefahrt, in der Luftfahrt niemand an Englisch vorbei. Das ist zwar für mich kein großes Problem, aber ich bedaure sehr, dass man z.B. in der Luftfahrt außer der englischen Sprache auch noch die krummen angelsächsischen Maßeinheiten auf's Auge gedrückt bekommt.
Gestern war ich bei Karstadt, und nach welchen Kriterien hat man dort die Abteilungen auf die Stockwerke verteilt? Personality, Living, usw.


Eine Frage @Kunar

Zitat:
Esperanto-Initiator Zamenhof hat von Anfang an auf jegliche Urheberrechte verzichtet und sogar explizit Weiterentwicklung durch andere gewünscht. Insofern kann keine Rede davon sein, daß man sich an "die Lehre des Meisters" klammert.


Und das hat er sich dann später anders überlegt?

Zitat:
Die von der Delegation angenommene Sprache war ein reformiertes Esperanto, von dem man hoffte, dass Dr. Zamenhof, der Schöpfer des Esperanto es akzeptieren würde, wozu er zunächst auch Hoffnung gegeben hatte. Deshalb hatte man sich mehr auf minimale Reformen beschränkt als auf maximale, wie sie von einigen Mitgliedern der Delegation gefordert wurden. Dennoch erkannte Zamenhof schließlich das Reformprojekt nicht als Esperanto an, so dass künftig neben diesem Ido als verbessertes Esperanto und als Konkurrent stand.

Quelle: http://www.europa.idolinguo.com/Germania/interlinguistikraporto.htm


Schade eigentlich. Aber es ist wohl nicht mehr zu korrigieren.

Also, wenn ich das richtig verstanden habe, ist Esperanto so lange eingefroren, bis es per politischem Beschluss eingeführt wird?
Egal wo und in welcher Form das passiert?

Schöne Grüße,
Jürgen B.
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BeitragVerfasst am: Do Jan 16, 2003 4:29 am    Titel: Antworten mit Zitat

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:


Eine Frage @Kunar

Zitat:
Esperanto-Initiator Zamenhof hat von Anfang an auf jegliche Urheberrechte verzichtet und sogar explizit Weiterentwicklung durch andere gewünscht. Insofern kann keine Rede davon sein, daß man sich an "die Lehre des Meisters" klammert.


Und das hat er sich dann später anders überlegt?


Nein. Man hat sich mehrheitlich darauf geeinigt, eine gewisse grammatische Basis festzulegen ("Fundamento"). Damit ist eine Art Standard gewährleistet, der verhindert, daß die Sprache auseinanderdriftet. Gleichzeitig bleibt ein sehr großer Freiraum zur Wortneubildung oder -adaption. Von "eingefroren" kann daher keine Rede sein - Esperanto entwickelt sich dynamisch weiter!

Zitat:
Die von der Delegation angenommene Sprache war ein reformiertes Esperanto, von dem man hoffte, dass Dr. Zamenhof, der Schöpfer des Esperanto es akzeptieren würde, wozu er zunächst auch Hoffnung gegeben hatte. Deshalb hatte man sich mehr auf minimale Reformen beschränkt als auf maximale, wie sie von einigen Mitgliedern der Delegation gefordert wurden. Dennoch erkannte Zamenhof schließlich das Reformprojekt nicht als Esperanto an, so dass künftig neben diesem Ido als verbessertes Esperanto und als Konkurrent stand.

Quelle: http://www.europa.idolinguo.com/Germania/interlinguistikraporto.htm


Vielen Dank für die Quellangabe, das macht fairen Diskussionsstil aus (ist leider alles andere als selbstverständlich).

Wie schon an der Adresse ersichtlich ist, stammt besagte Seite von Idisten, und deren Texte haben leider die unangenehme Eigenschaft, grundsätzlich extrem einseitig gegen Esperanto zu plädieren. (Was anderes würde man auch erwarten?)

Die vielen grammatischen Unterschiede zwischen Esperanto und Ido, die dort aufgelistet sind, werden ofte gerne pauschal als "Vorteile von Ido" betrachtet. Es gibt zu fast allen jedoch ein Gegenargument, das wiederum für Esperanto spricht. Grundsätzlich läßt sich von Ido sagen: Um möglichst europäisch bzw. romanisch zu sein, wurde das Prinzip der Regelmäßigkeit (manchmal auch das der Einfachheit von Regeln) über Bord geworfen.

Interessant für unsere Diskussion sind die beiden folgenden Abschnitte:

Zitat:
Anfang der dreißiger Jahre nahmen die Diskussionen wieder zu, Ido mehr in naturalistischer Richtung zu verändern. Eine neue Spaltung drohte, und eine ernsthafte Krise war da, während der Ido viele seiner wertvollsten Mitarbeiter verlor. 1934 wählte die Ido-Union eine neue Akademie und ein neues Komitee. Ich erwähne alle diese Vorgänge, weil sie die Entwicklung der Ido-Bewegung und die Ausbreitung des Ido bestimmten, ja in der Tat hemmten.


Die Diskussion über grundsätzliche Reformen der Sprache wirkte also spaltend und hemmend.

Zitat:
1918 hatte die Ido-Akademie entschieden, dass eine zehnjährige Periode der Stabilisierung der Sprache eintreten sollte, während der keine Änderungen an der Struktur der Sprache vorgenommen werden sollten. Dennoch kam es zu den genannten Diskussionen und zur Entstehung von Occidental, zu dem viele Idisten vor allem aus Österreich, der Schweiz und der Tschechoslowakei übergingen. Bewegung und Sprache litten sehr unter den Auseinandersetzungen, ob man Ido in naturalistischer Richtung hin weiter reformieren sollte. Dennoch wurde die Arbeit an der Sprache fortgesetzt, neue Wörter bzw. Wortwurzeln wurden eingeführt. Eine weitere Periode der Stabilisierung folgte von 1934 bis 1939.


Auch hier: Endlose Diskussionen, die sich in Zersplitterung niederschlagen.

Aber, noch viel bemerkenswerter: Zwei Zeitabschnitte, in denen die Sprache eingefroren werden mußte! Und das ausgerechnet von den Leuten, die Esperanto ablehnen, weil keine Reformen möglich sind...

Man muß dem Autoren dieses Textes lassen, daß er immerhin auch die negativen Seiten zumindest anschneidet. Ich hoffe, jetzt ist klarer, warum man beim Esperanto anders vorgegangen ist.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Fr Jan 17, 2003 1:57 pm    Titel: Esperanto-Zuwachsraten ggü. Englisch Antworten mit Zitat

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Hallo zusammen,

@ Herrn von Wunsch-Rolshoven
Zitat:
Also, was unsere Zuwachsraten angeht, da habe ich einen Vorschlag: Ich leihe Ihnen eine größere Summe Euro, Sie sichern das über eine Bankbürgschaft ab (also gleiche Sicherheit für mich wie bei Spareinlagen) und zahlen mir Zinsen in Höhe unserer jährlichen Zuwachsraten. Ich stelle da mal drei Größen zur Wahl: Die durchschnittliche Zuwachsrate der Teilnehmer an einwöchigen internationalen Esperanto-Treffen in Deutschland seit 1970, die Gesamt-Zuwachsrate der deutschen Silvestertreffen 2001/2 auf 2002/3 oder die Zuwachsrate der ungarischen Studenten, die Esperanto lernen, in den letzten zwei Jahren. Was hätten Sie gerne?


Ach, lassen wir das lieber. Das ist mir denn doch zu heikel.
Wie sind denn die Zuwachsraten?


Schade, dass Sie meinen Vorschlag nicht annehmen. So wäre die Finanzierung von EsperantoLand auf Dauer gesichert gewesen.

1970 gab es in Deutschland ein einwöchiges Esperanto-Treffen, das "Internacia Seminario" der Deutschen Esperanto-Jugend mit etwa 50 Teilnehmern. 2002 gab es davon vier mit über 700 Teilnehmern. Macht etwa 8,6 % Zuwachs.

Es gab 2002/3 drei Esperanto-Silvestertreffen. "Internacia Seminario" mit etwa 300 Teilnehmern; im Vorjahr wohl ähnliche Teilnehmerzahl. (??? Wenn ich einen kriege, stelle ich übrigens gerne einen Bericht bei EsperantoLand ein.) "Internacia Festivalo" mit etwa 220 angemeldeten Teilnehmern, Vorjahr 207. "Novjara Renkontigho" von EsperantoLand mit 49 Teilnehmern. Macht einen Zuwachs um insgesamt etwa 60 Teilnehmern bei ungefähr 500 Teilnehmern im Vorjahr, etwa 12 %.

Die "Zuwachsrate der ungarischen Studenten, die Esperanto lernen, in den letzten zwei Jahren" habe ich erstmal nicht gefunden. Stattdessen habe ich eine Meldung über die Anzahl der Teilnehmer an staatlichen Esperanto-Prüfungen in Ungarn gefunden (ein Großteil davon dürfte Studenten sein). 1998 gab es wohl 0,4 Prozent mit Esperanto, 2002 waren es etwa 4,6 Prozent der Teilnehmer insgesamt. Steigerung etwa 80 Prozent jährlich.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:


Jürgen B.:[...]während sich Englisch Jahr für Jahr weiter verbreitet.

Lu: Mit welchen Zuwachsraten übrigens in welchen Bereichen?

Das kann ich Ihnen auch nicht sagen. Jedenfalls kommt z.B. im internationalen Geschäftsverkehr, im Tourismus, in der Seefahrt, in der Luftfahrt niemand an Englisch vorbei. Das ist zwar für mich kein großes Problem, aber ich bedaure sehr, dass man z.B. in der Luftfahrt außer der englischen Sprache auch noch die krummen angelsächsischen Maßeinheiten auf's Auge gedrückt bekommt.
Gestern war ich bei Karstadt, und nach welchen Kriterien hat man dort die Abteilungen auf die Stockwerke verteilt? Personality, Living, usw.


Wenn es denen Spaß macht, dass die Besucher des Kaufhauses erstmal nicht wissen, wo sie hingehen sollen - bitteschön.

Englisch ist weitverbreitet - ich vermute aber, dass es etwa in Deutschland sich auf diesem Niveau nur schwach weiterverbreitet. Jedenfalls würde ich konkrete Zahlen über die tatsächliche Verbreitung des Englischen und die Tendenzen dazu der allgemeinen Vermutung vorziehen, das Englische verbreite sich mit Macht weiter.

In meinem Leben nimmt jedenfalls der Anteil der Englisch-Nutzungs-Stunden pro Jahr derzeit nicht zu. Wieviel Prozent der Gesamtkommunikation pro Jahr mag ein Deutscher wohl auf Englisch abwickeln? (Also genauer: Wie sieht das im Durchschnitt bei Studenten, bei Wissenschaftlern, bei Programmierern usw. aus?) Ohne konkrete Zahlen darüber ist die "zunehmende Verbreitung" des Englischen doch ziemliche Spekulation. Und die Volksbefragungen "Sprechen Sie Englisch?" sind ja wohl höchstens für Zeitungsartikel geeignet.
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