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Sindelfinger Zeitung / Böblinger Zeitung

 
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Sa Aug 23, 2008 5:24 am    Titel: Sindelfinger Zeitung / Böblinger Zeitung Antworten mit Zitat

URL Sindelfinger Zeitung / Böblinger Zeitung

Basis für ein weltweites Freundschaftsnetz

23.08.2008 00:00 Uhr - Von unserer
Mitarbeiterin Marline Fetzer-Hauser

„Tero“ heißt Erde – Die Plansprache Esperanto klingt nicht ganz fremd. Alois Eder weiß warum: Rund 80 Prozent der Wörter sind romanischen Sprachen entnommen wie Französisch, Spanisch oder auch Latein. Der pensionierte Lehrer aus Gärtringen ist Gründer der Esperanto-Gruppe in Herrenberg und Vorsitzender des Esperanto-Clubs in Stuttgart.

Wo spricht man eigentlich Esperanto: Überall auf der Welt, wie Alois Eder weiß. Vor wenigen Tagen war er auf dem Esperanto-Weltkongress in Rotterdam. „Mit 1850 Teilnehmern, die aus 113 Ländern der Welt kamen“, zählt Alois Eder auf. Das Riesen-Ereignis habe zum 100-jährigen Jubiläum des Esperanto-Weltbunds Universala Esperanto-Asocio (UEA) an dessen Sitz in Rotterdam stattgefunden, und traf dabei mit dem von den Vereinten Nationen (UNO) ausgerufenen internationalen Jahr der Sprachen zusammen.

„Es war ein schönes Erlebnis“, schwärmt Alois Eder. Ein Erlebnis mit vielen neuen Bekanntschaften, mit Kontakten zu Menschen aus aller Welt. Und das entspricht auch dem Sinn der Kunstsprache Esperanto: Sie soll die internationale Verständigung der Menschen fördern. Für Alois Eder ist sie Basis für ein weltweites Netz an Freunden.

Esperanto auf dem Vormarsch

Dabei will Esperanto andere Sprachen nicht ersetzten – laut Alois Eder stimmt die Gemeinschaft den Worten von Unesco-Generaldirektor Koichiro Matsuura zu, der sinngemäß sagte: „Die Identitätsstiftende Funktion der Sprachen ist unabdingbar für die friedliche Koexistenz von Individuen und Gruppen.“ Der Sprachen-Aufsteiger des 20. Jahrhunderts ist aber Esperanto. Es wird von einer schwer schätzbaren Zahl von Menschen weltweit als Zweitsprache gesprochen. Laut Wikipedia könnten es etwa zwei Millionen sein.

Club-Mitglieder in Stuttgart vertreten die Meinung, dass Esperanto wie eine Clubsprache sei: „Egal in welcher Großstadt man ist, es gibt eigentlich immer einen Esperanto-Club oder eine Gruppe.“ Ihr Erfinder, der polnische Arzt Ludwik Zamenhof, zielte bereits auf diese internationale Verständigung mit Hilfe einer leicht erlernbaren, neutralen Sprache ab. 1887 hatte er ein erstes Wörterbuch vorgelegt. Auf Initiative Zamenhofs entstand dann die internationale Sprachgemeinschaft, die Esperanto für Reisen, Brieffreundschaften, internationale Treffen und kulturellen Austausch nutzt.

Kunstsprache in der Schule

Alois Eder fand eher unverhofft zu der Kunstsprache, die ihn bis heute intensiv beschäftigt: „Es war ein ziemlicher Zufall.“ Als 14-Jähriger hatte er im Internat alte Sprachen wie Griechisch und Latein gelernt: „Ich sehnte mich aber danach, Sprachen auch sprechen zu können.“ Als in seiner Schule ein Esperanto-Kurs angeboten wurde, war er sofort dabei. „Ich habe Esperanto vor Englisch gelernt.“ Nach kurzer Zeit pflegte er eine intensive Brieffreundschaft zu einem kroatischen Altersgenossen, komplett in Esperanto und „mit viel Freude an der Sprache“.

Alois Eder wurde Lehrer und landete in den 60er-Jahren im Herrenberger Raum. Hier betreute er nebenbei den Arbeitskreis Ausländer (AKA), wo er mit acht verschiedenen Sprachen konfrontiert war. „Ich hatte die Illusion, irgendwann mit allen Eltern der ausländischen Kinder sprechen zu können“, sagt er. Der Lehrer stieg wieder intensiv in die Sprache und in Bemühungen ein, Esperanto zu fördern. In den 70er-Jahren gab er an der Volkshochschule Unterricht in Esperanto: „Ich hatte berühmte Leute unter meinen Schülern.“ So beispielsweise einen Herrenberger, der heute Professor auf Zypern ist und Türkisch sowie Griechisch lehrt. „Ein richtiger Brückenmensch“, sagt Alois Eder. Oder ein anderer, der inzwischen Professor ist und Linguistik in Göttingen lehrt.

Wie eine Muttersprache

Auch heute gibt Alois Eder noch Kurse in der Sprache, die er „fast wie eine Muttersprache“ spricht, unter anderem Montagmorgens in Herrenberg . Es seien ganz unterschiedliche Menschen, die Esperanto lernen wollen. So habe er sogar drei Sprachschüler unterrichtet, die zuvor keinerlei Fremdsprache kannten: „Sie brauchen länger zum Lernen, das war schon eine größere Herausforderung.“

Seit etwa zehn Jahren leitet Alois Eder den 100 Jahre alten Stuttgarter Esperanto-Club mit etwa 50 Teilnehmern. Bereits Ende der 70er-Jahre hatte er die Herrenberger Gruppe gegründet, in der sich etwa zwölf Sprachfreunde wöchentlich treffen. Nebenbei arbeitet er seit einiger Zeit an einem anderen, neuen Esperanto-Projekt, das ihm geradezu „in den Schoß gefallen ist“: Er übersetzt und stellt Artikel in das Nachschlagewerk Esperanto-Wikipedia im Internet.

100 000 Artikel in Esperanto

„Wir können kein schriftliches Lexikon herausbringen. Das ist zu teuer“, sagt Alois Eder. Wikipedia dagegen sei ein Glücksfall für die Verbreitung von Esperanto. Seit Juni 2008 umfasst die Sammlung von Webseiten in Esperanto 100 000 Artikel, zu den verschiedensten Themen. Sei es zu „delfenoj“, Delfinen, oder zur „Berlina muro“, der Berliner Mauer. „Bei 600 Wörtern pro Seite würde eine gedruckte Gesamtausgabe von circa 30 000 Seiten oder 100 Bände zu je 300 Seiten vorliegen“, rechnet Alois Eder vor.

Etwa 500 Artikel hat er selbst zu völkerkundlichen Themen verfasst, rund 800 weitere zu vor allem naturkundlichen Themen. „Ich habe beispielsweise über spatzenartige Vögel geschrieben“, stellt der Gärtringer fest und hat eine nette Geschichte parat: „Als die europäischen Arten ausgingen, bin ich auf indische Arten übergegangen. Als ein Artikel im Netz stand, dauerte es keine drei Minuten, da hatte ein Esperanto-Sprecher ein Foto dazu geliefert.“

Rund um den Globus eine Sprache: Alois Eder träumt davon, sich international in der Kunstsprache Esperanto verständigen zu können. Der pensionierte Lehrer gibt heute noch in Herrenberg Kurse in Esperanto.


Geändert am Sa Aug 23, 2008 8:52 am von Helmut
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Sa Aug 23, 2008 11:58 am    Titel: Glückwunsch an Alois Eder! Antworten mit Zitat

Ein wirklich schöner Artikel!

Insgesamt hat die Aktion zum Weltkongress schon bisher wohl mehr als zehn Artikel erbracht, toll! Meinen Glückwunsch dafür auch an Thomas Sandner und an Rudolf Fischer!

Vielleicht sind ja in der Zwischenzeit nicht nur die Journalisten für Esperanto ein bisschen sensibilisiert worden, sondern auch die Esperantosprecher für den Bereich Pressearbeit.

Wie kann man übrigens "Centra artikolo" (ich sage auch "lokigita novajho") gut im Deutschen ausdrücken? Die Methode an sich ist auch bei anderen Verbänden bekannt. "Regionalisierte Nachricht"?

Wo es so schön funktioniert hat: Nachrichten regionalisieren kann man übrigens auch mit Vorträgen, die ja bei vielen Esperanto-Gruppen gehalten werden. (Entschuldigung, ist eine Begeisterung von mir.) Wenn der übliche Bericht vom Weltkongress mit der deutschsprachigen Vortrags-Ankündigung "Eindrücke vom Esperanto-Weltkongress in Rotterdam" der Presse mitgeteilt wird, kann man oft ein paar Zeilen in der örtlichen Zeitung ernten. Kleinvieh macht auch Mist... (Manchmal gibt es sogar eine Rückfrage.) Sollte kein deutschsprachiger Interessent kommen (häufig), kann man in Esperanto vortragen. Kommt jemand, kann man den Vortrag auf deutsch halten, in Esperanto diskutieren und ein wenig übersetzen und ergänzend auf Fragen des Interessenten antworten.
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Bernardo
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BeitragVerfasst am: Sa Aug 23, 2008 6:54 pm    Titel: Re: Glückwunsch an Alois Eder! Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
....Vielleicht sind ja in der Zwischenzeit nicht nur die Journalisten für Esperanto ein bisschen sensibilisiert worden, sondern auch die Esperantosprecher für den Bereich Pressearbeit.


Es wird wohl das zweite sein. Ich freue mich, daß das jetzt so gut klappt, es gab in der Geschichte allerdings schon öfter solche guten Ansätze bezüglich der Pressearbeit und irgendwann ist dann alles wieder eingeschlafen. Hoffen wir mal daß es diesmal besser und kontinuierlicher sein wird.

Schöne Grüße
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Aug 24, 2008 1:49 pm    Titel: Pressearbeit dauerhaft Antworten mit Zitat

Bernardo hat Folgendes geschrieben:
Ich freue mich, daß das jetzt so gut klappt, es gab in der Geschichte allerdings schon öfter solche guten Ansätze bezüglich der Pressearbeit und irgendwann ist dann alles wieder eingeschlafen. Hoffen wir mal daß es diesmal besser und kontinuierlicher sein wird.


Hoffe ich natürlich auch. Für EsperantoLand kann ich jedenfalls sagen, dass Pressearbeit ganz essentiell ist - schließlich ist es das Hauptziel, zum Wachstum der Esperanto-Sprachgemeinschaft beizutragen und da gehört Information und Presse ganz wesentlich zu. Esperanto-Arbeit ohne Pressearbeit ist für mich nur schlecht vorstellbar, das bringt nicht viel.

Deshalb habe ich von Anfang an Pressearbeit betrieben, z. B. kurz nach unserer Gründung, im November 2001, als der Esperanto-PEN Club zehn Jahre alt wurde; da war ich im Studio von Radio Multikulti hier in Berlin.

Für die Neujahrstreffen habe ich ab Ende 2002 mit einer Ausnahme jedes Mal Pressearbeit gemacht (als das Treffen in Zell an der Mosel 153 Teilnehmer hatte nach vorher etwa 60, war die restliche Organisation schon schwierig genug). Es gab auch immer Ergebnisse, zunächst ein paar Zeitungsartikel und Radio-Interviews, später auch Fernsehberichte und dpa-Meldungen. Für das Sommertreffen habe ich nur in zwei Jahren Pressearbeit gemacht, in manchen Jahren fand ich es zu klein. Allerdings habe ich in diesem Jahr mit insgesamt nur 33 Teilnehmern immerhin einen Radio-Beitrag und zwei Artikel erzielen können, der dritte Artikel steht noch aus.

Außerdem habe ich vier Mal für das Frühlingstreffen des Deutschen Esperanto-Bundes die Pressearbeit gemacht, in Waldfischbach-Burgalben, in Duderstadt und zwei Mal in Bonn; das gab in der Summe etwa sechs dpa-Meldungen, wohl über fünfzig Zeitungsartikel, Artikel in Netzzeitungen, zumindest zwei Fernsehbeiträge, ein paar Radio-Interviews ...
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Bernardo
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BeitragVerfasst am: So Aug 24, 2008 2:14 pm    Titel: Re: Pressearbeit dauerhaft Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
....Deshalb habe ich von Anfang an Pressearbeit betrieben, z. B. kurz nach unserer Gründung, im November 2001, als der Esperanto-PEN Club zehn Jahre alt wurde; da war ich im Studio von Radio Multikulti hier in Berlin.

Für die Neujahrstreffen habe ich ab Ende 2002 mit einer Ausnahme jedes Mal Pressearbeit gemacht (als das Treffen in Zell an der Mosel 153 Teilnehmer hatte nach vorher etwa 60, war die restliche Organisation schon schwierig genug). Es gab auch immer Ergebnisse, zunächst ein paar Zeitungsartikel und Radio-Interviews, später auch Fernsehberichte und dpa-Meldungen. Für das Sommertreffen habe ich nur in zwei Jahren Pressearbeit gemacht, in manchen Jahren fand ich es zu klein. Allerdings habe ich in diesem Jahr mit insgesamt nur 33 Teilnehmern immerhin einen Radio-Beitrag und zwei Artikel erzielen können, der dritte Artikel steht noch aus.

Außerdem habe ich vier Mal für das Frühlingstreffen des Deutschen Esperanto-Bundes die Pressearbeit gemacht, in Waldfischbach-Burgalben, in Duderstadt und zwei Mal in Bonn; das gab in der Summe etwa sechs dpa-Meldungen, wohl über fünfzig Zeitungsartikel, Artikel in Netzzeitungen, zumindest zwei Fernsehbeiträge, ein paar Radio-Interviews ...


Da kann man nur sagen VORBILDLICH!!! Das ist professionelle Arbeit wie ich sie mir wünsche !! Der DEB sollte solche Leute mit einbinden !

Freundliche Grüße
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Geändert am So Aug 24, 2008 2:14 pm von Bernardo
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Aug 24, 2008 5:16 pm    Titel: Re: Pressearbeit dauerhaft Antworten mit Zitat

Bernardo hat Folgendes geschrieben:
Da kann man nur sagen VORBILDLICH!!! Das ist professionelle Arbeit wie ich sie mir wünsche !! Der DEB sollte solche Leute mit einbinden !


Vielen Dank für das Lob! In Sachen DEB ist mir ja immerhin die Ehre zuteil geworden, die Pressearbeit für das Frühlingstreffen zu machen. Außerdem tauschen wir uns gelegentlich aus.
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