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Die fünf Fragen aus der Vorstellungsrunde stelle ich hier

 
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Esper



Anmeldedatum: 28.01.2008
Beiträge: 8
Wohnort: Mannheim

   

BeitragVerfasst am: Di Jan 29, 2008 12:37 pm    Titel: Die fünf Fragen aus der Vorstellungsrunde stelle ich hier Antworten mit Zitat

Da in der Vorstellungsrunde meine Fragen nicht beantwortet wurden, da das Vorstellungs-Unterforum wohl zu selten angeklickt wird, stelle ich meine Fragen mal hier:

1.Wie wird der Imperativ im Eo gebildet? Im 'Kauderwelsch'-Buch steht zwar, dass er mit dem Suffix -u geschrieben wird, allerdings finde ich bei den Redewendungen am Ende des Buches den Satz 'Bitte sage mir ...', und die Übersetzung dazu lautet 'Bonvolu diri al mi ... ' oder 'Bonvolu diru al mi ... '. Was ist denn jetzt richtig?


2.Wie streng sind die Sprachregeln im Eo? Wenn ich z.B. fragen will 'Wann beginnt ... ?', dann würde ich spontan sagen 'Kiam komencas ... ?'. Im Buch steht aber 'Je la kioma komencigxas ...?'. Diese Übersetzung ist mir viel zu kompliziert. Zumal es mich wundert, dass 'la' hier nicht mit einem Substantiv (-o) steht, sondern mit '-a'. Könnt ihr mir das erklären?


3.Wie sagt man 'Es gibt ...'? Im 'Kauderwelsch' habe ich dazu nämlich keine Übersetzung gefunden. Ich würde sagen 'Gxi estas ...'. Richtig?


4.Werden die Suffixe '-a' und '-el' bei den Tabellwörtern synonym verwendet? So bedeuten sowohl 'ia' als auch 'iel' übersetzt 'irgendwie'. '-a' und '-el' drücken beide eigentlich ein 'wie' aus, oder?


5.Als Letztes habe ich noch eine Frage zu den Affixen 'vir-' und '-in-'. 'vir-' ist das Präfix für die Vermännlichung, während '-in-' das Infix für die Verweiblichung ist, richtig? Nun steht im 'Kauderwelsch', dass 'viro' übersetzt 'Mann' heisst, und 'vir-in-o' 'Frau'. Gleichzeitig lautet aber auch 'ino' 'Frau'. Die Vermännlichung von 'ino' müsste dann auch 'virino' lauten, aber übersetzt 'Mann' bedeuten. 'vir-ino' kann aber nicht Beides zugleich bedeuten. Man müsste 'virino' sprachlogisch gesehen mit 'Zwitter' oder 'Mannfrau' übersetzen, oder?
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Seb
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Anmeldedatum: 22.03.2004
Beiträge: 219
Wohnort: Hannover

   

BeitragVerfasst am: Di Jan 29, 2008 6:05 pm    Titel: Re: Die fünf Fragen aus der Vorstellungsrunde stelle ich hie Antworten mit Zitat

Esper hat Folgendes geschrieben:
1.Wie wird der Imperativ im Eo gebildet? Im 'Kauderwelsch'-Buch steht zwar, dass er mit dem Suffix -u geschrieben wird, allerdings finde ich bei den Redewendungen am Ende des Buches den Satz 'Bitte sage mir ...', und die Übersetzung dazu lautet 'Bonvolu diri al mi ... ' oder 'Bonvolu diru al mi ... '. Was ist denn jetzt richtig?


Mit -u: 'bonvoli' -- so gut sein; 'bonvolu' -- sei so gut. In dem Beispiel 'bonvolu diri al mi ...' -- sei so gut, mir zu sagen ...

Esper hat Folgendes geschrieben:
2.Wie streng sind die Sprachregeln im Eo? Wenn ich z.B. fragen will 'Wann beginnt ... ?', dann würde ich spontan sagen 'Kiam komencas ... ?'. Im Buch steht aber 'Je la kioma komencigxas ...?'. Diese Übersetzung ist mir viel zu kompliziert. Zumal es mich wundert, dass 'la' hier nicht mit einem Substantiv (-o) steht, sondern mit '-a'. Könnt ihr mir das erklären?


'Wann beginnt ...' wörtlich ist tatsächlich 'kiam komencIGHas...'. 'Je la kioma [horo] komencighas ...' heißt 'um wieviel Uhr beginnt ...'. Dabei wird 'horo' in der Regel weggelassen. Allerdings gefällt sich das Kauderwelschbüchlein auch darin, angeblichen Jugendslang darzustellen.

Esper hat Folgendes geschrieben:
3.Wie sagt man 'Es gibt ...'? Im 'Kauderwelsch' habe ich dazu nämlich keine Übersetzung gefunden. Ich würde sagen 'Gxi estas ...'. Richtig?


Sag mal n Beispiel.

Zum Beispiel: Es gibt heute Kartoffelbrei -- Hodiau ni manghos terpomkachon.

Es gibt keine Gespenster -- Ne ekzistas fantomoj.

Es gibt drei Möglichkeiten -- Ekzistas tri eblecoj.

Esper hat Folgendes geschrieben:
4.Werden die Suffixe '-a' und '-el' bei den Tabellwörtern synonym verwendet? So bedeuten sowohl 'ia' als auch 'iel' übersetzt 'irgendwie'. '-a' und '-el' drücken beide eigentlich ein 'wie' aus, oder?


Zumindest -el ist kein Suffix, die Tabellwörter sind als Einheit anzusehen. Das ist wichtig, weil man sonst auf die Idee kommen könnte, -el auch an andere Stämme anzuhängen. Das geht aber nicht.

Bei den Tabellwörtern funktionieren die auf -a wie Adjektive und die auf -el wie Adverbien. Also: Tia auto -- ein solches Auto; tiel rapide -- so schnell.

Esper hat Folgendes geschrieben:
5.Als Letztes habe ich noch eine Frage zu den Affixen 'vir-' und '-in-'. 'vir-' ist das Präfix für die Vermännlichung, während '-in-' das Infix für die Verweiblichung ist, richtig? Nun steht im 'Kauderwelsch', dass 'viro' übersetzt 'Mann' heisst, und 'vir-in-o' 'Frau'. Gleichzeitig lautet aber auch 'ino' 'Frau'. Die Vermännlichung von 'ino' müsste dann auch 'virino' lauten, aber übersetzt 'Mann' bedeuten. 'vir-ino' kann aber nicht Beides zugleich bedeuten. Man müsste 'virino' sprachlogisch gesehen mit 'Zwitter' oder 'Mannfrau' übersetzen, oder?


Völlig richtig. Die Darstellung im Kauderwelschbändchen ist zumindest unvollständig.

'Vir' ist ein normaler Wortstamm und heißt Mann.

'-in-' ist ein Suffix zur Bildung weiblicher Pendants.

'Vir-in-o' heißt deshalb Frau.

Irgendwann hat man gemerkt, dass dieses System unausgewogen ist, und dass man gerne ein Affix zur Bildung von explizit männlichen Lebewesen hätte. Neben vielen anderen Vorschlägen hat man dann auch 'vir-' als Präfix gebraucht. Im Esperanto kann man die meisten Affixe als eigene Wortstämme gebrauchen. Daher kann man 'ino' auch in der Bedeutung Frau gebrauchen. Beim Wort 'virino' kommt es also darauf an, ob man 'vir' als Stamm und '-in-' als Affix sieht (dann heißt es 'Frau'), oder ob man 'vir-' als Affix und 'in' als Stamm interpretiert (dann heißt es 'Mann').

Praktisch wird das Wort 'virino' aber ausschließlich in der Bedeutung 'Frau' gebraucht.

Seb.


Geändert am Di Jan 29, 2008 6:09 pm von Seb
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Rudolf Fischer
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Anmeldedatum: 13.05.2008
Beiträge: 223
Wohnort: Nordwalde

   

BeitragVerfasst am: Mi Jul 30, 2008 8:28 am    Titel: Personenbezeichnungen Antworten mit Zitat

"vir-" als Präfix war keine ideale Lösung. Hier haben wieder ethnische Sprachen Pate gestanden, und wie in anderen Fällen, in denen man sich beim Esperanto dem Naturalismus gebeugt hat, anstatt eine autonome Sprachregelung zu treffen, kommt es zu dann zu Brüchen im Sprachsystem, hier besonders deutlich bei "virino" = "weibliches Pendant zu Mann" oder "weiblicher Mann"?

Im Sprachgebrauch wird das überspielt, weil man "virino" ('Frau') als eine Vokabel lernt und nicht immer von "viro" ableitet.
Das Problem liegt darin, dass "vira" homonym ist: einmal bedeutet es "zum Manne gehörig", zum anderen "männlich", also in viel weiterem Sinne, in dem auch Tiere und Pflanzen im Deutschen als "männlich" bezeichnet werden. Leider wurde das im Esperanto imitiert, wohl um eine Wurzel zu sparen. In der Anfangszeit des Esperanto hielt man das für sehr wichtig.

Heute wird Folgendes empfohlen:
- Bei Tieren kann man "vir-" als Präfix verwenden. Man soll aber das Geschlecht von Tieren überhaupt nur dann angeben, wenn es zum Verständnis notwendig ist (Empfehlung schon von Zamenhof).
- Bei Menschen soll man "vir-" nicht als Präfix verwenden, sondern lieber "vira" als Adjektiv davorstellen, also "vira studento" usw. Klar, dass das nur selten benötigt wird, denn meistens reichen die sexusneutralen Personenbezeichnungen völlig.

Im Falle der Deutung von "ino" als 'Frau' handelt es sich tatsächlich um einen Jugendjargon, der aus politischer Korrektheit die Bezeichnung für Frau nicht von "Mann" abgeleitet sehen will. "ino" heißt aber "weibliches Wesen" (also auch Tier oder Pflanze) und ist also noch weniger politisch korrekt als "virino". Laughing

Eine ausführliche Behandlung dieses Themas findet sich in einer meiner Veröffentlichungen:
Sexusneutrale und sexusindizierende Bezeichnungen für Lebewesen im Esperanto. In: Blanke, Detlev (Red.): Plansprachen und elektronische Medien (= Interlinguistische Informationen, Beiheft 9) Beiträge der 12. Jahrestagung der Gesellschaft für Interlinguistik e.V., 6.-8. Dezember 2002 in Berlin. Berlin: GIL 2003. S. 110-149.

Auf Wunsch schicke ich das Manuskript gerne zu.
_________________
Rudolf
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