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Esperantodolmetscher Mangelware

 
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esocom
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BeitragVerfasst am: Sa Feb 07, 2009 11:55 am    Titel: Esperantodolmetscher Mangelware Antworten mit Zitat

Beim Surfen fand ich dieses: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2002:172E:0138:0139:DE:PDF, welches ich bei http://www.ipernity.com/blog/35763/127611 zur Diskussion gestellt habe. Wie sind die Meinungen hier im EsperantoLand?
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hans
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BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2009 3:38 pm    Titel: Esperantodolmetscher Mangelware Antworten mit Zitat

1. Bei unserer Tagung in Brüssel auf Einladung der EU wurde der Vortrag von Frau Frank sehr gut simultan aus dem esperanto übersetzt in deu, eng, fra, von Übersetzern der EU. Es gibt also bereits einige Vollprofis.
Eine andere Frage ist offizieller Erwerb und Anerkennung von Diplomen. Wir sollten da mehr organisieren.

2. Aus dem Text der SCIC (wer ist das? EU-Behörde?):
"Die Ausbildung eines Dolmetschers bis zum Erreichen der erforderlichen passiven Kenntnisse in einer Amtssprache dauert 3 - 4 Jahre (auf Teilzeitbasis) und kostet rund 70 000 €."

- Ich nehme an, dass dabei übliche Schulkenntnisse (8 Jahre Gymnasium) schon vorausgesetzt werden.

Für Esperanto, weil erheblich regelmässiger und deshalb leichter, wäre die Ausbildung erheblich billiger. Faktor 4? 10? oder höher?

3. Ich suche immer noch die genaue Quelle über eine Forschungsarbeit an der Humboldt-Universität Berlin, die einen Faktor über 10 festgestellt haben soll. Wer kann helfen?

4. Ich denke, dass entsprechende Forschungen und natürlich Werbung damit unserer Sache sehr nützen würden. Nebulöse Statements über grosse Leichtigkeit, nur 16 Regeln usw. werden verständlicherweise nicht wichtig genommen.


Geändert am Di Feb 10, 2009 4:40 pm von hans
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mlennartz
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BeitragVerfasst am: Di März 03, 2009 11:23 am    Titel: Antworten mit Zitat

Es bringt nicht viel, eine Diskussion in zwei Communitys zu führen. Das muss man an einer Stelle konzentrieren.

Die Reaktion auf die Anfrage von esocom ist bezeichnend, oder? Sagenhafte zwei Leute interessieren sich dafür.

Natürlich gibt es sehr gute Übersetzer (was ist ein Vollprofi im Vergleich zu einen Nicht-Voll-Profi?). Jeder Funktionär der großen Esperanto-Verbände, jeder Journalist sollte nach einer kurzen Einarbeitungszeit dazu in der Lage sein. Ich habe schon 1973 simultan übersetzt (aber ich weiß nicht mehr, in welche Richtung).

Die Knackpunkte:
- Es muss eine (EU-spezifische) Fachsprache erarbeitet, dokumentiert und als verbindlich anerkannt werden.

- Es muss eine ausreichende Anzahl von Übersetzern zur Verfügung stehen.

- Nochmals: In welche Richtung soll denn übersetzt werden? Bevor ich aus dem Eo in die Nationalsprache übersetzen kann, muss ich einen Text in Eo haben. Ich brauche also zunächste einen nationalsprachigen Text (z. B. einen Resolutionsentwurf), den ich in das Eo übersetze, und danach aus dem Eo zurück in eine andere Nationalsprache.

- Es muss ökonomischer sein. Ob eine Übersetzung Sprache A --> Eo --> Sprache B ökonomischer ist als eine Übersetzung Sprache A --> Sprache B, muss sorgfältig untersucht werden.

Übersetzer: Grundlage einer Dolmetscher-Ausbildung dürfte wohl nicht das Abitur sein, sondern ein Master-Abschluss. Übersetzen bedeutet nicht nur eine sprachliche Übertragung, sondern auch eine Beachtung kultureller und historischer Besonderheiten. Deswegen wird ja üblicherweise in die eigene Muttersprache übersetzt.

Humboldt-Universität: Frag bei Dr. Blanke nach.
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Lu Wunsch-Rolshoven
Moderator
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BeitragVerfasst am: Mi März 04, 2009 1:03 am    Titel: Die EU-Kommission und Esperanto Antworten mit Zitat

Bisher hatte ich auf den Beitrag von esocom nicht geantwortet, weil die EU-Kommission in Sachen Esperanto leider viel erzählt und nur sehr wenig weiß. Vor ein paar Tagen habe ich z.B. mit einem sehr freundlichen Herrn von der Kommission telefoniert, der mir erläuterte, dass es keine Esperanto-Muttersprachler gebe. Dabei hätten wir eigentlich im Jahre 2002 das hundertjährige Jubiläum des ersten Esperanto-Muttersprachlers feiern müssen...

Außerdem gibt es wohl eine grundsätzliche Abneigung gegen Esperanto bei der EU-Kommission. Am 22. November 2005 hat die Kommission z.B. in einem Dokument "Rahmenstrategie für Mehrsprachigkeit", KOM (2005) 596, u.a. verkündet:

Zitat:
"Das Verstehen anderer Kulturen wurzelt im Erlernen der entsprechenden Sprachen, die Ausdruck dieser Kulturen sind. Daher fördert die Kommission die Verwendung künstlicher Sprachen nicht, die per definitionem keine kulturellen Bezüge haben."


Klingt nicht richtig freundlich und ist auch nicht so wirklich unmittelbar verständlich. Ich habe dann mal nachgefragt, am 13. Dezember 2006, was das wohl bedeuten mag. Ergänzende Mail am 11. Januar 2007, am 27. Februar 2007 eine Erinnerung, am 4. Mai weitere Erinnerung - und schon am 16. Mai 2007 kam eine erste inhaltliche Reaktion von Frau Berta Cordero. Europäische Kommission, Generaldirektion Bildung und Kultur, Politik der Sprachenvielfalt. Allgemeine Erläuterungen über die Sprachenpolitik, aber nicht zu meiner Frage. Zweite Antwort am 4. Juni zum Begriff Kultur. Am 8. Juni 2007 schrieb Frau Cordero dann:

Zitat:
"Ob künstliche Sprachen kulturelle Wurzeln haben ist keine grundlegende Frage in unserer Politik. Wir werden daher nicht in eine Debatte darüber eintreten.

Wir ziehen vor, unsere Bemühungen anderen Angelegenheiten zu widmen, die eindeutig in unseren Dokumenten und Websites erklärt werden. (...)"


Kurz: Die Kommission ist zwar bereit, zu behaupten, dass "künstliche Sprachen" "per definitionem keine kulturellen Bezüge haben" - erläutert aber anschließend, dies sei keine grundlegende Frage in ihrer Politik und werde daher nicht näher ausgeführt.

Alle Erfahrungen mit Beamten und öffentlichen Angestellten deuten daraufhin, dass man genau da eine Chance hat, wo es eine eindeutige gesetzliche Grundlage gibt, oder wo guter Wille vorhanden sind. Wo das, was der Bürger möchte, aus irgendwelchen Gründen nicht gewünscht wird, ist das Bemühen aussichtslos, wenn es kein Gesetz gibt. Man hat einfach nichts davon, dass man viele Briefe geschrieben hat, die allesamt höflich, aber bestimmt abgelehnt worden sind. Selbst die Veröffentlichung eines solchen Briefwechsels bringt nicht viel, weil solche Ablehnungen keinen Nachrichtenwert haben, jeder kennt das...

Auch in dem Text, auf den esocom verweist, steht z.B.:

Zitat:
"Es dürfte sich daher als schwierig wenn nicht gar unmöglich erweisen, sicherzustellen, dass diese Dolmetscher Esperanto erlernen, zumal sie anderweitig wenig praktischen Nutzen daraus ziehen können."


Das ist freie Phantasie (mag aber für einen Laien plausibel klingen).

In der Praxis ist es hingegen so, dass es unter den Dolmetschern einen hohen Anteil von Leuten gibt, die Esperanto gut verstehen und auch in der Lage sind, ohne weitere Vorbereitung aus dem Esperanto zu dolmetschen. (Wer eine Reihe von Sprachen spricht, der lernt eben häufig auch ergänzend Esperanto.) Es gibt mehrere Berichte von Esperantosprechern, die bei internationalen Konferenzen nach Absprache mit den Dolmetschern etwas in Esperanto gesagt haben, was auch gut übertragen wurde.

Kurz: Auch diese Antwort der Kommission zum Thema Esperanto geht an der Wirklichkeit vorbei - es gäbe jedenfalls schon ein paar Dolmetscher, mit denen man anfangen könnte.

Die Haltung der Kommission beruht im übrigen nach meiner Einschätzung im wesentlichen auf dem nicht übermäßig geschickten Verhalten vieler Esperantosprecher, die sich an die EU wenden. Da wird immer gleich das Maximum gefordert, statt kleine Schritte zu machen. Ich würde mich z.B. schon freuen, wenn die EU anfangen würde, die Fremdsprachenkenntnisse der EU-Bürger in Esperanto zu dokumentieren. Da ergäbe sich vermutlich ähnlich wie in Litauen und in Ungarn in etwa der Platz 11 im Vergleich mit den 23 offiziellen EU-Sprachen.

Es wäre ergänzend ganz hilfreich, wenn esocom (oder jemand anders) auch noch die Internet-Adresse der vorherigen Seite des Dokuments angeben würde, damit man auch die Frage lesen kann.


Geändert am So März 22, 2009 10:10 am von Lu Wunsch-Rolshoven
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mlennartz
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BeitragVerfasst am: Mi März 04, 2009 11:29 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich zitiere mich mal selbst:

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Die Reaktion auf die Anfrage von esocom ist bezeichnend, oder? Sagenhafte zwei Leute interessieren sich dafür.


Um Missverständnisse zu vermeiden: Diese Diskussion ist notwendig. Nur drehen wir uns im Kreis, wenn immer die gleichen (Lu, esocom, Rudolf ...) ihre Erfahrungen und Meinungen austauschen, und viele, die Eo so gut beherrschen, dass sie in verschiedenster Form zu "Esperanto als Brückensprache der EU" (absichtlich: der EU, nicht: in Brüssel) beitragen könnten (Kursleiter, Wörterbuch-Autoren, Lehrbuch-Autoren, ...) im Internet und anderswo nicht aktiv sind. Ich sehe die Notwendigkeit, solche Diskussionen auf eine breiterere Grundlage zu stellen.

Ich setze ohnehin keine Hoffnung auf Politiker. Übrigens könnt ihr hier mal reinschauen:

http://de.wikipedia.org/wiki/NaturFreunde

Zitat: "Das Mitgliedsbuch der Naturfreunde in Deutschland ist zweisprachig: Deutsch und Esperanto."

In der Diskussion lese ich: "Gleichwohl nenne ich Ihnen nachfolgend eine Reihe von gegenwärtigen MdB, welche Naturfreunde-Mitglieder sind, zusätzlich 3 Mitglieder des Bundesrates:

Wieczorek-Zeul, Heidemarie, Wiesbaden, MdB, amtierende Bundesministerin x Stiegler, Ludwig, Weiden, MdB, stellv. Vorsitzender SPD-Bundestagsfraktion x Schwanitz, Rolf, Plauen, MdB, war Staatsminister, ist derzeit Staatssekretär x Schwall-Düren, Angelika, Metelen/Coesfeld, MdB, stellv. Vorsitzende SPD-Fraktion x Scheer, Hermann, Waiblingen, MdB, Umweltwissenschaftler x Nahles, Andrea, Mayen, MdB, derzeit stellvertr. SPD-Vorsitzende x Müntefering, Franz, Sundern, MdB, bis gestern amtierender Bundesminister x Kressl, Nicolette, Rastatt, MdB, stellv. Vorsitzende SPD-Bundestagsfraktion x Kolbow, Walter, Würzburg, MdB, war Staatssekretär im Verteidig.-Ministerium x Klug, Astrid, Saarbrücken, MdB, gegenwärtig Staatssekretärin x Klose, Hans-Ulrich, Hamburg, MdB, ehedem Innensenator und 1. Bürgermeister Hamburg x Eichel, Hans, Kassel, MdB, ehedem Bundesminister x Däubler-Gmelin, Hertha, Tübingen, MdB, ehedem Bundesministerin x Caspers-Merk, Marion, Lörrach, gegenwärtig Staatssekretärin x Bulmahn, Edelgard, Hannover, MDB, ehedem Bundesministerin x"

Das heißt, dass eine gewisse Anzahl MdB zu Hause einen Ausweis zu liegen hat, der auch in Eo abgefasst ist. Ob die das je gemerkt haben?
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mi März 04, 2009 12:36 pm    Titel: Wie erreicht man breitere Grundlage für Diskussionen? Antworten mit Zitat

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Ich sehe die Notwendigkeit, solche Diskussionen auf eine breiterere Grundlage zu stellen.


Wie?

Und welches Ziel der Diskussion sollten wir anstreben?
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