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Bundeswettbewerb Fremdsprachen
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 17, 2010 11:04 pm    Titel: Re: Aufwand für Esperanto beim Bundeswettbewerb Fremdsprache Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Wie aus vermutlich insofern gut informierten Kreisen verlautet, wird die Frage der Zulassung von Esperanto im Beirat des Wettbewerbs "kontrovers diskutiert". Die Position gegen Esperanto hat natürlich rein sachliche Argumente Smile - in diesem Fall wird der Aufwand für eine weitere Sprache ins Feld geführt. Wie kann man dafür sorgen, dass der Aufwand für die Wettbewerbsorganisation möglichst gering bleibt?

Beim Deutschen Esperanto-Institut gibt es eine Manuskript-Kontrolle. Vielleicht könnten die da einspringen?
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Di Jun 07, 2011 6:10 pm    Titel: Esperanto weiterhin ausgeschlossen Antworten mit Zitat

Wie ich sehe, habe ich zu dem Thema schon länger nicht berichtet. Leider hat der Beirat des Wettbewerbs Esperanto nicht zugelassen. Dafür gibt es zwei Begründungen: Die Geschäftsstelle schrieb, man wolle nicht mehr, sondern weniger Sprachen haben. Jemand anders schrieb mir, man wolle nur "gewachsene" Sprachen haben. Warum, bleibt unklar.

Jedenfalls schließt der Wettbewerb Esperanto weiterhin generell aus. Explizit wird das nur für den Einzelwettbewerb EW3 erwähnt: "Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wählen zwei Wettbewerbssprachen. Das können alle Modernen Staats- und Verkehrssprachen (außer Deutsch) und Latein sein. Kunst- und Plansprachen können nicht gewählt werden."

Derzeit wird häufiger über den Wettbewerb berichtet, z.B. aus Magdeburg vom "Sprachenfest". Da kann man dann kommentieren, z.B. mit einem schlichten Bedauern, dass Esperanto ausgeschlossen ist.

Suchen kann man solche Zeitungsartikel über Google oder news.google.de .
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gasto
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BeitragVerfasst am: So Okt 16, 2011 10:55 am    Titel: Schade, aber praktisch nachvollziehbar Antworten mit Zitat

Ich finde die Entscheidung, Esperanto auszuschließen, sehr schade, kann sie aber aus Sicht der Organisatoren nachvollziehen.

Ich halte es für sinnvoll, eine Grenze zu ziehen, um einen einigermaßen homogenen Wettbewerb zu bekommen. Aufgrund seiner Systematik und der Leichtigkeit, mit der es sich lernen lässt, unterscheidet sich Esperanto schon recht deutlich von natürlichen Sprachen.

Wenn man andererseits Esperanto zuließe, wäre es schwierig und auch nicht gerecht, andere Plansprachen wie z. B. Ido auszuschließen. Die nächste nicht weniger schwierige Abgrenzung wäre ggf. zu treffen zu Kunstsprachen wie Klingonisch.

Mit dem Kriterium, Plan- und Kunstsprachen generell nicht zuzulassen, hat man ein einigermaßen brauchbares Kriterium, wenn auch auf Kosten von Esperanto.

Mit der auch denkbaren Möglichkeit, Plan- und Kunstsprachen in einer separaten Wettbewerbsklasse zuzulassen, wäre Esperanto m. E. überhaupt nicht gedient, ganz im Gegenteil.

Ich denke, es hat wenig Sinn, hier lange über Diskriminierung zu jammern. Wenn eine Tür zugeschlagen wird, muss man sich halt eine andere suchen.

Ĉiam optimisma

Stefan


Geändert am So Okt 16, 2011 11:00 am von gasto
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Okt 16, 2011 12:05 pm    Titel: Re: Schade, aber praktisch nachvollziehbar Antworten mit Zitat

gasto hat Folgendes geschrieben:
Ich finde die Entscheidung, Esperanto auszuschließen, sehr schade, kann sie aber aus Sicht der Organisatoren nachvollziehen.

Ich halte es für sinnvoll, eine Grenze zu ziehen, um einen einigermaßen homogenen Wettbewerb zu bekommen. Aufgrund seiner Systematik und der Leichtigkeit, mit der es sich lernen lässt, unterscheidet sich Esperanto schon recht deutlich von natürlichen Sprachen.


Eine Grenze ziehen, um einen homogenen Wettbewerb hinzukriegen? Ja, klingt sehr einleuchtend, aber so ist das immer mit Diskriminierung. Man kann immer gute Argumente finden, um eine Diskriminierung zu begründen... "Natürlich ist es schade, dass wir keine Frauen in Führungspositionen haben. Aber unsere leitenden Angestellten müssen eben dauernd verfügbar sein, jeden Tag im Monat - und ein Babyjahr können wir uns da auch nicht leisten." Usw.

Ich finde desweiteren, dass z.B. Griechisch, Finnisch und Niederländisch keine sehr homogene Gruppe bilden. Auch nicht bezüglich der Leichtigkeit, mit der sie sich lernen lassen.

Diese Begründung der Homogenität ist mir übrigens nie vom Wettbewerb gegeben worden. Man hat einfach so Esperanto ausgeschlossen. Die eine Begründung diesmal (Februar 2010) war, man wolle die Anzahl der Sprachen reduzieren. Was man aber nicht gemacht hat, beim Oberstufenwettbewerb 2010/11 und 2011/12 sind immer noch alle Staatssprachen zugelassen - so dass die Glaubwürdigkeit der Wettbewerbsleitung zumindest nicht zugenommen hat... (In einem anderen Schreiben war auch davon die Rede, man wolle Plansprachen eben nicht haben. Punkt.)

Vor zwanzig und vor dreißig Jahren wurde Esperanto beim Wettbewerb einfach so ausgeschlossen. Ohne Begründung. Beim ersten Mal war es sogar so, dass es zuerst hieß, lebende Sprachen seien zugelassen - dann aber wurde Esperanto durch expliziten, nachträglichen Beschluss ausgeschlossen...

Ich denke, der Wettbewerb schließt Esperanto aus einem bestimmten Grund aus. Die Leitung besteht aus Fremdsprachenlehrern, Professoren und anderen Sprachen-Fachleuten. Deren Arbeitsbereiche würden erheblich eingeschränkt, wenn - keiner glaubt dran, aber befürchtet wird es m.E. doch, man weiß ja nie... - Esperanto eines Tages generell gelernte Fremdsprache würde. Das würde die Anzahl der unterrichteten Englisch-Stunden auf weniger als die Hälfte reduzieren, Dolmetscher und Übersetzer hätten weitaus weniger Arbeit. Wer will schon arbeitslos werden oder sein Fach zusammengestrichen sehen?! Da ist es schon verständlich, dass man Esperanto einfach so nicht mag.

gasto hat Folgendes geschrieben:
Wenn man andererseits Esperanto zuließe, wäre es schwierig und auch nicht gerecht, andere Plansprachen wie z. B. Ido auszuschließen. Die nächste nicht weniger schwierige Abgrenzung wäre ggf. zu treffen zu Kunstsprachen wie Klingonisch.

Mit dem Kriterium, Plan- und Kunstsprachen generell nicht zuzulassen, hat man ein einigermaßen brauchbares Kriterium, wenn auch auf Kosten von Esperanto.

Esperanto einerseits und Ido sowie Klingonisch andererseits kann man über die Verwendung unterscheiden; das steht im Verhältnis von 100:1 oder 1000:1. Weder in Ido noch in Klingonisch veröffentlicht die chinesische Regierung tägliche Nachrichten. (Auch nicht in Griechisch, Finnisch oder Niederländisch übrigens.)

Esperanto ist desweiteren als Schulfach in Arbeitsgemeinschaften von der Kultusministerkonferenz zugelassen (4./5. 11. 1954 und 1961, wo festgestellt wurde: "Gegen den Unterricht von Esperanto in freiwilligen Arbeitsgemeinschaften bestehen keine Bedenken." Drucksache KMK 650, Vgl. Anfrage Bayerischer Landtag 1980). Ido und Klingonisch sind nach meinem Wissen nicht für den Schulunterricht zugelassen. Das Kriterium, als Schulfach anerkannt, könnte man doch nehmen, oder? Von mir aus kann man auch andere Sprachen zulassen - aber eine zum Unterricht von der KMK zugelassene Sprache ausschließen? Was soll das?


Geändert am So Okt 16, 2011 8:23 pm von Lu Wunsch-Rolshoven
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Alexander Wenzel



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BeitragVerfasst am: Do Okt 20, 2011 2:18 pm    Titel: Antworten mit Zitat

"wenn [...] Esperanto eines Tages generell gelernte Fremdsprache würde [...] Übersetzer hätten weitaus weniger Arbeit."

Ich bin überzeugt, dass das nicht der Fall sein würde. Die Nachfrage nach Übersetzungen wird auf jeden Fall in Zukunft zu und nicht abnehmen.

Auch die Englischlehrer, so meine ich, haben nichts zu befürchten. Die Bedeutung des Englischen als Fremdsprache würde zwar relativiert, aber das wäre ein Prozess der mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen würde.

Eine ganz andere (vom Esperantothema unabhängige) Frage ist die welcher Umfang der schulische Englischunterricht sinnvollerweise haben sollte. Meines Erachtens wird viel zu lange und zu ineffektiv unterrichtet. Untersuchungen belegen, dass nach 5 Jahren schulischen Unterrichts einer Fremdsprache eine sogennante Plateauphase erreicht, in der kein wesentlicher Lernfortschritt mehr erzielt wird.
Englisch vom Kindergarten bis zum Abitur kann also nicht das richtige Rezept sein. 5-6 Jahre Englisch AM ENDE der Schulzeit - that's what we really need. So erwerben die Schüler am ehesten anwendungsbereite Englischkenntnisse in zeitlicher und lexikalischer Nähe zum Berufsleben. Das Grundschulenglisch samt seinem Plüschtür-, Hexen- und Zaubervokabular, sollte dringendst entsorgt werden, um Raum für andere Sprachen zu schaffen.

Aus kulturellen, aber viel mehr noch aus wirtschaftlichen Interessen brauchen wir dringend Schulabgänger die zumindest solide Grundkenntnisse in Sprachen wie Polnisch, Russisch, Italienisch, Chinesisch, Spanisch, Arabisch oder Hindi haben.
Eine Lösung vom Wunderglauben an das "Frühenglisch" würde auch Esperanto-Unterricht als Einstieg ins Fremdsprachenlernen nicht mehr so "weltfremd" erscheinen lassen.


Geändert am Do Okt 20, 2011 2:30 pm von Alexander Wenzel
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Do Okt 20, 2011 4:10 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Alexander, was das Englische betrifft, stimme ich Dir zu. 9 und mehr Jahre sind einfach zuviel. Und wirklich befriedigend ist das Ergebnis sowieso nicht. Die Hochschule für angewandte Sprachen in München schreibt, dass die Stufe B2 nach dem europäischen Referenzrahmen in Englisch nur im Leistungskurs bei flankierenden Maßnahmen, wie z.B. Sprachreisen erreicht wird. Demgegenüber kenne ich viele Esperantosprecher, die nach 3 Jahren die C1-Prüfung bestanden haben.

Außerdem erscheint mir die Anforderung an das Sprachniveau zu hoch. Perfekte Kenntnisse sind keineswegs notwendig, wünschenswerter wären solide Sprachkenntnisse in anderen Sprachen.


Geändert am Do Okt 20, 2011 4:17 pm von Helmut
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