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Vorträge zu Esperanto halten: Wie geht das?

 
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Lu Wunsch-Rolshoven
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Anmeldedatum: 02.06.2002
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BeitragVerfasst am: Mo Jun 24, 2002 10:57 pm    Titel: Vorträge zu Esperanto halten: Wie geht das? Antworten mit Zitat

[Ich teile die vielen Themen aus "Esperanto in die Medien ..." jetzt mal auf.]

Es gibt wenige Methoden, die so sicher zu öffentlicher Bekanntheit für Esperanto führen, wie das Halten von Vorträgen. Deshalb berichte ich jetzt mal von uralten Erfahrungen, die aber wohl leicht zu wiederholen sind. Vermutlich mache ich diese Vorträge demnächst wieder - es ist so einfach und so erfolgreich. Erfolgreich aus einem ganz einfachen Grund, zumindest in einer Stadt mit Programmzeitschrift: Die muss das bringen, sodass man dauernd mit Esperanto in der Presse erscheint. (Und in kleineren Städten ohne Programmzeitschrift gibt es ja die Programmseiten der Tageszeitung - da in solchen Städten nicht so viel passiert, kommt man da sicher relativ leicht rein.) Und nach etwa einem halben Jahr sind dann auch andere Presseleute bereit, sich mal zu dieser Esperanto-Gruppe zu bequemen, um einen Artikel zu schreiben.

In den Jahren ab 1984 bis so etwa 1987/1990 (oder noch länger) haben nach einer Anregung von Roland Schnell zunächst insbesondere Gerd Bussing und ich hier in Berlin deutschsprachige Vorträge zu Esperanto organisiert, insgesamt wohl mehr als hundert Vorträge. Das ging so:

Vortragsraum suchen

Erstmal hat Roland einen regelmäßigen Vortragsraum gesucht und gefunden, die "Villa Kreuzberg".

Materialsammlung

Dann hat Roland viel von seinem häuslichen Papierkram zu Esperanto auf etwa 20 Pappschachteln verteilt, Zeitschriften-Artikel wurden kopiert. So entstanden Material-Sammlungen zu "Esperanto im Radio", Esperanto in China, Wissenschaft in Esperanto, Esperanto-Akademie, Reisen mit Esperanto, Esperanto-Treffen, Theater in Esperanto usw. Ein neues Thema entstand, wenn man meinte, dass dafür genug Material vorhanden ist.

Dann viel leichter: Referenten-Suche

Nach (!) der Materialsammlung kam die Referenten-Suche. Roland schrieb sich also seine Themenliste auf, nahm ein paar Material-Schachteln als Beispiele mit, begab sich in die Esperanto-Gruppe und suchte Leute, die bereit waren, ein kurzes Referat von etwa 20 Minuten zu einem der Themen zu halten. Recht rasch hatten wir ein paar Leute zusammen.

Die Vorträge ergaben viele Presse-Erwähnungen

Zu Anfang haben wir dann wöchentlich einen Vortrag angeboten, als Teil der Vortragsreihe "Esperanto in der Praxis". (geschützter Markenname? Nein, von mir aus könnten Vortragsreihen unter diesem Titel in jeder Stadt laufen! Je besser sich Esperanto woanders entwickelt, desto besser auch hier.) Einmal im Monat ist auch schon deutlich sichtbar für die Öffentlichkeit.

UND, das war der Kern der Aktion, monatlich das Vortragsprogramm an alle möglichen Medien geschickt. Programmzeitschriften, Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Radio-Stationen, Anzeigenzeitungen. Das führte dann dazu, dass Zitty und Tip unsere Vorträge brav veröffentlichten, in einem Jahr, das weiß ich noch, hatten wir in der Zitty 40 Erwähnungen von Esperanto. Jeweils nur ein paar Zeilen. Aber das reichte aus, um so ziemlich jedem unserer sonstigen Bekannten (und der sonstigen Presse) zu vermitteln, dass die Esperanto-Leute ziemlich aktiv sind. Und sich halt etwas näher damit zu befassen. (Plakate haben im übrigen herzlich wenig gebracht.)

Für Vorträge braucht man (fast) keine Zuhörer!

In der ersten Zeit hatten wir fast nie einen neuen (!) Zuhörer - das war ja auch nicht Sinn der Aktion; wir wollten ja erstmal nur die Öffentlichkeit informieren "Esperanto lebt in einer Gruppe in Berlin". (Wir hatten eine Esperanto-Stamm-Mannschaft von etwa drei Leuten.) Nach einiger Zeit kamen aber doch ein paar Leutchen und hinterließen dann ihre Adressen. Und als wir dann genug Interessenten hatten, haben wir einen Kurs angekündigt - und, siehe da, nun waren die Zeitungen auch bereit, die Ankündigung zu übernehmen und unser Kurs war voll. (Danach ging es darum, eine Gruppe zu bilden, das Esperanto-Lernen fortzuführen, an die Esperanto-Anwendung heranzuführen - alles nicht so ganz leicht und da haben wir manches lernen müssen.)

Für die Ankündigung muss man (erstmal) nicht unbedingt den Vortrag auch halten!!!

In der ersten Zeit kam praktisch niemand auf unsere Ankündigung hin. Dann wurde auch kein Vortrag gehalten (der allerdings vorbereitet war, der Referent war anwesend!); wir waren unter uns und haben einfach nur geplaudert. Wenn wirklich jemand kam, so wollte der oder die nicht wirklich was über z. B. "Esperanto in China" wissen, sondern allgemein was über Esperanto. Also haben wir auch dann keinen Vortrag gehalten, sondern allgemein informiert, je nach den Fragen. Erst später, ich glaube, nach etwa zwei Jahren, haben tatsächlich die Vorträge stattgefunden, und zwar auf Druck der Leute hin, die jetzt gerade angefangen hatten, Esperanto zu lernen. Die wollten dann halt was über die verschiedenen Bereiche von Esperanto wissen. Im Anschluss an die Vorträge gab es meist recht interessante Fragerunden und Diskussionen. Die Vorträge haben damit auch viel dazu beigetragen, dass die Gruppe zusammenwuchs und die neuen Leute eingegliedert wurden.

Nachrichten "regionalisieren"

Diese Vorträge sind übrigens eine ideale Gelegenheit, eine Esperanto-Nachricht zu "regionalisieren". "Esperanto-Jahrbuch erscheint in Rotterdam" erzeugt in Berlin nur Gähnen. "Vortrag in Kreuzberg über Esperanto-Jahrbuch" wird zumindest von den Programmzeitschriften genommen - und manchmal auch von einer anderen Zeitung. So kann man so ziemlich jede Esperanto-Nachricht als "Vortrag über ..." regionalisieren.

Gunnar hat völlig recht: Man soll den lokalen Gruppen nichts aufhalsen. Aber ich denke, viele Esperantosprecher würden gerne mehr für Esperanto tun und wissen nicht so recht, wie.

Lu Wunsch-Rolshoven


Geändert am Mo Jan 22, 2007 7:54 am von Lu Wunsch-Rolshoven
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Felix
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BeitragVerfasst am: Di Jun 25, 2002 11:26 am    Titel: Re: Vorträge zu Esperanto halten: Wie geht das? Antworten mit Zitat

"Und nach etwa einem halben Jahr sind dann auch andere Presseleute bereit, sich mal zu dieser Esperanto-Gruppe zu bequemen."

Stimmt. Als ich noch in Leipzig einen Esperantokurs geleitet habe, kamen mehrmal Anfragen von Journalisten, wir waren 2 mal in der Zeitung, einmal im Radion und einmal in einer INternetzeitung... Irgendwann kommen die Leute wirklich von alleine. Esperanto ist ja auch ein außergewöhnliches Thema.
"Erstmal hat Roland einen regelmäßigen Vortragsraum gesucht und gefunden, die "Villa Kreuzberg".

Für Studenten ist es sicher einfacher einen Raum zu finden, weil sie als Hochschulgruppe auf Uniräume zugreifen können (zumindest geht das in Ilmenau).


"Für Vorträge braucht man (fast) keine Zuhörer!"

Ein paar sollten aber trotzdem kommen. Auf jeden Fall sollte man ordentlich Werbung machen, an den Unis kann man zum Beispiel in der Mensa Flyer verteilen, am Schwarzen Brett was aufhängen, in den Foren was schreiben... viele Möglichkeiten.

Durch die Vorträge werden die Espis wahrscheinlich auch selber gebildeter (natürlich je nach Vortragsthema). Es bringt also allen beteiligten was.

"Gunnar hat völlig recht: Man soll den lokalen Gruppen nichts aufhalsen. Aber ich denke, viele Esperantosprecher würden gerne mehr für Esperanto tun und wissen nicht so recht, wie.

Man kann ja auch keine Ortsgruppe zu irgendetwas zwingen, es muss alles schon irgendwie eigenantrieb sein. Wir können aber zumindest diese Hinweise geben. Bei einigen sind sie sicher willkommen.

Felix
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Verschoben: So Mai 24, 2009 9:40 pm Uhr von Lu Wunsch-Rolshoven
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