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Jiddische Elemente im Esperanto?

 
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Lupíro auf dem IJS
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Íå âûáðàíà

BeitragVerfasst am: Di Okt 18, 2005 12:36 pm    Titel: Jiddische Elemente im Esperanto? Antworten mit Zitat

Was hat Onkel Z aus dem Jiddischen ins Esperanto einfließen lassen?

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Robert
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BeitragVerfasst am: Di Okt 18, 2005 4:15 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Meines Wissens herzlich wenig. Wahrscheinlich wollte Zamenhof den Erfolg seiner Sprache nicht dadurch gefährden, dass sie als jüdisches Machwerk gebrandmarkt wurde. (Das ist natürlich später trotzdem geschehen.)

Auch insofern ist Esperanto ein Kind seiner Zeit.

Robert
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Íå âûáðàíà

BeitragVerfasst am: Di Okt 18, 2005 11:37 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Robert hat Folgendes geschrieben:
Meines Wissens herzlich wenig.

Darum frage ich ja. Häufig schreibt man darüber, dass die Familie Samenhof jiddisch sprach. Aber ich finde kaum sprachliche Parallelen.

Robert hat Folgendes geschrieben:
Wahrscheinlich wollte Zamenhof den Erfolg seiner Sprache nicht dadurch gefährden, dass sie als jüdisches Machwerk gebrandmarkt wurde. (Das ist natürlich später trotzdem geschehen.)

Ob's in Wirklichkeit mehr geschadet hat? Ich meine das fehlende Selbstbewusstsein, gegenüber anderen Esperanto zu vertreten, ist deutlich sichtbar. Man will ja nicht als Spinner darstehen (obwohl ich das Gefühl auf GEKs zurecht habe, wenn ich parallel dazu für E werbe). Na ja: für etwas zu sein verlangt eben Kraft, Selbstbewusstsein und Ausdauer. Ist das der Grund für die vielen Internetkurse und -seiten?

Robert hat Folgendes geschrieben:
Auch insofern ist Esperanto ein Kind seiner Zeit.

War's ein paar Jahre später besser, als Ido erfunden wurde? Der Ido-Stern ist ja ein reformierter Davidstern.


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Robert
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BeitragVerfasst am: Mi Okt 19, 2005 12:48 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Besser als ich kann deine Fragen wahrscheinlich das Buch "Zamenhof kaj judismo" von André Cherpillod beantworten. Darin geht es auch um die Einflüsse des Hebräischen und des Jiddischen auf Esperanto. Eine Rezension findest du hier: http://www.esperanto.be/fel/mon/rec/zjud.html

Zamenhof hat übrigens auch eine "gramatiko de novjuda lingvo" verfasst, also konnte er offensichtlich sehr wohl Jiddisch. Sie ist allerdings erst lange nach seinem Tod veröffentlicht worden.

Dass es den Esperanto-Pionieren an Selbstbewusstsein gemangelt hat, glaube ich eigentlich nicht. Immerhin ist Esperanto weitaus erfolgreicher als jede andere Plansprache. Sicherlich liegt das daran, dass Esperanto einfach ziemlich gut konzipiert ist. Aber ohne Menschen, die das gute Konzept dann auch propagiert haben, wäre Esperanto heute längst vergessen wie Dutzende anderer Projekte.

Vielleicht sollte das Selbstbewusstsein der Esperantosprecher so weit gehen, dass sie ehrlich zugeben: Ja, wir sind Spinner - allerdings die meisten von uns in einem positiven Sinne.

Auf die Idee, dass der Ido-Stern "ein reformierter Davidstern" sei, bin ich übrigens noch nicht gekommen. Gut, er hat sechs Zacken, aber das war es auch schon so ziemlich mit den Gemeinsamkeiten.

Wer den Ido-Stern nicht kennt: Auf http://www.idolinguo.de/ ist er abgebildet.

Robert
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Lupíro auf dem IJS
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Íå âûáðàíà

BeitragVerfasst am: Mi Okt 19, 2005 2:18 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für den Link. Dass Onkel Z jiddisch konnte, das hatte ich nie bestritten.

Robert hat Folgendes geschrieben:
Auf die Idee, dass der Ido-Stern "ein reformierter Davidstern" sei, bin ich übrigens noch nicht gekommen. Gut, er hat sechs Zacken, aber das war es auch schon so ziemlich mit den Gemeinsamkeiten.

Und die Farben weiß/blau. Wenn schon Reform, dann gescheit Wink Ich währe ehrlich gesagt auch nicht darauf gekommen.

Robert hat Folgendes geschrieben:
Dass es den Esperanto-Pionieren an Selbstbewusstsein gemangelt hat, glaube ich eigentlich nicht. Immerhin ist Esperanto weitaus erfolgreicher als jede andere Plansprache. Sicherlich liegt das daran, dass Esperanto einfach ziemlich gut konzipiert ist. Aber ohne Menschen, die das gute Konzept dann auch propagiert haben, wäre Esperanto heute längst vergessen wie Dutzende anderer Projekte.

Tja, gäbe es nur noch Deutsche Esperanto-Kongresse - Esperanto würde aussterben.

Zitat:
Vielleicht sollte das Selbstbewusstsein der Esperantosprecher so weit gehen, dass sie ehrlich zugeben: Ja, wir sind Spinner - allerdings die meisten von uns in einem positiven Sinne.

... und dass ist auch gut so!
Wer nicht Wowi (steht nicht für Wolfgang Wilhelm) sondern Popper oder Vladimir Bukovsky zietieren möchte:
"Kritisieren kann auch ein Schwächling gut. Für die Begeisterung aber brauchst du Kraft, Wissen, Selbstbewusstsein. Und ein offenes Naturell."
"The Pessimist is the man who believes things couldn't possibly be worse. To which the optimist replies: Oh Yes, they could!"

Also übertragen: Pessimisten halten es für unwahrscheinlich oder unmöglich, dass Esperanto die Weltsprache wird (was immer auch das sein soll). Der optimistische Espi antwortet: schon möglich!

Espis untereinander - da ist man doch selbstbewusst. Außer wenn es Streitigkeiten geht. Es geht mir um das Selbstbewusstsein nach außen. Besonders problematisch wird's wenn man sich selber anlügt.

Esperanto schützt nämlich keine Sprache. Esperanto verbindet - jede Form von Nationalismus spaltet nur.
Die englische Sprache ist keine Gefahr für die Welt (außer für Antikapitalisten), und erst recht nicht für die Esperantokultur.
Es gibt keine Esperanto-Bewegung (außer Karavanen und vom Foto zum Fotoapperat und zurück), zwei Espis haben mindestens drei Ideen und vier Interessensgebiete.

Aber das sind eben keine Schwächen, sondern Stärken: dass Esperanto keine Sprache schützt, das macht Esperanto doch nicht schlechter. Esperanto bringt nie ein Bewegung mit sich. Warum sehen wir's nicht als Change?


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Dirk Bindmann
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BeitragVerfasst am: Mi Okt 19, 2005 8:08 pm    Titel: Re: Jiddische Elemente im Esperanto? Antworten mit Zitat

Lupíro auf dem IJS hat Folgendes geschrieben:
Was hat Onkel Z aus dem Jiddischen ins Esperanto einfließen lassen?

Das bekannteste Beispiel ist vielleicht "edz(in)o". Das wird gewöhnlich vom jiddischen Wort für "Prinzessin" hergeleitet.

Mir fallen ein objektiver Grund und drei subjektive Gründe ein, warum Zamenhof nicht viel aus dem Jiddischen ins Esperanto übernommen hat:

1. Im Vergleich zum Französischen oder Deutschen war Jiddisch als Verkehrssprache bedeutungslos. Nur Juden sprachen Jiddisch.

2. Bescheidenheit. Bescheidene Menschen stellen ihre eigene Muttersprache nicht als international bedeutsam dar.

3. Innerhalb der jüdischen Aufklärung -- der bestimmenden Ideologie in Zamenhofs Umfeld -- hatte das Jiddische eine schlechte Reputation. Obwohl Zamenhof selbst sich für das Jiddische begeisterte und meines Wissens die erste jiddische Grammatik verfasste, war das Grund genug, alle Anklänge an das Jiddische zu vermeiden.

4. So wie die innerjüdischen Vorbehalte gegen das Jiddische waren auch die außerjüdischen Vorbehalte gegen die Juden Grund genug, offensichtlich jiddische Elemente im Esperanto zu vermeiden.
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Lupíro auf dem IJS
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Íå âûáðàíà

BeitragVerfasst am: Sa Okt 22, 2005 5:07 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Dirk Bindmann hat Folgendes geschrieben:
Das bekannteste Beispiel ist vielleicht "edz(in)o". Das wird gewöhnlich vom jiddischen Wort für "Prinzessin" hergeleitet.

Schön! Das gefällt mir. Da hatte Onkel Z Geschmack gehabt!


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Íå âûáðàíà

BeitragVerfasst am: Mo Okt 24, 2005 1:06 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Aus welcher Spache kommt denn "Sabato"?
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Robert
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BeitragVerfasst am: Mo Okt 24, 2005 2:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Wahrscheinlich aus dem Italienischen, da heißt es nämlich auch "sabato". Ursprünglich kommt das natürlich auch aus dem Hebräischen. Allerdings heißt es da "Schabbat" - wenn das Wort direkt dorther käme, würde es auf Esperanto wohl "sxabat" heißen.

Robert
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