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Esperanto als 1. Fremdsprache für Kinder?

 
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Jürgen B.
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 03, 2003 8:20 pm    Titel: Esperanto als 1. Fremdsprache für Kinder? Antworten mit Zitat

Hallo Leute,

ich habe mal einige Fragen an alle Eltern unter den "Espis" und vor allem an Kunar, der da schrieb:

Zitat:
Zu meiner Person: Ich spreche seit über 25 Jahren Esperanto (bin Muttersprachler) und bin seit ca. 1996 aktiv


Muttersprachler? Tatsächlich? Wie muss man sich das vorstellen (bitte nur beantworten, wenn es nicht zu persönlich ist) ? Die Eltern reden in den ersten Lebensjahren hauptsächlich Esperanto mit den Kindern, und in der deutschen Sprache gibt es keine Probleme mit Nachbarn und Verwandten, und später im Kindergarten? Kann man kleinen Kindern zwei Sprachen zumuten, ohne befürchten zu müssen, dass die Ausdrucksfähigkeit im Kindergarten und in der Schule darunter leidet?

Bekommen kleine Kinder zwei Sprachen auseinandersortiert? Kommen sie damit klar, dass ihre Familie quasi eine eigene "Geheimsprache" hat, die sonst kaum jemand versteht, und von der manche Leute vielleicht noch nie gehört haben oder darüber schmunzeln? Hat jemand Erfahrungen damit gemacht, im Bekanntenkreis auf Unverständnis zu stoßen oder vielleicht als verschroben dazustehen?

Zu unserer Familie: Ich lerne seit ca. 3 Wochen Esperanto, und meine Frau macht seit etwa einer Woche mit. Wir haben 3 Kinder (5, 4 und anderthalb Jahre alt), und wir hätten gern in einigen Jahren einen kulturellen Austausch mit dem Ausland (Schüleraustausch, Au-pair, mal sehen).

Wann und in welcher Form sollte man die Kinder mit einer Fremdsprache konfrontieren? (Wir dachten so, in einem halben Jahr, wenn wir beide hoffentlich Esperanto beherrschen). Wie fangen wir das an?

Danke für jede Meinungsäußerung!

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen B.
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Kunar
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BeitragVerfasst am: Di Feb 04, 2003 1:18 am    Titel: Re: Esperanto als 1. Fremdsprache für Kinder? Antworten mit Zitat

Bevor ich noch genauer auf die Fragen eingehe, möchte ich eine interessante Internetseite zu dem Thema erwähnen:

http://www.helsinki.fi/~jslindst/denask-l.html

die Nachrichtenliste "denask-l" beschäftigt sich mit dem Thema "Esperanto als Muttersprache und in Familien" und ist insbesondere für Eltern gedacht, die ihre Kinder mehrsprachig (mit Esperanto) erziehen wollen.

Dazu gibt es auch eine Liste der häufigen Fragen zu diesem Thema:
http://www.helsinki.fi/~jslindst/odo.html

Eine Seite geht speziell auf Vorwürfe und Widerstand gegenüber mehrsprachiger Erziehung mit Esperanto ein:
http://www.helsinki.fi/~jslindst/kontraus.html

Das mehrsprachige "Hejma Vortaro" (Hauswörterbuch, Wörterbuch für zu Hause) enthält jede Menge Vokabeln, die man im Alltagsleben braucht:
http://www.helsinki.fi/~jslindst/hejmvort.html

Das soll meine persönliche Antwort nicht ersetzen, aber schon einige Anlaufstellen zu dem Thema aufzeigen.
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Gunnar R. Fischer
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Kunar
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BeitragVerfasst am: Di Feb 04, 2003 1:39 am    Titel: Re: Esperanto als 1. Fremdsprache für Kinder? Antworten mit Zitat

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:

Muttersprachler? Tatsächlich? Wie muss man sich das vorstellen (bitte nur beantworten, wenn es nicht zu persönlich ist)? Die Eltern reden in den ersten Lebensjahren hauptsächlich Esperanto mit den Kindern,


Diese Frage beantworte ich sogar sehr gerne, weil sie keine Standardfrage ist. Bei mir war es so, daß mein Vater mit mir in den ersten 12 Jahren meines Lebens nur Esperanto gesprochen hat, meine Mutter Deutsch.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
in der deutschen Sprache gibt es keine Probleme mit Nachbarn und Verwandten, und später im Kindergarten? Kann man kleinen Kindern zwei Sprachen zumuten, ohne befürchten zu müssen, dass die Ausdrucksfähigkeit im Kindergarten und in der Schule darunter leidet?


Sprachliche Defizite hat es weder bei mir noch bei meinen Geschwistern gegeben. Eher im Gegenteil: Wir waren sogar alle recht gut, was den Fremdsprachenunterricht betrifft.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Bekommen kleine Kinder zwei Sprachen auseinandersortiert? Kommen sie damit klar, dass ihre Familie quasi eine eigene "Geheimsprache" hat, die sonst kaum jemand versteht, und von der manche Leute vielleicht noch nie gehört haben oder darüber schmunzeln? Hat jemand Erfahrungen damit gemacht, im Bekanntenkreis auf Unverständnis zu stoßen oder vielleicht als verschroben dazustehen?


Bei uns hat es deswegen gut geklappt, weil wir häufig Gäste aus dem Ausland zu Besuch hatten, mit denen Verständigung eben nur auf Esperanto möglich war. Gleichzeitig waren wir in den Ferien oft auf Treffen, die einem eine esperantosprachige Umgebung liefern.

Bei vielen Verwandten und Bekannten stießen meine Eltern damals auf Skepsis und Ablehnung - hauptsächlich, weil Esperanto keine "Prestigesprache" ist. Wenn heute jemand sein Kind mit Englisch oder Französisch parallel aufwachsen läßt, fragt niemand, ob es die beiden Sprachen auseinanderdividieren kann. Hier wird abhängig vom Ansehen der Sprache also mit zweierlei Maß gemessen.

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:
Wann und in welcher Form sollte man die Kinder mit einer Fremdsprache konfrontieren? (Wir dachten so, in einem halben Jahr, wenn wir beide hoffentlich Esperanto beherrschen). Wie fangen wir das an?


Die von mir genannten Seiten beantworten zumindest die gröbsten Fragen. Ich empfehle, zunächst die Sprache so gut zu lernen, daß man sie im Alltag flüssig und ohne starken Akzent spricht.

Eine Gelegenheit, Esperanto mit der Familie zu erleben, ist das "Printempa Semajno Internacia (PSI)". Ein Treffen, bei dem die Familie wirklich im Mittelpunkt steht und man die Chance hat, die Sprache sowohl zu lernen als auch zu praktizieren. Meine Eltern waren das letzte Mal im vergangenen Jahr dabei und waren erneut sehr zufrieden. (Ich treibe mich lieber auf Jugendtreffen rum, die zeitgleich in Italien stattfinden, aber das ist eine andere Geschichte...)

Die PSI-Seiten mit weiteren Infos:
http://www.esperanto.de/psi/
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Jürgen B.
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BeitragVerfasst am: Di Feb 04, 2003 8:58 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank, Kunar,

Zitat:
Bei uns hat es deswegen gut geklappt, weil wir häufig Gäste aus dem Ausland zu Besuch hatten, mit denen Verständigung eben nur auf Esperanto möglich war. Gleichzeitig waren wir in den Ferien oft auf Treffen, die einem eine esperantosprachige Umgebung liefern.


So ähnlich machen wir das später auch...

Gestern habe ich irgendwo gelesen, dass Esperanto im Kindesalter die Fähigkeit zum Erlernen anderer Sprachen deutlich verbessert. Das passt ja genau ins Bild.

Zitat:
Bei vielen Verwandten und Bekannten stießen meine Eltern damals auf Skepsis und Ablehnung - hauptsächlich, weil Esperanto keine "Prestigesprache" ist. Wenn heute jemand sein Kind mit Englisch oder Französisch parallel aufwachsen läßt, fragt niemand, ob es die beiden Sprachen auseinanderdividieren kann. Hier wird abhängig vom Ansehen der Sprache also mit zweierlei Maß gemessen.


Och, was andere Leute denken, war für mich noch nie maßgeblich. Allerdings hätte ich die gleichen Bedenken, unseren Kindern jetzt schon Englisch beizubringen.

Ich frage mich nur: Wenn die Kinder lernen, wie einfach eine Sprache (Esperanto) sein kann, sind sie dann später nicht entsetzt, wenn sie eine viel kompliziertere Sprache lernen müssen?

(Der Umkehrschluß ist natürlich Humbug: Damit die Kinder in der Schule begeistert darüber sind, wie einfach Französisch ist, bringen wir ihnen schon mal Russisch bei, zum Warmwerden und als Kontrastprogramm. Blödsinn, oder?)

Ein Grund, jetzt noch nicht mit Englisch anzufangen, ist für meine Frau und mich, dass die Kinder unweigerlich Englisch in der Schule haben werden und sich dann zu Tode langweilen.

Esperanto ist o.k. Das machen wir so.
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 05, 2003 1:00 am    Titel: Antworten mit Zitat

Jürgen B. hat Folgendes geschrieben:

Ich frage mich nur: Wenn die Kinder lernen, wie einfach eine Sprache (Esperanto) sein kann, sind sie dann später nicht entsetzt, wenn sie eine viel kompliziertere Sprache lernen müssen?


Ich sehe vor allem folgende Gründe, warum Esperanto eher dazu anspornt, noch mehr Sprachen zu lernen:

1. Meine Erfahrung ist, daß vor allem die Motivation beim Sprachenlernen zählt. Wer schon Kontakte zu Leuten aus dem entsprechenden Land hat, der ist hochmotiviert, weil die Fremdsprache nicht als ein abstraktes Konstrukt im Raum steht, sondern einen klaren Nutzen hat. Mit Esperanto hat man die Chance, gegen relativ geringen Aufwand sehr viel internationale Atmosphäre zu schnuppern. Das macht Appetit auf mehr.

2. Das Erfolgserlebnis, den i.a. steinigen Weg des Sprachenlernens schon einmal zuende gegangen zu sein, spornt zusätzlich an. Die erste Fremdsprache wird als die am mühseligsten zu lernende angesehen, weil man zum ersten Mal aus der Idiomatik (Ausdrucksweise) der eigenen Muttersprache entfliehen muß. Wer das schon geschafft hat, verfügt über einen beträchtlichen Vorsprung - was auch erklärt, warum mehrsprachig aufgewachsene Kinder leichter andere Sprachen lernen.

3. Die relativ einfach gehaltene, regelmäßige Grammatik des Esperanto gibt den Lernenden zusätzlich die Möglichkeit, überhaupt einmal zu verstehen, wie Sprachen funktionieren. Die meisten Menschen, so meine Beobachtung, steigen normalerweise nie dahinter und liegen im Dauerclinch mit jeder Art von Grammatik.
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