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Ido oder Esperanto
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Nietz
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BeitragVerfasst am: Mi Jan 20, 2010 8:57 am    Titel: Ido oder Esperanto Antworten mit Zitat

Ich bin erst kürzlich auf die Plansprachen aufmerksam geworden. Überblicksartig habe ich mich zunächst über Ido informiert. Hier:

http://www.idolinguo.de/IdoPorOmni1924/

... gibt es sogar ein kostenloses Lehrbuch. Auf folgender Seite:

http://idolinguo.org.uk/

... werden aus Sicht der "Idiisten" die Vorteile des Ido herausgestellt. Trotz intensiver Suche im Internet habe ich keine Erwiderungen der Esperantisten finden können. Vielleicht könnt ihr mir ja helfen.

Ich selbst habe mich dann doch entschieden, lieber Esperanto zu lernen, weil mich die Kultur der Espis mit den Kontaktmöglichkeiten und der Literatur anzieht. Tesi, die Schildkröte steht mir seit gestern zur Seite. In einem halben Jahr schreibe ich nur noch im Esperanto-Teil dieses Forums ... Cool

Dennoch würde ich mich über ein paar fachkundige Worte oder Verweise zu Ido freuen.
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Mi Jan 20, 2010 10:00 am    Titel: Antworten mit Zitat

Die wenigsten Esperanto-Sprecher haben sich jemals mit Ido auseinandergesetzt. Auch ich als langjähriger Esperanto-Sprecher kann wenig Substantielles zu Ido sagen - nur Oberflächliches. Und darum äußere ich mich nicht.

Kompetente Informationen kann man bei der Gesellschaft für Interlinguistik (GIL) erhalten.
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Nietz
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BeitragVerfasst am: Mi Jan 20, 2010 5:23 pm    Titel: Argumente Antworten mit Zitat

Um diesen Thread noch einmal etwas zu beleben, möchte ich kurz aufführen, welche Kritikpunkte die Idiisten an Esperanto sehen. Vorab möchte ich klarstellen, dass es mir keinesfalls darum geht, Espis und Idiisten in Frontstellung zueinander zu bringen. Beide Plansprachen haben ihre Anhänger und ihre Kultur, und es wäre schade, wenn eine von ihnen unterginge. Mir geht es nur darum, die Gründe der Esperantisten für bestimmte linguistische Entscheidungen transparent werden zu lassen. Dabei können Espis bestimmt behilflich sein, ohne eine ins Einzelne gehende Kenntnis von Ido zu haben; wie gesagt, hier geht es nicht gegen Ido, sondern um das Regelwerk von Esperanto und seine Hintergründe.

Mir ist auch klar, dass eine Reform des Esperanto mit einem Federstrich die Kenntnisse der heutigen Espis und die bisher geschriebene Literatur obsolet machen würde. Das ist nicht wünschenswert. Tatsächlich hat sich ja wohl das Esperanto in Teilbereichen weiterentwickelt, allein durch die Schaffung neuer Wörter. Dabei wird man es belassen müssen. Hier soll es allein um eine Reflexion der Eigenheiten des Esperanto gehen.

1. Der Akkusativ
Es fragt sich, ob es notwendig ist, den Akkusativ mit der Endung -n zu kennzeichnen. Viele Sprachen, so das Englische kommen ohne eine solche Differenzierung aus. Im Ido ist es so, dass die Endung -n fakultativ ist und nur gesetzt wird, wenn es im Einzelfall zur Verwechslung mit dem Nominativ kommen kann.

2. Die Sonderbuchstaben
Ein häufiger Kritikpunkt scheinen die Sonderbuchstaben zu sein (sh, ch usw.). In Ido wird das gesamte lateinische Alphabet ausgeschöpft, es gibt aber keine Sonderzeichen, was den Vorteil hat, dass man leicht mit jeder Tastatur Ido-Texte schreiben kann.

3. Die Aussprache
Die Aussprache des Esperanto ist nicht immer einfach, mir z.B. macht die Differenzierung zwischen jh, gh und ch zuweilen Mühe. "manghajho" ist für mich nicht leicht zu artikulieren.

4. Die Geschlechterkennzeichnung
Zuweilen hat Esperanto eine männliche Grundform, von der die weibliche Form abgeleitet ist, so bei sinjoro und sinjorino. Ido hat hier eine konsequente Geschlechterneutralität, von der Grundform sioro ist sowohl der Herr, siorulo, und die Frau, siorino, abgeleitet.

5. Ländernamen
Esperanto hat eigene Ländernamen, während Ido die Originalversionen, wenn auch transkribiert in lateinische Buchstaben, benutzt.

6. Die Bezeichnung des Gegenteils
Zuweilen wird die Bezeichnung des Gegenteils durch die bloße Voranstellung von mal- als farblos empfunden, so bei dekstre und maldekstre. Ido benutzt insoweit differenzierte Wortstämme. Ich gebe allerdings zu, das dies für Leute ohne indogermanischen Hintergrund einen erhöhten Lernaufwand bedeutet.

Im Ergebnis wird es wohl so sein, dass wir mit der historischen Entwicklung des Esperanto werden leben müssen, wie gesagt, eine Revolution wäre wohl der Tod nicht nur des Esperanto, sondern der Idee der Plansprache überhaupt. Dennoch macht es Sinn, die linguistischen Grundentscheidungen bei Esperanto von Zeit zu Zeit zu reflektieren, einmal, um ggf. allmählichen Änderungen den Weg zu bereiten, zum anderen, weil sich grundlegende Regeln gerade für Anfänger wie mich leichter einprägen. Schließlich will ich ja Esperanto sprechen lernen.


Geändert am Mi Jan 20, 2010 5:25 pm von Nietz
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Nietz
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BeitragVerfasst am: Do Jan 21, 2010 10:03 am    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt habe ich selber doch noch einen guten Aufsatz gefunden, in dem ein Esperantist zu den von Idiisten aufgeworfenen Fragen Stellung nimmt. Der Aufsatz ist auf Englisch, indes ist er umfassend. U.a. werden die von mir oben erwähnten Punkte aufgegriffen und im Einzelnen behandelt.

Schaut ihr hier:

http://donh.best.vwh.net/Languages/ido.html
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rano
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BeitragVerfasst am: Do Jan 21, 2010 9:45 pm    Titel: Re: Argumente Antworten mit Zitat

Ich werd mal meinen Sempf dazugeben, auch wenn ich kein Linguist bin...

Nietz hat Folgendes geschrieben:

1. Der Akkusativ
Es fragt sich, ob es notwendig ist, den Akkusativ mit der Endung -n zu kennzeichnen. Viele Sprachen, so das Englische kommen ohne eine solche Differenzierung aus. Im Ido ist es so, dass die Endung -n fakultativ ist und nur gesetzt wird, wenn es im Einzelfall zur Verwechslung mit dem Nominativ kommen kann.

Das ist meiner Meinung nach geschmackssache. Mir persönlich ist es lieber immer die gleichen Regeln zu haben weil ich es sonst hundert prozentig vergessen würde wenn es mal notwendig ist.

Nietz hat Folgendes geschrieben:

2. Die Sonderbuchstaben
Ein häufiger Kritikpunkt scheinen die Sonderbuchstaben zu sein (sh, ch usw.). In Ido wird das gesamte lateinische Alphabet ausgeschöpft, es gibt aber keine Sonderzeichen, was den Vorteil hat, dass man leicht mit jeder Tastatur Ido-Texte schreiben kann.

Diesen Kritikpunkt teile ich aber finde es nicht übermäßig schlimm, es gibt ja die h bzw x schreibweise und am PC zu Hause hab ich nen plugin, dass bei ^ und nen Buchstage das Hütchen über den Buchstaben macht nur aufm û ist es dann leider falsch rum.

Nietz hat Folgendes geschrieben:

3. Die Aussprache
Die Aussprache des Esperanto ist nicht immer einfach, mir z.B. macht die Differenzierung zwischen jh, gh und ch zuweilen Mühe. "manghajho" ist für mich nicht leicht zu artikulieren.

Jap, aber erlernbar.
Nietz hat Folgendes geschrieben:

4. Die Geschlechterkennzeichnung
Zuweilen hat Esperanto eine männliche Grundform, von der die weibliche Form abgeleitet ist, so bei sinjoro und sinjorino. Ido hat hier eine konsequente Geschlechterneutralität, von der Grundform sioro ist sowohl der Herr, siorulo, und die Frau, siorino, abgeleitet.

Ja hat man um 1900 noch nicht so drüber nach gedacht. Aber ist das bei allen Wörtern so? kann man nicht auch zu ner Frau ulo sagen? Und die meißten Wörter sind doch völlig geschlechtsneutral oder?

Nietz hat Folgendes geschrieben:

5. Ländernamen
Esperanto hat eigene Ländernamen, während Ido die Originalversionen, wenn auch transkribiert in lateinische Buchstaben, benutzt.

Für die Leute aus dem Land selber natürlich sozialer, aber auch der international verwendete Name macht Sinn für alle Anderen (z.B. würde kaum jemand deutŝlando verstehen weil wir International einfach Germanen oder Allemannen sind)
Nietz hat Folgendes geschrieben:

6. Die Bezeichnung des Gegenteils
Zuweilen wird die Bezeichnung des Gegenteils durch die bloße Voranstellung von mal- als farblos empfunden, so bei dekstre und maldekstre. Ido benutzt insoweit differenzierte Wortstämme. Ich gebe allerdings zu, das dies für Leute ohne indogermanischen Hintergrund einen erhöhten Lernaufwand bedeutet.

Find ich praktisch obwohl mir die vorsilbe "un" lieber währe (kürzer und zumindest von Deutsch und Englisch kennt man es ja.


Fazit: Man muss immer abwegen und ich glaube eine Sprache die es allen recht macht krigt man nicht. Außerdem erklär den Esperanto Muttersprachlern mal dass sie ihre Sprache ändern sollen, mittlerweile ist das ein selbstläufer geworden und die Sprache ist nach all der Zeit zu einer Kultur geworden und das kann man nicht einfach beenden.

Wenn man schon ne Revolution in den Plansprachen will, dann schon eine Mischung aus Englisch, Arabisch und Chinesisch bzw noch mehr Sprachen. Hat alles vor und Nachteile ich sehe Esperanto eigendlich nicht als Sprache mit Anspruch zur Weltsprache sondern als Kultur von Menschen ohne Grenzen im Kopf.
_________________
Se ni komprenas ke ni ĉiuj estas frenezaj, tiam la vivo fariĝas klarigebla. (Mark Twain)

komiksoj en Esperanto:
www.komiksoj.net.tf

http://komiksoj.wordpress.com/


Geändert am Do Jan 21, 2010 9:54 pm von rano
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mm22
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BeitragVerfasst am: Sa Jan 23, 2010 4:16 am    Titel: RE: Ido oder Esperanto Antworten mit Zitat

Saluto(n)!

Die Argumente eines aktuellen Idisten (James Chandler) sind zum Beispiel hier zu finden:

http://interlanguages.net/Esp.html

Mir persönlich erscheint Ido insbesondere wegen der fehlenden Sonderzeichen, der Vermeidung der mal-Wörter und der Geschlechter-Neutralität schöner und logischer. Aber das ist Ansichtssache. Für Esperanto gibt es dagegen weitaus mehr Anwendungsmöglichkeiten (für das Englische dann nochmals mehr ...)
Ido oder Esperanto? Man kann beides gut verstehen/sprechen.

Letztendlich wird hier jeder seine persönlichen Schlüsse ziehen müssen und Sprachschelte des Anderen bringt gar nichts. Es kommt auf die konkreten Dinge an.

"G^is reskribo" auw (Esperanto) / ed "Til riskribo" (Ido)

Detlef
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Nietz
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BeitragVerfasst am: Sa Jan 23, 2010 9:10 am    Titel: Re: RE: Ido oder Esperanto Antworten mit Zitat

mm22 hat Folgendes geschrieben:

Ido oder Esperanto? Man kann beides gut verstehen/sprechen.

Letztendlich wird hier jeder seine persönlichen Schlüsse ziehen müssen und Sprachschelte des Anderen bringt gar nichts. Es kommt auf die konkreten Dinge an.


So ist es. Smile Leider wird Esperanto kaum, Ido jedoch gar nicht in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Das Plansprachenprojekt hat den Hauch des Exotischen und eigentlich Überflüssigen. Das ist schade.

Ich habe mich letzten Endes für Esperanto entschieden, weil ich an dessen reichhaltiger Kultur teilhaben möchte. Außerdem ergeben sich über Esperanto eher reale Kontakte. Das alles sind aber zugegebenermaßen nichtlinguistische Argumente ...
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Valodnieks
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BeitragVerfasst am: Sa Jan 23, 2010 12:09 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sprachlich gefällt mir Ido besser. Wenn ich nach vielen Idotexten mal wieder eine Esperantozeitschrift lese, kommt mir Esperanto immer extrem umständlich wegen des Baukastensystems vor. Ido ist einfach harmonischer aufgebaut und ästhetischer als Sprache.

Ich trage daher auch aktiv dazu bei, die Ido-Kultur zu erweitern. So zum Beispiel hier mein Blog:
http://www.ipernity.com/blog/93650

Allerdings besteht aus meiner Sicht kein Grund über 100 Jahre alte Konflikte zwischen Idisten und Esperantisten wieder neuaufleben zu lassen. Ich finde einen Dialog zwischen den beiden Sprachen notwendig und interessant.


Geändert am Sa Jan 23, 2010 12:15 pm von Valodnieks

Geändert am Sa Jan 23, 2010 12:12 pm von Valodnieks
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mm22
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BeitragVerfasst am: Sa Jan 23, 2010 12:41 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@Nietz:

Man kann sich kaum für Esperanto und gegen Ido unterscheiden, die Unterschiede liegen laut Blanke bei nur etwa 15% (Detlev Blanke: Internationale Plansprachen. Eine Einführung. Berlin (Ost): Akademie-Verlag, 1985, S. 194.) , d.h. man kann ziemlich nach dem Lernen zwangsläufig beide Sprachen ganz gut verstehen Wink
Sprechen ist etwas schwieriger da rutscht dann im Ido schon mal ein "malgranda" statt des "mikra" heraus ...

Ich persönlich habe erst Esperanto gelernt (die erste "Fremdsprache" die ich fließend sprechen konnte, nach einem Jahr Selbstlernen und einem praktischem Wochenende mit tschechischen Esperantisten) und dann, 20 Jahre später, in ein paar Wochen Ido, d.h. hier waren nur die paar Unterschiede herauszuarbeiten.
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Nietz
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BeitragVerfasst am: Sa Jan 23, 2010 1:28 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Valodnieks hat Folgendes geschrieben:
Allerdings besteht aus meiner Sicht kein Grund über 100 Jahre alte Konflikte zwischen Idisten und Esperantisten wieder neuaufleben zu lassen.


Das ist auch auf keinen Fall meine Absicht.

Auf den ersten Blick fand ich Ido auch gefälliger. Die Aussicht, auch in meiner Heimatstadt auf Espis zu treffen und die reichhaltigere Literatur haben mich dann veranlasst, zunächst mit dem Lernen von Esperanto zu beginnen. Aber aufgehoben ist ja nicht aufgeschoben. Vielleicht schiebe ich Ido noch nach. Aber erst, wenn ich Esperanto wirklich verstehen und sprechen kann.
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Erik
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BeitragVerfasst am: Sa Jan 23, 2010 5:51 pm    Titel: Re: Argumente Antworten mit Zitat

rano hat Folgendes geschrieben:

Nietz hat Folgendes geschrieben:

2. Die Sonderbuchstaben
Ein häufiger Kritikpunkt scheinen die Sonderbuchstaben zu sein (sh, ch usw.). In Ido wird das gesamte lateinische Alphabet ausgeschöpft, es gibt aber keine Sonderzeichen, was den Vorteil hat, dass man leicht mit jeder Tastatur Ido-Texte schreiben kann.

Diesen Kritikpunkt teile ich aber finde es nicht übermäßig schlimm, es gibt ja die h bzw x schreibweise und am PC zu Hause hab ich nen plugin, dass bei ^ und nen Buchstage das Hütchen über den Buchstaben macht nur aufm û ist es dann leider falsch rum.
.


Zufällig das Teil von der AEJ? Da mußt du die "Ü" Taste benutzen. Oder benutzt du das "EK" Dingens?
_
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Dirk Bindmann
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BeitragVerfasst am: So Jan 24, 2010 2:05 am    Titel: Re: Argumente Antworten mit Zitat

Nietz hat Folgendes geschrieben:
Um diesen Thread noch einmal etwas zu beleben, möchte ich kurz aufführen, welche Kritikpunkte die Idiisten an Esperanto sehen. Vorab möchte ich klarstellen, dass es mir keinesfalls darum geht, Espis und Idiisten in Frontstellung zueinander zu bringen. Beide Plansprachen haben ihre Anhänger und ihre Kultur, und es wäre schade, wenn eine von ihnen unterginge. Mir geht es nur darum, die Gründe der Esperantisten für bestimmte linguistische Entscheidungen transparent werden zu lassen.

Meiner Meinung nach gehst du von einer falschen Voraussetzung aus. Esperantisten treffen keine zu begründenden linguistischen Entscheidungen auf einer so grundsätzlichen Ebene. Esperanto ist eine Sprache, kein Plansprachenprojekt. Leute, die an einem Projekt herumtüfteln, müssen entscheiden, ob sie dieses oder jenes Detail so oder anders gestalten. Bei einer realen Sprache jedoch haben sich die Entscheidungen von der Tüftlerebene auf die Textebene verlagert. Ebenso wie die Deutschen sich nicht entscheiden müssen, ob sie starke oder schwache Verben gut finden, müssen Esperantisten nicht ihre Sprache als solche durch Grundsatzentscheidungen in Frage stellen. Esperantisten entscheiden sich zum Beispiel nicht, ob sie die Akkusativendung befürworten oder ablehnen, sie entscheiden sich allenfalls, wie sie den Akkusativ im Text einsetzen.

Da dich die Fragen unten offensichtlich interessieren, gehe ich einmal kurz darauf ein. Darüber mit kritischer Intention zu debattieren, ist allerdings müßig, weil Esperanto eben eine Sprache ist. Eine Sprache entwickelt sich durch ihre Texte, nicht durch willkürliche Regeländerungen.

Nietz hat Folgendes geschrieben:
1. Der Akkusativ
Es fragt sich, ob es notwendig ist, den Akkusativ mit der Endung -n zu kennzeichnen. Viele Sprachen, so das Englische kommen ohne eine solche Differenzierung aus. Im Ido ist es so, dass die Endung -n fakultativ ist und nur gesetzt wird, wenn es im Einzelfall zur Verwechslung mit dem Nominativ kommen kann.

Auch im Englischen gibt so eine Differenzierung. Nämlich durch die starre Satzgliedfolge. Sätze ohne erkennbare Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt sind missverständlich. Missverständlichkeit ist nicht grundsätzlich schlecht. Poesie lebt oft von Mehrdeutigkeiten. Davon haben jedoch die Idisten nichts, weil es kaum belletristische Literatur in Ido gibt.

Nietz hat Folgendes geschrieben:
2. Die Sonderbuchstaben
Ein häufiger Kritikpunkt scheinen die Sonderbuchstaben zu sein (sh, ch usw.). In Ido wird das gesamte lateinische Alphabet ausgeschöpft, es gibt aber keine Sonderzeichen, was den Vorteil hat, dass man leicht mit jeder Tastatur Ido-Texte schreiben kann.

Auch Esperanto lässt sich ohne Sonderzeichen schreiben. Ebenso kann man Esperanto mit Sonderzeichen auf jeder Tastatur schreiben, wie alle anderen Fremdsprachen mit Sonderzeichen auch. Ich schreibe diesen Text völlig problemlos mit einem Tastaturlayout für Esperanto.

Nietz hat Folgendes geschrieben:
3. Die Aussprache
Die Aussprache des Esperanto ist nicht immer einfach, mir z.B. macht die Differenzierung zwischen jh, gh und ch zuweilen Mühe. "manghajho" ist für mich nicht leicht zu artikulieren.

Ist das tatsächlich ein Kritikpunkt der Idisten, oder ist das dein persönliches Problem? Wenn du ĵ, ĝ und ĉ nicht richtig aussprechen kannst, dann kannst du auch manche Wörter im Deutschen nicht richtig aussprechen, zum Beispiel: Jargon, Dschungel, Tscheche. Vielleicht übst du einfach mal. Aber ganz so ernst musst du das auch nicht nehmen. Egal, ob du "manĝaĝo" oder "manĵaĵo" sagst, verstanden wirst du sicherlich trotzdem.

Nietz hat Folgendes geschrieben:
4. Die Geschlechterkennzeichnung
Zuweilen hat Esperanto eine männliche Grundform, von der die weibliche Form abgeleitet ist, so bei sinjoro und sinjorino. Ido hat hier eine konsequente Geschlechterneutralität, von der Grundform sioro ist sowohl der Herr, siorulo, und die Frau, siorino, abgeleitet.

Bei welcher Ido-Reform wurde denn diese konsequente Geschlechterneutralität eingeführt? In älteren Texten scheint dieses Prinzip nicht aufzutauchen.

Im Übrigen gibt es auch im Esperanto den Versuch, eine schematische Geschlechterneutralität mit Hilfe der Nachsilbe -iĉ- auszudrücken. Ich halte so einen Sprachgebrauch aber für stilistisch markiert. Außerdem gibt es bereits eine herkömmliche Methode, die Männlichkeit besonders hervorzuheben: indem vir- als Vorsilbe benutzt wird. Zum Beispiel: virkoko, virkato, virhundo.

Im Esperanto lässt sich das Problem spaßeshalber auch umdrehen: die männliche Form aus der weiblichen bilden. Auf Anmeldeformularen kann man zum Beispiel ankreuzen, ob man "ino" oder "malino" ist.

Nietz hat Folgendes geschrieben:
5. Ländernamen
Esperanto hat eigene Ländernamen, während Ido die Originalversionen, wenn auch transkribiert in lateinische Buchstaben, benutzt.

Das glaube ich nicht. Wie heißt denn China oder Pakistan auf Ido? Und wenn es tatsächlich so wäre: Welchen Vorteil hätte denn in einer internationalen Sprechergemeinschaft der Originalname gegenüber einem international gebräuchlichen Namen? Und nach welchem Prinzip werden Länder benannt, die mehrere offizielle Namen haben?

Nietz hat Folgendes geschrieben:
6. Die Bezeichnung des Gegenteils
Zuweilen wird die Bezeichnung des Gegenteils durch die bloße Voranstellung von mal- als farblos empfunden, so bei dekstre und maldekstre. Ido benutzt insoweit differenzierte Wortstämme. Ich gebe allerdings zu, das dies für Leute ohne indogermanischen Hintergrund einen erhöhten Lernaufwand bedeutet.

Erstens halte ich jene "Empfindung" für Unsinn. Und zweitens hat man im Esperanto meist die Wahl, ob man bei der Bezeichnung des Gegenteils die Wortbildungsmöglichkeiten nutzt oder einen eigenen Wortstamm. Für dein Beispiel also: dekstre - live. Ich bevorzuge die einfachere Variante.
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Nietz
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BeitragVerfasst am: So Jan 24, 2010 12:49 pm    Titel: Re: Argumente Antworten mit Zitat

Dirk Bindmann hat Folgendes geschrieben:
Wie heißt denn China oder Pakistan auf Ido?


China heißt Chinia, die Bezeichnung für Pakistan konnte ich nicht herausfinden. In der Tat scheint die Umsetzung des Vorhabens, Ländernamen als Fremdwörter unverändert zu lassen, nur teilweise umgesetzt worden zu sein.


Herzlichen Dank im Übrigen für Deinen Beitrag. Ich mache jetzt mich mal wieder an mein Esperanto-Lehrbuch.
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mm22
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BeitragVerfasst am: So Jan 24, 2010 2:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Pakistan heisst Pakistan Smile

http://io.wikipedia.org/wiki/Pakistan

das ist der gleiche Name wie der in den sechs Wortbildungsprachen des Ido (Englisch, Deutsch, Russisch, Spanisch, Italienisch, Französisch). Auch dort heißt es immer Pakistan.

Die männliche Form wurde offenbar zwischen 1910 und 1913 eingeführt - Suffix -ul (mask'ul'in) , die weibliche Form wie im Esperanto durch -in (fem'in'in) deklariert.

In der englischen Ausgabe von 1910 der Wissenschaft und Sprache von Couturat, Ostwald, Jespersen u.a steht es noch nicht drinne.
http://www.archive.org/stream/internationallan00pfaurich#page/80/mode/2up

In meiner deutschen, 2. Ausgabe von 1913 ist -ul als maskulines Suffix drinne.

bovo (Rind), bovino (Kuh), bovulo (Stier)

@Nietz: mach Dich lieber an Dein Lehrbuch. Zuviel Theorie hält da nur auf Wink
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Helmut
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BeitragVerfasst am: So Jan 24, 2010 3:40 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Was es nicht ein problem von Ido, dass ständig weiter reformiert wurde?
Da hatte die Öffentlichkeit doch leicht den Eindruck, dass die Sprache noch nicht fertig ist.
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