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Fremdsprachenausbildung am Gymnasium
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esocom
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BeitragVerfasst am: Fr Apr 09, 2010 4:23 pm    Titel: Fremdsprachenausbildung am Gymnasium Antworten mit Zitat

Ein interessanter Aufsatz der "KE Research"
Wer traut sich qualifiziert zu, den Autoren Esperanto als "Mittlersprache" schmackhaft zu machen?

http://www.ke-research.de/downloads/fremdsprachen-v8_1.pdf
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Erik
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BeitragVerfasst am: Sa Apr 10, 2010 8:11 pm    Titel: Re: Fremdsprachenausbildung am Gymnasium Antworten mit Zitat

esocom hat Folgendes geschrieben:
Ein interessanter Aufsatz der "KE Research"
Wer traut sich qualifiziert zu, den Autoren Esperanto als "Mittlersprache" schmackhaft zu machen?

http://www.ke-research.de/downloads/fremdsprachen-v8_1.pdf


Die Consulting Firma die diesen Bericht erstellt hat sitzt in Oberhaching bei München. Sicher nicht ohne Grund weil die Stadt München doch ganz gut begütert und sehr offen gegenüber Neuerungen und damit gewissen Experimenten die eine Verbesserung der örtlichen Bedingungen bewegen kann nicht abgeneigt ist. Stichwort: LiMux. Dadurch hat München sicher eine Vorreiterrolle bei der Umstellung der Stadtverwaltung auf OpenSource Software. Die Verbesserung des Bildungssystems ist aber eine ganz andere Liga.

Wenn man da eine geeignete Argumentationskette für München finden will wird man sie wahrscheinlich in der Süddeutschen Zeitung finden. Vielleicht als Vorlage: Wo München chinesisch ist: Pandas, Türme und Stäbchen

Ich persönlich halte immer weniger von der Lingvo Internacia/ Brückensprachen Verpackung und bin mit der Idee der persönlichen Adoptivsprache ganz zufrieden.

Außerdem bin ich der Meinung, dass erstmal der kulturelle Rückstand aufgeholt werden sollte. Die Videos mit Bücherflohmärkten mit Übersetzung von Asterix in Esperanto etc. von anno dazumal entlocken der heutigen IPod Generation noch nicht mal ein müdes Lächeln (Ich mag Asterix). Ich will damit in keinster Weise die Übersetzungsarbeit abwerten. Aber das ist einfach nur peinlich wenn das in der lokalen Presse gezeigt wird. In vielen kulturellen Bereichen insbesondere im Jugendbereich ist Esperanto so gut wie überhaupt nicht vorhanden.
Z.B.
    Filmproduktion mit Esperanto als Hauptsprache: Fehlanzeige; (obwohl sich da einige zumindestens im Untertitelbereich tut filmoj.net).
    Musikbereich: Hip Hop = Gerade so ganz zaghaft im Entstehen, aber eher auch Fehlanzeige.
    Musikbereich: Reggae = Fehlanzeige usw.

Lingvo Internacia? Mittlersprache? Das ist einfach meiner Meinung nach zum derzeitigen Stand komplett unangepaßt. So sehr sich Esperanto rein "sprach-technisch" dafür eignen mag.


Geändert am Sa Apr 10, 2010 8:23 pm von Erik
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Sa Apr 10, 2010 9:51 pm    Titel: Re: Fremdsprachenausbildung am Gymnasium Antworten mit Zitat

Erik hat Folgendes geschrieben:
Die Videos mit Bücherflohmärkten mit Übersetzung von Asterix in Esperanto etc. von anno dazumal entlocken der heutigen IPod Generation noch nicht mal ein müdes Lächeln...

Mag ja sein, dass Du das so empfindest.
Aber wenn bei Dir mal ein Journalist oder Fernsehteam ins Haus kommt .... was meinst Du, welches Buch die groß herausstellen? Dreimal darfst Du raten! Auch wenn Du den Menschen erklärst, dass das Buch um die 30 Jahre alt ist und dass auch im Esperanto-Bereich die Zeit nicht stehen geblieben ist und Du ihnen Neueres präsentiert. (Auf den lateinischen Asterix fliegen Journalisten übrigens gleichermaßen.)

Auf was fliegt denn die heutige IPod-Generation? Aber vielleicht kann dazu dann doch eher ein jüngerer als Du etwas sagen.
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Erik
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BeitragVerfasst am: So Apr 11, 2010 3:13 am    Titel: Re: Fremdsprachenausbildung am Gymnasium Antworten mit Zitat

Helmut hat Folgendes geschrieben:
Erik hat Folgendes geschrieben:
Die Videos mit Bücherflohmärkten mit Übersetzung von Asterix in Esperanto etc. von anno dazumal entlocken der heutigen IPod Generation noch nicht mal ein müdes Lächeln...

Auf was fliegt denn die heutige IPod-Generation? Aber vielleicht kann dazu dann doch eher ein jüngerer als Du etwas sagen.


Zeit ist für Journalisten Geld. Wenn die zu dir kommen und was Verwertbares, Bekanntes, Exzotisches sehen wird das sofort okkupiert damit die Story fertig wird.

Die wenigsten Journalisten haben so ein Zeit- und Geld-Budget wie ein 5 köpfiges Redaktionsteam beim Spiegel. Die Zeitungsbranche ist leider richtig knüppelhart. Gibt es eigentlich überhaupt noch geduldige Journalisten? Ich glaube nicht. Traurig, das.

9x geändert. Da fehlt noch einer zur 10x.


Geändert am So Apr 11, 2010 4:23 am von Erik

Geändert am So Apr 11, 2010 4:21 am von Erik

Geändert am So Apr 11, 2010 3:51 am von Erik

Geändert am So Apr 11, 2010 3:47 am von Erik

Geändert am So Apr 11, 2010 3:47 am von Erik

Geändert am So Apr 11, 2010 3:28 am von Erik

Geändert am So Apr 11, 2010 3:27 am von Erik

Geändert am So Apr 11, 2010 3:18 am von Erik

Geändert am So Apr 11, 2010 3:15 am von Erik
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esocom
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BeitragVerfasst am: So Apr 11, 2010 9:42 am    Titel: Fremdsprachenausbildung am Gymnasium Antworten mit Zitat

Die bisherigen Antworten befassen sich kaum mit dem vorgestellten Artikel. Ich hoffe, dass Rudolf sich für das Anliegen erwärmen kann.
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Helmut
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BeitragVerfasst am: So Apr 11, 2010 10:13 am    Titel: Antworten mit Zitat

(Unten in Deutsch)

Mi legis la artikolon. Kelkaj interesaj aspektoj.
Tamen, ankau interese, kiel la autoroj estas konvinkitaj, ke sen la angla lingvo ne povas esti estonto.
Ke "KE Research" nomas sin "die Andersdenker", shajnas esti malprava. Almenau rilate al la angla lingvo ili prezentas tre ortodoksan, tradician sintenon.

Reagi certe indas - sed necesas konscii, ke la artikolo jam estas iom malnova - nome de 2007.

--

Auf Deutsch:
Ich habe den Artikel gelesen. Einige interessante Aspekte.
Dennoch, auch interessant, wie die Autoren überzeugt sind, dass es ohne die englische Sprache keine Zukunft geben kann.
Dass "KE Research" sich "die Andersdenker" nennt, scheint unrichtig zu sein. Zumindest bezüglich der englischen Sprache stellen sie eine sehr orthodoxe, traditionelle Haltung vor.

Reagieren lohnt sich sicher - aber man muss sich bewusst sein, dass der Artikel schon etwas alt ist - nämlich von 2007.

(Übersetzt von Lu, als Moderator)


Geändert am Mo Apr 12, 2010 11:00 am von Lu Wunsch-Rolshoven

Geändert am So Apr 11, 2010 10:16 am von Helmut
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Erik
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BeitragVerfasst am: So Apr 11, 2010 12:15 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Helmut hat Folgendes geschrieben:
Mi legis la artikolon. Kelkaj interesaj aspektoj.
Tamen, ankau interese, kiel la autoroj estas konvinkitaj, ke sen la angla lingvo ne povas esti estonto.
Ke "KE Research" nomas sin "die Andersdenker", shajnas esti malprava. Almenau rilate al la angla lingvo ili prezentas tre ortodoksan, tradician sintenon.

Reagi certe indas - sed necesas konscii, ke la artikolo jam estas iom malnova - nome de 2007.


Warum jetzt auf Esperanto?

"Consulting Firmen spielen oft nur das schwarze Schaf für unbeliebte Entscheidungen. Also etwas was schon entschieden worden ist aber noch zur Rechtfertigung durch einen Report untermauert werden muß. Und dafür wird man ganz gut bezahlt." Das habe ich mir jetzt nicht selbst ausgedacht sondern dass hat ein Berater einer Consulting Firma auf einem Fachvortrag gesagt. Nicht davor und nicht danach, sondern schmunzelnerweise im Vortrag. Deshalb bin ich der Meinung das es ziemlich aussichtslos ist mit einer Consulting Firma sachlich disskutieren zu können. Obwohl dort wohl ziemlich gute Analysten sitzen dürften. Die aber halt auch nur das bestätigen, was der Auftraggeber möchte. Der Artikel dürfte deswegen veraltet sein weil der aktuellen Bericht (wenn es den geben sollte) ganz gut Geld kostet.
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Rudolf Fischer
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BeitragVerfasst am: So Apr 11, 2010 5:27 pm    Titel: Interessanter Einblick, Modell mit Fehlern Antworten mit Zitat

Ich habe den Artikel gelesen, er ist in vieler Hinsicht interessant.
Da zu reagieren, ist völlig sinnlos, denn die Autoren stammen aus einer Art "Gegenwelt" der Esperanto-Freunde: Wer die Auswahl der zu lernenden Femdsprache lediglich und knallhart an ihrem geld- und karrierewerten Nutzen aufhängt, wird jeden Esperanto-Befürworter für völlig realitäts- und weltfremd erklären.
Jeden Hiphop- und Reggae-Liebhaber übrigens natürlich auch.

Der Artikel enthält sehr viel Richtiges und Bedenkenswertes, denn so ganz sollte man sich auch als Esperanto-Sprechender nicht von der harten Realität entfernen. Vor- und Nachteile verschiedener Lösungen des Kommunikationsproblems werden zum großen Teil richtig dargestellt.

Daneben gibt es auch gravierende Fehler:
- Die einseitige Fokussierung auf das Englische wird übertrieben. Es ist keineswegs für alle Zeiten festgeschrieben, dass das Weltwissen (nur) auf Englisch festgehalten wird.
- Menschen, die nicht in der Lage sind, Englisch zu erlernen, sind außerhalb aller Vorstellung der Autoren. Sie beklagen zwar, dass viel Begabung brachliegt, weil der Zwang zur Zweitfremdsprache herrscht, aber das gilt ja auch für den Zwang zur Erstfremdsprache. (Esperanto als Erstfremdsprache würde diesen Nachteil abmildern, aber auch nicht zum Verschwinden bringen, denn auch Esperanto zu lernen, schafft keineswegs jedermann.)
- Wenn man der Darstellung der Autoren zu Englisch folgt, gibt es eigentlich für Nicht-Englisch-Muttersprachler nur eine einzige Lösung: Englisch-Muttersprachler zu werden (also weltweit die eigene Sprache zu wechseln). Das erkennen sie aber nicht.
- Wundersam ist, dass für alle Fremdsprachen ein gleich hohes Lernpensum angesetzt wird: 6 Jahre lang 6 Wochenstunden! (Das ist, wie wir wissen, bei den genannten Zielen für Esperanto viel zu viel, für viele andere Fremdsprachen viel zu wenig.)
- Allgemein (das habe ich oben schon angedeutet) wird als Bildungsziel lediglich die Einsatzmöglichkeit einer Fremdsprache für die eigene Karriere gesehen. Einblick in fremde Kulturen werden als Beigabe toleriert und - sehr richtig - auch als wichtig angesehen, um Einheimische besser zu erreichen, hier: ihnen besser unsere Waren verkaufen zu können.

Selbst in dem dargestellten Modell hätte Esperanto als "Mittlersprache" theoretisch Vorteile, aber praktisch ist der Vorsprung des Englischen nicht aufzuholen. Sollte Englisch einmal einer anderen Sprache weichen müssen (dabei halte ich Spanisch für einen aussichtsreicheren Kandidaten als Mandarin-Chinesisch), so wird das eben doch nicht Esperanto sein - es sei denn, die wirtschaftlich maßgebende Clique, zu denen die Autoren gehören (wollen), erführe eine weltweite Bekehrung zu einer besseren Welt, mit weniger Karriere und mehr Muße zum Leben.

Ich bin da aber skeptisch.

Konsequenz für uns Esperanto-Freunde: Esperanto muss Lebensfreude versprechen können. Dafür müssen wir sorgen.
Karriere, Geld und Macht können wir nicht versprechen. Es bleiben uns diejenigen, die das nicht für das Wichtigste halten, und das sind für uns die Richtigen.

Um nicht missverstanden zu werden: Ich predige keine Askese und keine Weltflucht, auch keinen reinen Hedonismus, sondern ein gesundes Gleichgewicht zwischen dem notwendigen Seinen-Platz-Finden in der Welt und dem wünschenswerten Sich-Verwirklichen in schönen Dingen seiner eigenen Wahl.
_________________
Rudolf
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Helmut
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BeitragVerfasst am: So Apr 11, 2010 5:42 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Erik hat Folgendes geschrieben:
"Consulting Firmen spielen oft nur das schwarze Schaf für unbeliebte Entscheidungen. Also etwas was schon entschieden worden ist aber noch zur Rechtfertigung durch einen Report untermauert werden muß.
Das ist im Regelfall nicht so - es ist ein übliches Vorurteil.

Zitat:
.....Deshalb bin ich der Meinung das es ziemlich aussichtslos ist mit einer Consulting Firma sachlich disskutieren zu können.
Consulting Firmen haben kein Interesse an einer Diskussion - außer mit ihrem Auftragsgeber.

Zitat:
Obwohl dort wohl ziemlich gute Analysten sitzen dürften.
Woher dieser unbegründete Optimismus? Die kochen auch nur mit Wasser. Und wirklich neue Ideen haben die selten - wie auch in unserem Beispiel "die Andersdenker".

Zitat:
Die aber halt auch nur das bestätigen, was der Auftraggeber möchte.
Gelegentlich - aber meistens schreiben sie in ihre Papiere das, was der Auftraggeber auch so wissen könnte und sollte. Dafür langt es im Regelfall, die Abteilungsleiter zu fragen. Fazit: in einem großen Teil der Fälle sind Ausgaben für Consulting Unternehmen höchst überflüssig.

Woher ich das weiß? Ich arbeite in der Branche und setze die "Ideen" für die Kollegen DV-technisch um.
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esocom
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BeitragVerfasst am: So Apr 11, 2010 6:52 pm    Titel: KE Research nicht mit Info füttern Antworten mit Zitat

Danke, Rudolf, ich glaube du hast Recht. Ich bin wohl wieder Wunschdenken aufgesessen. Wir sollten uns eher auf unsere eigenen Machwerke konzentrieren und Unprofessionalität abstreifen.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Apr 12, 2010 11:12 am    Titel: Wohin verschieben - neues Unterforum? Antworten mit Zitat

Die Diskussion passt nicht gut in das Unterforum "Sprachliche Fragen". Wohin verschieben? Hauptforum? Oder ein weiteres Unterforum? Mit welchem Thema? Es soll ja nicht nur einmal pro Jahr eine neue Diskussion erhalten... - Wenn keine anderen Kommentare kommen, verschiebe ich in das Hauptforum.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Apr 12, 2010 11:21 am    Titel: Re: Fremdsprachenausbildung am Gymnasium Antworten mit Zitat

Eine recht interessante Studie, vielen Dank an esocom!

esocom hat Folgendes geschrieben:
Wer traut sich qualifiziert zu, den Autoren Esperanto als "Mittlersprache" schmackhaft zu machen?


Esperanto als "Mittlersprache" verstehe ich nicht recht; was ist damit gemeint?
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Apr 12, 2010 11:52 am    Titel: Re: Interessanter Einblick, Modell mit Fehlern Antworten mit Zitat

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:

Da zu reagieren, ist völlig sinnlos, denn die Autoren stammen aus einer Art "Gegenwelt" der Esperanto-Freunde: Wer die Auswahl der zu lernenden Femdsprache lediglich und knallhart an ihrem geld- und karrierewerten Nutzen aufhängt, wird jeden Esperanto-Befürworter für völlig realitäts- und weltfremd erklären.


Eine Reaktion auf die Studie an die Autoren wird wohl nicht zu einer Veränderung der Veröffentlichung im Netz führen. Die Studie ist erstellt, die Rechnung bezahlt, das weitere Interesse der Beratungsfirma gilt nun neuen Studien... Man könnte also höchstens einen Kommentar zu der Studie an anderer Stelle veröffentlichen.

Die Auffassung, Esperanto-Befürworter müssten für "realitäts- und weltfremd" erklärt werden, wenn man die Auswahl der zu lernenden Fremdsprache nur an ihrem "geld- und karrierewerten Nutzen" aufhängt, teile ich nicht. Ich bin im Gegenteil der Auffassung, dass Esperanto lernen und anwenden eine Karriere und damit auch das Geldverdienen durchaus unterstützen kann. Es ist vermutlich kein Zufall, dass sich Esperantosprecher unter den Erfolgreichen der letzten hundert Jahre häufiger finden als man das von außen vermuten würde (Nobelpreisträger, Diplomaten, Politiker, Unternehmer...).

Esperanto bietet die Möglichkeit, in einer Vielzahl von Ländern mehr Kontakt zur einheimischen Bevölkerung zu haben als das mit Englisch möglich ist. Es ist insofern weitaus effizienter als jede andere Sprache. Wer eine solche detaillierte Weltsicht in vielen Ländern möchte, findet kein besseres Mittel als Esperanto (wenn er keine Zeit aufwenden möchte, sehr viele Sprachen zu lernen). Hinzu kommt, dass viele Esperantosprecher deutlich überdurchschnittlich gebildet und an der Welt interessierter sind als der Durchschnitt. (Dass es auch viele andere gibt, ist dabei nur wenig störend.)

Ich denke, Esperanto ist heute eine nützliche Kleinigkeit, die die geistige Entwicklung befördern kann. So wie Mind Maps, Geschichtsbücher lesen und vieles andere. Das Jahr hat schließlich viele Stunden, in denen man wach ist - auch die Freizeit kann man sinnvoll nutzen.

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Konsequenz für uns Esperanto-Freunde: Esperanto muss Lebensfreude versprechen können.

Dem stimme ich voll zu!

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Karriere, Geld und Macht können wir nicht versprechen. Es bleiben uns diejenigen, die das nicht für das Wichtigste halten, und das sind für uns die Richtigen.

Es gibt wohl niemanden, für den in allen Stunden des Jahres dieselbe Sache das Wichtigste ist. Selbst für sehr engagierte Menschen ist der Beruf nur 50 bis 80 Stunden pro Woche das Wichtigste - in der restlichen Zeit ist es ein Partner oder ein Kind, ein Essen oder ein Buch... Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man einem von hundert 80-Stunden-Managern klarmachen kann, dass es für seine vielleicht nur drei Wochen Ferien im Jahr nichts Interessanteres gibt als eine Woche Esperanto-Kurs in China, eine Woche Esperanto-Bergwanderung in Nepal und eine Woche Esperanto in Togo und Burundi. Von mir aus noch garniert mit einem Besuch bei einem ehemaligen australischen Justizminister, einem US-amerikanischen Ex-Unipräsidenten, einem Nobelpreisträger, einem ungarischen Unternehmer und dem deutschen NATO-Botschafter - alles in Esperanto. (Den esperantosprachigen Waffenhändler nehmen wir ins Premium-Programm auf...) Oder?

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
(...) aber praktisch ist der Vorsprung des Englischen nicht aufzuholen.

Ich sehe keinen Anlass zu dieser Vermutung. Erst wurde erklärt, Esperanto könne gar nicht funktionieren - jetzt, wo Esperanto einen der drei Dutzend vorderen Plätze in der internationalen Kommunikation hat, soll es nicht zu schaffen sein, noch weiter voranzukommen?! In den letzten Jahrzehnten hat Esperanto ganz entscheidende Fortschritte gemacht und ich sehe keinen Grund, das das nicht weitergehen sollte.

Eine andere Frage ist der zeitliche Horizont. Ich gebe zu, dass Esperanto derzeit etwa im Verhältnis 1:1000 zum Englischen steht, weshalb es 140 Jahre dauern würde, bis man bei 5 % Zuwachs pro Jahr das Englische erreicht hätte. Oder 100 Jahre bei 7 %. Oder 30 Jahre bei 25 % pro Jahr, eine Verdoppelung alle drei Jahre. Da Esperanto heutzutage sehr leicht über das Internet erlernbar und anwendbar ist, halte ich solche Steigerungsraten nicht für völlig illusorisch. Wenn man eine Reihe von Veränderungen auf der Esperanto-Seite auf den Weg bringt...

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
Sollte Englisch einmal einer anderen Sprache weichen müssen (dabei halte ich Spanisch für einen aussichtsreicheren Kandidaten als Mandarin-Chinesisch), so wird das eben doch nicht Esperanto sein -

Als Muttersprache ist Englisch seit zumindest 60 Jahren auf dem Rückzug, zumindest im weltweiten Vergleich; damals hatten etwa 10 % der Weltbevölkerung Englisch als Muttersprache, heute nur noch etwa 5,6% und das nimmt wohl weiter ab. Die Wirtschaftskraft des englischsprachigen Raums ist heute etwa ein Viertel der Weltwirtschaft; in wenigen Jahren hat das Chinesische diesen Anteil auch erreicht. Auch das Spanische liegt da sicher gut im Rennen.

Als Fremdsprache ist das Englische noch in guter Position - sowas hat einen Nachlaufeffekt, aber der geht natürlich nicht ewig. Auch das Latein hat ja noch so manches Jahrhundert gehabt...

Der Nachfolger des Englischen wird sich aus der Gruppe der verbreitetsten Sprachen allmählich herausschälen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Esperanto von seinem derzeitigen Platz - sagen wir mal, es wäre Platz 35 in der internationalen Kommunikation, so wie bei der Wikipedia nach den Seitenaufrufen - einen großen Sprung nach vorne auf den ersten Platz macht. Viel wahrscheinlicher ist es, dass wir ganz allmählich nach vorne kommen, so wie bisher auch.

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:
es sei denn, die wirtschaftlich maßgebende Clique, zu denen die Autoren gehören (wollen), erführe eine weltweite Bekehrung zu einer besseren Welt, mit weniger Karriere und mehr Muße zum Leben.

Ich bin da aber skeptisch

In Sachen Bekehrung zu einer besseren Welt bin ich auch eher skeptisch - wenn man mal so die menschliche Erfahrung seit Jahrtausenden betrachtet Smile

Aber die Welt wird nicht von einer "wirtschaftlich maßgebenden Clique" geleitet, sondern durch eine große Anzahl von Einzelanstößen, in starkem Maße Erfindungen und Entwicklungen. Die Faszination, die von Esperanto und seiner internationalen Gemeinschaft ausgeübt wird, speziell auf Jugendliche und junge Erwachsene, braucht keine Genehmigung durch Wirtschaftsleute oder Politiker - sie braucht vor allem Strukturen. In dem Maße, in dem diese entstehen, wird sich auch Esperanto weiterverbreiten.

Am Rande: In der Studie findet sich der Satz
Zitat:
Die beste Lösung läge allerdings darin, erfahrene private Lehrinstitute zu beauftragen, die Kurse an den jeweiligen Gymnasien durchzuführen (Outsourcing).

Damit ist möglicherweise die Frage geklärt, wer der Auftraggeber der Studie war... Smile
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Erik
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BeitragVerfasst am: Mo Apr 12, 2010 5:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Rudolf Fischer hat Folgendes geschrieben:

Konsequenz für uns Esperanto-Freunde: Esperanto muss Lebensfreude versprechen können.


http://www.youtube.com/watch?v=_3xZbahw9NY

... Esperanto, vom Morgen bis zum Sonnenuntergang... 1:44 min bis 1:47 min

Allerdings ist hier der Esperantoplatz in Grein/ Österreich gemeint auf dem sich zufällig ein Skaterplatz direkt an der Donau befinden. Das bedeutet im speziellen das dort Jugendliche "vom Morgen bis zum Sonnenuntergang" (Hip Hop typisch überzeichnet) mit ihren Skateboards und Inlineskates auf dem Esperantoplatz rumklappern. Solche Skaterplätze gibt es vielerorts. Diese Gruppe organisiert jetzt auch zum dritten Mal die sogenannten Esperanto Beatz bzw. ein kleines Hip Hop/ Reggae Festival und hat sogar ihren Jugendverein "Esperanto" genannt. Inwiefern es da jetzt auch Interesse an der Sprache an sich gibt weiß ich derzeit nicht. Aber schräg ist es allemal.

In Subkulturen ist eigentlich die höchste Auszeichnung die jemand oder etwas bekommen kann das sie/er coole Musik/ Kunst etc. macht. Was ja auch meistens in die o.a. Kategorie Lebensfreude fehlt. Deshalb ist auch mojosa so wichtig, um Dinge zu kennzeichnen die Jugendliche ansprechen. Und um diesen Status muß hart gekämpft werden. Weil cool zu sein ist kein Selbstläufer. Einiges landet doch am und zu von der Hit auf die Shit Liste. Die Gefahr besteht schon. Manche Sachen sind aber sicher auch Evergreens.


Geändert am Di Apr 13, 2010 5:14 pm von Erik

Geändert am Di Apr 13, 2010 5:10 pm von Erik

Geändert am Di Apr 13, 2010 5:01 pm von Erik

Geändert am Mo Apr 12, 2010 8:58 pm von Helmut

Geändert am Mo Apr 12, 2010 5:23 pm von Erik

Geändert am Mo Apr 12, 2010 5:22 pm von Erik

Geändert am Mo Apr 12, 2010 5:21 pm von Erik

Geändert am Mo Apr 12, 2010 5:13 pm von Erik
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BeitragVerfasst am: Mo Apr 12, 2010 9:29 pm    Titel: Verschieben ins Hauptforum Antworten mit Zitat

Danke Lu, dein Beitrag macht mir Mut, solche Fundstücke (war allerdings von Dominik Grauert gefunden worden) wieder einzustellen. Ich war am Kämpfen mit mir, ob es ins Hauptforum gehörte. Also, ich bin für das Verschieben.

Ach fast vergaß ich es: Mittlersprache soll wohl das sein, was wir Brückensprache nennen.


Geändert am Mo Apr 12, 2010 9:31 pm von esocom
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Verschoben: Mo Apr 12, 2010 11:18 pm Uhr von Lu Wunsch-Rolshoven
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