FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Dieses Forum Freunden empfehlen


Mehrsprachigkeit der EU, Stellungnahme von 2006

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    www.EsperantoLand.de Foren-Übersicht -> Hauptforum
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Lu Wunsch-Rolshoven
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 02.06.2002
Beiträge: 912
Wohnort: Berlin

   

BeitragVerfasst am: Sa Jun 26, 2010 12:46 am    Titel: Mehrsprachigkeit der EU, Stellungnahme von 2006 Antworten mit Zitat

Der Text ist schon ein bisschen älter (und lang), aber vielleicht ganz interessant: 2005 hatte die EU-Kommission eine Rahmenrichtlinie zur Mehrsprachigkeit veröffentlicht, 2006 hat der "Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss" das kommentiert, teilweise stark kritisiert. (Der Ausschuss besteht aus Vertretern von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und sonstigen sozialen Gruppen.) Veröffentlicht z.B. bei EUR-Lexikon.

Da kann man z.B. lesen:
Zitat:
Es kommt immer wieder vor, dass Dokumente nicht in der Sprache des Berichterstatters einer Institution oder der gewöhnlich konsultierten Fachleute vorliegen; die Vereinbarung über die drei Pivot-Arbeitssprachen der EU-Institutionen wird in der offiziellen wie auch der informellen Kommunikation der Institutionen bei weitem nicht immer eingehalten. Es sollte hinzugefügt werden, dass es auf diese Weise ein Leichtes ist, einige Diskussionsteilnehmer in zunehmendem Maße von Debatten auszuschließen.


Zu Esperanto schreibt der Ausschuss:
Zitat:
Die Kosten für das Erlernen und die allgemeine Verbreitung einer wissenschaftlich und künstlich geplanten europäischen Sprache wie Esperanto fielen geringer aus (Lerndauer und Umsetzung des Vorhandenen) [16] als bei einer existierenden lebenden Sprache, doch sind in der Europäischen Union auch in diesem Jahrhundert noch nicht die nötigen politischen und kulturellen Voraussetzungen vorhanden [17].


[16] und [17] verweisen auf Fußnoten, in denen aus der Studie von Grin zitiert wird.

Vielen Dank für den Hinweis auf den Text!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
MartinB
10 Beiträge
10 Beiträge


Anmeldedatum: 10.01.2008
Beiträge: 19
Wohnort: Wechselnd

   

BeitragVerfasst am: Mo Aug 09, 2010 9:08 pm    Titel: Re: Mehrsprachigkeit der EU, Stellungnahme von 2006 Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:

Zu Esperanto schreibt der Ausschuss:
Die Kosten für das Erlernen und die allgemeine Verbreitung einer wissenschaftlich und künstlich geplanten europäischen Sprache wie Esperanto fielen geringer aus (Lerndauer und Umsetzung des Vorhandenen) [16] als bei einer existierenden lebenden Sprache, doch sind in der Europäischen Union auch in diesem Jahrhundert noch nicht die nötigen politischen und kulturellen Voraussetzungen vorhanden [17].

Das sieht nach einer korrekten Einschätzung aus.

Martin


Geändert am Mo Aug 09, 2010 9:30 pm von MartinB
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
hans
50 Beiträge
50 Beiträge


Anmeldedatum: 13.04.2006
Beiträge: 90
Wohnort: D-49205 Hasbergen

   

BeitragVerfasst am: Mo Okt 11, 2010 12:17 pm    Titel: Re: Mehrsprachigkeit der EU, Stellungnahme von 2006 Antworten mit Zitat

MartinB hat Folgendes geschrieben:
Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:

Zu Esperanto schreibt der Ausschuss:
Die Kosten für das Erlernen und die allgemeine Verbreitung einer wissenschaftlich und künstlich geplanten europäischen Sprache wie Esperanto fielen geringer aus (Lerndauer und Umsetzung des Vorhandenen) [16] als bei einer existierenden lebenden Sprache, doch sind in der Europäischen Union auch in diesem Jahrhundert noch nicht die nötigen politischen und kulturellen Voraussetzungen vorhanden [17].

Das sieht nach einer korrekten Einschätzung aus.

Martin


Da steht leider nur lakonisch "fielen geringer aus". Um wieviel geringer? 20%, 30% oder wieviel wohl?
Habe im Rapport Grin gesucht, ob es da genauer steht. Bei kurzer Durchsicht habe ich nicht das gefunden, was ich dazu erwarte. Suchen und finden im Rapport ist nicht leicht, denn der Rapport ist immerhin 125 Seiten dick. Kein Wunder, wenn Politiker auch nicht voll durchblicken.

Meine Rechnungen ergeben, dass der Aufwand für Esperanto (der Lernaufwand) mindestens um den Faktor 10 niedriger ist als z.B. für Englisch.

Ich wünsche mir wissenschaftliche Forschung zu diesem Faktor. Das offizielle Lernprogramm in Ungarn müsste reichlich Stoff bieten zum Vergleich von einem halben Dutzend Fremdsprachen, Aufwand und Ergebnisse. Wer promoviert darüber?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
MartinB
10 Beiträge
10 Beiträge


Anmeldedatum: 10.01.2008
Beiträge: 19
Wohnort: Wechselnd

   

BeitragVerfasst am: Mo Okt 11, 2010 5:21 pm    Titel: Re: Mehrsprachigkeit der EU, Stellungnahme von 2006 Antworten mit Zitat

hans hat Folgendes geschrieben:

Ich wünsche mir wissenschaftliche Forschung zu diesem Faktor. Das offizielle Lernprogramm in Ungarn müsste reichlich Stoff bieten zum Vergleich von einem halben Dutzend Fremdsprachen, Aufwand und Ergebnisse. Wer promoviert darüber?

Ich würde mir wissenschaftlich Erforschung der Frage wünschen wie eine beliebige Sprache möglichst effizient zu erlernen ist.
Das hat möglicherweise auch einen Einfluß darauf wie stark Vor- und Nachteile einzelner Sprachen noch ins Gewicht fallen.

Martin
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Helmut
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 22.07.2004
Beiträge: 806
Wohnort: Stemmert

   

BeitragVerfasst am: Mo Okt 11, 2010 7:51 pm    Titel: Re: Mehrsprachigkeit der EU, Stellungnahme von 2006 Antworten mit Zitat

MartinB hat Folgendes geschrieben:
Ich würde mir wissenschaftlich Erforschung der Frage wünschen wie eine beliebige Sprache möglichst effizient zu erlernen ist.
Wobei ich mir die Frage stelle, ob die Antwort für alle Sprache die gleiche ist.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
MartinB
10 Beiträge
10 Beiträge


Anmeldedatum: 10.01.2008
Beiträge: 19
Wohnort: Wechselnd

   

BeitragVerfasst am: Mo Okt 11, 2010 10:59 pm    Titel: Re: Mehrsprachigkeit der EU, Stellungnahme von 2006 Antworten mit Zitat

Helmut hat Folgendes geschrieben:
MartinB hat Folgendes geschrieben:
Ich würde mir wissenschaftlich Erforschung der Frage wünschen wie eine beliebige Sprache möglichst effizient zu erlernen ist.
Wobei ich mir die Frage stelle, ob die Antwort für alle Sprache die gleiche ist.

Das kommt bestimmt auf die Sichtweise an.

Viel interessanter ist erstmal der Unterschied zwischen den einzelnen Leuten. Es gibt ja nunmal Leute die erfolgreich Sprachen lernen, und solche die sich damit schwertun.

Martin
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Helmut
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 22.07.2004
Beiträge: 806
Wohnort: Stemmert

   

BeitragVerfasst am: Di Okt 12, 2010 9:32 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, Martin, das ist natürlich auch ein weiterer Punkt.
Die einen möchten eine Sprache mit der Grammatik in der Hand lernen, so wie ich noch in der Schule Latein und Alt-Griechisch, oder aber eher "intuitiv".
Mathematiker tun sich mit dem Erlernen einer Fremdsprache in der Schule durchwegs etwas schwerer - vielleicht brauchen die eine andere Methode.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
hans
50 Beiträge
50 Beiträge


Anmeldedatum: 13.04.2006
Beiträge: 90
Wohnort: D-49205 Hasbergen

   

BeitragVerfasst am: Mi Okt 13, 2010 2:21 pm    Titel: Antworten mit Zitat

klar gibt es diverse Unterschiede:
- die Leute, die lernen
- die Lehrer, Methoden, Lehrbücher usw.
- der Antrieb, mit einer Sprache Karriere machen zu können (ist bei Eo zunächst Null)
Uns interressieren besonders die diversen Sprachen, speziell Esperanto. Ist es nur ein bisschen leichter, oder 4 mal leichter oder doch viel mehr? Entsprechend, wieviel Vorteil hätte Eo z.B. für die EU?
Wenn Esperanto nicht erfolglos versumpfen soll, sollte man starke Argumente haben. Bevor man damit andere belästigt, sollten zunächst mal wir selbst wissen, wie vorteilhaft denn Esperanto ist im Vergleich zu z.B. Englisch.
Wie gesagt, wissenschaftlich tragfähige Aussagen dazu wünsche ich mir.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Lu Wunsch-Rolshoven
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 02.06.2002
Beiträge: 912
Wohnort: Berlin

   

BeitragVerfasst am: Do Okt 14, 2010 3:09 pm    Titel: Wie wichtig ist die Genauigkeit? Widerstände. Fortschritte Antworten mit Zitat

Ich habe mal in einem Vortrag zwanzig Leute befragt, wann sie mit der Anwendung von Esperanto in der Praxis begonnen haben. 17 hoben die Hand für weniger als 50 Stunden, oft wesentlich weniger. Das dürfte bei anderen Sprachen erheblich höher liegen...

Alle Daten, die ich kenne, weisen daraufhin, dass Esperanto wesentlich schneller zu erlernen ist als andere Sprachen - in einem Drittel bis einem Fünftel der Zeit für dieselbe Sprechfertigkeit oder noch schneller. Das hieße, statt 1500 Stunden in der Schule für Englisch brauchte man bei Esperanto weniger als 500 für dasselbe Niveau. Ich vermute, es spielt für die Entscheidung für oder gegen Esperanto eine nur geringe Rolle, ob es nun 500 oder 300 oder noch weniger sind. Mehr Studien helfen insofern wenig.

Ein Problem der möglichen allgemeinen Einführung von Esperanto ist, dass dies helfen würde Arbeitszeit einzusparen. An der Schule brauchte man weniger Lehrer für andere Sprachen - demzufolge sind die Fremdsprachenlehrer von Esperanto nicht erbaut. An den Unis brauchte man weniger Professoren für Englisch - die werden Esperanto auch nicht befürworten. In der EU müssten viele Dolmetscher und Übersetzer sich eine neue Tätigkeit suchen; die Beamten sind bei der EU, weil sie mehrere Sprachen gut können - das wäre bei Einführung von Esperanto kein Konkurrenzvorteil mehr. Hier sind die Befürworter des Esperanto also auch nur schwer zu finden. Die Politiker sind die Chefs all dieser Berufsgruppen und müssen natürlich versuchen, mit ihnen gut zusammenzuarbeiten - also halten die Politiker es in der Regel für ungünstig, sich für Esperanto einzusetzen.

All das gilt natürlich vor allem dann, wenn man von der allgemeinen Einführung von Esperanto redet. Gegen ein bisschen Esperanto haben die meisten nicht viel einzuwenden - allerdings wird diese freundliche Unterstützung von Esperanto manchmal in Gefahr gebracht, wenn von anderen gleichzeitig zu massiv die Fahne der allgemeinen Einführung hochgehalten wird.

Ich vermute nicht, dass Esperanto "erfolglos versumpfen" wird. Ich bin der Auffassung, dass Esperanto sich prozentual in den vergangenen hundert Jahren stärker verbreitet hat als jede andere Sprache. Und ich vermute, dass dieser Trend anhalten wird. Während Deutsch international an Boden verliert, gewinnt Esperanto Terrain - im brasilianischen Parlament, auf chinesischen Webseiten, in burundischen Schulen und im Internet...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Safari
100 Beiträge
100 Beiträge


Anmeldedatum: 18.04.2010
Beiträge: 113
Wohnort: Zell am See (Salzburg)

   

BeitragVerfasst am: Do Okt 14, 2010 6:52 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, mit den Sprechern des Esperanto ist es so wie mit der Satz-Anzahl-Entwicklung in Tatoeba. (Auch wenn es nicht eins zu eins umlegbar ist.)

Weiteres glaube ich, dass Esperanto noch einen gewaltigen Anschub (oder Boom) erleben wird.
Ist es wirklich so, dass viele Chinesen Esperanto lernen, weil das einfach wirtschaftlicher ist, wird, bei einer zunehmenden Bedeutung Chinas in der Weltwirtschaft, auch Esperanto an Bedeutung gewinnen.
_________________
Lg,
Safari

--
(\__/)
(O.o )
(> < )
This is Bunny. Copy Bunny into your signature to help him on his way to world domination!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gasto-cent



Anmeldedatum: 05.04.2011
Beiträge: 6


   

BeitragVerfasst am: Sa Jul 16, 2011 10:52 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Lu schreibt
Zitat:
Ein Problem der möglichen allgemeinen Einführung von Esperanto ist, dass dies helfen würde Arbeitszeit einzusparen. An der Schule brauchte man weniger Lehrer für andere Sprachen - demzufolge sind die Fremdsprachenlehrer von Esperanto nicht erbaut. An den Unis brauchte man weniger Professoren für Englisch - die werden Esperanto auch nicht befürworten. In der EU müssten viele Dolmetscher und Übersetzer . . . (usw)


Das ist alles richtig. Aber ich glaube der wichtigste Punkt fehlt. Es ist die menschliche Bequemlichkeit. Wenn jemand recht und schlecht sich auf Englisch verständigen kann oder diese Sprache sogar hervorragend beherrscht, warum sollte er sich noch um eine weitere Sprache, gleich welche, bemühen? Nur wenn dringender Bedarf anliegt, macht man sich an die lästige Arbeit, Wörter zu pauken. [Ich sehe von ein paar wenigen "Sprachen-Freaks" ab, denen das Lernen Spaß macht.]

Wen ich persönlich bei einem nicht ganz jungen Erwachsenen von Esperanto spreche, so preise ich es an, als eine gute Investition für die Kinder und Enkel. Dies erschreckt den Gesprächspartner weit weniger. Und wenn er begreift, wozu und warum E. gut ist, so kann er seine Kinder ermuntern, E. zu lernen. Denen fällt es ohnehin viel leichter.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    www.EsperantoLand.de Foren-Übersicht -> Hauptforum Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de

Forum installiert und modifiziert von NoMoKeTo.de