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Zamenhof zu Frieden und Völkerverständigung

 
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Rudolf Fischer
100 Beiträge
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BeitragVerfasst am: Mo Okt 17, 2011 10:05 pm    Titel: Re: Esperanto nicht für den Frieden? Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Finde ich ja immer wieder spannend zu lesen, was die erste Beschreibung von Esperanto durch Zamenhof selbst war. Zum Beispiel die Tatsache, dass das Wort Frieden da nicht auftaucht, auch nicht in seiner Schrift "Esenco kaj estonteco de la ideo de lingvo internacia" (1900) und nicht in seinem Appell an die Diplomaten von 1915 (Auszug; ...


Aber in seiner Rede an den Kongress der Rassen 1911 taucht "paco" als Gegenstück zu "malamo" und "malpaco" mehrfach auf. Diese Rede gipfelt durchaus in der These: "Menschen empfinden vor allem deshalb Abneigung untereinander, wenn und weil sie verschiedene Sprachen sprechen. Eine gemeinsame Sprache würde dieses Unheil beseitigen."

Auszug:
" ... tiu lingvo ne sole ekzistas kaj bonege funkcias, sed ĝi ankaŭ jam nun per­fekte plenumas tiun rolon, pri kiu mi supre parolis, t. e. la rolon de interhoma fratiganto kaj de foriganto de ĉiuj muroj kaj malamo inter la gentoj. Kiu volas konvinkiĝi pri tio, kiel bonege tiu lingvo povas esti uzata egale de ĉiuj rasoj, kiu volas konvinkiĝi pri tio, kian grandegan gentunuigan forton posedas tiu neŭtrala, al ĉiuj egale apartenanta lingvo, tiu ne agu kiel tiuj scienculoj, kiuj post kelkjara bonega funkciado de fervojo verkis grandajn traktatojn pri neebleco de fervojo; li ne diskutu teorie, ne babilu pseŭdosciencajn frazojn pri rasaj apartaĵoj, sed li vizitu unu el la ĉiujaraj universalaj kongresoj de esperantistoj; li vidos tie la perfektan harmonion inter la gentoj; li vidos per siaj propraj okuloj kaj aŭdos per siaj propraj oreloj, kiel la interrilatado sur neŭtrala, neniun humiliganta fundamento absolute forigas kaj forgesigas ĉiujn barojn kaj fremdecon inter la gentoj—kaj tiam li komprenos, kion la homaro bezonas, por atingi fine pacon inter la gentoj."
_________________
Rudolf
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Verschoben: Mi Okt 19, 2011 10:18 am Uhr von Lu Wunsch-Rolshoven
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 15, 2012 12:03 pm    Titel: Esperanto und Frieden Antworten mit Zitat

Der Bayerische Rundfunk bringt die Geschichte mal wieder auf die vereinfachende Formel "Mit Plansprachen zum Weltfrieden". Es soll mit Esperanto, meint der BR, "dem Weltfrieden nachgeholfen werden". "(...) erscheint heute so idealistisch wie der Traum, dem Weltfrieden mit einer Plansprache auf die Sprünge helfen zu können." (Die Anerkennung im Schlusssatz versöhnt uns dann wieder: "Aber die Idee hat es weit gebracht.")

Immerhin wird nur davon gesprochen, man wolle dem Weltfrieden nachhelfen, man glaube, ihm mit Esperanto auf die Sprünge helfen zu können. Im Grunde halte ich den Gedanken in dieser abgeschwächten Form für gar nicht so falsch - eine gemeinsame Sprache haben und diese dann bei internationalen Begegnungen zu nutzen, das dürfte ein gewisser Beitrag zum Frieden sein, weil Leute, die sich kennen, in der Regel weniger bereit sind, blind aufeinander einzuschlagen. (Letztlich scheinen die Politiker das auch zu glauben, auch deswegen unterstützen sie internationale Jugendbegegnung.)

Vielen Dank an Rudolf für die Fundstelle vom Kongress der Rassen 1911. (Leider habe ich nicht früher geantwortet, tut mir leid.) Ich habe nicht die ganze Rede gelesen; die schlichte These "Wenn alle Esperanto sprechen würden, würde Frieden herrschen" kann ich in den von Rudolf zitierten Auszügen nicht erkennen; allerdings ist es in der Tat nahe dran. Er sagt, eine gemeinsame Sprache führe dazu, dass Menschen diejenige Abneigung nicht mehr empfinden würden, die sie empfinden, "wenn und weil sie verschiedene Sprachen sprechen". Eine gemeinsame Sprache beseitige dieses Übel, also die Abneigung. Das ist ein wenig anders.

Weiterhin sagt er in dem zitierten Abschnitt, dass Esperanto [wenn man es denn benutzt; meine Anmerkung] die Menschen verbrüdert und "alle Mauern und den Hass zwischen den Völkern" beseitigt. Er spricht von der völkerverbindenden Kraft der neutralen und niemandem gehörenden Sprache. Man sehe bei den Esperanto-Weltkongressen die "perfekte Harmonie zwischen den Völkern" (eigentlich "gento", vielleicht "Volksgruppen"). Er sagt, dass bei den Kongressen die Beziehungen "auf einer neutralen, niemanden erniedrigenden Grundlage vollständig die Behinderungen und die Fremdheit zwischen den Volksgruppen beseitigt und vergessen lässt". Man verstehe dann, "was die Menschheit braucht um endlich Frieden unter den Völkern/Volksgruppen zu erreichen." Das geht weiter als andere Äußerungen von Zamenhof. Allerdings sagt Zamenhof hier nicht, dass eine gemeinsame Sprache alles ist, was man für den Frieden braucht - er sagt, dass man sie braucht. (Darüber und über seine weiteren Aussagen kann man gerne diskutieren - die manchmal zu findende Verkürzung "Esperanto (allein) führt zum Frieden" ist es nicht.)

Sicherlich hat Zamenhof der gemeinsamen Sprache, dem Miteinander-reden-können in einer geplanten, neutralen Sprache mehr Bedeutung für den Frieden beigemessen als andere. (Das ist für jemanden, der etwas auf den Weg bringt, auch nicht so überraschend...) Wie ich allerdings schon oben geschrieben habe, wird die internationale Jugendbegegnung von der Bundesregierung seit Jahrzehnten unterstützt und es ist sicher kein Zufall, dass gerade die Beziehungen zu den beiden Kriegsgegnern Polen und Frankreich hier mit besonderen Einrichtungen gefördert werden. Auch das Sprachenlernen findet dabei große Beachtung.
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hans
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 15, 2012 3:11 pm    Titel: gleiche Sprache ist nicht Alles Antworten mit Zitat

Um die Realität anzuerkennen: man kann sich auch streiten und Schlimmeres, wenn man die gleiche Sprache spricht. Ein paar Beispiele:

- Fussballfans aus benachbarten Vereinen
- Bandidos und Hell's Angels
- Sunniten, Schiiten, al Kaida .....
- Politiker (verschiedener Parteien und auch gleicher)

Wenn man aber den Willen hat, sich zu einigen, wenn man unterschiedliche Meinungen verstehen will, dann ist eine gemeinsame Sprache sehr nützlich.

Hilfreich ist auch, wenn nicht eine Sprache bzw. die Gruppe, die diese Sprache beherrscht, die Richtlinien bestimmt, und alle anderen zu folgen haben, auch die, die vielleicht nur die Hälfte verstehen.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Fr Jun 15, 2012 3:26 pm    Titel: Re: gleiche Sprache ist nicht Alles Antworten mit Zitat

Dem kann ich sehr zustimmen. Man könnte den Titel ergänzen:
Gleiche Sprache ist nicht alles,
aber ohne gleiche Sprache ist alles nichts.

Ja, gerade zum Streiten ist eine gemeinsame Sprache ideal Smile Wenn man keine hat, bleibt nichts übrig als sofort zu Tätlichkeiten überzugehen... Vorher ein wenig reden, das tun sogar Schlägertypen: "Ey, was guckst du denn, guck nicht so!"

Es ist natürlich richtig, dass sich Fussballfans, Hell's Angels und Politiker (und politisch Engagierte) streiten - und manchmal gibt es da auch Tätlichkeiten, sogar Todesfälle. Das ist bedauerlich, aber im Vergleich zu einem Krieg fällt es weniger ins Gewicht. Z.B. im Zusammenhang mit der "Roten Armee Fraktion" (RAF, Bader-Meinhof-Gruppe) hat es nach meiner Erinnerung etwa 50 Todesfälle gegeben, im zweiten Weltkrieg sind etwa 55 Millionen Menschen umgekommen.
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