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Herzberg - Esperantodorf?

 
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esocom
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BeitragVerfasst am: Di Jul 24, 2012 9:01 pm    Titel: Herzberg - Esperantodorf? Antworten mit Zitat

Wieder mal so ein schlecht recherchierter mit Vorverurteilungen behafteter Artikel, diesmal vom Spiegel: http://www.spiegel.de/schulspiegel/esperanto-lernen-in-der-esperanto-stadt-herzberg-am-harz-a-843032.html
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Mi Jul 25, 2012 9:45 am    Titel: Antworten mit Zitat

Unbedingt reagieren.
Da durfte beim Spiegel wohl mal ein unbearfterVoluntär das Sommerloch füllen. Das hat mit Qualitätsjournalismus nichts zu tun. Einne Lektor scheint es beim Spiegel nicht mehr zu geben.
Es ist erschreckend, was einige der Leserbriefschreiber da von von sich geben.
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esocom
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BeitragVerfasst am: Mi Jul 25, 2012 12:25 pm    Titel: Leserbrief geschrieben Antworten mit Zitat

http://www.spiegel.de/schulspiegel/esperanto-lernen-in-der-esperanto-stadt-herzberg-am-harz-a-843032.html#sp.goto.blogcomment=3480
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Dirk Bindmann
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BeitragVerfasst am: Do Jul 26, 2012 10:10 pm    Titel: Re: Herzberg - Esperantodorf? Antworten mit Zitat

esocom hat Folgendes geschrieben:
Wieder mal so ein schlecht recherchierter mit Vorverurteilungen behafteter Artikel, diesmal vom Spiegel

Im Vergleich zu vielen anderen Artikeln, in denen im Wesentlichen die Pressemitteilungen von Esperanto-Aktivisten wiedergegeben werden, ist das einer der wenigen gut (und vor allem selbst) recherchierten Artikel über ein Esperanto-Thema. Der Artikel enthält einige fehlerhafte Details, aber "Vorveruteilungen" kann ich darin nicht entdecken. Im Ganzen betrachtet, zeichnet der Artikel ein überwiegend realistisches Bild.

Die größte Fehleinschätzung betrifft nicht Esperanto, sondern die Stadt. Herzberg stellt der Autor als trostloses Dorf dar, das außer ein bischen Harztourismus und Esperanto nichts zu bieten hat und das Jugendliche nach der Schule sowieso verlassen müssten. Das stimmt so nicht. Für eine Kleinstadt im ehemaligen Zonenrandgebiet hat Herzberg wirtschaftlich und kulturell einiges zu bieten. In der Stadt siedeln einige mittelständische Unternehmen, in denen mehr Menschen beschäftigt sind, als Herzberg überhaupt erwerbsfähige Einwohner hat. Es pendeln also mehr Leute nach Herzberg hinein als aus Herzberg heraus.
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esocom
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BeitragVerfasst am: Do Jul 26, 2012 11:51 pm    Titel: Herzberg, die Esperantostadt Antworten mit Zitat

All die Daumenhochs auf Facebook verstehe ich nicht. Im Jubiläumsjahr dürfte man mal schon anerkennen, dass Herzberg kein Dorf ist, vgl. Titel. Das signalisiert schon mal Unbedeutendheit. Das wird auf Esperanto übertragen. Prompt sind auch wieder bei den Kommentaren auf der Spiegelseite die Esperantobemäkler unterwegs. Dort gegenzuhalten ist nicht leicht.
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Erik
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BeitragVerfasst am: Fr Jul 27, 2012 10:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Interessant finde ich daß in der Fotostrecke weitgehend emotional neutral von einer "städtischen Angelegenheit" die Rede ist und im Artikel (emotional provokativ?) von "Dorf" und "Städtchen"(also provokativ für Kleinstadt). "Die Rose, der die Sprache Esperanto ihren Namen gab, hat es nicht geschafft. Sie wuchs erst, welkte dann, verlor Blätter, ging ein." Pfff! Na, ja. A~bissl stimmt's schon. Aber Totgesagte leben länger, oder so, gelle?

Bildunterschriften in der Fotostrecke:
"... Herzberg am Harz, ein kleines verschlafenes Städtchen am südlichen Rand des Mittelgebirges. Bekannt ist die 13.000-Einwohner-Stadt für ihr großes Welfenschloss, das größte Fachwerkschloss in Niedersachsen - und Herzberg ist Esperanto Stadt. Sogar Kinder lernen hier die Kunstsprache in der Schule... Seit 2006 nennt sie sich offiziell "la Esperanto-urbo", also Esperanto-Stadt. Während die Sprache insgesamt gegen die Bedeutungslosigkeit kämpft... nutzt Herzberg die Sprache bereits seit 2005 für den direkten Kontakt mit ihrer polnischen Partnerstadt Gòra. Logisch, dass Esperanto deshalb auch an allen städtischen Schulen angeboten wird, und ...Yvonna, 8, Leonie, 7, und Estera, 10, an der Nicolai-Grundschule den Kurs von Ewa Kukielka besuchen. Gelernt wird Esperanto auch an der Haupt- und Realschule sowie dem Gymnasium... Wie jede andere Sprache lernen die Grundschüler Esperanto zunächst spielerisch. Während an weiterführenden Schulen aufgrund der relativ Einfachheit der Sprache schnell auch Bücher gelesen werden,... ...malen die Grundschüler zunächst zum Beispiel Bilder aus oder... zeichnen Länder- und Esperanto-Flaggen. Esperantisten nutzen den fünfzackigen Stern, das Esperanto-Symbol, als Erkennungszeichen. Jeder Zacken steht für einen Kontinent, die Farbe Grün für die Hoffnung... Mike-Nils Schmitz, 13, spricht Esperanto seit fünf Jahren. Ihn fasziniert die Internationalität: "Man lernt schnell Leute aus der ganzen Welt kennen", sagt er... Die Esperanto-Symbole finden sich in Herzberg an vielen Cafés und Gaststätten und deuten darauf hin, dass das Personal die Sprache beherrscht. Das gilt auch für die Speisekarte: Strammer Max heißt hier forta maxo... Außerdem gibt es in Herzberg rund 180 zweisprachige Wegschilder und... selbst Boule-Regeln und Baumnamen um den städtischen Jues-See herum sind übersetzt worden. Das ist wichtig, denn... nach Herzberg kommen längst Esperanto-Sprecher aus der ganzen Welt. Zuletzt trugen sich Esperantisten aus China im Gästebuch ein... Peter Zilvar leitet das Esperanto-Zentrum, wo auch ein Riesenarchiv mit Esperanto-Zeitungen, Fachliteratur, Kinderbüchern und Blindenschriften untergebracht ist... Angefangen hat alles in einem kleinen Raum des Herzberger Bahnhofs. Joachim Gießner, der damalige Bahnhofsvorsteher und jahrzehntelange Präsident des internationalen Esperanto-Eisenbahner-Verbands, gab den ersten Esperanto-Unterricht in den sechziger Jahren..."
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Geändert am Sa Jul 28, 2012 12:37 pm von Erik
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Erik
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BeitragVerfasst am: Fr Jul 27, 2012 10:37 pm    Titel: Re: Herzberg - Esperantodorf? Antworten mit Zitat

Dirk Bindmann hat Folgendes geschrieben:

Die größte Fehleinschätzung betrifft nicht Esperanto, sondern die Stadt. Herzberg stellt der Autor als trostloses Dorf dar, das außer ein bischen Harztourismus und Esperanto nichts zu bieten hat und das Jugendliche nach der Schule sowieso verlassen müssten. Das stimmt so nicht. Für eine Kleinstadt im ehemaligen Zonenrandgebiet hat Herzberg wirtschaftlich und kulturell einiges zu bieten. In der Stadt siedeln einige mittelständische Unternehmen, in denen mehr Menschen beschäftigt sind, als Herzberg überhaupt erwerbsfähige Einwohner hat. Es pendeln also mehr Leute nach Herzberg hinein als aus Herzberg heraus.


Deine Analyse finde ich sehr zutreffend.
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Geändert am Fr Jul 27, 2012 10:40 pm von Erik
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Aug 12, 2012 10:51 am    Titel: So gut recherchiert finde ich den Artikel nicht. Antworten mit Zitat

Dirk Bindmann hat Folgendes geschrieben:
esocom hat Folgendes geschrieben:
Wieder mal so ein schlecht recherchierter mit Vorverurteilungen behafteter Artikel, diesmal vom Spiegel

Im Vergleich zu vielen anderen Artikeln, in denen im Wesentlichen die Pressemitteilungen von Esperanto-Aktivisten wiedergegeben werden, ist das einer der wenigen gut (und vor allem selbst) recherchierten Artikel über ein Esperanto-Thema. Der Artikel enthält einige fehlerhafte Details, aber "Vorverurteilungen" kann ich darin nicht entdecken. Im Ganzen betrachtet, zeichnet der Artikel ein überwiegend realistisches Bild.


Vielleicht ist "schlecht recherchiert" übertrieben (das geht durchaus deutlich schlechter) und "Vorverurteilungen" ist wohl auch zuviel. Zu einem "realistischen Bild" fehlt mir jedoch noch ein bisschen.

Laut Artikel kämpft Esperanto "inzwischen gegen die Bedeutungslosigkeit." Das ist natürlich eine dehnbare Formulierung. Allerdings frage ich mich, ob dieser Ausdruck wirklich den Tatsachen gerecht wird, dass z.B.
- Google Translate auch Esperanto-Übersetzungen anbietet (unter etwa 60 Sprachen),
- Esperanto in der Wikipedia mit 168.000 Artikeln Platz 27 nach der Artikelzahl hat (Platz 39 nach den Seitenaufrufen),
- die chinesische Regierung täglich Nachrichten in Esperanto veröffentlicht (unter zehn Sprachen insgesamt),
- das brasilianische Parlament eine Gesetzesänderung zur Einführung von Esperanto als fakultatives Fach im Schulunterricht behandelt,
- Esperanto sowohl in Litauen als auch in Ungarn als von den Einwohnern gesprochene Fremdsprache auf Platz 16 liegt.

All dies taucht in dem Artikel nicht auf; es würde die heutige Position des Esperanto verstehbarer machen. Gut recherchiert? (Ich gebe allerdings zu, dass die Qualität der Recherche nicht nur vom Journalisten, sondern auch vom Verlauf seiner Kontakte abhängt.)

Der Artikel behauptet auch, dass "Volkszählungen in mehreren Ländern" "Sprecherquoten von weit unter 0,1 Promille" ergaben. Also rechnen wir mal:

- Ungarn: 10,2 Mio. Einwohner, 4 575 sprechen Esperanto laut Volkszählung 2001. 10.200 Ew. wären dann 1 Promille. In Ungarn liegt Esperanto also bei 0,4 Promille...
- Litauen: 4 Mio. Einwohner, 858 sprechen Esperanto laut Volkszählung 2001. 4000 Ew. wären dann 1 Promille, 400 wären 0,1 Promille. Litauen liegt also bei 0,2 Promille...
Natürlich weiß ich, dass die Volkszählungen in Russland (30 pro Million, macht 0,03 Promille) und Neuseeland (auch 30 pro Million) geringere Werte ergeben haben. Allerdings wird der zitierte Satz den unterschiedlichen Werten nicht gerecht. Das zählt sicher zu den fehlerhaften Details.

Vor langer Zeit hat mir mal ein erfahrener Pressemann gesagt: "In den Spiegel kommt man nur mit einem negativen Bericht." Was meinen Ehrgeiz, Esperanto in den Spiegel zu bringen, reduziert hat. (Mal abgesehen davon, dass Esperanto vor allem von Gymnasiasten und Studenten zwischen 14 und 25 Jahren gelernt wird - also gilt es deren Informations-Quellen anzupeilen. Was nun wiederum für den "Schulspiegel" spricht - egal ob der Artikel positiv oder negativ ist, ein paar Leute werden sich interessieren, und sei es aus Trotz.)

Schöner als den Artikel im Schulspiegel fand ich den bei heute.de. Das fände ich auch, wenn Frau Wagner mich nicht zitiert hätte Smile Sie findet Esperanto offensichtlich einfach attraktiv. Das ist immer die beste Basis für einen schönen Artikel.
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