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Esperanto: Warum nicht mehr verbreitet/nicht durchgesetzt?
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Sunjo
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BeitragVerfasst am: So Dez 02, 2012 3:26 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Erik hat Folgendes geschrieben:
Das geht z.B. mit QR-codes...

Aber auch da kann man wieder nur den letzten Erfolg (nach der x-ten Information/Werbung) messen

Erik hat Folgendes geschrieben:
Das klingt mir jetzt schon wieder nach der Herauserarbeitung einer koordinierten Aktion einer Esperanto Überorganisation. Das hat in der Vergangenheit nicht funktioniert und wird - meiner Meinung nach - auch in der Zukunft nicht funktionieren. Meiner Meinung nach läuft es zunehmend auf Selbstlerner hinaus welche nicht in eine Esperanto Organisation und deren sprachpolitischen Ambitionen eingebunden sein wollen.

Ich habe Esperanto ja auch in zwei Online-Kursen (mit Mentor, und der ist m.E. auch bei Online-Kursen extrem wichtig) gelernt, aber tatsächlich gibt es immer noch sehr viele Leute, die einen echten Kurs bevorzugen (Kontakt zu Mitlernenden und dadurch Geselligkeit, gegenseitige Unterstützung, Motivation wenn es mal nicht läuft usw.).
Mit einer Organisation muss das m.E. nicht zwangsläufig etwas zu tun haben (es könnte aber von Vorteil sein). Und dann darf doch hoffentlich auch ein einzelner Aktiver von dem Wissen einer größeren Gruppe profitieren, oder nicht?
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Dez 02, 2012 4:14 pm    Titel: Von wem lernen heißt siegen lernen? Antworten mit Zitat

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Mit einer Organisation muss das m.E. nicht zwangsläufig etwas zu tun haben (es könnte aber von Vorteil sein). Und dann darf doch hoffentlich auch ein einzelner Aktiver von dem Wissen einer größeren Gruppe profitieren, oder nicht?

Mein Eindruck ist, dass es sehr wenig Esperanto-Organisationen und Gruppen gibt, die eine Ahnung davon haben und Erfahrung, wie man regelmäßig für Esperanto wirbt und Kurse vollkriegt. (Wo z.B. gibt es das heute in Deutschland? Außer vielleicht in Münster an der Uni und in Emden.)

Man kann natürlich von anderen was lernen - aber im wesentlichen nicht von ganzen Gruppen, sondern von Einzelpersonen in diesen Gruppen. (Wie gesagt: Von wem z.B.?)
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Erik
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BeitragVerfasst am: So Dez 02, 2012 4:16 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Erik hat Folgendes geschrieben:
Das geht z.B. mit QR-codes...

Aber auch da kann man wieder nur den letzten Erfolg (nach der x-ten Information/Werbung) messen
Ich bin kein Spezialist für solche Marketing Angelegenheiten. Das waren jetzt die Sachen die mir im täglichen Leben aufgefallen sind.

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Ich habe Esperanto ja auch in zwei Online-Kursen (mit Mentor, und der ist m.E. auch bei Online-Kursen extrem wichtig) gelernt, aber tatsächlich gibt es immer noch sehr viele Leute, die einen echten Kurs bevorzugen (Kontakt zu Mitlernenden und dadurch Geselligkeit, gegenseitige Unterstützung, Motivation wenn es mal nicht läuft usw.).
Ich bevorzuge auch echte Kurse. Was von der Motivation aber auch nach hinten losgehen kann. Also wenn einem der Kurs zu verschult vorkommt, die teilnehmenden Leute vorwiegend kommunikationsgestörte Eigenbrötler sind usw. Oder das Gegenteil kann natürlich auch passieren und einem einen richtigen Motivationsschub geben. Mir persönlich ist die ausführliche "Echtzeit-Diskussion" über die Grammatik wichtig. Das hatte unsere Kursleiterin damals in München ziemlich gut hinbekommen. Sie war aber damals auch schon Lehramtsanwärter gewesen. Also Kursleiter schön und gut. Die pädagogische Eignung muß aber auch stimmen.

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Mit einer Organisation muss das m.E. nicht zwangsläufig etwas zu tun haben (es könnte aber von Vorteil sein). Und dann darf doch hoffentlich auch ein einzelner Aktiver von dem Wissen einer größeren Gruppe profitieren, oder nicht?
Ja, schon. Aber die meisten Esperanto Organizationen werden doch ehrenamtlich betrieben. Diese Leute erwarten natürlich auch indirekt wenn man Informationen aus ehrenamtlicher Arbeit bezieht daß man auch Informationen zurückgibt bzw. sich ehrenamtlich engagiert. Da finde ich es persönlich unfair von der Arbeit von ehrenamtlichen Idealisten zu profitieren und selber nichts zurückgeben bzw. mich engagieren zu wollen. Wahrscheinlich stimmt allgemein die Zusammenarbeit von nicht in Organisationen eingebundenen Esperanto Anwendern und in Organisationen eingebundenen Esperanto Idealisten nicht so ganz. Die Agitation welche mich am meisten an Esperanto Organisationen stört ist in einer Art Amtsanmaßung eine Art Meinungkonsens der Esperanto Sprechergemeinschaft vorzutäuschen welchen es gar nicht gibt. Aber das scheint wohl allgemein die Versuchung für politische Bewegungen zu sein.

Geändert am So Dez 02, 2012 4:26 pm von Erik

Geändert am So Dez 02, 2012 4:19 pm von Erik

Geändert am So Dez 02, 2012 4:18 pm von Erik
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Erik
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BeitragVerfasst am: So Dez 02, 2012 4:38 pm    Titel: Re: Von wem lernen heißt siegen lernen? Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Man kann natürlich von anderen was lernen - aber im wesentlichen nicht von ganzen Gruppen, sondern von Einzelpersonen in diesen Gruppen. (Wie gesagt: Von wem z.B.?)
Da fällt mir jetzt so ein doofer Spruch aus DDR Zeiten ein. "Vom Feind lernen, heißt siegen lernen". Entpolitisiert: "Von Mitbewerbern lernen, kann einem weiter vorwärtsbringen". Aber was schreibe ich mir die Finger blutig. Scheint bei der Esperanto Sprechergemeinschaft auf wenig bis null Interesse zu stoßen. Ich habe es kapiert. Mit der Innovation im Denken klemmt es etwas bei vielen (nicht allen!) Esperantisten. Ein schönes Wort von einem Kollegen: Traditioneller Unsinn halt. Was will man machen. Fatalismus in Aktion. Verdammt.

Geändert am So Dez 02, 2012 4:39 pm von Erik
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Dez 02, 2012 4:43 pm    Titel: Re: Erfolgskontrolle Antworten mit Zitat

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Es lohnt sich, den Erfolg zu kontrollieren, also die Leute vor und nach der Aktion zu befragen. Sonst bildet man sich sonstwas ein, wie sehr man informiert hätte, obwohl praktisch nichts angekommen ist.

Wie könnte so etwas denn zum Beispiel aussehen?

Also ich meine, wenn ich einen (realen) Kurs anbiete, sehe ich immerhin an der Teilnehmerzahl, wieviele ich definitiv überzeugt habe, sich das Ganze mal näher anzusehen. Wenn ich eine Seite betreibe, kann ich vielleicht noch erkennen, über welche Links die Leute zu auf meine Seite kommen. Aber bei beiden Möglichkeiten werde ich nie alle Informationen bekommen, die für eine vollständige Bewertung einer Werbeaktion nötig sind.

Ja.

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Bei dem Beispiel der Schule/Uni, wo diverse Werbeaktivitäten genutzt wurden, könnte man eventuell nach gewisser Zeit eine Umfrage starten (und das gleich auch noch als zusätzliche Werbeaktivität verbuchen), aber an dieser werden vermutlich auch nur die Leute teilnehmen, die ein bisschen Interesse aufgebracht haben.

Naja, ich habe mich z.B. vor eine Uni-Mensa gestellt und die Besucher der Mensa (so etwa bis 25/30 Jahre) befragt, 30 Leute:

„Guten Tag, ich mache eine ganz kurze Umfrage, eine bis sechs Fragen, höchstens drei Minuten. Darf ich?“
"Haben Sie schon mal den Begriff 'Esperanto' gehört?"
"Wissen Sie auch, was das ist?"
"Was verbinden Sie mit Esperanto?"
(...)
"Haben Sie schon mal daran gedacht, evtl. Esperanto zu lernen?"
(...)

Dabei hat sich ergeben, dass z.B. an einer Stelle 17 von 30 Studis und Doktoranden Esperanto als internationale Sprache (o.ä.) bezeichnet haben. (Da das nur 30 waren, hat das eine Unsicherheit von +-4 Studis, als 95 %-Vertrauensintervall.) Dieselbe Befragung werde ich nach der Werbeaktion wiederholen. Lande ich bei über 25 von 30, ist wohl mit über 95 % Wahrscheinlichkeit ein Werbeerfolg eingetreten. (Die präzise statistische Auswertung ist für mich im ersten Schritt nicht so wichtig, ich will nur einigermaßen wissen, ob sich wirklich was tut.)

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Aber kann man den Erfolg von Infoständen (auf Messen o.ä), Zeitungsanzeigen, Werbung am Fahrrad oder auf dem T-Shirt usw. überhaupt irgendwie kontrollieren?

Nicht alles lässt sich mit vernünftigem Aufwand kontrollieren. Bei einem Infostand auf einer Messe kann man einfach abzählen, wieviele Leute an dem Stand vorbeigehen und das große Plakat "Freunde in aller Welt - Esperanto, die internationale Sprache" o.a. sehen. Und man kann auch zählen, mit wievielen Leuten man gesprochen hat. Ein Problem bei Messen ist, dass die Gesamtzielgruppe riesig ist und man kaum Möglichkeit hat, die nur vorbeigehenden Leute ein zweites und weitere Male zu kontaktieren. Aber man kann natürlich Adressen sammeln (Preisausschreiben) und anschreiben. (Keine Ahnung, was das wirklich bringt und wie effizient ein Messeauftritt insgesamt ist; ich fand, wenig. Eben deshalb, weil der Kontakt auf der Messe für die meisten Leute der erste Kontakt mit Esperanto ist. Mir scheint deshalb ein Stand gut, wenn man die Massenwerbung schon gemacht hat. Z.B. Schule oder Uni: Erstmal Plakate und Flugblätter usw. Dann erst ein Stand.)

Bei Zeitungsanzeigen sollte man wissen, dass die Profis davon ausgehen, dass weniger als 20 Anzeigen in Folge vor allem verschwendetes Geld bedeuten. Man kann über die Auflagezahlen abschätzen, wieviel Leute man kontaktiert mit einer Anzeige. Für die Erfolgskontrolle benutzt man Codes, wie Erik ja schon geschrieben hat. Will man verschiedene Anzeigen testen, muss man schon einigermaßen sorgfältig arbeiten...

Auch bei Werbung am Fahrrad kann man einen Code einbauen. Oder eine Zielseite, www.esperantoland.de/Freunde , deren Besucher man dann zählt.

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Gibt es irgendwo weitere Informationen dazu, oder gar öffentliche Statistiken in Bezug auf Esperantowerbung?

Da es nach meinem Wissen praktisch keine Esperantowerbung außer über Faltblätter oder evtl. T-Shirts gibt, wüsste ich auch nicht, wo Statistiken dazu sein könnten. Das werden wir wohl selbst lernen müssen, das ist nach meinem Wissen Neuland.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Dez 02, 2012 4:48 pm    Titel: Re: Von wem lernen heißt siegen lernen? Antworten mit Zitat

Erik hat Folgendes geschrieben:
Aber was schreibe ich mir die Finger blutig. Scheint bei der Esperanto Sprechergemeinschaft auf wenig bis null Interesse zu stoßen.

Naja, es wird oft die Esperanto-Sprechergemeinschaft wegen ihres mangelnden Interesses für die Verbreitung von Esperanto angeklagt. Mich würde ja mal interessieren, wieviel Deutsche auf der Straße man dazu bringen könnte, für das Goethe-Institut o.ä. zu spenden, damit das Deutsche in die Welt getragen wird...

Ich meine einfach, das ist völlig normal, dass die Esperantosprecher sich in der Mehrzahl nicht für die Verbreitung engagieren. Ich finde es eher erstaunlich, wie viele bereit sind, da ein wenig mitzuhelfen. Sehen wir das eher positiv, freuen wir uns über die, die mithelfen.
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Sunjo
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BeitragVerfasst am: So Dez 02, 2012 4:54 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Erik hat Folgendes geschrieben:
Ich bin kein Spezialist für solche Marketing Angelegenheiten. Das waren jetzt die Sachen die mir im täglichen Leben aufgefallen sind.

Ist ja trotz allem ein Denkanstoß gewesen - danke dafür.

Erik hat Folgendes geschrieben:
Diese Leute erwarten natürlich auch indirekt wenn man Informationen aus ehrenamtlicher Arbeit bezieht daß man auch Informationen zurückgibt bzw. sich ehrenamtlich engagiert.

Na gut, aber wenn ich jetzt wirklich Werbung für Esperanto (allgemein, oder etwas Spezifisches wie z.B. einen Kurs) machen möchte, dann ist das ja eigentlich auch im Sinne der Esperantoorganisation deren Informationen ich mir für meine Aktion gern zunutze machen würde. Und mir persönlich würde es auch nicht wehtun im Rahmen meiner eigenen Aktion auf andere Organisationen hinzuweisen, mit denen ich mich nicht unbedingt identifizieren muss, die aber durchaus für meine zu Werbenden interessant sein könnten.
Also so, wie Frank das beabsichtigt, einfach auf alle Möglichkeiten hinweisen, selbst wenn einen selbst nicht alles/wenig/gar nichts davon interessiert.
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BeitragVerfasst am: So Dez 02, 2012 4:58 pm    Titel: Re: Von wem lernen heißt siegen lernen? Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Ich meine einfach, das ist völlig normal, dass die Esperantosprecher sich in der Mehrzahl nicht für die Verbreitung engagieren.


Ist es denn normal, dass "die" Esperantosprecher sich in der Mehrzahl nicht für die Anwendung des Esperanto interessieren? Muss man auch noch dafür Werbung machen? Nach dem von mir bisher empfangenen Echo auf PER ja. Sad
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: So Dez 02, 2012 4:58 pm    Titel: Stellungnahmen von Esperanto-Verbänden Antworten mit Zitat

Erik hat Folgendes geschrieben:
Die Agitation welche mich am meisten an Esperanto Organisationen stört ist in einer Art Amtsanmaßung eine Art Meinungkonsens der Esperanto Sprechergemeinschaft vorzutäuschen welchen es gar nicht gibt. Aber das scheint wohl allgemein die Versuchung für politische Bewegungen zu sein.

Ja, das ist schon ein Problem bei den Esperanto-Verbänden. Eigentlich sind sie ja Verbände für alle Esperantosprecher, die naturgemäß viele verschiedene Meinungen haben. Aber dennoch besteht irgendein Bestreben, eine Meinung als Verband zu äußern, für alle.

Ich fände es besser, wenn sich die Esperanto-Verbände als Dachverbände auffassen würden. Und wenn es in ihnen oder als Mitgliedsverbände weitere Organisationen gäbe, die jeweils Leute gruppieren, die eine ähnliche Auffassung haben. Diese Unterorganisationen könnten dann die Auffassung der jeweiligen Gruppe äußern. Erfreulicherweise ist das ganze Thema ziemlich irrelevant, weil die Verbände zwar Erklärungen verabschieden, aber die dringen praktisch nie bis in die Medien vor. Da wird in der Regel nur von Esperanto allgemein geschrieben, falls überhaupt.

(Falls diesen Ausführungen ein Verbandsfunktionär nicht zustimmen sollte, bitte ich eher um eine Private Nachricht. Damit die Diskussionen hier nicht ausarten.)
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Erik
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BeitragVerfasst am: So Dez 02, 2012 5:36 pm    Titel: Re: Erfolgskontrolle Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Gibt es irgendwo weitere Informationen dazu, oder gar öffentliche Statistiken in Bezug auf Esperantowerbung?

Da es nach meinem Wissen praktisch keine Esperantowerbung außer über Faltblätter oder evtl. T-Shirts gibt, wüsste ich auch nicht, wo Statistiken dazu sein könnten. Das werden wir wohl selbst lernen müssen, das ist nach meinem Wissen Neuland.
Appropos. Veronika (vom Aktivitätenindex her eine Art inoffizieller Projektleiter von Muzaiko) und andere natürlich auch sind derzeit ziemlich aktiv T-Shirts, Tassen und Aufkleber von Muzaiko unter die Leute zu bringen. Derzeit wohl leider immer noch innerhalb von Esperanto-Zirkel-Veranstaltungen. Wer sich da weiter auf dem Aktuellen halten will sollte sich da einfach in die entsprechenden öffentliche Diskussionliste eintragen. Zum Beispiel retradio-projekto usw. Aktive Mitarbeit im Projekt Muzaiko wäre natürlich supertoll. Zum Beispiel Nachrichtenticker übersetzen bzw. vertonen. Diese stündlich gesendeten Nachrichtenticker besitzen derzeit den höchsten Aktivitätenindex im Projekt Muzaiko.
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Erik
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BeitragVerfasst am: So Dez 02, 2012 6:02 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Erik hat Folgendes geschrieben:
Aber was schreibe ich mir die Finger blutig. Scheint bei der Esperanto Sprechergemeinschaft auf wenig bis null Interesse zu stoßen.

Naja, es wird oft die Esperanto-Sprechergemeinschaft wegen ihres mangelnden Interesses für die Verbreitung von Esperanto angeklagt.
Ich klage nicht an und hoffe daß ich meinen Idealismus immer noch unter Kontrolle habe. Na, ja. "Zwei Herzen in einer Brust" halt.

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Mich würde ja mal interessieren, wieviel Deutsche auf der Straße man dazu bringen könnte, für das Goethe-Institut o.ä. zu spenden, damit das Deutsche in die Welt getragen wird...
Kaum jemand. Weil Deutschsein in Deutschland immer noch negativ besetzt zu sein scheint. Wie das jetzt Franzosen oder Spanier für ihre Kulturinstitute sehen das wäre mal interessant.

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Ich meine einfach, das ist völlig normal, dass die Esperantosprecher sich in der Mehrzahl nicht für die Verbreitung engagieren.
Bitter für Veranstalter aber: Es gibt doch schon genügend Esperanto-Treffen. Warum soll man da sich weiter engagieren? Durch mein Konsumieren gebe ich doch Geld aus. Welches aber nur teilweise in die Verbreitung von Esperanto einfließt. Zum Beispiel Zugtickets bringen ja einem Veranstalter überhaupt nichts. Vielleicht sollte wirklich das Thema Sponsoren mal mehr Beachtung finden. Bezüglich eines JES Spruches "Schlafen können sie woanders" oder so hatte ich mal Clemens scherzhaft die Firma Ohropax als Sponsor für das JES vorgeschlagen. Also Ohropax sollte man im amasloĝejo schon haben. Warum die da jetzt nicht mal wegen Sponsoring einbinden.

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Ich finde es eher erstaunlich, wie viele bereit sind, da ein wenig mitzuhelfen. Sehen wir das eher positiv, freuen wir uns über die, die mithelfen.
Ich sehe da ein bißchen das Projekt Muzaiko als Testfeld für "Wie minimal kann ich den (idealistischen) Aufwand von Einzelpersonen für die Verbreitung von Esperanto herunterschrauben?" Was dann an "Aufgaben" nicht mehr bedient wird. Das muß meiner Meinung nach aufgegeben werden. Ist schon fast kaufmännisch betrachtbar: Vergleich von Ressourcen mit den (selbstgesteckten) Zielen und Aufgaben.

Geändert am So Dez 02, 2012 6:04 pm von Erik

Geändert am So Dez 02, 2012 6:03 pm von Erik
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 13, 2013 9:08 pm    Titel: Claude Piron: Psychologische Reaktionen gegenüber Esperanto Antworten mit Zitat

Ein Bekannter hat mich noch daran erinnert, dass Claude Piron eine Broschüre von etwa 20 Seiten geschrieben hat über "Psychologische Reaktionen dem Esperanto gegenüber".

Darin legt er unter anderem dar, dass die Menschen ihre Muttersprache als etwas Tolles empfinden, das ihnen als Kleinkind eine unvergleichlich bessere Kommunikation mit anderen ermöglicht hat, ein Riesensprung. Daher rühre eine unbewusste Ablehnung gegen eine Sprache, die einfach so in die Welt gesetzt wurde, nicht vererbt von Generation zu Generation als Muttersprache. Piron schreibt u.a.:

Claude Piron hat Folgendes geschrieben:
"... Esperanto (tritt) als Störenfried in eine Welt, wo jedem Volk eine Sprache zugeordnet ist und wo das Verständigungsmittel von den Vorfahren her als ein Ganzes weitergegeben wird, an dem kein einzelner rühren darf. Esperanto zeigt, daß eine Sprache nicht das Geschenk vergangener Jahrhunderte zu sein braucht, sondern auch aus bloßer Konvention entstehen kann. Für Esperanto ist das Kriterium der Korrektheit nicht die Übereinstimmung mit seiner Autorität, sondern die kommunikative Wirksamkeit, und so verändert es die Art und Weise des Kommunizierens: wo eine vertikale Achse war, dorthin setzt es nun eine horizontale Achse. Damit rührt Esperanto an vieles, was in der Tiefe liegt und was man für gewöhnlich nicht gerne ans Licht holt. Was wird z. B. aus der Rangordnung der Sprachen? Irisch, Niederländisch, Französisch und Englisch befinden sich im Bewußtsein vieler (...) nicht auf derselben Ebene. Wenn nun Verschiedensprachige, um sich untereinander zu verständigen, zu Esperanto greifen, wird jene Sprachen-Rangordnung ihre Grundlage verlieren." (S. 11)


(Vielleicht ist es deshalb recht wichtig, dass Esperanto auch Muttersprache ist; jedenfalls kann ich oft feststellen, dass Leute ziemlich staunen, positiv, wenn man ihnen davon erzählt. Und Journalisten sind ziemlich hingerissen, wenn sie ein paar Vierjährige bei einer Unterhaltung beobachten können.)
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 13, 2013 9:36 pm    Titel: Evtl mehrere Ursachen Antworten mit Zitat

Die übliche Frage zu diesem Thema lautet: Warum hat sich Esperanto nicht durchgesetzt? Und als Antwort wird eine einzige Ursache erwartet und oft auch angegeben.

Aber vielleicht ist das der falsche Ansatz, vielleicht sind für den Erfolg einer Sache wie Esperanto eine ganze Reihe von Dingen nötig. Wenn ein Unglück passiert oder eine Panne, dann liegt es meist an einer Sache. Wenn aber etwas klappt, dann hat vieles gut funktioniert, z.B. im Falle des Erfolges von Unternehmen - das Angebot kam vielleicht zum richtigen Zeitpunkt, das Unternehmen war an der richtigen Stelle, im richtigen Markt, mit den richtigen Leuten aus den nötigen Bereichen...

So scheint es mir auch, dass der bisher nur begrenzte Erfolg von Esperanto möglicherweise an einer ganzen Reihe von Widrigkeiten liegt. Ich nenne mal ein paar, die in Frage kämen; wenn jede von diesen fehlen würde oder gefehlt hätte - vielleicht wäre dann die Position von Esperanto besser:

Historisch
- Ido-Abtrennung
- Verbote durch viele Regierungen
- Weltkriege

Grundlegende Schwierigkeiten
- (natürliche) Ablehnung durch die Länder, deren Sprachen etablierte Fremdsprachen sind
- Konzentration der Verbreitungsbemühungen des Esperanto-Weltbunds auf die Aktivitäten beim Völkerbund, Unesco und UNO (naheliegend, dass solche Aktivitäten von den Ländern mit "großen" Sprachen bekämpft werden)
- (natürliche) Ablehnung durch Leute, die mit den etablierten Fremdsprachen ihr Geld verdienen (Sprachlehrer, Dolmetscher, Übersetzer, Sprachprofessoren, Leute, die etablierte Fremdsprachen in ihrem Beruf nutzen wie z.B. EU-Beamte; hiervon sind z.B. Lehrer und Professoren im Staatsdienst, wodurch die Chancen auf staatliche Anerkennung geringer werden)
- Konzentration der Verbreitungsbemühungen im nationalen Bereich auf Kontakte zu Politikern und Schulverwaltungen (naheliegend, dass Sprachlehrer und -professoren dagegen opponieren)
- Geringe Aktivitäten und Information zur Verbreitung unter Einzelpersonen (z.B. Schüler und Studenten)
- Unzureichendes Marketing, u.a. kaum Pressearbeit und dabei oft Darstellung des Fernziels (allgemeine Einführung) statt der Vorteile für Esperanto-Lerner (damit Image einer erfolglosen Sprache - im Vergleich zum fernen Ziel - statt einer erfolgreichen Sprache - da immer mehr Leute Esperanto lernen)
- Quasimonopolstellung der Esperanto-Verbände, sodass bei den Funktionären kaum Notwendigkeit besteht, andere Wege als die herkömmlichen (und kaum erfolgreichen) zu begehen
- Entwicklung der Esperanto-Verbände im nationalen Bereich von Organisationen, die Esperanto verbreiten wollen, zu solchen, die für die Esperantosprecher die Anwendung organisieren (wodurch entsprechend wenig Kraft für die Verbreitung verbleibt)
- Geringes Interesse vieler Esperantosprecher an einer weiteren Verbreitung des Esperanto (sie können Esperanto ja bereits nutzen, ein paar mehr Sprecher verbessern die Anwendung auch nicht erheblich; außerdem ist die Esperanto-Landschaft ein netter, beschaulicher Ort, den man nicht durch Zufluss von neuen Leuten gestört sehen will; auch dies führt natürlich zu geringeren Verbreitungsbemühungen der Verbände)
- Fehlen einer größeren Gruppe von Menschen, die an der weiteren Verbreitung von Esperanto ein essentielles Interesse haben (letztlich haben hieran wohl vor allem folgende Personen ein Interesse: Einzelne, die das ferne Ziel attraktiv finden oder Esperanto auch anderen zugänglich machen wollen; Sprachlehrer und Organisatoren von Sprachkursen, wenn sie hierfür bezahlt werden)

Letztlich ist Esperanto eine Innovation, die eine gewisse Rationalisierung beinhaltet - es wird weniger Arbeit benötigt für ein besseres Ergebnis; da gibt es immer Widerstand von den Etablierten, die ihre eigene Position bedroht sehen, vgl. Widerstand der Weber gegen automatische Webstühle, Kutscher gegen Autos...

Vermutlich ließe sich die Liste noch ein wenig verlängern... Ein ander Mal. Smile

Falsche Informationen über Esperanto (populäre Irrtümer)
(Zusatz 20. Juni 2016) Mehr und mehr habe ich den Eindruck, dass weite Kreise der Linguisten ein völlig falsches Bild von Esperanto haben. Es gibt Linguisten, die ernsthaft glauben, niemand spreche Esperanto, es gebe keine Esperanto-Literatur, keine Kultur, die Sprache sei nur schlecht ausdrucksfähig... All das ist falsch - schade, dass die Linguisten das denken und auch noch verbreiten. (Ich vermute, dass diese Gerüchte aus den USA kommen, wo ja Esperanto längst nicht so sehr in Gebrauch, noch weniger in internationalem Gebrauch ist, wie in Europa. Und es ist ja so, dass die Wissenschaft in den USA diejenige anderer Länder stark beeinflusst.)
Wenn Journalisten über Esperanto schreiben, informieren sie sich manchmal bei Linguisten - wenn auch diese keine rechte Ahnung haben, wird das ein "Doppel-Blind-Versuch" wie ich das jetzt gerne nenne Very Happy Außerdem werden die Studenten oft falsch informiert - viele von denen werden Lehrer, manche Journalisten... Insgesamt wird die gesamte Gesellschaft falsch informiert - Professoren haben ja immer noch ein hohes Prestige, auch wenn sie diesem an dieser Stelle nicht gerecht werden.


Geändert am Mo Jun 20, 2016 8:21 am von Lu Wunsch-Rolshoven

Geändert am Di Mai 14, 2013 5:34 am von Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 13, 2013 10:05 pm    Titel: mögliche Hindernisse an der Verbreitung des Esperanto Antworten mit Zitat

Nach meinem Eindruck (belegen kann ich das nicht) passt Esperanto nicht in die von Kapitalismus (Mensch ist Wolf des Menschen) geprägte Zeit. Esperanto startete in einer Epoche großer gesellschaftlicher Entwürfe und konnte im kalten Krieg noch ein bisschen trittbrettfahren: Der Kapitalismus war noch in der Not dem (von undemokratischen Elementen leider so genannten und im Ergebnis diskreditierten) Sozialismus zu beweisen das bessere gesellschaftliche System zu sein; Demokratie nannte man das kapitalistische System. Jetzt flackert für gesellschaftliche Entwürfe keine ideologische Flamme mehr.

Momentan gibt es noch ein paar Irrlicher: Antiatomkraftbewegung, Umweltschützer, Veganer und Esperantisten. Alles Individualisten, die die Schwarmintelligenz noch nicht für sich entdeckt haben. Ein kleiner zarter Ansatz Perspektive zu entwickeln findet sich auf Esperanto-Stelle.
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BeitragVerfasst am: Di Mai 14, 2013 5:43 am    Titel: Vorteile von Esperanto passen teils gut in die Welt Antworten mit Zitat

esocom hat Folgendes geschrieben:
Nach meinem Eindruck (belegen kann ich das nicht) passt Esperanto nicht in die von Kapitalismus (Mensch ist Wolf des Menschen) geprägte Zeit.

Dem stimme ich ein wenig zu, wenn man Esperanto als ferne Idee für die Welt beschreibt. Man kann aber Esperanto auch als ein individuelles Mittel darstellen, um andere Länder zu bereisen und dort Kontakt zu bekommen. Das passt doch gut zu einer Gesellschaft von Menschen, die an ihren eigenen Vorteil denken. Schließlich kriegt man für einen relativ geringen Lernaufwand viel Kontaktmöglichkeiten.

Die Frage ist jetzt, wie man diejenigen motiviert, die die möglichen Lerner informieren und unterrichten. Der Appell an das Gute im Menschen, dass es sich lohne, sich für das große Ziel einzusetzen, ist vielleicht heute nicht mehr so erfolgversprechend. Evtl. bleibt schlicht die Bezahlung übrig - eine große Gruppe von Spendern gibt jeweils ein wenig Geld, um zu ermöglichen, dass eine kleine Gruppe bezahlt wird, um zu informieren und zu unterrichten.
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