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esocom
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 04, 2013 1:35 am    Titel: Gute Idee! Dann mach das mal. Antworten mit Zitat

Solch Wohlwollendes hilft mir nicht viel.

Esperanto ist ein humanistisches Projekt und bezogen auf seine Verbreitung noch eine Utopie. Utopien werden, nachdem sie überhaupt wahrgenommen wurden, belächelt, dann bekämpft (da steht uns noch einiges bevor), bevor sie sich "durchsetzen". Es ist in einer vergleichbaren Situation und Intention, wie das bedingungslose Grundeinkommen, nur, dass die meisten (deutschen?) Esperantisten immer noch unter der Lähmung leiden zu meinen, man dürfte sich nicht politisch betätigen. Dabei könnten BGEler und Esperantisten durchaus Synergieeffekte entfalten, wenn beide begriffen, wie gut sich ihre Ziele miteinander verbinden ließen.

Als Jurist kann ich nur sagen, mit Ivo Lapenna hatte ich nie Kontakt, bin knapp an einem ingenieurwissenschaftlichem Studium vorbei geschrammt und trotzdem Esperantist geworden, auch wenn ich in meiner Studienzeit zum ersten Mal Kontakt mit Esperanto hatte. Der kam zwar nicht aus einer Hochschulsphäre, sondern aus einem stinknormalen DEB-Esperantoverein, der schon 1976 überaltert war. Der hatte damals noch Enthusiasmus, im Gegensatz zu heute, obwohl das durchschnittliche Lebensalter heute niedriger ist als damals!

Es kommt eher auf die Qualität des Netzwerks an, in dem erfolgreich Esperanto verankert werden kann. Ich erinnere mich mit Wonne an einen Studenten, der die Arbeit des lokalen (passiven) Esperantovereins machte, indem er erfolgreiche Werbeaktionen für den erfolgreichsten Esperantokursus (in den 2000er Jahren) an der Universität durchführte, ohne viel von der Esperantobewegung zu wissen, oder gar Esperantovorkenntnisse zu haben.

Wollen wir nicht versuchen, solche Katalysatoren zu akquirieren, oder beim Universum zu bestellen?
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mlennartz
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 04, 2013 9:31 am    Titel: Antworten mit Zitat

Die magere (zahlenmäßig schwache) E-Bewegung kann sich Zielgruppen gar nicht leisten. Wir haben kein Kraft, um für drei, vier, zehn Zielgruppen unterschiedliche Werbe- und Unterrichtsmaterialien zu schaffen. Ich würde nur keinen Versuch machen, 26-ca. 40-jährige bewusst anzusprechen, weil diese im Berufseinstieg und Karriere vlt. kein gesteigertes Interesse für noch ein Hobby aufbringen.

Zweitens müssen wir versuchen, aktive Menschen für Eo zu begeistern, die von sich aus das Feuer weitertragen - mit Vorhaben wie das von Safari. Das sind ohnehin nur ca. 10% von denen, die wir ansprechen. Dafür ist die Vorgabe "Du brauchst ein Jahr, um Esperanto zu lernen" wesentlich effektiver als "Ich bringe dir Esperanto an drei Wochenenden bei". Wer von Anfang an bereit ist, ein Jahr für das Lernen aufzubringen, ist eher bereit, die Mühen der Ebene zu bewältigen, als jemand, der nur eine einmonatige Schnellbesohlung aufbringt.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 04, 2013 10:15 am    Titel: Wieviele Esperanto-Werbende sind zielgruppenorientiert? Antworten mit Zitat

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Zitat Rudolf Fischer, Esperanto aktuell 5/2011
Zitat:
Die von mir gern genannte Zielgruppe der 55- 75-Jährigen...
mal als ein Beispiel

OK, ich gebe zu, dass Rudolf diese Zielgruppe im Kopf hat. Wird diese Zielgruppe aber vom DEB und den Ortsgruppen auch ganz gezielt angesprochen, mit speziellem Infomaterial und speziellen Veranstaltungen, spezieller Werbung? Ist mir jedenfalls nicht bewusst und hier in Berlin sehe ich das nicht.

Sunjo hat Folgendes geschrieben:

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:
Ich denke nur, dass die angebotenen Veranstaltungen halt für bestimmte Altersgruppen attraktiv sind. Und für andere in anderen Lebenssituationen weniger.

Und weil man nicht für alle Altersgruppen und alle Lebenssituationen geeignete Angebote zurechtschneidern kann, beschränkt man sich eben auf gewisse Zielgruppen...

Ist nicht mein Eindruck, dass die zielgruppenorientierte Werbung das Standardmodell der Esperanto-Werbung ist. Man wirbt einfach da, wo man ist, und bei den Leuten des eigenen Umfelds, so wie Helmut das ja beschrieb.

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
Nachvollziehbar, aber durch das Hervorheben/Nennen der Zielgruppen lockt man auch niemanden aus der Nichtzielgruppe, sondern schreckt eher ab.

Schauen wir uns mal die Altersstruktur der lernu.net-Nutzer an. Das ist nach meinem Eindruck einfach das, was sich aus einer breiten Werbung ergeben hat, nicht das Ergebnis einer gezielten Werbung auf die Gruppe bis etwa 30 Jahre.

Aber, wie gesagt, nur der Test kann tieferes Verständnis bringen. Gleiche Werbung für das Esperanto-Lernen bei je 1000 Leuten von 15, 25, 35 und z.B. 65 Jahren - und dann sehen, wieviele mit Esperanto anfangen und wie gut sie 5 Jahre später sprechen.
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 04, 2013 11:10 am    Titel: Ein oder zwei günstige Zielgruppen Antworten mit Zitat

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Die magere (zahlenmäßig schwache) E-Bewegung kann sich Zielgruppen gar nicht leisten. Wir haben kein Kraft, um für drei, vier, zehn Zielgruppen unterschiedliche Werbe- und Unterrichtsmaterialien zu schaffen.

Die Möglichkeiten sind in etwa:
- Wir machen weiter unspezifische Werbung, die niemanden so richtig gut anspricht. Entsprechend ist dann (weiterhin) auch das Ergebnis.
- Wir schauen uns die verschiedenen Zielgruppen an, suchen uns eine vielversprechende aus oder zwei und machen gezielte Werbung in dieser Gruppe und abgestimmt auf sie.

Wenn ich "wir" sage, meint das natürlich nur die, die den jeweiligen Weg für sinnvoll halten. Es gibt nicht viel, was den Namen "Esperanto-Bewegung" verdient, dafür bewegt sich zu wenig in Richtung Verbreitung. Es gibt eine Esperanto-Sprachgemeinschaft und in dieser Einzelpersonen, die sich für die Verbreitung engagieren. Im übrigen: Dass wir klein und schwach sind, das ist nicht anders als zu Beginn bei allen anderen auch. ("Auch Karl der Große hat klein angefangen", pflegte mein Bruder zu sagen.) Der Unterschied zu anderen Produkten ist vor allem, dass es so lange dauert. Das hängt vor allem an unzureichender Aufmerksamkeit für das Thema Marketing, an der fehlenden Bereitschaft, dafür zu sorgen, dass es ausreichend Leute gibt, die das Wissen von so etwa zehn Marketing-Büchern intus haben; darunter scheint es nicht zu gehen.

Das Marketing-Modell "Bowling Alley" (in etwa Kegelbahn) hat Geoffrey A. Moore in Inside The Tornado, New York 1995, vorgestellt. Schema auf S. 38. Hier ist eine Grafik des Bowling-Alley-Modells (oder Bowling Pin Strategy; rechts oben). Man sucht sich Segment 1 (Zielgruppe 1) aus und bietet dort eine Anwendung 1 des Produkts an, z.B. Jugendtreffen für Leute von 15 - 30. Dann sieht man zu, derselben Zielgruppe noch was anderes anzubieten (z.B. Reisen mit Pasporta Servo) oder solche Treffen auch für andere Leute anzubieten. (Ist jetzt keine fundamental neue Idee, das haben Unternehmen schon vor Moore gemacht, aber Moore hat das schön systematisch dargelegt.)

Unterrichtsmaterialien für verschiedene Zielgruppen gibt es durchaus. Tesi oder Esperanto Programita oder Wingen oder Gerda oder Esperanto direkt - ganz verschiedene Ansätze.

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Zweitens müssen wir versuchen, aktive Menschen für Eo zu begeistern, die von sich aus das Feuer weitertragen - mit Vorhaben wie das von Safari. Das sind ohnehin nur ca. 10% von denen, die wir ansprechen.

Prinzipiell ja. Aber: Statt 10 % würde ich eher 1 - 2 % schätzen.

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Dafür ist die Vorgabe "Du brauchst ein Jahr, um Esperanto zu lernen" wesentlich effektiver als "Ich bringe dir Esperanto an drei Wochenenden bei". Wer von Anfang an bereit ist, ein Jahr für das Lernen aufzubringen, ist eher bereit, die Mühen der Ebene zu bewältigen, als jemand, der nur eine einmonatige Schnellbesohlung aufbringt.

Mein nur halb scherzhafter Vorschlag lautet: Alle Kurse einstellen! Oder zumindest die Energie, die in Kurse gesteckt wird, erheblich reduzieren. Dafür die freiwerdende Energie in bessere Werbung stecken. Dann kommen zu Esperanto Leute, die eine höhere eigene Motivation haben.

Und, wie erläutert: Ich sage nicht, "ich bringe dir Esperanto an drei Wochenenden bei." Ich sage: "An drei Wochenenden kriegst du eine Basis, um Esperanto benutzen zu können und dann selbständig und in der Sprachpraxis weiterlernen zu können. Ein vertiefender Kurs nach einem oder zwei Jahren ist sicher eine gute Ergänzung zur Sprachpraxis." Ich habe schon öfters Leute bei einem einwöchigen Treffen die ersten beiden Tage intensiv unterrichtet, täglich so etwa sechs Stunden - dann konnten die den Rest der Woche mit Gewinn am Treffen teilnehmen und weiterlernen. Das ist auch weiterhin das Konzept der Anfängerkurse bei den EsperantoLand-Treffen.
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mlennartz
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 04, 2013 11:51 am    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn das stimmen und funktionieren würde, müsste die Esperanto-Bewegung zum Beispiel in Berlin vor Interessenten überquellen. Was ich bemerke, ist ein jahrelanger Mitgliederverlust und Klagen, dass nur noch die Hälfte der Personen, die vor 15 Jahre zu den Gruppenabenden kamen, erscheinen. Und wenn du zum Anfang des Fadens zurückkehrst: Wo sind denn die Hochschulgruppen, die Safari Erfahrungen vermitteln können? Und behaupte bitte nicht, dass die "andere" Hälfte der Esperantisten ins Internet abgewandert ist. Bei ipernity kann man z. B. ebenfalls eine zunehmende Müdigkeit bemerken.

Lernu.net halte ich nach wie vor für ein potemkinsches Dorf. Eine Subventionsverbrennungsanlage. Zeige mir 5 Esperantisten in Deutschland, die tatsächlich mit lernu.net die Sprache gelernt haben.

Eigenartigerweise sind es tatsächlich die über 60-jährigen, die sich dem Esperanto zuwenden - diese Altersgruppe hat Zeit und Interesse.

Ich bin auch der Meinung, dass wir gar kein Werbe- oder Zielgruppenproblem haben. Wir haben ein Vermittlungsproblem, denn wir sind nicht in der Lage, der breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, dass es Esperanto gibt bzw. noch gibt.

Und Lehrmaterialien: Erstens sind die Lehrmaterialien in der Regel nur noch bei ebay erhältlich, zweitens demzufolge uralt.

Letztlich nähert sich die Diskussion der Sinnlosigkeit, wenn wir Argumente-Pingpong spielen.
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Helmut
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 04, 2013 12:22 pm    Titel: Antworten mit Zitat

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Und Lehrmaterialien: Erstens sind die Lehrmaterialien in der Regel nur noch bei ebay erhältlich, zweitens demzufolge uralt.

Michael, dann definiere doch mal bitte, was für Dich "uralt" ist.
Für mich wäre das "der Wingen", der mich stark an mein "Ars Latina" erinnert. Trotzdem kenne ich Leute, die mit dem Wingen Esperanto gelernt haben und das Heftchen nach wie vor für das Beste halten.


Geändert am Mo Feb 04, 2013 12:25 pm von Helmut

Geändert am Mo Feb 04, 2013 12:24 pm von Helmut
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 04, 2013 1:08 pm    Titel: Re: Esperanto-Lerner finden Antworten mit Zitat

Lu Wunsch-Rolshoven hat Folgendes geschrieben:

Und ansonsten: A6-Postkarten kann man sich heute in einer 1000-er Auflage, vierfarbig, für etwa 25 EUR drucken lassen; 5000 Stück (muss aber auch verteilt werden...) kosten etwa 50 EUR. (Per Internet bestellen, wird per Post geliefert.)


Zeig doch mal. Zum Ideensammeln ist es ganz gut, wenn ein paar Beispiele gezeigt werden, zum Beispiel:

Meine Esperanto-Tassen: http://www.ipernity.com/doc/41683/7537600
Meine Werbebroschüre: http://www.ipernity.com/doc/41683/12199087
... und das Komplettpaket: http://www.ipernity.com/doc/41683/14216561
Ich hatte auch mal ein Mauspad.

Natürlich kann man das Totreden.
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 04, 2013 1:30 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@Helmut:

Mach den Vergleich z. B. zum Wittenberger doch selbst.

Abgesehen davon, dass ich das Buch (ich habe es nicht in meiner Sammlung) zur Zeit auch bei ebay nicht finden kann, es gibt noch 8 Stück bei ZVAB, habe ich ernste Zweifel, dass man mit knapp 80 Seiten brutto und einem Lehrbuch, dessen Wurzeln um das Jahr 1930 entstanden sind (ein Lehrbuch von Teo Jung und einem Wingen-Bruder) ein modernes Esperanto lernen kann.

Ich habe mit dem Schödl gelernt und finde das Lehrbuch ebenfalls toll, es hat eine ganze Generation Esperantisten in der DDR ins Leben gerufen. Aber ich würde es niemandem mehr empfehlen, weil es - wie ich heute weiß - eine Reihe von Schwächen hat.

Natürlich hat jedes Esperanto-Lehrbuch seine Anhängerschaft, so viele gab es ja nicht nach dem Weltkrieg.

Und das ist das allererste Problem: Bekomme doch überhaupt ein Esperanto-Lehrbuch im Buchhandel. Für mich ist das wichtiges Kriterium, dass ich nicht erst Kontakt zu Esperantisten haben muss, um die Sprache zu lernen. Warum soll ich nicht bei Amazon ein Lehrbuch kaufen und erst dann Kontakt zur Bewegung aufbauen dürfen?

Referenzen:
http://www.ipernity.com/blog/41683/436820
http://www.ipernity.com/blog/41683/223790
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Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 04, 2013 1:36 pm    Titel: Esperanto in Berlin. Verbände. Statistik. Lernu. Amazon Antworten mit Zitat

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Wenn das stimmen und funktionieren würde, müsste die Esperanto-Bewegung zum Beispiel in Berlin vor Interessenten überquellen.

Die Anzahl der Interessenten bestimmt sich (leider, leider!) nicht nur daran, ob man verstanden hat, wie Marketing funktioniert, sondern auch daran, dass man es auch umsetzt. Da bin ich erst in der Anfangsphase. Ansonsten bin ich über die Erfolge unserer früheren Information um 1984/1990 ganz zufrieden: Etwa hundert Leute unterrichtet und eine Gruppe aufgebaut. Oft in der Zeitung.

Und heute ist es so, dass Berlin monatlich etwa zehn regelmäßige öffentliche Esperanto-Treffen hat; da geht durchaus jemand hin, sonst würden wir das nicht anbieten. Ich habe den Eindruck, dass es keine Stadt mit mehr Esperanto-Veranstaltungen gibt, möglicherweise weltweit. (Ja, ich weiß, relativ zur Einwohnerzahl ist es eher mäßig. Kann ja noch werden...)

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Was ich bemerke, ist ein jahrelanger Mitgliederverlust und Klagen, dass nur noch die Hälfte der Personen, die vor 15 Jahre zu den Gruppenabenden kamen, erscheinen.

Esperanto wird allmählich erwachsen. Da organisieren sich die Leute nicht mehr so oft in Vereinen. Und so mancher denkt auch, dass das, was die Vereine bieten, weithin entbehrlich ist.

Ansonsten ist es sicher oft so, dass manche Gruppenabende nicht so spannend sind. Wenn in der Danziger50 ein interessanter Vortrag ist, kommen da oft 10 bis 15 Leute. (Und zu dem von Evi Geist sehr nett organisierten Abend in Forchheim in einer Pizzeria, bei dem ich neulich war, waren auch über zehn Leute gekommen.)

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Und wenn du zum Anfang des Fadens zurückkehrst: Wo sind denn die Hochschulgruppen, die Safari Erfahrungen vermitteln können? Und behaupte bitte nicht, dass die "andere" Hälfte der Esperantisten ins Internet abgewandert ist. Bei ipernity kann man z. B. ebenfalls eine zunehmende Müdigkeit bemerken.

Natürlich gibt es nicht viele Hochschulgruppen. Natürlich erscheint Esperanto selten in der Öffentlichkeit außer im Internet. Was sagt das jetzt aus?

Faktum ist, dass viele Esperantosprecher heute viel Zeit im Internet verbringen und weniger Zeit bei örtlichen Treffen. Bei mir z.B. ist das so. Bei Ipernity bin ich kaum, irgendwas gefällt mir da nicht so dran. Ich schaue eher bei Facebook, Libera Folio oder Ondo de Esperanto vorbei. Oder korrespondiere per Mail mit Esperanto-Freunden. Per Brief habe ich das früher kaum gemacht.

Ich kann keine sichere Aussage darüber treffen, ob die Anzahl der Esperantosprecher insgesamt zunimmt oder abnimmt. Oder ob die Aktivität weltweit in der Summe zunimmt oder abnimmt. Da fehlt einfach eine solide statistische Grundlage. Wenn ein Wert eine Unsicherheit von +-50 % hat, dann kann man zehn Jahre später einfach nicht ablesen, ob es ein Wachstum von z.B. +2 % pro Jahr (macht 22 % in 10 Jahren) gegeben hat. (Natürlich könnte man einzelne Zahlen recht genau betrachten, z.B. die Anzahl der Esperanto-Treffen pro Jahr oder, noch besser, die Anzahl der Teilnehmertage pro Jahr; aber eine solche Statistik ist aufwendig und bisher hat sie keiner erstellt.)

Ich sehe allerdings eine Menge von Aktivitäten, die zunehmen, zumeist unabhängig von Verbänden (Facebook, Wörterbücher, Wikipedia, Google Translate...). Und die Aktivität der Verbände, die abnimmt. Ob das ein Übergang von den zentralistischen Verbänden zur Selbstorganisation ist (so nehme ich an) oder ob die Abnahme bei den Verbänden die Zunahme außerhalb überwiegt - sicher möchte ich das heute nicht sagen.

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Lernu.net halte ich nach wie vor für ein potemkinsches Dorf. Eine Subventionsverbrennungsanlage. Zeige mir 5 Esperantisten in Deutschland, die tatsächlich mit lernu.net die Sprache gelernt haben.

Potemkinsches Dorf: Nein. Das Treffen SES mit zuletzt 250 Teilnehmern ist schon real. (Nein, ich weiß nicht, wieviele davon in den letzten Jahren bei Lernu gelernt haben, aber mehr als 100 werden es schon sein.)

Ich habe in Berlin schon Leute kennengelernt, die (auch) bei Lernu gelernt haben. (Die meisten Leute lernen an mehreren Stellen.)

Naja, teuer ist Lernu in der Tat. Über 300.000 EUR bisher. Man kann sich damit trösten, dass das Geld ja nicht wirklich verbrannt wurde, sondern an Mitarbeiter des Projekts ausgezahlt... Wink

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Eigenartigerweise sind es tatsächlich die über 60-jährigen, die sich dem Esperanto zuwenden - diese Altersgruppe hat Zeit und Interesse.

Ich kenne keine Studie, die darlegt (oder plausibel macht), dass der prozentuale Anteil der Esperanto-Lerner in der Altersgruppe über 60 Jahre größer ist als in den Altersgruppen 14 - 18 oder 18 - 25.

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Ich bin auch der Meinung, dass wir gar kein Werbe- oder Zielgruppenproblem haben. Wir haben ein Vermittlungsproblem, denn wir sind nicht in der Lage, der breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, dass es Esperanto gibt bzw. noch gibt.

Wo genau liegt der Unterschied zwischen einem Marketing- bzw. Werbeproblem und einem Vermittlungsproblem?

Ich denke nicht, dass wir uns die Aufgabe stellen sollten, der breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, dass es Esperanto gibt bzw. noch gibt. Wenn wir pro erwachsenen Bundesbürger mal einfach nur 10 Cent Informationsaufwand ansetzen, gibt das mehr als 5 Millionen Euro; das Geld haben wir nicht und wir haben auch noch kein tragfähiges Modell, wie wir das Geld kriegen könnten (oder, das ist das übliche Modell: In einzelnen Häppchen ausgeben, wieder einspielen und dann erneut ausgeben).

Die Antwort lautet m.E.: Kleine Zielgruppen von etwa 1000 bis 10.000 Personen sorgfältig auswählen, intensiv bewerben, die Interessierten unterrichten und an die Esperanto-Praxis heranführen. (Man kann auch weniger machen - nur hat das dann evtl. keinen wirklichen Erfolg.)

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Und Lehrmaterialien: Erstens sind die Lehrmaterialien in der Regel nur noch bei ebay erhältlich, zweitens demzufolge uralt.

Amazon zeigt für "Esperanto Lehrbuch" oder "Esperanto lernen" z.B. die Bücher

Kauderwelsch, Esperanto Wort für Wort (2005)
Der Esperanto-Express (2012)
Esperanto-Lehrbuch: Die internationale Sprache in Farbe (Theodor Wittenberger, 2013)
Tesi la testudo (2006)

(Und von vor 2000:)
Wir lernen Esperanto (Wingen)
Taschenlehrbuch Esperanto (Dahlenburg/Liebig)

mlennartz hat Folgendes geschrieben:
Letztlich nähert sich die Diskussion der Sinnlosigkeit, wenn wir Argumente-Pingpong spielen.

Beim Pingpong bleibt der Ball derselbe. Hier sehe ich noch nicht, dass sich die Argumente wiederholen.
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 04, 2013 5:39 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, dass es in meiner Situation (im Übrigen bin ich ein "er", keine "sie") das Beste ist, wenn ich unter den Leuten werbe, an die ich am besten rankomme. Sei es jetzt örtlich oder mental. Ich wüsste zB nicht einmal, wie ich Eo-Werbung unter Juristen machen sollte, aber ich weiß, wie ich sprachenaffine Kulturwissenschafts-Studenten für die Sprache gewinnen kann.

Dennoch kann ich ja ein paar Plakate auch in der Juristischen Fakultät (oder der Wirtschaftswissenschaftlichen Fak.) aufhängen, da man ja nie wissen kann.

Ich interessiere mich ja sehr für das Thema, wie man Esperanto populärer machen könnte und ob Lehrbücher, PR usw hier einen Einfluss haben könnten. Ich wäre auch durchaus bereit, in Kooperation, ein neues Lehrbuch aufzulegen. Eines, dass sich vielleicht an Lehrbuch-Reihen, wie sie heute angeboten werden, orientiert.

Ich habe schon viele verschiedene Lehrbücher in der Hand und im Unterricht gehabt und festgestellt, dass Lehrbücher eines bestimmten Verlages zu einem außerordentlichen Lernerfolges und Motivation und Begeisterung geführt haben. Als Beispiel eine Reihe Italienisch-Bücher, ohne Werbung machen zu wollen.

Leider habe ich zZ weder Zeit, finanzielle Mittel noch sprachliche und fachliche Kompetenz ein solches Lehrbuch zu schreiben, sollte sich mir die Möglichkeit eröffnen (Wer weiß, vielleicht im Rahmen meiner Dissertation zB?): So, wie im Link demonstriert, sollte mein Lehrbuch aussehen. Smile

Bei der Leichtigkeit des Esperanto wäre es auch durchaus vorstellbar ein Lehrbuch auf Universitäts-Niveau (mehr Grammatik in weniger Zeit, da ja in der Uni in vier Semestern der Stoff von fünf Jahren Schule durchgemacht wird) zu erstellen. Aber, was mir in den Eo-Lehrwerken fehlt sind Kultur und Lesetexte.

Von Außen wird an Esperanto immer das fehlen der Kultur kritisiert. Wenn man diese intensiv in das Lehrwerk einbaut, kann man dieser Kritik entgegenwirken und so vielleicht sogar zu einem weiteren Aufbau der Kultur beitragen. Zwei Lektionsthemen, die mir spontan einfallen sind zB"Survoje cun Passporta Servo" und "Al la Internacia Junulara Festivalo".
Und in jedes Thema kann man zu Beginn mit einem kleinen Lesetext einführen und so auch noch neue Grammatikstrukturen vorstellen, die man dann im Laufe der Lektion erarbeitet.

Hm. Also, wenn sich jemand findet, der mit mir ein Projekt starten möchte. Was Layout betrifft haben meine Arbeiten jetzt schon Hand und Fuß! Laughing
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 04, 2013 6:32 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Viel Erfolg jedenfalls, und vielleicht magst du uns ja ein bisschen auf dem Laufenden halten?

"Vojaĝo en Esperantolando" könnte übrigens stark deiner Vorstellung eines geeigneten Lehrbuchs entsprechen.


Geändert am Mo Feb 04, 2013 6:37 pm von Sunjo
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 04, 2013 6:44 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Safari hat Folgendes geschrieben:
Bei der Leichtigkeit des Esperanto wäre es auch durchaus vorstellbar ein Lehrbuch auf Universitäts-Niveau (mehr Grammatik in weniger Zeit, da ja in der Uni in vier Semestern der Stoff von fünf Jahren Schule durchgemacht wird) zu erstellen. Aber, was mir in den Eo-Lehrwerken fehlt sind Kultur und Lesetexte.

Wie gefällt Dir der Kurs von Dr. Fischer?
[+Link zum Buch. Lu]


Geändert am Mo Feb 04, 2013 8:24 pm von Lu Wunsch-Rolshoven
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BeitragVerfasst am: Mo Feb 04, 2013 8:10 pm    Titel: Voja&#285;o en Esperantolando Antworten mit Zitat

Sunjo hat Folgendes geschrieben:
"Vojaĝo en Esperantolando" könnte übrigens stark deiner Vorstellung eines geeigneten Lehrbuchs entsprechen.

Genau. Daran hatte ich auch gedacht, als Safari schrieb "was mir in den Eo-Lehrwerken fehlt sind Kultur und Lesetexte."

Vorstellung in der Wikipedia, mit vielen Links (von denen einige leider tot sind... Wird aber repariert.)
Hier sind 10 Rezensionen des Buchs aus dem Jahr 2002.
Hier 11 aus dem Jahr 2003.
Vorstellung bei LibraryThing.

Und leider habe ich keine Bilder von Seiten aus dem Buch gefunden. Es gibt auf so ziemlich jeder Seite ein oder zwei Fotos und das sieht schon ziemlich schick aus. Sad
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BeitragVerfasst am: Mi Feb 06, 2013 10:00 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Also "Vojaĝo en Esperantolando" klingt gut. Hm, der Kurs von Dr. Fischer entspricht nicht so dem, was ich mir dachte.

Ich, persönlich, bin ja von "Esperanto - Direkt" überzeugt, aber finde, dass man das eher als Übungsbuch nicht als Kursbuch verwenden kann.

Ich habe letztens in unserer Fachschaft gefragt, wie das mit einer HS-Gruppe funktioniert. Man meinte, wir bräuchten nur eine konstituirende Sitzung, dann könnten wir einen Antrag einreichen. Und wenn der Präsident denkt, dass wir gut (für die Uni) sind, dann dürfen wir eine HS-Gruppe sein und bekommen so zB kostenlose Uni-Räume wo wir Kurse und Treffen halten könnten.

Ich plane ja gerade zum Treffen der ital. Esperantojugend zu fahren (oh Apulien, so ein schönes blaues Meer...). Dann hätte ich auch sprachlich und esperantokultur-technisch schon mal mehr drauf, was einer Gruppengründung auch nicht unnützlich ist. Smile
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BeitragVerfasst am: Do Feb 07, 2013 12:29 pm    Titel: Vojagho al Esperanto-lando, zwei Beispielseiten Antworten mit Zitat

Ich hab jetzt mal zwei Seiten aus "Vojaĝo al Esperanto-lando" (S. 12+13) ins Netz gestellt.
Ist eine Screenshot-Kopie aus einer pdf-Datei, daher nicht ganz scharf.

Und hier sind die Seiten 26 und 27 von "Vojaĝo al Esperanto-lando".
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